Der Kunde als statistische Grösse - Gute Marktforscher sind keine Zahlenfetischisten
ID: 20006
Die qualitative Marktforschung geht neue Wege. Sie will möglichst auf Tuchfühlung gehen und beschattet und beobachtet zum Beispiel den Esser von Frühstücksriegeln im morgendlichen Berufsverkehr. Anders als klassische Marktforscher, die sich auf Statistiken, Verkaufszahlen und Daten aus Vertrieb und Marketing stürzen, kümmern sich die Agenturen, die qualitative Marktforschung betreiben, intensiv um kleine Gruppen mit ausgewählten Testpersonen. Experten bemängeln, dass die traditionelle Art der Marktforschung keine belastbaren Erkenntnisse zu Tage fördere. Wer gegen Bezahlung befragt werde, äussere sich oft nicht korrekt oder wahrheitsgemäss. Die Antworten seien keine bewussten Lügen, aber kleine Schummeleien oder Ausreden, so McK-Wissen.
Deutlich aufwändiger, aber viel ergiebiger sei es, Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu beobachten. "Wer den Kunden in den Mittelpunkt stellt, muss ganz nah an dessen Wünschen und Bedürfnissen sein. Das kann quantitative Marktforschung - also die Auswertung von Umfragen oder Verkaufsstatistiken - allein einfach nicht leisten", sagt Ingo Hamm, Marktforschungsexperte bei McKinsey & Company. Zustimmung kommt auch vom After Sales-Spezialisten Michael Müller, Geschäftsführer der a & o-Gruppe http://www.ao-services.de: "Wenn Marktforschung sich darauf beschränkt, Zahlen hin und her zu schieben, dann leistet sie keinen Beitrag dazu, den Kunden besser zu verstehen. Wer mit unüberschaubaren Daten- und Faktenmengen jongliert, kann leicht den Wald vor lauter Bäumen aus dem Auge verlieren. Auch im Internet oder im Fernsehen kann sich eine intelligente Marktforschung einen Überblick darüber verschaffen, was und wie Kunden täglich konsumieren. Man sollte Neuem immer aufgeschlossen gegenübertreten und schauen, ob sich die qualitative Marktforschung bewährt. Allerdings herrscht in vielen deutschen Unternehmen immer noch eine übertriebene Ehrfurcht vor Zahlen, der manchmal den Blick für die grossen Zusammenhänge verstellt."
Auch Donald Norman, ehemaliger Vice President der Advanced Technology Group bei Apple Computer http://www.apple.com, hält wenig von quantitativer Marktforschung. Er lehnt schon die Bezeichnung Anwender und Verbraucher als untauglich ab und redet lieber vom Menschen. "Wenn ich die Bevölkerung nach Alter, Geschlecht, Einkommen oder Standort in demographische Scheibchen schneide, verliere ich das Verhalten und die Motivation des Einzelnen aus den Augen", so Norman. Nur mit der Erkundung des Individuums lasse sich letztlich die Masse bedienen.
In Deutschland dringt diese Weisheit noch nicht vor, so die Kundenzeitschrift von McKinsey. Die meisten Unternehmen täten sich mit den Methoden der qualitativen Marktforschung nach wie vor schwer: "Wenn Ingenieure und Betriebswirte mit Psychologen und Anthropologen zusammenkommen, prallen Welten aufeinander. Der Respekt für das Wissen und das Fachgebiet des anderen ist begrenzt." Dafür herrsche in deutschen Unternehmen umso mehr Respekt vor messbaren Daten. Am experimentierfreudigsten erscheinen die Menschen in Fernost, während sich die Amerikaner irgendwo in der Mitte platzieren und einen pragmatischen Zugang zur qualitativen Marktforschung finden. Welche Methode man auch wählt, eins bleibt klar: Nur wer den Kunden erkundet, sichert bestehende und erschliesst neue Märkte.
Onlinemagazin NeueNachricht http://www.ne-na.de/
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 02.05.2006 - 15:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 20006
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gunnar Sohn
Kategorie:
Dienstleistung
Meldungsart: Unternehmensinformationen
Versandart: bitte
Freigabedatum: 02.05.06
Diese Pressemitteilung wurde bisher 788 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Der Kunde als statistische Grösse - Gute Marktforscher sind keine Zahlenfetischisten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Beruhigt Wohnen ...
Deinwohnen.at - Wohnportal über Wohnen Bauen Immobilien Küche Interieur Beruhigt Wohnen Quelle: www.deinwohnen.at Ob Eigenheim oder Mietwohnung - Einbrecher und Diebe nehmen darauf keine Rücksicht und für Betroffene ist ein Einbruch gleichermassen ein grosses Ärgernis. Mit dem Schut
WOHNUNG UNTER DEM DACH ...
WOHNUNG UNTER DEM DACH Quelle: www.deinwohnen.at Lange ist es her, dass der Dachboden mit abgelegten, verstaubten Sachen voll gelagert wurde. Mit der Zeit wurden die Mengen immer grösser und der Raum verwandelte sich langsam in eine Deponie von Sachen, die man längst vergessen hatte. Irgend
Stromtarife vergleichen und Stromanbieter wechseln ...
Stromtarife vergleichen und Stromanbieter wechseln 28.4.2006 Quelle: www.deinwohnen.at Jeder kann den Stromanlieferanten wählen, der für ihn am günstigsten ist. Dabei sind Ersparnisse von bis zu 30 Prozent möglich. Wer weniger zahlen will, sieht sich jedoch einem schier undurchdringlichen Dick
Ein Mann für alle Fälle - Privatanlegern sind Kerners Aktientipps nicht wurscht ...
Bonn/Düsseldorf - Dem Dauerlächler Johannes B. Kerner, den manche als smart, andere als seicht empfinden, kann man nicht entgehen. Seine Bildschirmpräsenz ist extrem hoch. Mal mimt er den Sportexperten, dann plaudert er in seiner Talkshow über Intimes oder Handwerker, guckt in Kochtöpfe oder pr




