Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Integration So ganz lässt sich die Herkunft nie verleugnen.
40 000 Fußballfans mit türkischen Wurzeln jubeln der türkischen
Nationalmannschaft in Berlin zu und pfeifen Mesut Özil aus. Deutsche
Einwanderer in Australien feuern vor dem Fernsehschirm gemeinsam die
deutsche Elf an. Beide Volksgruppen besitzen den Pass ihres neuen
Heimatlandes und bleiben im Herzen doch dem Land ihrer Väter treu.
Und doch gibt es Unterschiede: Vielen türkischen Zuwanderern fällt es ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur IWF-Konferenz/Streit um Wechselkurse China subventioniert seine Wirtschaft - direkt
und indem es die nationale Währung künstlich schwach hält. Das geht
schon seit Jahren so. Die USA protestieren regelmäßig - aber ohne
Erfolg. Länder wie Japan und Brasilien ziehen die Konsequenz und
drehen nun auch an der Währungsschraube. Nur Europa glaubt, den
Streit durch Abwarten und Zuschauen aussitzen zu können. Das wird
nicht funktionieren. Es gibt keinen Währungs-Krieg. Doch wer nichts
tut ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Horst Seehofer/CSU Getreu der Maxime von Franz-Josef Strauß, dass
es rechts von der CSU keine Partei von nennenswertem Einfluss geben
dürfe, hat sein Enkel gar nicht erst viel Zeit verstreichen lassen,
um auf Thilo Sarrazins umstrittene Thesen zu reagieren. Horst
Seehofer, bisher nicht gerade als Rechtsaußen bekannt, stellt sich
dem Koalitionsfrieden und der »Einheitsrede« des Präsidenten zum
Trotz der Flut einwanderungswilliger Türken und Araber entgegen: Wenn
das kein ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Islamunterricht an deutschen Schulen Gehört der Islam nun zu Deutschland oder nicht?
Bei vier Millionen Muslimen im Land kann man diese Frage wohl kaum
mit Nein beantworten. Ebenso bleibt aber festzuhalten, dass der Islam
nicht am Fundament unserer Gesellschaft mitgebaut hat. Neben dem
vielzitierten christlich-jüdischen Erbe war es vor allem die
Aufklärung mit Errungenschaften wie Rechtsstaat, Gewaltenteilung und
Menschenrechten. Darf man deshalb den Islam aus den Schulen
verbannen? In der hochemotionalen Deba ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Friedensnobelpreis Diese Ohrfeige hallt weltweit nach, sie kann
sogar Konsequenzen für Deutschland haben. Respekt vor dem
Nobelkomitee in Oslo, dass einem chinesischen Bürgerrechtler genau
den Preis zuerkannte, den er verdient. Liu Xiaobo ist der führende
Kopf einer nur kleinen Gruppe, deren Thesen das auf Knüppeln
gestützte Regime in Peking dennoch zittern lassen. Der Ruf nach
Freiheit, Entmachtung der kommunistischen Partei, Grundrechten für
das Milliarden-Heer an Arbeitsskla ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Stuttgart 21. Wie kann es passieren, dass der Bau eines
Regionalbahnhofs im beschaulichen Schwabenländle die ganze Republik
bewegt? Wie ist es möglich, dass Projektbefürworter wie -gegner,
Politiker wie Polizisten, Parteien wie Privatpersonen so sehr außer
Kontrolle geraten, dass man mittlerweile den Eindruck bekommen muss,
bei Stuttgart 21 gehe es um Leben oder Tod, um Krieg oder Frieden?
Stuttgart 21 hat eine Dimension erlangt, die uns, aber vor allem den
Politikern, Sorgen berei ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NRW-Schulpolitik Ob Junglehrer oder sturmerprobter Pauker alter
Schule: kein Lehrer kann anständig unterrichten, wenn es im
Klassenraum zu laut ist. Nicht anders verhält es sich mit der
Schulpolitik in NRW, in der das Grundrauschen gerade dramatisch
ansteigt. Die extreme Zurückhaltung der Gymnasien beim Angebot, das
vorgeblich so furchtbare Turbo-Abi abzuschütteln, ist nur ein
Beispiel. Rot-Grün wurde zu Oppositionszeiten nicht müde, von
Pleiten, Pech und Pannen zu berichten. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Heiner Geißler So kann man sich irren. Heiner Geißler, der alte
Haudegen der CDU, der sich im Alter für die Globalisierungskritiker
von Attac erwärmte, schien die ideale Besetzung zu sein. Doch nach
diesem Fehlstart können sich die Konfliktparteien rund um den
Stuttgarter Hauptbahnhof einen neuen Vermittler suchen. Der
gegenseitige Vertrauensverlust, den das gestrige Dementi verursachte,
ist nicht wiedergutzumachen.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Te ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Vergabe des Literatur-Nobelpreises Alle, die gestern vorsorglich das
Internet-Lexikon Wikipedia aufgerufen haben, um sich über den neuen
Literatur-Nobelpreisträger zu informieren, konnten den Computer um 13
Uhr wieder ausschalten. Mit dem Peruaner Mario Vargas Llosa wird 2010
ein Literat geehrt, dessen Lesegemeinde man nicht erst mit der Lupe
suchen muss. Vargas Llosa ist ein Großer. Und er ist ein Kosmopolit.
Seine Wurzeln stecken tief in lateinamerikanischem Boden. Wie andere
Schriftsteller aus der Region h ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Lohndebatte Rainer Brüderle (FDP) ist ein Medienmensch. Er
weiß, wie man Schlagzeilen kreiert. Der Bundeswirtschaftsminister
nimmt weder ein Blatt vor den Mund noch sind Hackordnungen sein Ding.
So preschte er vor einigen Monaten in der Opel-Frage vor und gab dem
US-Mutterkonzern in Sachen Staatshilfe bereits einen Korb, als seine
Chefin im Kabinett, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sich noch
alle Optionen offen hielt. In dieses Bild passt, dass sich Brüderle
jetzt an den Gesetzen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Streitschlichter Geißler Im Bahntarifstreit hat Heiner Geißler einst die
Kontrahenten wieder aufs richtige Gleis setzen können und im
Baugewerbe trieb er die Parteien zu einem Abschluss. Ob der alte
Haudegen der CDU in Stuttgart den Frieden ausrufen kann, ist höchst
fraglich. Zu weit liegen die Positionen zwischen Befürwortern und
Gegnern des Neubauprojektes Stuttgart 21 auseinander. Auf jeden Fall
wäre es ein Fortschritt, wenn die Streithähne wieder miteinander
sprechen. Wenn es da ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Winterreifenpflicht Eines steht fest: Winterreifen sorgen bei Schnee
und Eis für mehr Sicherheit. Deshalb ist es absolut notwendig,
endlich eine vernünftige Regelung zu treffen. Das aber ist nicht so
einfach. Schließlich können die Reifenhersteller derzeit noch selbst
bestimmen, was denn als Winterreifen gilt. Und so ein M+S-Symbol sagt
da noch gar nichts aus - es prangt im Zweifel bei einem Produzenten
aus Fernost auch auf einem extrabreiten Niederquerschnittsreifen, der
für besonders ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Deutsche sparen bei der Altersvorsorge" Carpe diem - nutze den Tag! Ach, wenn es doch so
einfach wäre. Den Tag genießen und nicht an morgen denken. Leider
lässt das die Wirklichkeit nicht zu. Spätestens seitdem sich Norbert
Blüms Versprechen von der sicheren Rente aufgrund der demografischen
Entwicklung überholt hat, ist die private Altersvorsorge für jeden
Bürger ein wichtiges Thema, an das er denken muss - zu seinem eigenen
Vorteil. Die Diskussion um die Rente mit 67, der vielleicht eine ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Stuttgart 21 Gleich zwei überraschende Wendungen hat gestern
das hitzige Gerangel um Stuttgarts Bahnhofsabriss genommen. In
höchster Not setzt die Landesregierung auf Zeit und will zunächst
einen Teil der Bahnhofsfassade stehen lassen. Dieses Einlenken dürfte
die Fundamentalisten auf der anderen Seite des Bauzauns kaum reichen
- zumal die Motorsägen an anderer Stelle weiter kreischen. Der
Vorwurf des Landespolizeichefs, die Demonstranten seien für die
Gewalt am vergangenen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Jérôme Kerviel Sie sind meist jung, erfolgreich und scheuen das
Risiko nicht: Börsenmakler handeln mit Millionen. Da heißt es: Nerven
bewahren. Die meisten Banker machen ganz normal ihren Job. Aber es
gibt auch die anderen: Händler, die ihren Arbeitsplatz als Casino
begreifen. Händler, die zocken und nicht an die möglichen Folgen
denken. Es sind die schwarzen Schafe der Branche. Einer von ihnen ist
der Franzose Jérôme Kerviel. Der heute 33-Jährige hat die
unglaub ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Frankfurter Buchmesse Wenn Mafalda nicht für die Demokratie oder für
die Frauenrechte kämpft, dann liegt sie auf dem Bauch und liest.
