Vorstand spricht von „kriminellem Innentäter“ - Der große Handydaten-Klau: Telekom verdächtigt Ex-Mitarbeiter
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(firmenpresse) - München, 11. Mai 2009 – Der Diebstahl der Datensätze von 17 Millionen Handy-Kunden wurde offenbar von einem Mitarbeiter der Deutschen Telekom begangen. Diesen Schluss legen Äußerungen des für Datenschutz zuständigen Vorstandsmitglieds Dr. Manfred Balz nahe. In einem Interview mit dem Technikmagazin CHIP sagte Dr. Balz: „Es gibt einen verdächtigen ehemaligen Konzernangehörigen.“ Weitere Fälle von Daten-Diebstahl seien nicht grundsätzlich auszuschließen, da gegen „kriminelle Innentäter nicht in jedem Fall ein Kraut gewachsen“ sei.
Dr. Balz ist seit Oktober 2008 als Datenschutz-Vorstand für den einstigen Staatskonzern tätig. Der millionenfache Diebstahl von Mobilfunk-Kundendaten fand bereits 2005 statt, wurde aber erst drei Jahre später bekannt und war Höhepunkt einer Serie von Datenschlampereien und Bespitzelungen bei der Telekom. Wie Dr. Balz im CHIP-Interview sagte, war „der Täter damals berechtigt, auf diese Datensätze zuzugreifen – er hat seine Berechtigung aber missbraucht“.
In Folge des Datenskandals habe der Konzern die Sicherheitsmaßnahmen radikal verschärft: „Zum Beispiel haben wir an alle Systeme, die Kundendaten führen, sogenannte Datenschutz-Paten angedockt, die dort aufpassen und in kritischen Situationen direkt dem Datenschutz-Beauftragten und mir berichten“, so Dr. Balz.
Auf die CHIP-Frage, ob ein erneuter Datenklau im großen Stil wirklich verhindert werden könne, antwortete Dr. Balz: „So leicht war es damals auch nicht. Wir vermuten, dass es ein sogenannter Innentäter war, der wusste, wie der Zugang zu den Daten geregelt ist, und der genügend Zeit hatte, sie zusammenzustellen. Es gab immer Alarmschwellen für einen Massenabruf. Diese waren aus heutiger Sicht zu hoch, wir haben sie jetzt noch einmal drastisch reduziert. Außerdem loggen und registrieren wir heute die Aufrufe in unseren Systemen noch umfangreicher.“
Dr. Balz zufolge könnte ein Diebstahl nach dem Muster des Vorfalls von 2005 heute so nicht mehr passieren. Allerdings wollte der Datenschutz-Vorstand weitere Missbrauchsfälle nicht grundsätzlich ausschließen: „Gegen einen kriminellen Innentäter, der Zugang zu diesen Systemen hat, ist nicht in jedem Fall ein Kraut gewachsen.“
Das komplette Interview steht in der aktuellen CHIP 06/2009, die derzeit im Handel ist.
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Datum: 11.05.2009 - 14:38 Uhr
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