KI-Forscher Wahlster: „Web 3.0 ist eine Antwortmaschine"
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Zugriff auf das vernetzte Weltwissen soll verbessert werden
Mit dem Web 3.0 verwandeln sich die Suchmaschinen dagegen in Antwortmaschinen, so Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Schirmherr der Voice Days http://www.voicedays.de in Wiesbaden. Das Web-2.0-Dilemma will Wahlster ausräumen, indem so genannte Ontologien (Begriffssysteme) in die Web-3.0-Seiten eingebunden werden. „Lädt ein Anwender dann Fotos seines Golf-Kurses in Flickr, wird ihm eine Dialogbox angezeigt - mit der Frage: ‚Welchen Golf meinen Sie?', und Antworten zum Anklicken, etwa ‚Sportart', ‚Auto', ‚Urlaub'. So werden die Objekte einer Webseite mit Informationen zu den Inhalten angereichert“, berichtet silicon.de.
Beim Web 3.0 könnten nach Erkenntnissen von Wahlster viele semantische Anwendungen kombiniert werden, um eine komplexe Frage zu beantworten oder einen Service anzubieten. So könne ein Autofahrer unterwegs den Bord-Computer mit Internetzugang fragen: „Wo gibt es das günstigste Benzin?" Im Hintergrund arbeiten dann GPS und eine Software für die semantische Informationsverarbeitung zusammen, um die Websites der Tankstellen in der Umgebung abzufragen, den besten Preis zu ermitteln und den Weg zur Tankstelle anzuzeigen. Eine andere Web-3.0-Lösung: Ein Handy-Nutzer sieht auf der Straße ein Kino-Plakat. Er fotografiert das Plakat und fragt die Web-3.0-Anwendung: „Wo und wann kommt der Film?" Die Antwort werde in Sekundenschnelle geliefert und der Weg zum nächstgelegenen Kino angezeigt.
Viele Informationen würden bereits strukturiert vorliegen, wie Fahrplaninformationen, Telefonnummern, Sportergebnisse, bewertete Restaurants und sonstige Adressen. „Was fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs', über das sich jeder personalisiert seine gewünschten Angebote zusammenstellen und über Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann“, so Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de im Gespräch mit NeueNachricht.
Dialogsysteme seien nach seiner Auffassung am besten geeignet, den Zugriff auf das vernetzte Weltwissen zu verbessern: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären sofort ‚er-googlen' würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und der Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus", so Pape.
Das Web 3.0 eröffne auch nach Ansicht von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel, Sprecher Voice Days, eine Vielzahl neuer Anwendungen: „Für Call Center, für die Gemeinde der ‚Wissensarbeiter’ und natürlich für Endverbraucher, die sich auch ohne Computer ungehinderten Zugang zu den Informationen des Internets wünschen“, resümiert Steimel.
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Datum: 10.06.2008 - 15:01 Uhr
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