Mafalda, die pausbäckige argentinische Göre aus den Comics von Quino,
entspricht nur bedingt dem Klischee, demzufolge der Argentinier,
statt sich um Bürgerrechte zu kümmern, lieber Tango tanzt. An zweiter
Stelle jedenfalls steht das Lesen, da sind sich Mafalda und der
Argentinier einig. Jahr für Jahr gelangen 80 Millionen Bücher in den
...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt zum Thema Stuttgart 21: Strafanzeigen, Eilanträge und jetzt auch noch
Morddrohungen: Im Streit um den Stuttgarter Bahnhofsneubau sind kaum
noch Steigerungen vollstellbar. Nun muss der angeblich vom Aussterben
bedrohte Juchtenkäfer dafür herhalten, die Rechtswidrigkeit von
Baumrodungen auf dem Neubaugelände zu unterstreichen. Die
Projektgegner lassen nicht locker und ärgern die Befürworter mit
immer neuen Demonstrationen, bei denen Tausende von zumeist braven
Bürgern ihr Nein zum ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt zum Thema Hochtief: Die Sorge der Hochtief-Beschäftigten, sie
könnten nach der Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS
ihren Arbeitsplatz verlieren, ist verständlich. Ob ihre Jobs aber
tatsächlich in Gefahr sind, ist keineswegs ausgemacht. Denn die
Spanier gelten nicht als schwarzer Ritter, der eine feindliche
Übernahme plant, um anschließend unrentable Geschäftsteile zu
schließen. Nein, hier greift ein Unternehmen nach der Mehrheit, das
bereits heute kn ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt zum Thema Geert Wilders: Wenn ein niederländischer Rechtspopulist in
Berlin redet und einer Koalition in Den Haag zur Macht verhilft, ist
Deutschland empört. Die Kanzlerin bedauert, dass eine Regierung vom
Islamgegner Geert Wilders geduldet wird; SPD-Außenpolitiker Rolf
Mützenich sieht die europäischen Werte gefährdet, und FDP-Politiker
Michael Link hält den Umgang mit Wilders für »eine schwierige
Gratwanderung.« Holland in Not. Das meint zumindest die deutsche ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bundespräsident Christian Wulffs Rede in Bremen Es ist gut, wenn man weiß, was man kann. Zum
Selbstbewusstsein gehört aber auch, zu wissen, was man nicht kann. In
diesem Sinne ist Bundespräsident Christian Wulff gestern ein sehr
selbstbewusster Auftritt gelungen. Seine Rede zum 20. Jahrestag der
Deutschen Einheit war eine gute, wenn auch keine große Rede. Sie war
nicht grandios, aber durch und durch klar. Sie war kein Feuerwerk der
Rhetorik, enthielt aber eine Reihe kluger Gedanken. Christian Wulff
ist kein brillant ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Stromanbieter-Wechsel" Da ist der Bundesnetzagentur offenbar der Kragen
geplatzt: 650 000 Euro soll eine Eon-Regionalgesellschaft zahlen,
weil sie den Wechsel von Verbrauchern zu anderen Stromanbietern
behindert haben soll. Mit dieser saftigen Strafe setzt die Behörde
ein Zeichen. Es muss ernst gemacht werden mit dem Wettbewerb! Binnen
vier Wochen soll normalerweise ein Wechsel von einem Stromanbieter zu
einem anderen über die Bühne gehen. Technisch dürfte das auch dann
kein Problem sein, wenn ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Protesten gegen»Stuttgart 21« Fallende Bäume und weinende Menschen.
