Philips-CEO Frans van Houten: Philips muss regionaler und schneller werden, um den Konzern vor Zerschlagung zu schützen / Neue Unternehmenskultur soll Philips vor Zerschlagung retten
ID: 618774
und schnellere Unternehmensprozesse / Zentraler Produkt- und
Marketing-Ansatz hat ausgedient / Verwaltungskosten sollen deutlich
gesenkt und Investitionen in Forschung und Entwicklung erhöht werden
/ Gesamt-Konzern bietet Vorteile, über die einzelne Geschäftsbereiche
allein nicht verfügen
Hamburg, 18. April 2012 - Der neue Philips-Chef Frans van Houten
will den niederländischen Traditionskonzern mit Regionalisierung und
einem radikalen Sparprogramm vor der drohenden Zerschlagung retten.
"Um unsere Innovationen richtig zu verwerten, müssen wir regionaler
werden - müssen unsere dortigen Teams tun lassen, was in den
jeweiligen Märkten gut ist", sagte der Niederländer im Interview mit
dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 05/2012, EVT 19. April).
"Wenn wir zu langsam sind, werden wir die Chancen, die uns der Markt
bietet, nicht nutzen. Dann schnappen uns die Koreaner die Beute weg."
Gelinge das Philips nicht, könne der Konzern tatsächlich
aufgespalten oder geschluckt werden, warnte Van Houten, der seit März
2011 Vorstandschef ist. "Ein Unternehmen, das längere Zeit schwache
Leistungen bringt, braucht sich nicht wundern, wenn aktivistische
Aktionäre und Hedge-Fonds auf den Plan treten. Oder Wettbewerber, die
sagen: Wir können mehr draus machen als ihr."
Mit Erfindungen wie der Audio-Kasette, dem Video-Rekorder oder der
CD gehörte Philips einst zu den innovativsten Unternehmen weltweit.
Doch seit der Jahrtausendwende hat sich der Konzern aus verschiedenen
Märkten zurück gezogen: Der Umsatz ist von 38 Milliarden Euro auf
unter 23 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gefallen, viele Teile
des Unternehmens und deren Patente wurden verkauft. 2011 kam Philips
auf einen Verlust von fast 1,3 Milliarden Euro.
Um wieder profitabel zu werden, plant van Houten eine
tiefgreifende Änderung der Ausgabenstruktur. Gegenüber Capital
kündigte der 51-Jährige an, er werde in den kommenden zwei Jahren 800
Millionen Euro Verwaltungskosten einzusparen. Einen Teil des Geldes
soll in Forschung und Entwicklung fließen. "Wir streben sieben
Prozent des Umsatzes an. Das ist ein Prozentpunkt mehr als jetzt. Und
damit ein Prozentpunkt weniger Marge - obwohl wir nicht ausreichend
rentabel sind!", sagt van Houten.
Eine Zerschlagung des Traditionsunternehmens lehnt Frans van
Houten entschieden ab. Ein neu aufgestellter Konzern mit moderner
Unternehmenskultur biete zahlreiche Synergien, über die einzelne
Geschäftsbereiche allein nicht verfügen könnten. "Es gibt genug, was
uns zusammenhält", betonte der Philips-CEO in 'Capital'.
Pressekontakt:
Christian Baulig, Chefredaktion 'Capital',
Tel. 040/3703-8346, E-Mail: baulig.christian@guj.de
www.capital.de
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Datum: 18.04.2012 - 10:20 Uhr
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