Mercer-Studie zur Internet-Telefonie: Die Lawine rollt immer schneller
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Sobald die VoIP-Qualität dem Niveau der heutigen Telefonie entspricht, bricht der Damm: Fast 30 Prozent der Kunden würden ein VoIP-Angebot annehmen, 20 Prozent sogar ihren Festnetzanschluss kündigen. Damit steht die Internet-Telefonie fraglos vor dem Durchbruch zum Massengeschäft, da Qualitätseinschränkungen nach Ansicht der Mercer-Experten in kürzester Zeit überwunden sein werden. Auch die Branche für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) geht von einer rasanten Entwicklung aus. Auf die Marktentwicklung angesprochen, rechnet Holger Hegemann, CEO Nortel Networks Central Europe http://www.nortelnetworks.com, mit einem Wachstum der Sprach-Daten-Konvergenz auf IP-Basis von rund 25 Prozent pro Jahr. Bereits für das Jahr 2006 erwartet Nortel, dass in Unternehmen mehr neue Anschlüsse für IP-Telefonie installiert werden als klassische, digitale Sprachtelefone. Auch die Carrier würden sich weltweit darauf vorbereiten, in Europa noch zurückhaltend, in Asien dagegen geradezu enthusiastisch, in den USA wiederum pragmatisch. So würden dort die TV-Kabelgesellschaften zunehmend IP-Telefonie über digitalisierte Kablenetze anbieten.
Nach Ansicht von Helmut Reisinger, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Nextiraone http://www.nextiraone.de, setzt sich die IP-Telefonie "vor allem durch vier Faktoren durch: erstens Reduktion der Komplexität, was eine Netzwerkverantwortung und ein Servicepartner bedeutet, zweitens verringerte Betriebskosten der einheitlichen Netzinfrastruktur, drittens eine höhere Anwendungsvielfalt und mehr Funktionen wie die Integration des Gebäudemanagements am Telefon und viertens Mobilität durch den Einsatz von IP-Softphones rund um die Uhr und rund um den Globus." Dabei werde die Kommunikation, so Reisinger, zur Dienstleistung: "An die Stelle klassischer Telefonaufaufirmen treten Serviceanbieter."
Mercer prognostiziert grundlegende Veränderungen für den ITK-Markt. Die Internet-Telefonie werde tiefe Spuren in den Bilanzen der Festnetzanbieter hinterlassen. Die drei grossen europäischen TK-Konzerne British Telecom, Deutsche Telekom und France Telecom erwarten Umsatzausfälle von jeweils 1,5 bis zwei Milliarden Euro im Jahr 2008 und sechs bis sieben Milliarden Euro im Jahr 2010. Der Umsatzrückgang entsteht vor allem durch wesentlich geringere Gesprächsgebühren. Die Telekom-Konzerne sind gegenüber dieser Entwicklung so gut wie machtlos. "Die Telefongesellschaften können die IP-Telefonie nur verzögern, aber nicht aufhalten", sagt Klaus von den Hoff. "Unsere Modellrechnungen zeigen, dass jede Gegenmassnahme auf breiter Front mehr Umsätze kannibalisieren, als Kunden von einer Abwanderung abhalten würde."
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Datum: 15.07.2004 - 11:05 Uhr
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