Furchteinflößende Polizeiketten und Wasserwerfer gegen überwiegend
friedliche Demonstranten. Wer diese Szenen sieht, kann kaum anders,
als Wut empfinden. Doch Bilder sagen längst nicht alles. Weder wir
als Zuschauer vor den Bildschirmen noch die Politiker in Stuttgart
und Berlin wissen, was sich wirklich rund um den Schlosspark in
Stuttgart abgespielt hat, wie es zur Eskalation der Gewalt kommen
konnte. Wobei das Wort Gewalt ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu 20 Jahre Deutsche Einheit »20 Jahre Deutsche Einheit? Das interessiert
doch eh keinen mehr.« Kennen Sie auch solche Sprüche? Bestimmt. So
mancher steht den Feierlichkeiten zum 3. Oktober kritisch gegenüber,
anderen ist der Tag der Einheit schlicht und einfach egal. Für beide
Haltungen gibt es Gründe. Natürlich sind in den vergangenen 20 Jahren
nicht alle Erwartungen erfüllt worden. Natürlich gab und gibt es
Enttäuschungen. Doch, wie hätte es auch anders sein k ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Stuttgart 21" Die Gewalt in Stuttgart befremdet. War das
nötig? Welchen Anlass gab es für solch eine Demonstration der
Staatsmacht? Es müssten schon erhebliche Gesetzesverstöße gewesen
sein, die auch nur den Gedanken an solch ein Durchgreifen
rechtfertigten. Die Zweifel daran überwiegen. Schon vor der
unabdingbaren detaillierten Aufarbeitung der Eskalation steht fest,
dass es so in Stuttgart nicht weitergeht. Gegen den vehementen
Protest aus der Mitte der Gesellschaft wir ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Leiharbeit Da hat die Stahlbranche wirklich mal ein heißes
Eisen angepackt. Mit dem Beschluss der Tarifparteien in
Nordwestdeutschland, dass Leiharbeiter von nun an in den Betrieben
genauso zu entlohnen sind wie die Stammbelegschaft, setzten sie ein
Zeichen, an dem schon die Metall- und Elektroindustrie kaum vorbei
kommen wird. Die IG Metall wird es als Erfolg verbuchen und das Eisen
schmieden, so lange es glüht. Mit der Leiharbeit ist es wie mit der
in jüngster Zeit noch viel mehr ge ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NRW-Schulpolitik Versuch macht klug: Die neue NRW-Schulpolitik
wagt Experimente im Doppelpack. Ohne den Landtag per Gesetzgebung zu
beteiligen, sollen erste Gemeinschaftsschulen erprobt werden. Auch
die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums ist als Test
getarnt, obwohl nicht das G9, sondern das G8 der tatsächliche
Versuchsballon ist. Beides geschieht per Ausnahmeregel, weil Rot-Grün
keine echte Mehrheit Landtag hat. Statt der Politik sind nun also die
Betroffenen am Zuge, was f&uu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Klimaschutz Als Mieterhöhungs-Kanzlerin will Angela Merkel
keinesfalls in die Geschichte eingehen. Deshalb beeilte sie sich
gestern zu sagen, es gehe nicht darum, irgendwelche Preise in die
Höhe zu treiben. In der Konsequenz werden die Warmmieten aber
steigen. Die Bundesregierung will, dass bis 2050 die Ausgaben für
Energie in den Privathaushalten um 80 Prozent sinken. Machbar ist
alles - nur: Wer zahlt das? Warum soll ein Hauseigentümer -
Privatmann oder Wohnungsgesellschaft - G ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema NRW-Landeshaushalt: Nach der Wahl ist vor der Wahl: Der alte
Lehrsatz gilt nicht mehr, seit SPD und Grüne im Mai die schwarz-gelbe
Landesregierung aus dem Amt gekegelt haben. Das belegt die höchste
Neuverschuldung über einen Nachtragshaushalt seit 1949. Trotz drei
Prozent Wirtschaftswachstum und 400 Millionen Euro mehr an
Steuereinnahmen wird der Etat 2010 kurz vor Ultimo um 35 Prozent
gepusht. Warum das geschieht, ist unklar. Sicher ist, dass die
vorgetragenen Argumente vorgeschoben sind. Der ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Venezuela: Der venezolanische Präsident Hugo Chavez
polarisiert: Während ihn die Armen bejubeln, halten ihn seine Gegner
für einen korrupten und gefährlichen Diktator. Chavez hat noch viele
Freunde, zugleich kämpft eine bürgerlich-sozialdemokratische Allianz
aus 24 Parteien gegen den »Führer des Sozialismus im 21.
Jahrhundert«. Nun ist die Parlamentswahl entschieden: Die
Chavez-Koalition aus Sozialisten und Kommunisten hat zwar die
absolute Mehrheit err ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Machtkampf in Moskau: Ein Kreml-Herr hat ihm die Macht gegeben, ein
Kreml-Herr hat sie ihm genommen. So ist das Geschäft. Das musste Juri
Luschkow erleben, nachdem er gestern seinen Posten als Moskauer
Bürgermeister verloren hat. Luschkow hat hoch gepokert und verloren.
Er hielt sich für unersetzlich und lehnte bis zuletzt einen
geordneten Rückzug ab. Er wollte die Signale in den Staatsmedien
nicht wahrnehmen, die ihn mit Hetzkampagnen aus dem Amt drängen
wollten. Weil all das nicht fru ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Integration: Integrationsprobleme sind Minderheitenprobleme.
