Behebung des Ingenieursmangels braucht langen Atem
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Von Ansgar Lange
Bonn/Berlin – Der Ingenieursmangel kommt die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen. In Deutschland können derzeit 22.000 Ingenieursstellen nicht besetzt werden, schreibt die Nachrichtenagentur pressetext http://www.pressetext.com mit Berufung auf den Verband Deutscher Ingenieure (VDI) http://www.vdi.de. „Jede nicht besetzte Ingenieursstelle zieht 2,3 nicht realisierte Arbeitsplätze in Forschung und Handel nach sich“, betonte VDI-Präsident Eike Lehmann. Insgesamt koste der Mangel an Ingenieuren 70.000 Stellen und deren Wertschöpfung. Laut Lehmann summiert sich allein die aufgrund der entgangenen Einkommen verlorene Wertschöpfung auf 3,7 Milliarden Euro.
Der VDI empfiehlt daher, die Krise mit der verstärkten Integration von Frauen und älteren arbeitslosen Ingenieuren kurzfristig zu überwinden. Mit zehn Prozent ist der Anteil der Frauen untern den Ingenieuren äußerst gering. Mittelfristig setzt der VDI auch auf eine verstärkte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Das Zuwanderungsgesetz müsse daher „bedarfsgerecht“ angepasst werden. Die heute geltende Einkommensgrenze von 84.000 Euro sei kontraproduktiv. Am stärksten nachgefragt würden Ingenieure in den Branchen Maschinenbau, Elektroindustrie und bei Bau und Architektur. Auch der IT-Sektor ächze zurzeit unter einem anhaltenden Mangel an Fachkräften. Die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik ist seit 2000 um ein Viertel auf 28.000 eingebrochen.
„Kurzfristige Maßnahmen ohne langen Atem bringen gar nichts“, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. „Der Branchenverband Bitkom beklagt einen Mangel an IT-Fachkräften. Doch wir haben vor allem auch ein qualitatives, nicht nur ein quantitatives Problem Die Ausbildung der IT-Fachkräfte in Deutschland ist leider teilweise auf Schmalspur zurückgegangen. Und diejenigen, die das nötige Spezialistenwissen mitbringen, haben Defizite bei den immer wichtiger werdenden Softskills.“ Beim ebenfalls konstatierten Ingenieursmangel sei die Wirtschaft aber nicht ganz unschuldig, so Nadolski: „Wer jetzt eine Behinderung der eigenen Geschäftstätigkeit beklagt, sollte sich daran erinnern, dass bei Konzernen massiv Ingenieure freigesetzt wurden. Insofern ist der jetzige Mangel auch ein Resultat der damaligen Sparwut. Das bloße Drehen an der Kostenschraube war kontraproduktiv. Natürlich kommen noch einige andere Faktoren wie Defizite in der schulischen Ausbildung hinzu.“ Im Handelsblatt http://www.handelsblatt.de bringt Roland Tichy die Problematik auf den Punkt: „Diese Aktion Rotstift zeitigt doppelte Wirkung: Jetzt fehlen diese Fachkräfte – und die Jugendlichen haben daraus den Schluss gezogen, dass ein Ingenieursstudium sich nicht lohnt.“
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Datum: 08.12.2006 - 13:39 Uhr
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