GENOSSENSCHAFTEN 2012: Die Phönix-Fähigkeit ist unverkennbar.
ID: 625011
Die Menschen mögen GENO-Werte wie Vertrauen, Selbstverantwortung und TeamGeist
Es ist nicht nur der Wandel als solcher, sondern die Kürze des Zeitraums, in dem der Wandel stattfand und sich weiter dynamisch fortsetzt, was neugierig macht. Noch hat die Wissenschaft diese Entwicklung nicht tiefer untersucht. Grund genug, dazu sich im Rahmen einem eigenen Fach-Hearing mit diesem Phänomen näher zu befassen.
Das MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Kooperations- und Genossenschaftswirtschaft e.V. hatte zum Hearing MENSCHEN mögen KOOPERATION Das Beispiel GENO nach Jena eingeladen. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, sowie Frauen und Männer aus dem Management von Genossenschaften, ergänzt von Vertretern der Politik und Verbänden, war die Aufgabe gestellt, den Ursachen und Chancen dieser dramatisch positiven Entwicklung im GENO-Sektor nachzugehen.
Im Eingangsreferat skizzierte Gerd K. Schaumann (MMW Vorstand) die Entwicklung aus der Sicht der MMW-Verbände, die sich gern als Moderne Traditionalisten bezeichnen, unabhängig, flexibel und offen für neue Entwicklungen, orientiert an dem jeweils Besten, was es in Europa in Sachen Innovatives Kooperations- und Genossenschaftswesen gibt.
Die Politik des VerbändeNetzwerkes steht seit Jahren für ein Genossenschaftswesen, das sich nicht nur über die Struktur definiert, sondern insbesondere über die Inhalte, Ziele und der nachhaltigen Orientierung am ERFOLG.
In einer Schrift zum UN-Jahr der Genossenschaften von MMW wird der besondere Weg einerseits und die Phönix-Eigenschaft der GENO im Besonderen wie folgt skizziert:
Seit Jahren pflegen wir als die UNABHÄNGIGEN des deutschen Genossenschaftswesens - den Gedanken der Co-operative (Genossenschaft) mit zwei weiteren Gedanken zu verbinden:
1.Der Gedanke des naturgemäßen Wirtschaftens, was meint, dass nichts effizienter wirkt als das, was die Natur widerspiegelt. Sie wirkt kooperativ, arbeitet ohne Reibungsverluste und verbraucht dabei wenig Energie
2.Der Gedanke, dass Kooperation nicht nur Organisationsvorteile beinhaltet, wie z.B. Arbeit, Einkommen und Sicherheit, sondern auch eines emotionalen Faktors bedarf, der sich z.B. mit persönlicher Entwicklung, Selbstverantwortung und Arbeitsfreude verbindet.
Dafür haben wir ein Netzwerk von Verbänden, Partnern und Beratern gebildet, die sich unter dem Dach von MMW (MENSCHEN MACHEN WIRTSCHAFT) vereinigen. Bewusst haben wir seit Jahren den Ansatz gewählt, dass zuerst der MENSCH kommt, danach erst die passende Organisationsform, die beinahe zwangsläufig dann Genossenschaft (co-operative) heißt.
Den MENSCHEN zum absoluten Ausgangspunkt aller Ideen und Konzepte zu machen, hat sich bewährt und erlebt seit Jahren einen stetigen Zuspruch. Das soll nicht heißen, dass wir auf die Form der GENO weniger Wert legen. Ganz im Gegenteil, wir halten sie als für MENSCHEN, die in Wirtschaft, Kultur und Sozialem gemeinschaftlich dauerhaft gewerblich orientiert wirken wollen, als für die bei weitem vernünftigste Lösung.
Dennoch bleiben wir dabei dass, wo immer es geht, Rechtsform und Organisationsform sich an die Idee, das Lebendige anzupassen haben, und nicht umgekehrt.
Wir sind in unserem VerbändeNetzwerk Menschen machen Wirtschaft e.V. der Frage nachgegangen, ob und wie sehr die Gesetzesnovelle von 2006 zugleich Harmonisierung des EU-Rechts ursächlich sein könnte, für den seit 2 bis 3 Jahren in Deutschland deutlich spürbaren, erfreulich dynamischen Trend in Richtung Genossenschaftsgründungen.
