Mehr als 200 Organisationen fordern zügiges Ende der Überfischung in Europa

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(ots) -

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Gemeinsame Pressemitteilung

Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) und ihre EU-Kollegen müssen für
den Wiederaufbau der europäischen Fischbestände bis 2020 sorgen

Mit einem offenen Brief haben sich am heutigen Mittwoch 217
Organisationen aus ganz Europa an die Fischereiminister der
Europäischen Union gewandt. Sie fordern ein zügiges Ende der
Überfischung und den Wiederaufbau der Bestände bis 2020. Die
Verhandlungen über die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP)
erreichen derzeit die letzte und entscheidende Phase. Im Juni 2013
sollen sie zum Abschluss kommen.

"Die EU hat die Pflicht, die Überfischung zu beenden. Unser
gemeinsamer Appell soll den Ministern klar machen, dass gesunde
Fischbestände in Europa über die ökologische Dimension hinaus auch
handfeste wirtschaftliche und soziale Vorteile nach sich ziehen
würden", erklärt die deutsche OCEAN2012-Koordinatorin Nina Wolff von
der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH). "Wir fordern Frau
Bundesministerin Aigner und ihre EU-Ministerkollegen eindringlich
auf, die Chance der GFP-Reform zu nutzen und den notwendigen
Wiederaufbau der Fischbestände auf ein nachhaltiges Niveau nicht
länger zu verzögern."

Am 6. Februar 2013 hatte das Europäische Parlament mit einer
Mehrheit von 502 gegen 137 Stimmen beschlossen, die Überfischung bis
2015 zu beenden. Mittelfristiges Ziel ist es, die europäischen
Fischbestände bis 2020 oberhalb des so genannten höchstmöglichen
Dauerertrags wiederherzustellen und so zu erhalten. Die 27
Fischereiminister des EU-Ministerrats haben diesen ambitionierten,
aber durchaus realistischen Plan bislang zurückgewiesen und sich


lediglich auf die Einführung nachhaltiger Fanggrenzen für alle
Bestände bis 2020 verständigt. Eine zeitliche Zielmarke für den
Wiederaufbau der Fischbestände zu nachhaltigen Größen fehlt bislang.

Im Rahmen ihrer Verhandlungen über die Ausgestaltung der
GFP-Reform haben EU-Rat und Parlament die Gelegenheit, die bereits 30
Jahre andauernde Misswirtschaft in der EU-Fischereipolitik zu
beenden: Gegenwärtig sind 47 Prozent der untersuchten Bestände im
Atlantischen Ozean überfischt, im Mittelmeer sind es 80 Prozent und
in der Ostsee fünf von sieben Fischbeständen. Für die Versorgung mit
wild gefangenem Seefisch und Meeresfrüchten sind die
EU-Mitgliedstaaten zu fast 50 Prozent auf Importe angewiesen. Mit der
Überfischung europäischer Fischbestände werden Schätzungen zufolge
jedes Jahr potenzielle Fangerträge im Wert von über drei Milliarden
Euro verschwendet, mit denen mehr als 100.000 zusätzliche
Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

"Wir fordern die EU-Fischereiminister eindringlich auf,
sicherzustellen, dass die Gemeinsame Fischereipolitik für ein
verantwortungsvolles Fischereimanagement sorgt", sagt Onno Groß von
der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE e. V. "Dabei geht es nicht nur
um ökologische Fragen, sondern auch um den Erhalt öffentlicher Güter
und die wirtschaftliche Zukunft unserer Küstenregionen."

Den offenen Brief der Organisationen an die Fischereiminister der
Europäischen Union finden Sie im Internet unter
http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=3076



Pressekontakt:
Dr. Nina Wolff, Projektleiterin Meeresschutz Deutsche Umwelthilfe
e.V. (DUH)und OCEAN2012 Koordinatorin Deutschland
Mobil: 0170 8127346, E-Mail: wolff@duh.de

Dr. Onno Groß, 1. Vorsitzender DEEPWAVE. e.V.
Mobil: 0179 598 69 69, E-Mail: info@deepwave.org

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik und Presse, Deutsche Umwelthilfe
e.V. (DUH),Tel. 030 2400867-0, Mobil: 0171 5660577,
E-Mail: rosenkranz@duh.de

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