Können Investoren mit Rückenwind rechnen?
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Können Investoren mit Rückenwind rechnen?
- Fed-Chef Ben Bernanke hält ein Ende der Rezession gegen Jahresende für möglich. Vor allem die Banken seien der Schlüssel für eine Markterholung, so Bernanke. Banktitel stützten mit ihrer jüngsten Kursrallye die Aktienmärkte.
- Die Fed überrascht nicht nur durch die Höhe der "Liquiditätsspritze", sondern auch durch ihren Plan, Staatsanleihen in großem Umfang aufzukaufen.
- US-Finanzminister Timothy Geithner legte die seit langem erwarteten Details zur Reform des Finanzsystems vor. Dabei geht es um die Stabilisierung der Banken, indem die US-Regierung die faulen Kredite aus den Bilanzen der US-Banken ausgliedert, um dann den Kreditfluss in den USA wiederherzustellen.
Schwache Realwirtschaft
In der Folge gingen die vorwiegend schwachen realökonomischen Indikatoren am Markt eher unter: Die Kapazitätsauslastung fiel in den USA auf den niedrigsten Stand seit Dezember 1982. Hinzu kommt ein nach wie vor schwacher US-Immobilien- und Arbeitsmarkt. Allerdings wiesen die Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter in den USA zuletzt den stärksten Zuwachs seit 2004 aus. Auch die Erwartungskomponenten des ZEW-Indikators sowie des ifo-Index bzw. einiger US-Frühindikatoren signalisierten erste Anzeichen einer Stabilisierung der konjunkturellen Entwicklung.
"Gegenwind ist jedoch nicht ausgeschlossen," meint Kapitalmarktexperte Stefan Scheurer, denn die Aufräumarbeiten im Bankensektor müssen weiter im Auge behalten werden. Die Realdaten sind vorwiegend noch schwach, sodass konjunkturabhängige Branchen unter einer schwachen Auftragslage leiden könnten. Außerdem steht die Berichtssaison zum ersten Quartal 2009 bevor. Ausblicke seitens der Unternehmen fehlen und die ersten Monate des neuen Jahres waren wachstumsschwach. Infolgedessen dürfte es zu weiteren Gewinnrevisionen kommen.
Rückenwind oder Gegenwind?
Scheurers Fazit: "Da die Stimmung der Marktteilnehmer bereits am Boden ist, können sie eigentlich nur noch positiv überrascht werden. Risikofreudige Investoren dürften sich deshalb auf Rückenwind einstellen." Für Anleger empfiehlt es sich, Aktien und Anleihen neutral zu gewichten. Selbst frühzyklische Branchen könnten langsam wieder in Betracht gezogen werden, wenngleich defensive Branchen wie Telekommunikation und Pharma weiterhin attraktiv blieben. Deren Momentum bei den Gewinnrevisionen sei im Branchenvergleich stabiler und die Bewertungen seien immer noch attraktiv.
Auf der Anleiheseite versprechen Staatsanleihen immer geringere Renditen, umso attraktiver werden nach Ansicht der Kapitalmarktexperten von Allianz Global Investors Unternehmensanleihen. Durch die endfällige Tilgung ist ihre Volatilität gegenüber Aktien eingeschränkt. Die Emissionen seit Beginn des Jahres wurden vom Markt sehr gut aufgenommen und bieten, historisch betrachtet, immer noch hohe Renditezuschläge. Dabei seien die Bonitätsrisiken im Auge zu behalten, was eine Fokussierung auf Unternehmen mit guter Kreditwürdigkeit und eine breite Streuung nahelegt.
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Datum: 03.04.2009 - 13:03 Uhr
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