Die weitaus überwiegende Mehrheit der Einwanderer in Deutschland
kommt zurecht. Und die Einheimischen, wir Einheimischen, kommen mit
ihnen zurecht. Das wird in der Integrationsdebatte zu wenig
berücksichtigt. Migrationsforscher beklagen dies. Die Einwanderer
selbst fühlen ihre Lebensgeschichten entwertet, wenn die sie
aufnehmende Gesellschaft nur auf die schwarzen Schafe blickt.
Gleichwohl bleibt das Problem mit der Minderheit ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Hartz-IV-Bildungspaket: Der Polit-Poker um die Hartz-IV-Sätze ist
eröffnet. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)
überschüttet Öffentlichkeit wie Opposition mit statistischen Zahlen,
die kaum zu widerlegen sein werden. Auch ist die neue
Berechnungsmethode nach Ansicht vieler Juristen nicht zu beanstanden.
Zugleich aber zeigt sich Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela
Merkel gesprächsbereit in Richtung SPD und umwirbt die Bundesländer,
die von der vorgeschlagene ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Währung: Wäre er nicht so hart, man möchte fast vor
Freude reinbeißen: Der Euro hat sich aus der Talsohle befreit, in die
er durch die Schuldenkrise Griechenlands und anderer Mitgliedsstaaten
der Währungsunion hineingeschlittert ist. Die rasche Reaktion und das
Zusammenstehen der EU-Staaten taten hier ebenso ihre gute Wirkung wie
das schon als »zweites Wirtschaftswunder« bezeichnete Konjunkturhoch.
Zugleich aber spiegelt die Stärke des Euro auch die Schwäche de ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Bundeswehrreform: Der Bundesverteidigungsminister scheint das
Glück gepachtet zu haben - oder er kann überzeugen. Wenn Karl-Theodor
zu Guttenberg (CSU) vor einem Jahr zu seinem Amtsantritt gesagt
hätte, die Wehrpflicht sei nicht mehr zu halten und die Bundeswehr
müsse um mindestens 50 000 Soldaten verkleinert werden, wäre seine
politische Karriere möglicherweise schnell beendet gewesen. Das Loch
im Staatshaushalt war für den Minister eine willkommene
Argumentationshilfe, u ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bankmanager-Gehältern In Deutschland gibt es Banker, die verfahren
schon wieder nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, kassiert es
sich gänzlich ungeniert. Oder sind wir etwa zu hartherzig, dass wir
ihnen die paar Milliönchen Jahresgehalt nicht gönnen? Die Wahrheit
ist: Nicht Neid, sondern der Sinn für Gerechtigkeit macht die
Bevölkerung wütend. Die Banken gäbe es größtenteils gar nicht mehr,
wenn wir - die Steuerzahler - ihnen in der Krise nicht großz&uum ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Hartz IV 20 Euro, 10 Euro und nun 5 Euro - die Antiklimax
der medialen Spekulationen passte Opposition, Gewerkschaften und
Wohlfahrtsverbänden gut ins Konzept. Sie haben ihr Urteil über die
geplanten Hartz-IV-Regelsätze schon gesprochen. Es fällt - wen
wundert's - vernichtend aus. Doch die reflexartige Kritik ist mehr
als ein Ritual. Es geht um die Umdeutung des Karlsruher Urteils.
