Prof. Wessinghage: medizinischer Standard für alle nur bei gesundheitsbewussterem Verhalten möglich
Bei einer Veranstaltung des Siemens Forums München vor einigen Wochen hatte der ehemalige Spitzensportler Wessinghage eine Krankenversicherung nach dem Verursacherprinzip gefordert, was sein Podiumskollege Prof. Dr. Maximilian Reiser, der neue Dekan der Medizinischen Fakultät der LMU, damals als „Arroganz der Gesunden“ bezeichnet hatte. Bei Aufnahmen für das neue ‚Video-Lexikon’ äußerte sich Wessinghage konkreter zu seinen Vorstellungen.
Prof. Dr. med. Thomas Wessinghage, ärztl. Direktor, Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus(firmenpresse) - Natürlich wisse er, dass viele es allein schon durch ihre Veranlagung schwer hätten, gesund zu bleiben. Aus seiner Praxis kenne er jedoch genügend Fälle, in denen z.B. Patienten mit extremem Übergewicht keinerlei Anstrengungen unternähmen, diesen Risikofaktor Nummer eins zu senken. Sie beanspruchten jede nur mögliche Unterstützung von der Solidargemeinschaft, die dann vielleicht einer „76-Jährigen mit Hüftoperation“ notwendige Reha-Maßnahmen verweigere, weil dafür kein Geld da sei. Auf solche Ungerechtigkeiten wolle er aufmerksam machen, so Wessinghage, der die Abteilung Orthopädie, Traumatologie, Sportmedizin im Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus leitet und an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken lehrt.
Vor der Kamera erläuterte der Mediziner u.a., was unter ‚Stoffwechselerkrankungen’ zu verstehen ist. Man unterscheide angeborene und erworbene Formen. Häufigstes Beispiel für eine erworbene Stoffelwechselerkrankung sei Diabetes mellitus Typ II. Darunter litten sieben Millionen Menschen in Deutschland, weil sie zu dick seien. Hinzu komme eine weitere siebenstellige Zahl derer, die „auf dem besten Wege“ zum Diabetes Typ II seien. Wenn der Zuckerstoffwechsel entgleise, könne es kurzfristig bis zum diabetischen Koma kommen. Außerdem sei mit schweren Folgeerscheinungen wie Erblindung, Nierenversagen und Amputationen zu rechnen. So müssten jährlich in Deutschland 30.000 Zehen, Füße und andere Extremitäten aufgrund einer Diabeteserkrankung amputiert werden. Viele dieser Fälle könnten durch gesundheitsbewusstes Verhalten verhindert werden.
Weitere Kommentierungen im Video von Prof. Wessinghage zu den Stichworten ‚Prävention’, ‚Joggen’; ‚Sportmedizin’, ‚Traumatologie’, ‚(med.) Rehabilitation’ und
‚ambulantes Gesundheitszentrum’; die Beiträge sind (kostenlos) abzurufen unter der Adresse http://www.mediavan.de/lexikon (Rubrik ‚Medizin und Gesundheit’).
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Datum: 27.05.2009 - 21:47 Uhr
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Freigabedatum: 27.05.2009
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