Ladendiebe verursachen täglich einen Schaden von über fünf Millionen Euro: Inventurverluste von 3,9 Milliarden im Einzelhandel
– Intelligente Systeme an der Kasse können Langfinger das Leben schwer machen
Um die so genannten Inventurverluste zu reduzieren, investiert der Handel jährlich durchschnittlich mehr als 0,3 Prozent vom Umsatz, das sind rund 1,1 Milliarden Euro. Die Gesamtaufwendungen für Inventurdifferenzen und deren Vermeidung betragen jährlich rund 5 Milliarden Euro, die der Handel wie alle Kosten in seine Verkaufspreise einkalkulieren muss.
Kritisch bewertet das EHI die Daten der polizeilichen Kriminalstatistiken. Sie würden suggerieren, dass der Kundendiebstahl in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen sei. Die Einschätzungen des Handels stehen dazu jedoch im Widerspruch. Er erwartet eine Zunahme der Einzelhandelskriminalität. „Ladendiebstähle in ihren unterschiedlichen Formen wie Gelegenheitsdiebstähle, Beschaffungskriminalität, Diebstahl auf Bestellung oder Bandendiebstähle sind aber mit Abstand das größte Problem für den Einzelhandel. Besonders gravierend sind professionell agierende Tätergruppen, die bei jedem Zugriff wertmäßig hohe Schäden verursachen“, so das EHI.
Als Auswirkung der aktuellen Wirtschaftkrise erwarten zwei Drittel der Befragten in diesem Jahr eine Zunahme der Kundendiebstähle um durchschnittlich 6 Prozent. Die Auswirkungen auf Mitarbeiterdelikte hingegen sieht der Handel etwas moderater: Im Durchschnitt werden nur 3 Prozent mehr Diebstähle von eigenen Mitarbeiten prognostiziert.
Das Bedrohungspotenzial durch Kundendiebstahl und Mitarbeiterdelikte sei unverändert hoch, so das EHI. Handelsunternehmen sollten daher unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der Persönlichkeitsrechte die Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen sinnvoll und gezielt einzusetzen. Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Systemen für Self-Checkout und Self-Scanning in Kombination mit Kameras.
„Ein wichtiges Kriterium für den Lebensmitteleinzelhandel ist das Gewicht. Wenn eine hochwertige Weinflasche in einer Müslipackung versteckt ist, bemerkt die Waage in Kombination mit dem Scanner die falsche Gewichtsangabe und löst eine Warnung aus“, so Tudor Andronic aus dem Leitungsteam Retail Systems Development bei Bizerba http://www.bizerba.de
Die Kombination Self Checkout, Waage und Kamera könne generell Widersprüche zwischen der Ware im Einkaufswagen und dem Gewicht der gescannten Ware an der Kasse analysieren und mit den über Barcodes hinterlegten Artikelstammdaten wie Form, Farbe und Gewicht der Produkte abgleichen.
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Datum: 22.06.2009 - 11:06 Uhr
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