Dabei hatten die Verfassungsrichter ja gerade nicht die Höhe der
Regelsätze moniert, son ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Hartz IV Es geht um mehr als 6,5 Millionen Menschen, die
auf Hartz-IV-Zahlungen angewiesen sind. Bisher erhält jeder 359 Euro
im Monat plus Unterkunftskosten. Große Sprünge - darüber sollte
Einigkeit bestehen - kann man damit nicht machen. Deshalb müssen die
Experten aus dem Bundesarbeitsministerium genau rechnen, ob sich der
Bedarf geändert hat. Die Fachbeamten wollten zusammen mit
Ressortchefin Ursula von der Leyen darüber entscheiden - so war es
vorgesehen. W ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Gabriel und die SPD: Populär oder populistisch? An Sigmar Gabriel
scheiden sich seit jeher die Geister. Unstrittig aber ist, dass sich
die SPD unter seiner Führung konsolidiert hat. Dabei hat Gabriel über
alle Maßen vom schwarz-gelben Chaos profitiert, doch ist da noch
mehr. Als Parteichef hat er die eigenen Reihen nach dem desaströsen
Bundestagswahlergebnis geschlossen. Die Arbeitsteilung mit dem
ehemaligen Kanzlerkandidaten und jetzigen Fraktionsvorsitzenden
Frank-Walter Steinmeier ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Kommunalfinanzen Jeder Kämmerer wird froh sein, wenn bei den
Haushaltsplanungen der Spielraum größer wird. Das Geld fällt aber
nicht vom Himmel, sondern muss erst eingenommen und später
zurückgezahlt werden. Deshalb ist es für ein Dankeschön an die
rot-grüne Landesregierung zu früh. Was gestern der Innenminister Ralf
Jäger und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit »intelligentem
Sparen« umschrieben, ist nichts anderes als weitere Sch ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NRW-Schulkonferenz Das war sie also, die große Schulkonferenz, bei
der die neue Gemeinschaftsschule »mit Entscheidern kommuniziert«
werden sollte. Trotz aller großen Worte war Schulministerin Sylvia
Löhrmann (Grüne) nach der Sitzung nicht einen Schritt weiter, als sie
es schon vor dem Schließen der Türen war. Insgesamt 45 Verbände,
Bildungsforscher und Landtagsfraktionen sollten unter sich sein. Sie
konnten hören, was auch im Koalitionsvertrag nachzulesen ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Streit zwischen China und Japan: Ein chinesischer Kutter rammt vor umstrittenen
Inseln nördlich von Taiwan zwei japanische Küstenwachboote, und es
kommt zum heftigen Streit zwischen Peking und Tokio. Doch die Krise
wird entschärft. Sie soll die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen
China und Japan nicht gefährden. Tokio reagiert gelassen: Man wird
den chinesischen Kapitän vor Gericht stellen, Schadenersatz fordern
und dann schweigen. Die geostrategischen Folgen des Zwischenfalls
sind jedoch beach ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Handwerk Man muss nicht im Handwerk arbeiten, um das
Ergebnis einer neuen Umfrage in die Liste der guten Meldungen des
Tages aufzunehmen: Wenn die Geschäfte laufen, sind Arbeitsplätze
sicher. Das stabilisiert aus mehreren Gründen die gesamte Region.
Einerseits ist die Umfrage ein guter Hinweis für diejenigen, die
Arbeit suchen oder nicht sicher sind, welche Arbeit sie sich suchen
sollen. Ein Blick auf die Berufe, die das Handwerk bietet, lohnt
sich: Zahntechniker beispielsweis ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Gesundheitsreform »Die größte aller Torheiten ist, seine
Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei, für Erwerb, für
Beförderung, für Gelehrsamkeit, für Ruhm, geschweige für Wolllust und
flüchtige Genüsse: Vielmehr soll man ihr alles nachsetzen.« Diese
Worte des Philosophen Arthur Schopenhauer, der vor 150 Jahren starb,
besagen auch, dass ein jeder etwas für seine Gesundheit tun muss.
Diese vorbeugenden Leistungen sind vom Patienten zu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Höhenflug der Grünen Kaufen können sich die Grünen für die
Rekord-Umfragewerte noch gar nichts. Forsa sieht sie gar in Augenhöhe
mit der SPD. Nur nicht übermütig werden - so muss die Devise der
Parteispitze um Claudia Roth und Cem Özdemir lauten. Vor fast zehn
Jahren dachten die Liberalen an einen eigenen Kanzlerkandidaten und
setzten an zum Sprung als Volkspartei. Gut bekommen ist der FDP der
Höhenflug nicht. Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte holt
die Grü ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Milleniumsgipfel: Es geht um Geld, aber nicht nur. Beim
Milleniumsgipfel in New York soll nach zehn von 15 Jahren überprüft
