Bahn will über 100.000 neue Stammkunden mit Essen und Freikarten ködern
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Hat man 750 Punkte beisammen, gibt es die ersten Prämien wie Essen-Gutscheine für das Zugrestaurant. Die ersten Freifahrten für eine einfache Strecke sind ab 1500 Punkten fällig - nach einer Modellrechnung der Bahn also beispielsweise nach zehn Hin- und Rückfahrten zwischen Köln und Berlin. Für die "Top- Prämie", eine kostenlose Tagesnetzkarte für das gesamte innerdeutsche Streckennetz, werden 2500 Punkte fällig. Mit dem neuen Programm wolle die Bahn die Stammkunden enger an das Unternehmen binden. "Wir rechnen damit, dass wir damit bis 2007 rund 122.000 zusätzliche Bahncards verkaufen", zitiert das Handelsblatt den zuständigen Projektleiter Marc Fleischhauer. Erwartet werde, dass bereits im ersten Jahr rund zwei Millionen Bahncard-Besitzer beim Punktesammeln mitmachen. Zum Vergleich: Beim Lufthansa-Programm "Miles&More" sind derzeit rund 4,5 Millionen Fluggäste registriert.
"Kundenbindungsprogramme sind in. Die meisten Unternehmen greifen zu diesem Mittel. Die Ansprache der Kunden ist vielfältig: Mal wird mit Kundenmagazinen und Bonusprogrammen geworben, mal mit Kundenclubs und Rabattmarken", sagt Michael Sander, Geschäftsführer des Lindauer Beratungshauses TCP Terra Consulting Partners GmbH http://www.terraconsult.de. Sander beurteilt viele Kundenbindungsprogramme jedoch skeptisch: "Wahrscheinlich könnte die Bahn mehr Kunden dadurch gewinnen, dass sie ihren Preisdschungel lichtet. Die Kunden fühlen sich von der Vielfalt der Angebote, die selbst Bahnmitarbeiter nicht mehr durchschauen, verwirrt und haben Mühe, die für sie beste Lösung zu ermitteln. Ein klareres und einfacheres Preissystem, das jeder versteht, könnte die Beratungszeit an den Schaltern verringern und die Zufriedenheit der Kunden deutlich erhöhen. Es ist zweifelhaft, ob mit dem neuen Programm über 100.000 neue Stammkunden gewonnen werden können, da sich das Angebot ja auch nur an Bahncard-Besitzer richtet, die sich extra im Internet registrieren lassen müssen, um an ‚bahn.bonus’ zu partizipieren." Kundenbindung sei gerade kein Programm, bei dem etwas verschenkt werden sollte, wenn ein Kunde zehnmal treu den gleichen Flugveranstalter gebucht hat oder bei der Bahn fleissig Punkte sammelt, so der Berater. Es gebe jedoch Beispiele für das Bemühen um echte Kundenbindung und damit Nutzenstiftung. Wenn amazon http://www.amazon.de aus dem Kaufverhalten bei bestimmten Büchern eine Vorschlagsliste für neue Literatur versendet, so helfe amazon dem Leser, sich im Dschungel des völlig unübersichtlich gewordenen Bücherangebots zurechtzufinden
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Datum: 19.08.2005 - 12:31 Uhr
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