Neue OZ: Kommentar zu Medien / Urheberrecht / kino.to
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Vom Bodenleger zum Millionär. Der mutmaßliche Kino.to-Chef hat
eine beeindruckende Karriere hingelegt. Allerdings mit einem Makel:
Das Geld verdiente er sich mit kriminellen Mitteln, er hat es durch
das Anbieten geklauter Ware erwirtschaftet. Eigentlich nennt man so
was Hehlerei. Da es hier aber "nur" um geistiges Eigentum geht,
genießt der Täter schon fast so was wie Sympathie: der gute Hirte,
der seine Schafe da draußen mit den Links zu aktuellen Filmen und
Serien versorgt. Dass alle, die Drehbücher geschrieben, die Rechte am
Stoff erworben oder die Musik komponiert haben, dabei völlig leer
ausgehen, scheint im kollektiven Unrechtsbewusstsein nicht angekommen
zu sein.
Wie sonst ist zu erklären, dass zeitweilig mehr als vier Millionen
Menschen kino.to besucht haben? Und jetzt vermutlich ohne
Gewissensbisse die ebenso illegalen Dienste der Nachfolger nutzen?
Die Wahrheit ist: Wer ein Portal wie kino.to aufzieht, sich
gewerblich an Urheberrechtsverletzungen bereichert, ist kein Robin
Hood, sondern ein Dieb und ein Hehler. Dass Gewissensbisse bei den
Usern scheinbar völlig fehlen, macht die Sache nicht besser. Möglich,
dass in der digitalen Wunderwelt Korrekturen am Urheberrecht
wünschenswert wären. Sich mit geklauter Ware einzudecken ist aber der
falsche Weg. Schließlich steckt die Mehrheit von uns ja auch keine
Waren in den Kaufhäusern unbezahlt ein, bloß weil genug rumliegt.
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Datum: 08.05.2012 - 22:00 Uhr
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