werden, wie die Umsetzung von acht selbst gesteckten
Entwicklungszielen vorankommt. Wichtigstes Zwischenfazit: Hunger und
Armut in der Welt sind seit dem Jahr 2000 weniger, aber längst nicht
halbiert worden. Manche Fortschritte in Bildung, Landbau und
Kleinhandel sind allerdings nicht Folge der guten UN-Absichten,
sondern Ergebnis gestiegener Rohstoff- und Agrarpreise v ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Amoklauf in Lörrach Wo eine Schusswaffe griffbereit liegt, dort ist
die Gefahr, dass mit ihr Unheil angerichtet wird, um exakt 100
Prozent höher als dort, wo es keine gibt. Dafür steht nach Winnenden
nun auch Lörrach. Ortsnamen als Synonyme dafür, dass dort, wo
psychischer Notstand sich in den Mordwahn steigert, eine Pistole oder
ein Gewehr verheerend wirken. Kein Schusswaffenregister der Welt
hätte im Vorfeld den Opfern genutzt. Denn geschossen haben ja stets
Leute, die bis eine Minu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Atompolitik Was will Sigmar Gabriel in der Atompolitik
konkret tun? Eine Volksabstimmung, die Verlagerung der Politik auf
die langen Bänke des Bundesverfassungsgerichts oder in drei Jahren
Bundeskanzler sein? »Spiegel online« verbreitete gestern ein
Interview, in dem der SPD-Chef knallhart den Eindruck erweckt, eine
Volksabstimmung über die Zukunft deutscher Kernkraftwerke stünde
praktisch bevor. Bei genauer Betrachtung legt sich der gewiefte
Politprofi keineswegs fest. Er ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Wahl in Schweden Wer wissen will, welchen Segen und Fluch das
Streben nach politischem Konsens mit sich bringt, dem wird derzeit in
Schweden eine erstaunliche Lektion erteilt. Im Konsens wird die
künftige Minderheitsregierung von Staatsminister Fredrik Reinfeldt
die Geschicke des Landes bestimmen müssen. Das wird gelingen, darin
sind die Schweden geübt. Die schwedischen Grünen, bislang in der
Opposition, haben gestern bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Denn trotz der einsch ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bonizahlungen für HRE-Banker Es zeugt von einem guten Charakter, wenn man
Fehler auch mal eingestehen kann. Kein Mensch ist ohne Fehl und
Tadel. Das gilt auch für eine Institution wie die Bundesregierung.
Doch im Fall der Hypo Real Estate (HRE) schaltet die Regierung auf
stur. Sie verteidigt die Millionen-Bonizahlungen an deren
Mitarbeiter, im Schnitt 18000 Euro für jeden. Ihr Argument: Nur so
kann man gute Leute halten. Wie bitte? Wenn dem so ist, dann müssen
Bankexperten offenbar gefragte Leute sein. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Bad Oeynhausen Ausgerechnet an diesem Wochenende, an dem der
Papst den sexuellen Missbrauch an Kindern als »unbeschreibliches
Verbrechen« geißelt, wird mitten in unserer Region ein mutmaßlicher
Sexualverbrecher gefasst. Während das Oberhaupt der katholischen
Kirche in London unter Tränen mit Missbrauchsopfern spricht und dabei
»tiefen Schmerz und Scham« empfindet, wird ein Mann in Bad Oeynhausen
festgenommen, der sich des schweren sexuellen Missbrauchs von M&au ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Staatsanwalt ermittelt bei Arminia Bielefeld" In den Ermittlungen des Staatsanwalts beim DSC
Arminia liegt für den Krisenklub eine große Chance. Der Ausbau der
Schüco-Arena habe den Verein an den Rand des Ruins geführt, hat
Arminia stets betont. Dass eine unabhängige Instanz in die
undurchsichtige Stadionfinanzierung nun Licht bringt, tut gut. Dass
der Klub die Ermittlungen geradezu willkommen heißt, ist ein Indiz
dafür, dass von den aktuell handelnden Personen niemand ein
schlechtes Gewissen hat, ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Krise beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Träger
vieler sozialer und kultureller Einrichtungen, steckt in seiner
bisher schlimmsten Finanzkrise. Es fehlen 320 Millionen Euro. Ähnlich
geht es dem Landschaftsverband Rheinland. Hier müssen die konkreten
roten Zahlen noch ausgerechnet werden. Auch hier wird ein großes
Defizit erwartet. In Zeiten schwerer Krisen ist es auch an der Zeit,
über das Nebeneinander von zwei Landschaftsverbänden, einem
Regionalverband Ruhr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Energiekonzept »Deutschlands beste Jahre kommen noch«, hat
Norbert Röttgen 2009 bevor er Bundesumweltminister wurde, sein
jüngstes Buch überschrieben. Er zeigt darin keine Furcht vor der
Globalisierung, sieht vielmehr allen Grund, diese aktiv zu gestalten.
