Zehn Jahre Ökologische Steuerreform: Finanzpolitisch erfolgreich, klimapolitisch halbherzig
ID: 81481
Zehn Jahre Ökologische Steuerreform: Finanzpolitisch erfolgreich, klimapolitisch halbherzig
Ökosteuer nur zu einem kleinen Teil für Energiepreissteigerungen verantwortlich
Die Einnahmen aus der Ökosteuer betragen heute rund 18 Milliarden Euro pro Jahr, das entspricht 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Großteil davon fließt in die Rentenversicherung, wodurch der Beitragssatz um 1,7 Prozentpunkte gesenkt und die Renten leicht angehoben werden konnten. Der DIW-Experte geht davon aus, dass die Ökosteuerreform wegen der niedrigeren Arbeitskosten die Beschäftigung leicht erhöht hat.
Weniger erfolgreich waren dagegen die mit der Reform geplanten umweltpolitischen Lenkungsimpulse: Nennenswert belastet wurde lediglich der Verbrauch von Verkehrskraftstoffen und Strom. Heizstoffe wurden nur moderat besteuert - dabei bestehen hier erhebliche Energiesparpotentiale. Energieintensive Produktionsbereiche wurden durch Steuervergünstigungen bei Heizstoffen und Strom weitgehend von der Ökosteuerreform ausgenommen. Diese Ermäßigungs- und Ausnahmeregelungen sollen mögliche Belastungen der energieintensiven Industrien und der ärmeren Bevölkerung begrenzen. Damit trug die Politik politischen Widerständen Rechnung.
Die ökologische Steuerreform konnte deshalb nur einen begrenzten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Spürbaren Anpassungsdruck in den energieintensiven Branchen hat sie nicht ausgelöst. "Die zahlreichen Steuervergünstigungen setzen keine Anreize zum Energiesparen", bilanzierte Stefan Bach. "Es wäre besser, die betroffenen Unternehmen unabhängig von ihrem Energieverbrauch zu kompensieren."
Für die kräftigen Energiepreissteigerungen der letzten Jahre ist die Ökosteuer nur zu einem kleinen Teil verantwortlich. So geht bei Benzin ungefähr ein Viertel und bei Diesel ein Fünftel der Preiserhöhungen der Jahre 1998 bis 2008 auf die Ökosteuer zurück. Bei Gas und bei Heizöl ist der Anteil der Ökosteuer an den Preissteigerungen dagegen gering.
10 Jahre Ökologische Steuerreform: Finanzpolitisch erfolgreich, klimapolitisch aber nur halbherzig. Von Stefan Bach. In: Wochenbericht 14/2009
Außerdem im Wochenbericht:
- Gefahr für den Welthandel: Protektionismus durch institutionelle Reformen stoppen. Von Georg Erber und Ulrich Thießen
- "Struktur vor Konjunktur" auf dem "Gipfel der Gipfel". Kommentar von Klaus F. Zimmermann
http://www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/
wochenbericht/aktueller_wochenbericht/26991.html
Renate Bogdanovic
Pressestelle
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
German Institute for Economic Research
Mohrenstraße 58
10117 Berlin
Tel. +49-30-897 89 249
Fax +49-30-897 89 119
mailto:presse@diw.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 01.04.2009 - 13:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 81481
Anzahl Zeichen: 0
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 418 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zehn Jahre Ökologische Steuerreform: Finanzpolitisch erfolgreich, klimapolitisch halbherzig"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zunehmende Zahl Geflüchteter hinterlässt Spuren in öffentlichen Kassen - Finanzielle Belastungen sind verkraftbar, Prioritäten müssen aber richtig gesetzt werden - DIW-Finanzexpertin van Deuverden: "Haushaltspolitische Spielräume nutzen" Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutsc
Je mehr Mitspracherecht Eltern haben, desto zufriedener sind sie mit den Kitas ...
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit den Kindertageseinrichtungen hoch - Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren und älter sind unzufriedener - gut verdienende Eltern würden auch höhere Gebühren zahlen In den vergangenen Jahren hat Deutschland massiv in den quantitativen Ausbau der Kinde
Frauenanteil in DAX-30-Vorständen: Entwicklung weiterhin verhalten ...
Update des DIW Managerinnen-Barometers: Frauenanteil ist in Vorständen in diesem Jahr von 7,4 auf 8,4 Prozent gestiegen und in Aufsichtsräten von 24,7 auf 26,5 Prozent - Fast die Hälfte der DAX-30-Unternehmen erfüllt die 2016 in Kraft tretende Frauenquote in Aufsichtsräten schon jetzt. Der F
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Diese Versicherungen brauchen Selbständige und Freiberufler ...
(Berlin, 1.04.2009) Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, verliert die Sicherheiten und Bequemlichkeiten des Angestelltendaseins. Es gibt keinen Chef mehr, der im Notfall einen den Kopf hinhält. Jetzt ist man selbst der Chef. Das gilt auch bei Alter, Unfall und Krankheit. Wird man als Selbs
Vattenfall Azubis unterstützen die Berliner Wirtschaft ...
In wenigen Tagen ist es für 53 Vattenfall-Auszubildende in Berlin so weit: Nach einer zweieinhalb- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung erhalten sie ihr Abschlusszeugnis. Rund 20 Prozent haben die Prüfung vorzeitig abgelegt und erfolgreich bestanden. Damit liegen die Prüfungsergebnisse erneut übe
Neuer Führungskräfte-Monitor: Kaum Verbesserung der Situation von Frauen seit 2001 ...
Seit 2001 gibt es beim Anteil der Frauen in Führungspositionen kaum Fortschritte. In den Top-Positionen der deutschen Wirtschaft sind Männer nahezu unter sich. Die Monatsverdienste der Frauen liegen bei den vollzeitbeschäftigten Führungskräften rund ein Viertel unter dem der Männer. Auch die S
Deutsche Börse erweitert Indizes für gehebelte Investments in DAX ...
Die Deutsche Börse hat mit zwei neuen ShortDAX Indizes und einem neuen LevDAX Index ihr Angebot in Bereich der Strategieindizes DAXplus ausgeweitet. LevDAX und ShortDAX bieten Anlegern bei steigenden bzw. fallenden Kursen die Möglichkeit zum gehebelten Investment in den DAX Index. Zusätzlich zum




