Mercer-Studie zur Internet-Telefonie: Die Lawine rollt immer schneller

Mercer-Studie zur Internet-Telefonie: Die Lawine rollt immer schneller

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(firmenpresse) - München - Die Internet-Telefonie hat das Potenzial zur Eroberung des Massenmarktes. Das ist das Ergebnis einer Studie von Mercer Management Consulting http://www.mercermc.de zu der in Fachkreisen "Voice over Internet Protocol" (VoIP) genannten Technik. Die auf einer Befragung von 1.000 Verbrauchern in den USA und Grossbritannien beruhende Studie zeigt, dass der VoIP-Markt tatsächlich grosse Potenziale besitzt. Jeder fünfte Festnetzanschluss könnte ersetzt werden - aber nur, wenn sich die Angebote deutlich verbessern. Die derzeitige Qualität der Internet-Telefonie spricht derzeitig nur preissensible Verbraucher und "Technik-Freaks" an. Die meisten Verbraucher schrecken vor der mangelnden Sprachqualität und der geringen Verfügbarkeit zurück. Zudem möchten sie ihre Telekommunikation nur ungern den neuen, unbekannten Gesellschaften anvertrauen, die heute VoIP anbieten. Eine Chance also für die etablierten Anbieter, mit verbesserten Angeboten den Markt für sich zu sichern. "Die Mehrheit der Befragten akzeptiert keine abgebrochenen Telefonate, schlechte Sprachqualität und Verzögerungen bei der Übertragung, wie sie heute bei VoIP-Angeboten noch an der Tagesordnung sind", sagt Klaus von den Hoff, Telekommunikationsexperte bei Mercer. Auch ein noch so preisgünstiges VoIP-Angebot würde nur wenig Erfolg haben: Die Studie zeigt, dass selbst kostenlose Telefonate im eigenen Netz - so genannte On-net-Calls - unter diesen Bedingungen nicht attraktiv sind.

Sobald die VoIP-Qualität dem Niveau der heutigen Telefonie entspricht, bricht der Damm: Fast 30 Prozent der Kunden würden ein VoIP-Angebot annehmen, 20 Prozent sogar ihren Festnetzanschluss kündigen. Damit steht die Internet-Telefonie fraglos vor dem Durchbruch zum Massengeschäft, da Qualitätseinschränkungen nach Ansicht der Mercer-Experten in kürzester Zeit überwunden sein werden. Auch die Branche für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) geht von einer rasanten Entwicklung aus. Auf die Marktentwicklung angesprochen, rechnet Holger Hegemann, CEO Nortel Networks Central Europe http://www.nortelnetworks.com, mit einem Wachstum der Sprach-Daten-Konvergenz auf IP-Basis von rund 25 Prozent pro Jahr. Bereits für das Jahr 2006 erwartet Nortel, dass in Unternehmen mehr neue Anschlüsse für IP-Telefonie installiert werden als klassische, digitale Sprachtelefone. Auch die Carrier würden sich weltweit darauf vorbereiten, in Europa noch zurückhaltend, in Asien dagegen geradezu enthusiastisch, in den USA wiederum pragmatisch. So würden dort die TV-Kabelgesellschaften zunehmend IP-Telefonie über digitalisierte Kablenetze anbieten.



Nach Ansicht von Helmut Reisinger, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Nextiraone http://www.nextiraone.de, setzt sich die IP-Telefonie "vor allem durch vier Faktoren durch: erstens Reduktion der Komplexität, was eine Netzwerkverantwortung und ein Servicepartner bedeutet, zweitens verringerte Betriebskosten der einheitlichen Netzinfrastruktur, drittens eine höhere Anwendungsvielfalt und mehr Funktionen wie die Integration des Gebäudemanagements am Telefon und viertens Mobilität durch den Einsatz von IP-Softphones rund um die Uhr und rund um den Globus." Dabei werde die Kommunikation, so Reisinger, zur Dienstleistung: "An die Stelle klassischer Telefonaufaufirmen treten Serviceanbieter."

Mercer prognostiziert grundlegende Veränderungen für den ITK-Markt. Die Internet-Telefonie werde tiefe Spuren in den Bilanzen der Festnetzanbieter hinterlassen. Die drei grossen europäischen TK-Konzerne British Telecom, Deutsche Telekom und France Telecom erwarten Umsatzausfälle von jeweils 1,5 bis zwei Milliarden Euro im Jahr 2008 und sechs bis sieben Milliarden Euro im Jahr 2010. Der Umsatzrückgang entsteht vor allem durch wesentlich geringere Gesprächsgebühren. Die Telekom-Konzerne sind gegenüber dieser Entwicklung so gut wie machtlos. "Die Telefongesellschaften können die IP-Telefonie nur verzögern, aber nicht aufhalten", sagt Klaus von den Hoff. "Unsere Modellrechnungen zeigen, dass jede Gegenmassnahme auf breiter Front mehr Umsätze kannibalisieren, als Kunden von einer Abwanderung abhalten würde."

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Datum: 15.07.2004 - 11:05 Uhr
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