Potjomkinsche Dörfer beim Eurovision Song Contest in Moskau
ID: 90334
Potjomkinsche Dörfer beim Eurovision Song Contest in Moskau
Datum: 16.05.2009
Zum brutalen Vorgehen der russischen Sicherheitskräfte gegen demonstrierende Lesben und Schwule in Moskau erklärt Claudia Roth, Bundesvositzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Es ist beschämend und paradox, wie sich die russische Staatsmacht um die Anerkennung der Realität drückt und mit brutaler Gewalt eine gesellschaftliche Fatamorgana durchzusetzen versucht: Am Abend ist Moskau mit dem Eurovision Song Contest (ESC) Gastgeber der auch vermutlich weltweit größten Gala homosexueller Kultur, aber am Vormittag werden Menschen, die diese Kultur sichtbar machen wollen und für ihre Rechte friedlich demonstrieren, verhaftet und brutal angegangen. Den ESC von diesem Widerspruch frei zu halten und weiter Potjomkinsche Dörfer zu errichten, wird den Veranstaltern jedoch nicht gelingen.
Wir erwarten von den übertragenden Fernsehanstalten sowie den für Deutschland antretenden Künstlern, dass sie nicht wortlos über die gewaltsamen homofeindlichen Aktionen hinweggehen. Ein Zeichen des Protests beim großen Finale wäre angemessen. Außerdem fordern wir die sofortige Freilassung aller Verhafteten und fordern die Bundesregierung auf, sich unverzüglich darum zu bemühen. Es hat sich erneut gezeigt, dass Russlands Lesben und Schwule auf unsere Solidarität angewiesen sind."
PRESSEDIENST BUENDNIS 90/DIE GRUENEN Bundesvorstand Dr. Jens Althoff,
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Datum: 18.05.2009 - 11:02 Uhr
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