Deutschland bietet wissenschaftlichem Nachwuchs keine Perspektive

Deutschland bietet wissenschaftlichem Nachwuchs keine Perspektive

ID: 45001

Uni-Absolventen haben in der Wirtschaft bessere Chancen



(firmenpresse) - Bonn/Köln – Nicht nur Konzerne wie Siemens http://www.siemens.de oder Robert Bosch http://www.bosch.de gehen wieder zunehmend auf Mitarbeitersuche. Fast die Hälfte der deutsche Firmen will 2008 mehr Nachwuchskräfte rekrutieren als im Vorjahr. Allein die Top 50-Entscheider wollen 25.000 Stellen für junge Akademiker einrichten. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die der Recruiting-Dienstleister Hobsons http://www.hobsons.de für das Junge Karriere http://www.karriere.de gemacht hat. Bei Siemens boomt momentan die Kraftwerkssparte, dahinter folgen die Stromübertragung und der Healthcare-Bereich. Der Münchner Konzern plant, etwa 3.000 junge Akademiker, davon 2.400 Ingenieure, unter Vertrag zu nehmen. Neben Ingenieuren sind auch bei den anderen Unternehmen IT-Fachleute und Naturwissenschaftler heiß begehrt.

„Während sich die Chancen in der Wirtschaft für Uni-Absolventen mit überdurchschnittlich guten Fähigkeiten wieder deutlich verbessert haben, sieht es in anderen Bereichen nicht so rosig aus. Von einer universitären Karriere kann man einem jungen Forscher in Deutschland eigentlich nur abraten. Wer nur auf diese Karte setzt, muss damit rechnen, bis über sein 40. Lebensjahr hinaus in einer äußerst ungewissen Lage zu sein. Auch die finanziellen Verhältnisse eines Privatdozenten, der auf eine Laufbahn als Hochschullehrer hofft, sind oft prekär. Und wenn es dann doch nicht geklappt hat mit der Uni-Karriere, haben viele Bewerber mit Ende 30 oder Anfang 40 keine großen Chancen auf dem Arbeitsmarkt mehr. Wer nicht in die Wirtschaft will, sollte daher eine solche Laufbahn besser in Großbritannien oder den USA in Angriff nehmen“, so die Einschätzung des Arbeitsmarkt- und Personalexperten Marc Emde, Geschäftsführer des Kölner Personaldienstleisters KCP Executives http://www.kcp-executives.de.

Ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung (SZ) http://www.sueddeutsche.de über das „Leben in der Warteschleife“ bestätigt diese Sicht der Dinge. Die deutschen Hochschulen, so der Artikel, bieten dem Nachwuchs keine verlässliche Karriereperspektive. Nach einem neuen Bericht für das Bundesbildungsministerium gibt es im Ausland oft günstigere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs als in Deutschland. So biete Deutschland Promovierten im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich und den USA die geringsten Aussichten, eine unbefristete Stelle als selbständiger Forscher zu bekommen. Nur ein Fünftel der Hochschullehrer erhalte Dauerstellen. In Großbritannien seien es zwei Drittel, in Frankreich drei Viertel und in den USA mehr als die Hälfte. „Unsere Zukunfts- und Hoffnungsträger werden in den Hochschulen wie Bittsteller behandelt“, sagt denn auch Bernhard Kempen, Präsident des Hochschulverbandes http://www.hochschulverband.de.


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