Keine Sparpolitik zu Lasten der Verkehrssicherheit - kein Fuehrerschein mit 16
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Keine Sparpolitik zu Lasten der Verkehrssicherheit - kein Fuehrerschein mit 16
Anlaesslich der Vorschlaege aus den Kreisen der CDU den Fuehrerschein mit 16 einzufuehren, um Jugendliche im laendlichen Raum mobil zu machen, erklaert die stellvertretende Sprecherin der AG Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der SPD-Bundestagsfraktion Kirsten Luehmann:
Wer das Problem der unzureichenden Busverbindungen im laendlichen Raum damit loesen will, Jugendliche bereits mit 16 ans Steuer zu lassen, handelt unverantwortlich und gefaehrdet die Sicherheit auf unseren Strassen. Wir haben mit dem begleiteten Fahren ab 17 bundesweit eine gute Loesung, mit der Jugendliche Erfahrung und Sicherheit im Verkehr gewinnen koennen. Da besteht kein aktueller Handlungsbedarf.
Die CDU diskutiert derzeit, den Fuehrerschein mit 16 einzufuehren, um Jugendlichen im laendlichen Raum den Weg zur Arbeit zu erleichtern. Damit die jungen Leute eine Alternative zum duennen oeffentlichen Verkehrsangebot haben, sollen sie unter Einhaltung eines besonderen Sicherheitstempolimits selbststaendig mit dem Auto fahren koennen, so die Ueberlegungen.
Die Ergebnisse der Unfallforschung sind eindeutig. Junge Autofahrende sind ueberproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Die 18- bis 24-Jaehrigen verursachen fast ein Viertel aller Pkw-Unfaelle mit Verletzungen oder Todesfaellen. Und das, obwohl die Gruppe der Jungen nur acht Prozent an der Bevoelkerung ausmachen. Mit noch juengeren Pkw-Fahrenden werden die Zahlen noch dramatischer ausfallen. Die CDU verstoesst damit gegen ihr eigenes Verkehrssicherheitsprogramm, das eine Reduzierung der Verkehrsunfaelle gerade bei der Hochrisikogruppe junger Fahranfangender vorschreibt.
Dass die Jugendlichen mit ihren Autos besonders im laendlichen Raum unterwegs sein sollen, verschaerft die Situation noch erheblich. Gerade hat die Bundesregierung eine Kampagne fuer die Landstrasse "Runter vom Gas" gestartet, da hier das Unfallrisiko am hoechsten ist. Und in dieses Risiko sollen jetzt noch die unerfahrene Jugendliche kommen - hier hat jemand nicht nachgedacht.
Verkehrsexperten von der Unfallforschung der Versicherer (UDV), dem Allgemeinen Deutschen Autofahrerclub (ADAC) und der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbaende teilen die Einschaetzung zum Fuehrerschein mit 16, auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung wuerde die zusaetzlichen Risiken nicht beseitigen.
Es ist Aufgabe der Politik, das Angebot oeffentlicher Verkehrsmittel zu verbessern. Diese Aufgabe darf nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit auf den Individualverkehr abgewaelzt werden.
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Datum: 19.04.2012 - 17:45 Uhr
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