Adler-TV: Beoachten Sie, wie ein Küken schlüpft! / Die Web-Kamera der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt das Brutgeschäft des Schreiadlers live und in Farbe!
ID: 644201
Estelle von Schweden in der ganzen Welt im Fernsehen verfolgt wurde,
können Sie in wenigen Tagen ein ganz anderes freudiges Ereignis am
Bildschirm beobachten: Der Nachwuchs der seltenen Schreiadler wird
vor laufender Kamera schlüpfen! "Seit fast vier Wochen bebrütet das
Schreiadler-Weibchen zwei Eier, während das Männchen emsig Futter für
sie heranfliegt", sagt Dr. Andreas Kinser, Projektleiter der
Deutschen Wildtier Stiftung. Das Schlüpfen eines Schreiadler-Kükens
im Internet zu verfolgen, ist nicht nur spannend, sondern auch extrem
selten. Über www.DeutscheWildtierStiftung.de kann jeder Adler-TV
gucken und einen Blick in die Küken-Kinderstube werfen. Das ist eine
einmalige Gelegenheit, denn in Deutschland sieht man den vom
Aussterben bedrohten Adler kaum noch. Mit knapp hundert Brutpaaren
ist er bei uns sehr selten geworden.
"Es gibt mittlerweile eine feste Fangemeinde, die regelmäßig
Adler-TV schaut", sagt Kinser. Schon im letzten Jahr fieberten
zahlreiche Besucher dem Tag entgegen, an dem der
Schreiadler-Nachwuchs vor laufender Kamera schlüpft, aufwächst und
nach ersten Flugversuchen den Horst verlässt, um im Spätsommer die
lange Reise Richtung Afrika anzutreten. Doch 2011 zeigte sich die
Natur von ihrer grausamen Seite: Der Jungvogel, der sich bereits
prächtig entwickelt hatte, wurde von einem Baummarder gefressen.
Familie Schreiadler, die jetzt per Mausklick beim Brutgeschäft zu
beobachten ist, lebt im lettischen Naturreservat Teici. Dr. Andreas
Kinser steht in ständigem Kontakt mit Dr. Ugis Bergmanis, dem
Kooperationspartner der Deutschen Wildtier Stiftung vor Ort, der auch
die Web-Kamera installiert hat. Seit Mitte April bewohnen die Tiere
den mit frischen Zweigen ausgepolsterten Horst in 15 Meter Höhe.
Die Aufnahmen der Web-Kamera sind nicht nur spannend, sie geben
vor allem Auskunft über das Brutverhalten und die Ernährung der Küken
dieses extrem seltenen Greifvogels. "Wie viele andere Arten leidet
der Schreiadler besonders unter dem Verlust geeigneter Lebensräume",
sagt Kinser. Deshalb kooperiert die Deutsche Wildtier Stiftung in
einem Projekt zum Lebensraumschutz mit Land- und Forstwirten, um
gemeinsam eine schreiadlerfreundliche Bewirtschaftungsweise zu
finden. Darüber hinaus sollen die Flächen in Mecklenburg-Vorpommern,
die die Deutsche Wildtier Stiftung aus dem "Nationalen Naturerbe"
übertragen bekommen hat, wieder zu Brutgebieten des Schreiadlers
werden. "Durch die Web-Kamera in Lettland erhalten wir unter anderem
Informationen über die Zusammensetzung der Beutetiere für die
Aufzucht der Schreiadler-Küken", erklärt Dr. Andreas Kinser. In
Deutschland untersucht die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit
ihren Projektpartnern, durch welche Maßnahmen sich die Dichte der
Beutetiere in den Lebensräumen der Schreiadler erhöhen lässt.
Gefördert wird das Projekt zum Lebensraumschutz durch das Bundesamt
für Naturschutz (BfN).
In Lettland wird hoffentlich bald ein gesundes Küken aus dem Ei
schlüpfen. Im September wird dann aus diesem Doku-Star ein
Langstreckenflieger. Kaum flügge geworden, macht sich der Jungvogel
nämlich schon in die 10 000 km entfernten Winterquartiere in Afrika
auf.
Informationen über das Schutzprogramm sind ebenfalls auf der
Website der Deutschen Wildtier Stiftung
(www.DeutscheWildtierStiftung.de) erhältlich.
Pressekontakt:
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg,
Telefon 040 73339-1874,
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de
Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de
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Datum: 23.05.2012 - 11:23 Uhr
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