Von Moses bis Kant - Wie sich "Klassiker" für modernes Management fruchtbar machen lassen
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Die Führung von Gruppen oder Einheiten sei so alt wie die Menschheitsgeschichte, so Glogowski. Sein biblisches Beispiel für eine Unternehmensgeschichte handelt vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten unter Moses’ Führung in das gelobte Land Kanaan. Moses habe seinem "Unternehmen" über vierzig Jahre vorgestanden und es durch Höhen und Tiefen geleitet. Die Probleme, mit denen er auf diesem Gang durch die Wüste konfrontiert wurde, klingen höchst aktuell: "Die Belegschaft war störrisch, reformunwillig, oft am Ende ihrer Kraft und wurde nur durch eine Mischung aus Einschüchterung und Verheissungen dahin gebracht, weiterzumachen. Der Vorstandsvorsitzende wurde in Notlagen von den Betriebsangehörigen angefeindet und mit Steinigung bedroht."
In der biblischen Erzählung liegt ein Trost für die heutigen älteren Menschen, die ja nach der kolportierten Auffassung des 52-jährigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger schon ab 40 nicht mehr voll leistungsfähig sind. Moses wurde nämlich als alter Mann von 80 Jahren zum Anführer der Israeliten berufen. Zwar seien die biblischen Zeitangaben nicht immer wörtlich zu nehmen, so Glogowski, doch dürfe durchaus gefolgert werden, dass der Israeliten-Anführer bei Amtsantritt nicht mehr der Jüngste war. "Die Achtung, die dem hohen Alter und der Lebenserfahrung erwiesen wurde, prädestinierten in jenen Zeiten Greise für die obersten Ämter. Moses war kein Einzelfall. Als Stellvertreter stand ihm sein um drei Jahre älterer Bruder Aaron zu Seite. Niemand verlangte von den Senioren, gefälligst ihren Platz zu räumen", so der Autor.
Moses erwies sich aber insbesondere als ein Meister im Delegieren. Um zu verhindern, dass Moses die Organisationsprobleme über den Kopf wachsen, suchte er sich fähige Helfer und dezentralisierte. Was wichtig war, entschied Moses selbst. Minder wichtige Angelegenheiten überliess er seinen Beauftragten. Die entsprechende Fundstelle findet sich in Exodus 18, 21-23: "Du aber sieh Dich im ganzen Volk nach tüchtigen, gottesfürchtigen und zuverlässigen Männern um, die Bestechung ablehnen. Gib dem Volk Vorsteher für je tausend, hundert, fünfzig und zehn! Alle wichtigen Fälle sollen sie vor Dich bringen, die leichteren sollen sie selber entscheiden. Entlaste Dich, und lass auch andere Verantwortung tragen! Wenn Du das tust, bleibst Du der Aufgabe gewachsen, und die Leute hier können alle zufrieden heimgehen."
Glogowskis Resümee: "Moses wandte Führungsmethoden an, die zeitlos sind und daher in jedes Managementkonzept passen." Ein weiteres Beispiel für seine Kunst, scheinbar unversöhnliche Gegensätze zu vereinen, liefert Glogowski in der Winterausgabe der Zeitschrift NeueNachricht http://www.ne-na.de, die Ende 2005 erscheint. In seinem Beitrag "Kant lobt charakterfeste Unternehmer" macht der Autor den Leser mit dem lebensnahen Kant bereit, der sich als Unternehmer bewährte und für den technischen Fortschritt einsetzte. Ausserdem habe er namhafte Beiträge zur Wirtschaftsethik geliefert. "Kant war alles andere als ein Träumer. Am gesellschaftlichen Leben nahm er regen Anteil und pflegte engen Umgang mit Freunden aus der Geschäftswelt Königsbergs. Kant stellte zwar keinen Katalog von Managementpflichten zusammen. Dennoch lassen sich aus seinen Schriften für die Unternehmensführung einige Grundsätze ableiten", so der FAZ-Autor.
Der komplette Beitrag von Glogowski erscheint in der Winterausgabe des Magazins NeueNachricht.
Schwerpunktthema: Google und Co.: Die Kommunikationsrevolte?
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