Verhaftung des Umweltschützers Paul Watson in Frankfurt löst weltweit Proteste aus
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Verhaftung des Umweltschützers Paul Watson in Frankfurt löst weltweit Proteste aus
Eigentlich sollte Watson im Kreis tausender Star Treck- Anhänger ab Donnerstag Gast der Tagung der FedCon in Düsseldorf sein, Europas größter Science Fiction Convention. Ein Haftbefehl aus Costa Rica kam ihm jetzt dazwischen. Watson hat sich weltweit als kompromissloser Umweltschützer für seine unkonventionellen Methoden zum Schutz der Meere einen Namen gemacht. Mit seiner Schiffsflotte stört er alljährlich die Japaner bei ihrem angeblich wissenschaftlichen Walfang im Südpolarmeer und verhindert so das grausame Abschlachten der Wale. Aber auch etliche Schiffskollisionen sollen auf sein Konto gehen, immer ohne Menschen zu verletzen, betont er selbst. Mit der französischen Sex-Schauspielerin Brigitte Bardot setzte er sich unermüdlich und erfolgreich für den Robbenschutz in Kanada ein. Weltweit werden Dokumentationen über sein unerschrockenes Handeln auf den Weltmeeren von den TV-Sendern ausgestrahlt.
Die Verhaftung in Frankfurt geht auf einen Haftbefehl des Karibik-Staates Costa Rica aus dem Jahr 2002 zurück. Demnach soll Watson einen Haifischfänger mit seinem Schiff abgedrängt haben. Die Crew sei daraufhin mit ihrem Schiff in den nächsten Hafen geflüchtet, weil sie sich in ihrem Leben bedroht fühlte. Weltweit sterben nach Angaben von Umweltexperten über 70 Millionen Haie durch Menschenhand. Das Abhacken der begehrten Flossen bereitet den Haien, die anschließend wieder ins Meer geworfen werden, einen qualvollen Tod.
Paul Watson ist seit Jahren Kuratoriumsmitglied der deutschen Organisation "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)". Im Jahr 2000 führten der WDSF-Gründer Jürgen Ortmüller und Paul Watson mit seinem damaligen Schiff "Ocean Warrior" auf den nordatlantischen Färöer-Inseln eine spektakuläre Aktion gegen das alljährliche tausendfache Walschlachten durch. Seitdem darf Watson die Inselgruppe nicht mehr betreten, weil er auch dort in Gefahr läuft, verhaftet zu werden. Ortmüller protestierte unbehelligt vor zwei Jahren erneut auf der autonomen Inselgruppe.
Das WDSF protestierte jetzt bei der Botschaft von Costa Rica in Berlin ebenso wie tausende von internationalen Sea Shepherd-Anhängern und versucht in Kooperation mit dem Europaparlamentarier Daniel Cohn Bendit eine Freilassung des berühmten Umweltschützers zu erreichen. Gegenüber dem Justizministerium in Berlin fordert WDSF-Chef Ortmüller für das WDSF-Kuratoriumsmitglied Watson eine umgehende Überprüfung des Auslieferungsersuchens von Costa Rica und seine Freilassung. Ortmüller: "Ein Karibikstaat der Kinderprostitution duldet und der Hundertausende von geschützten Meerestieren abschlachtet, sollte nicht anerkannte und engagierte Umweltschützer verhaften lassen, zumal ein Fehlverhalten von Watson bisher nicht bewiesen wurde. Es liegen lediglich die empörten Aussagen der Schiffsbesatzung des abgedrängten Haifängers vor. Diese gehören ins Gefängnis. Wir empfehlen bis auf weiteres einen internationalen Reiseboykott für einen Unrechtsstaat wie Costa Rica."
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer
0151 24030 952
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Datum: 14.05.2012 - 11:30 Uhr
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