In den Vereinigten Staaten ist der kabellose Zugang zum Internet verbreiteter als in Deutschland
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Die Münchner Tageszeitung bringt noch weitere Beispiele: Im Stadtzentrum von Bristol könnten passionierte Surfer schon jetzt kostenfrei online gehen. Im Londoner Stadtteil Islington habe der Stadtrat seit April Anwohnern und Durchreisenden einen Internetzugang spendiert. In den Niederlanden baute Leiden ein die Stadt umspannendes Gratisnetz auf. Anders in Deutschland: Hierzulande fänden sich engagierte Privatinitiativen, öffentliche Prestigeprojekte fehlten jedoch. Doch auch im Bundesstaat Philadelphia versuchten die Unternehmen, ihren Einfluss auf die Abgeordneten auszunutzen. Das Landesparlament entschied, dass in Zukunft die Telefonfirmen das Vorrecht bekommen, in Gemeinden Breitbandnetze aufzubauen. Nur wenn sie verzichten - so die Tageszeitung aus München - kommen die Städte selbst zum Zug. Da die Bürger in Philadelphia auf die Barrikaden gingen, erliessen die Parlamentarier eine grosszügige Ausnahmegenehmigung für die Hauptstadt.
Die Stadt will das WLAN-Netz weder aufbauen noch betreiben. Eine öffentliche Ausschreibung bietet den Unternehmen die Möglichkeit, sich hierfür zu bewerben. Eines der interessierten Firmen sei die Telefongesellschaft Verizon http://www.verizon.com , der grösste Anbieter an der Ostküste und bislang einer der erbittersten Gegner eines kommunalen Internetzugangs. In Deutschland wollen sich die Surfer nicht auf Initiativen der Stadtverwaltungen verlassen, sondern bauen so genannte Freifunknetze auf, zum Beispiel in Berlin. "Ein solches Breitbandnetz installiert seit 2002 zum Beispiel die Initiative Wavelab-Berlin im Osten der Hauptstadt. Es umfasst Stadtteile wie Friedrichshain, die nicht über ausreichend DSL-Anschlüsse verfügen. Drahtlose Netzanbindungen bilden dort die Knoten eines regionalen Funknetzes. Kostenbeitrag: eine erwartete Spende von zehn Euro", schreibt die Süddeutsche.
Omar Khorshed, Vorstandsvorsitzender des Düsseldorfer Abrechnungsspezialisten acoreus AG http://www.acoreus.de , ist der Meinung, dass Public WLAN auch den Telekommunikationsmarkt in Deutschland komplett verändern wird. Während in dem SZ-Beitrag WLAN vor allem als "sozialer Kitt" dargestellt wird, der dem Aufbau eines Community-Netzes in dünn besiedelten und vom Internet noch unterversorgten Landstrichen und Grossstadtvierteln diene, betont Khorshed den Nutzen der Technologie für den transparenten, schnellen und mobilen Internetzugang. Beispiel WLAN Hotspots: "Wie viele einzelne Betreiber von Public WLAN Hotspots es dabei gibt, spielt keine Rolle. Die Kosten für die Betreiber sind gering, sie partizipieren an den WLAN-Umsätzen und steigern gleichzeitig die Attraktivität ihres Standortes. Von allen mobilen Datenübertragungsverfahren ist der WLAN der erste Service, der tatsächlich schnell die kritische Masse im Markt erreichen und sich als Standard durchsetzen wird", analysiert Khorshed. Allerdings blockiere hierzulande immer noch die Telekom den sich entwickelnden WLAN-Markt und nutze ihre Vorherrschaft bei DSL, um den WLAN-Markt allein zu besetzen. "Der Internetzugang sollte generell möglichst einfach, billig und am besten unabhängig von den grossen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung stehen", fordert der Vorstand von acoreus. WLAN Hotspots in Unternehmen oder Städten böten zudem eine günstigere Alternative zum klassischen Mobilfunknetz und erreichten oft eine höhere Datenübertragungsrate. Mit WLAN-Handys lasse sich beispielsweise Voice over IP auch mobil zum Bruchteil der Kosten eines normalen Telefonats abwickeln, mit dem Vorteil für den Kunden, überall unter ein und derselben Telefonnummer erreichbar zu sein, sagt Khorshed.
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