SPD fordert gestaltende statt verwaltende Kulturpolitik
ID: 99684
SPD fordert gestaltende statt verwaltende Kulturpolitik
Es gibt kulturpolitisch noch viel zu tun. Der im Dezember 2007 nach fast vierjaehriger Arbeit vorgelegte Schlussbericht der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" ist eine wichtige Grundlage fuer kulturpolitisches Handeln. Bereits in dieser Legislaturperiode hat sich die SPD fuer die Umsetzung wichtiger Empfehlungen der Enquete-Kommission an den Gesetzgeber eingesetzt und wird diese Arbeit in der kommenden Legislaturperiode fortsetzen.
In der heutigen Sitzung des Ausschusses fuer Kultur und Medien wurde der aus Sicht der Bundesregierung bereits erfolgte Stand der Umsetzung der Empfehlungen der Enquete-Kommission dargestellt. Danach wurden auch seitens der Bundesregierung bereits einige konkrete Initiativen auf den Weg gebracht. Fuer die SPD wurde dabei jedoch sehr deutlich, dass insbesondere der von der Enquete-Kommission vorgeschlagene Ansatz einer Kulturentwicklungsplanung und -konzeption des Bundes munter ignoriert worden ist. Aus Sicht der SPD brauchen wir einen kulturpolitisch umfassenden neuen Ansatz, um die Ziele von Kunst- und Kulturfoerderung durch den Bund zu ueberpruefen und zu gewichten. Diese Anregung hat Staatsminister Neumann nicht in Ansaetzen aufgegriffen.
Das laesst sich an einem Beispiel verdeutlichen: Von den rund 20 Millionen Euro fuer die gesamte Musikfoerderung des Bundes stehen fuer die zeitgenoessische, nichtklassische Musik nur ungefaehr zehn Prozent (rund zwei Millionen Euro) zur Verfuegung. Konkret bedeutet dies: Allein die Festspiele in Bayreuth werden derzeit mit zwei Millionen Euro (das entspricht einem Drittel der oeffentlichen Zuwandungen) durch den Bund gefoerdert, das heisst diese Summe entspricht der gesamten Foerderung des Bundes fuer den Bereich der improvisierten Musik. Fuer den Haushalt 2010 hat Staatsminister Neumann sogar eine Erhoehung des Zuschusses auf 2,3 Millionen Euro fuer die im Vergleich ohnehin bestens ausgestatteten Festspiele Bayreuth angekuendigt.
Kulturentwicklungsplanung bedeutet, Foerderentscheidungen zu ueberpruefen und gegebenenfalls neu zu gewichten. Es geht nicht zwangslaeufig um hoehere Etats. Deshalb stellt sich folgende
Frage: Warum foerdert der Bund aus den vorhandenen Mitteln nicht staerker den Bereich der improvisierten Musik?
Wuerde der BKM nach den gleichen Massstaeben zum Beispiel das international renommierte Jazzfestival in Moers foerdern, entspraeche ein Drittel der oeffentlichen Zuwendungen einer Summe von rund 350.000 Euro. Leider ist in der Amtszeit des Kulturstaatsministers klar geworden, dass seine Motivation bei manchen Themen abseits des Films nur sehr gering ausgepraegt ist. So engagiert sich der Kulturstaatsminister bei der vom Bundestag 2007 beschlossenen Foerderung von Spielstaetten populaerer Musik nicht gerade beherzt und ueberlaesst es den eigenartigen Prozessen in der "Initiative Musik", dies zu tun.
Gestaltende und aktivierende Kulturpolitik im Bereich der Musikfoerderung des Bundes heisst fuer uns auch und vor allem einzugreifen und das zu foerdern, was es schwer hat. An diesem Punkt sind wir unzufrieden, weil der Kulturstaatsminister die bestehenden Potenziale leider kaum ausgeschoepft hat.
© 2009 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 01.07.2009 - 18:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 99684
Anzahl Zeichen: 0
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 330 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"SPD fordert gestaltende statt verwaltende Kulturpolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bekommt ein Update. 20 Jahre nach der Einführung haben sich das Antidiskriminierungsrecht und die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bewährt. Das AGG leistet einen zentralen Beitrag zu Fairness am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche und im Zivilrecht
Zum Anne-Frank-Tag: Demokratiebildung und Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar ...
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den Schülerin
BAföG-Reform muss zum Wintersemester kommen ...
In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, fördert auch die Fairness zwischen den Generationen. Gleichzeitig legt es den Grundstein für künftigen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, denn Studierende und Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb muss die BAföG-Reform zu
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
ANNA YINA: »Dieses Lied« Wenn die Fußgängerzone zur Bühne wird ! ...
Ihre Songs berühren Herz und Kopf. Vom ersten Takt bis zum letzten Ton wird der Hörer auf eine emotionale Reise in andere Welten entführt. Die Sängerin beeindruckt mit einer melodischen Umarmung und lebendigen Texten. Verträumt und hellwach zugleich, voller Gefühl und nah der Realität. Das
Ethikbeirat des Bundestages zieht positive Zwischenbilanz ...
> "Die Arbeit des Ethikbeirats bietet eine gute Grundlage für die Beteiligung des Parlaments an der Ethikdebatte in Deutschland." Dieses Fazit zog der Vorsitzende des Beirats, René Röspel (SPD), anlässlich der Übergabe des ersten Tätigkeitsberichts des Gremiums an Bundestagsvizep
Aus- und Weiterbildung in der Tourismuswirtschaft verbessern ...
> Die Attraktivität des "Arbeitsplatzes Tourismus" muss weiter erhöht werden Zur Einbringung des Koalitionsantrags "Aus- und Weiterbildung in der Tourismuswirtschaft verbessern" erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Br
Seniorenpolitik - Buergerschaftliches Engagement und Bildung fuer aeltere Menschen verbessern ...
> Zum Fraktionsbeschluss des Bereichs Seniorenpolitik erklaeren die seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks und die zustaendige Berichterstatterin Angelika Graf: Mit 61 einen Sprachkurs belegen oder mit 66 Kinder und Jugendliche bei den Hausaufgaben unterstuetzen:




