Staatliche Lotterien beklagen Umsatzminus - Politik in Deutschland belastet das Wettgeschäft
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Mainz/Düsseldorf - Der Verzicht auf Werbung und Sportsponsoring hat der rheinland-pfälzischen Lottogesellschaft nach einem Bericht des SWR-Fernsehens im vergangenen Jahr Umsatzeinbußen beschert. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Sportwetten. Das Gericht hatte im vergangenen Jahr Maßnahmen zur Spielsuchtprävention gefordert. Daraufhin habe Lotto Rheinland-Pfalz auf Werbung und Sportsponsoring weitgehend verzichtet und somit Kunden an Mitbewerber verloren, sagte Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler. Dies habe bei den Sportwetten zu erheblichen Einbußen geführt: Mehr als 19 Prozent Minus bei ODDSET und 24 Prozent beim Fußball-Toto. Insgesamt betrug der Umsatzrückgang nach Angaben Schösslers gegenüber dem Jahr zuvor 4,9 Prozent von 501 Millionen Euro auf 461,4 Millionen Euro. Branchenexperten halten das Ergebnis für wenig überraschend.
Die Staatsmonopolstrategie der Politik wirke sich für die gesamte Wettbranche negativ aus: „Das juristische Gezerre beim Thema Sportwetten belastet die staatlichen Lotteriegesellschaften und auch die privaten Anbieter. Man hätte der Option des Verfassungsgerichtes folgen und generell eine geordnete Liberalisierung des Wettmarktes beschließen sollen“, kommentiert Helmut Sürtenich, Vorstandschef der Düsseldorfer Stratega-Ost AG, die Entwicklung. „Wir lassen uns von den Staatsmonopolisten und Gegnern der Dienstleistungsfreiheit nicht länger in die Suppe spucken und das Geschäft vermiesen“, so Sürtenich.
Wenn man in Deutschland das lukrative Geschäft mit Sportwetten torpedieren und auf Steuereinnahmen und neue Arbeitsplätze verzichten wolle, so sei das ein Problem der deutschen Justiz und Politik. „Dieses Wirrwarr hindert die Privaten aber nicht daran, in den östlichen Ländern aktiv zu werden. In Russland, Weißrussland oder der Ukraine legt man uns keine Steine in den Weg. Ich habe den Eindruck, dass dort die Lektion von Marktwirtschaft und Liberalismus mittlerweile besser verstanden worden ist als im Mutterland der sozialen Marktwirtschaft. Wenn in Deutschland nicht genügend Umsatz gemacht werden kann, dann werden einige private Anbieter eben in Osteuropa und anderen Ländern tätig. Dort betrachten die Menschen Wetten als legitimes Freizeitvergnügen. Und über die Einnahmen und die Jobs, die in den Wettlokalen geschaffen werden, freut mach sich auch“, resümiert Sürtenich.
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Datum: 22.01.2007 - 13:23 Uhr
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