Sprachcomputer als Stimmungskanone? Möglichkeiten und Grenzen der Maschine-Mensch-Kommunikation
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Der Mensch soll sich im Gespräch mit den Maschinen wohler fühlen und zum Beispiel Hinweise aus dem Automaten ernster nehmen oder weniger Hemmung spüren, wenn ihm eine Computerstimme etwas verkauft. "Um die entsprechenden Regeln und Modelle zu entwickeln, arbeiten Sprachwissenschaftler interdisziplinär mit Technikern und Neurobiologen zusammen. Ihr Spezialgebiet heisst ‚Prosodie’, ein Teilgebiet der Linguistik, das sich mit sprachlichen Eigenschaften wie Intonation, Akzent, Lautdauer und Sprechpausen befasst", schreibt die FTD. Stand der Technik sei derzeit die so genannte konkatenative Sprachsynthese: "Ein Profisprecher liefert die Ausgangsstimme, Wörter und Satzteile werden aufgezeichnet. Die Synthese-Software wählt dann die Bausteine nach Bedarf aus und spielt sie nacheinander ab", führt die FTD weiter aus.
Die Entwicklung von synthetischen Stimmen, die frei in menschenähnlicher Anmutung Sprachausgaben liefern, wird nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business http://www.voiceday.de, den Markt für Sprachautomatisierung weiter vorantreiben. "Derzeit sind noch aufwendige Aufnahmen in Tonstudios notwendig um in ansprechender Qualität einen Dialog zu führen. Soll der Sprachautomat zukünftiger noch flexiblerer auf das Anliegen der Anrufer reagieren können, dann nützen auch die schablonenhaft aufgenommen Texte nichts mehr. Insofern liegen in diesem Bereich Innovations- und Kostensenkungspotenziale gleichermassen", sagt der Düsseldorfer Unternehmensberater Steimel.
Unbeholfenheit in künstlich erzeugten Sätzen nehmen Menschen inzwischen in Kauf - und sei es notgedrungen, weil man die Information über eine Zugverbindung eben nur vom Computer erhält. "Dass Sprachcomputer zukünftig die Emotionen des Anrufers anhand der Stimme erkennen können, ist aber eine interessante Perspektive, sofern dann auch adäquate Gesprächsstrategien eingeschlagen werden, die die Stimmung erfolgreich beeinflussen", weiss Steimel. Ein Ergebnis aus psychologischen Tests zur Akzeptanz von Sprachcomputern bleibe sicherlich auch in Zukunft eine Konstante: "Die Maschine hat nur eine Chance, wenn Sie sich als solche auch dem Anrufer klar zu erkennen gibt. Pseudo-realistische Sprachanwendungen dürfen mit keinem Mit-Gefühl rechnen", so das Fazit von Steimel.
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Datum: 23.05.2006 - 11:27 Uhr
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