Capgemini-Umfrage: Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert von Wiedervereinigung
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Geteilter Meinung sind die Unternehmer in den neuen und alten Bundesländern, wenn es um die derzeit heiss diskutierte Frage der Subventionen für die Ost-Wirtschaft geht. Die Unternehmer der ostdeutschen Bundesländer sind unisono der Meinung, dass noch viel Wirtschaftsförderung für den Osten notwendig ist. Einziges altes Bundesland, in dem mehr als 50 Prozent der Unternehmer der Meinung sind, dass noch viel Ost-Unterstützung fliessen muss, ist Bremen mit 57 Prozent. Im Bundesdurchschnitt neigen 49 Prozent zu dieser Ansicht. Auf Verbandsseite sieht man das kritischer. Der Aufbau Ost könne nach Ansicht von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de nur gelingen, wenn ganz Deutschland wieder auf Wachstumskurs gehe. "Deshalb müssen die Unternehmen bei Steuern und Abgaben entlastet werden, einer zusätzlichen Förderung bedarf es gar nicht. Entscheidend ist jetzt, dass die Milliarden-Fördergelder von Bund, Ländern und EU nicht wie bisher nebeneinander eingesetzt werden. Für die rund 100 Milliarden Euro, die von 2005 bis 2019 im Rahmen des Solidarpaktes II fliessen, ist ja nicht einmal eine einheitliche Erfolgskontrolle vorgesehen", kritisiert Ohoven. Einhellig schlechte Noten bekommt die Politik für ihre Rolle bei der Wiedervereinigung. Dreiviertel aller deutschen Unternehmer finden, dass die Politik diese Arbeit schlecht bewältigt hat, nur 9 Prozent sieht das Werk positiv.
Bei der Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands in den nächsten sechs Monaten ist erneut ein Aufwind zu verzeichnen, obwohl die Gesamtsicht noch immer leicht pessimistisch bleibt. 28 Prozent sehen hier eine Besserung im nächsten halben Jahr. In der Frühjahrsumfrage waren dies nur 26 Prozent. Immer noch 32 Prozent (Frühjahr 2004: 33 Prozent) sehen Deutschland im nächsten halben Jahr ins Minus rutschen. Die Bereitschaft neues Personal einzustellen ist fast gleichbleibend zur Frühjahrsumfrage sehr gering geblieben. 38 Prozent sehen Personalabbau in ihrem Unternehmen voraus, und nur 16 Prozent Neueinstellungen. Dazu passt, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt jetzt noch wesentlich schlechter beurteilt wird als noch vor einem halben Jahr. 64 (51) Prozent meinen, dass die Arbeitslosenzahl steigen wird, nur 7 (14) Prozent glauben, dass sie bald sinkt.
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Datum: 21.09.2004 - 11:15 Uhr
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