Wir sind zurückhaltend mit einer eindeutigen Bejahung, das (nur) auf die Novelle 2006 zu beziehen, denn die Ursachen für diesen Gründungs-Boom sind wesentlich vielschichtiger. Elemente wie: Vertrauen, Einfluss der Mitglieder, Kontrolle, regionale Bezüge, Selbstverantwortung, TeamGeist, usw. dürften eher ausschlaggebend sein, für diesen Trend. Natürlich wollen wir nicht verkennen, dass die Novelle 2006 diese Entwicklung begünstigt hat, besondere Ursache war sie wahrscheinlich nicht.
Inzwischen nutzen gänzlich neue gesellschaftliche Gruppen systematisch die Vorteile einer Genossenschaft, vor allem auch imagebezogen. Anders als bei einer Kapitalgesellschaft, lebt die Genossenschaft heute von Gestaltungsmöglichkeiten sehr gut, die eher als Sozialregeln zu bezeichnen wären, was ihr früher das Stigma unflexibel einbrachte. Nehmen wir z.B. das Element Kontrolle durch einen Aufsichtsrat, dann wurde dies noch vor einigen Jahren als hinderlich eingestuft, während man heute genau damit so etwas wie eine wirtschaftliche Vertrauenslücke schließt.
MENSCHEN vergleichen und bewerten gern. Wenn Sicherheit ein wichtiger Faktor der öffentlichen Meinung wird, hat das zweifellos Folgen für die Wahl der geeigneten Rechtsform. Und genau dieser Werte-Wandel lässt die Genossenschaft für immer mehr Gruppen und Menschen als attraktiv erscheinen.
Der Energiebereich ist herausgehobenes Beispiel hierfür. Der Zulauf in Energiegenossenschaften ist ungebrochen stark, und dynamisch wachsend. Kein Wunder, wenn sich das Wertebewusstsein verändert, sucht dieses auch die dazu passende Realisationsform. Die Genossenschaft entspricht in wesentlichen Punkten den aktuellen Wertvorstellungen von immer mehr Menschen; beinahe zwangsläufig hat das Orientierungsfolgen: Überdurchschnittlich viele Genossenschaften bilden sich gerade deswegen und dieser Trend wird sich fortsetzen, weil das Wertegefüge sich entsprechend weiter in diese Richtung zu verändern scheint..
Aber es ist nicht nur die Zunahme der Menge von Genossenschaften, die erfreut, sondern auch das Hinzukommen von immer neuen Bereichen gleichermaßen verteilt in den Sektoren Wirtschaft, Soziales und Kultur.
Erfreulich, dass z.B. Berufsgruppen, wie Ärzte, Apotheker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater sich für den Genossenschaftsgedanken inzwischen geöffnet haben. Eine entsprechende Erweiterung erfahren wir auch in dem, wofür das Genossenschaftsmodell alles genutzt wird (z.B. Schulen, Frei- und Hallenbäder, Entwicklung neuer medizinischer Therapieverfahren ) Das Genossenschaftswesen ist kurz und knapp bunter bzw. buntgemischter geworden.
Wir können die genossenschaftliche EU-Harmonisierung von 2006 in Deutschland nur begrüßen. Natürlich können wir uns auch gut vorstellen, den Reformwillen fortzuführen. Besonders wichtig wäre es, dieses Mal auch in Richtung Wirtschaftsförderung und Steuerrecht zu schauen. Diese Blickrichtung ist keinesfalls orientiert an einer gewissen Privilegierung des genossenschaftlichen Sektors, sondern geht eher ein Richtung Anreiz für mehr Selbstverantwortung zur Schaffung von mehr bürgerschaftlich orientiertem Engagement oder die Vermögensbildung aus ihrer Schieflage zu befreien.
Wir lieben gute Energien das ist das Motto unserer EnergieGenossenschaften. Dieses Motto wollen wir demnächst entsprechend modifiziert - auf unseren gesamten Genossenschaftsbereich übertragen. Vielleicht könnte es dort lauten: Wir lieben alles, was die Natur so vorbildlich erfolgreich macht besonders die Kooperation.
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Datum: 25.04.2012 - 18:01 Uhr
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