Sozialethisches Fundament, Erhard'sche Ordnungspolitik und neue
Technologien sind für ihn Rüstzeug für die Zukunft. Hinzu gesellt er
das Zauberwort Effizienz und schon wird Energiepolitik zum
Wachstumsmotor. So ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Smileys für Restaurants Die Idee, Verbrauchern den Besuch eines
Restaurants schon an der Eingangstür mit einem Smiley schmackhaft zu
machen, klingt sympathisch. Wer wüsste nicht gern, ob ein ihm vorher
vielleicht unbekanntes Lokal seine Gerichte in einer sauberen Küche
kocht. Bei dem gut gemeinten Vorstoß von Verbraucherschutzministerin
Ilse Aigner (CSU) geht es nicht um den Geschmack - darüber kann man
bekanntlich streiten - sondern um die Hygiene. Eine tolle Sache. Und
doch muss man s ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Schulschwänzer: Viermal im Monat einen halben Tag lang die
Schule zu schwänzen, ist viel. In Frankreich sollen dafür künftig die
Eltern notorischer Schulschwänzer bestraft werden: Ihnen wird das
Kindergeld gestrichen. Eine Idee, die Schule machen könnte. Die
bloße Androhung des Geldentzugs wird vermutlich in den meisten Fällen
reichen, um die Eltern an ihre Verantwortung zu erinnern. Für die
Lehrer, die schon mit gutem Zureden und Ermahnungen alles versucht
haben, ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema EU: Ausweisungen von Roma, Burka-Verbote, ein
umstrittener gesellschaftskritischer Bestseller aus Deutschland -
Europa debattiert über Minderheiten und Integration. Frankreichs
Position ist dabei besonders heikel: EU-Kommissarin Viviane Reding
rügt Paris wegen der Abschiebung der Roma und wirft Frankreich vor,
gegen europäische Grundwerte zu verstoßen. Sie droht mit einer Klage
vor dem Europäischen Gerichtshof. Frankreich reagiert empört: Mit
einem »gro&sz ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Missbrauch-Entschädigung: Eigentlich konnten sie nur alles falsch machen
und haben jetzt doch etwas richtig gestellt. Zahlen die Jesuiten
Missbrauchsopfern eine Entschädigung, heißt es, sie wollen sich von
der Schuld freikaufen. Zahlen sie nicht, bleibt es bei der bisherigen
Kritik, außer verbaler Abbitte tue der Orden nichts. Im Lichte dieses
Konflikts ist die Ankündigung von Stefan Kiechle ein bemerkenswertes
Zeichen. Der Provinzial der Jesuiten hat als Erster in der
katholischen Kirche den O ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Missbrauch unter Kindern" Missbrauchsfälle in der Kirche, an Schulen, in
der Ferienfreizeit, jetzt offenbar im Kinder-Kurheim und im privaten
Umfeld hinter verschlossenen Türen täglich. Dass sich Erwachsene an
Kindern vergehen, ist mittlerweile trauriger Justizalltag. Aber dass
Kinder andere Kinder sexuell nötigen, demütigen, missbrauchen? Nein,
es war kein Druckfehler: Einer der Rädelsführer der von der DAK
zunächst als »erweiterte Doktorspiele auf freiwilliger Basis&l ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Regierungserklärung von Hannelore Kraft Vor mehr als vier Monaten wurde in NRW gewählt,
gestern gab Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ihre
Regierungserklärung ab. Wer wegweisend Neues erfahren wollte, ging
leer aus. Stattdessen gab es weitere Variationen im inzwischen
vielstrophigen Lied über die Koalition der Einladung. Die Frage ist,
zu welchem Thema: Zur massiven Erhöhung der Schulden, zu
Existenzangst an den vorhandenen Schulen und bei tausenden Betreuern
an den Unis? Bis heute hat Kraft noc ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Gesundheitswesen Hausärzte streiken für mehr Geld, obwohl sie ein
ordentliches Honorarplus einstreichen konnten. Die
Barmer-Krankenkasse beklagt, dass Gesunde durchschnittlich zweimal
pro Quartal zum Arzt gehen, gibt aber zu, dass in dieser Statistik
auch medizinisch unstrittige Vorsorgeuntersuchungen enthalten sind.
Apotheker zerpflücken die Zahlen des jüngsten Arzneimittelreports,
wonach Medikamente hierzulande viel teurer sind als im Ausland. In
Deutschland würden die Apothekenp ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Shell-Studie Die 68er - ergraut im Marsch durch die
Institutionen. Die Generation Golf - abgewrackt im Börsenstrudel.
Nach Gutmenschentum und Hedonismus nun die Generation Geradeaus. Die
Jugend von heute ist ein wenig politischer geworden, wie nicht
zuletzt die Bildungsstreiks beweisen. Anders als die 68er erklärt sie
die Politik aber nicht zum Lebensinhalt. Sie strebt ins Berufsleben.
Anders als die Generation Golf aber hängt sie nicht der Illusion
nach, möglichst schnell reich wer ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Arzneipreise: Die Deutschen werden seit Jahren beim Kauf von
Pillen und Pasten abgezockt. Der gestern vorgelegte
Arzneimittelreport und das vielstimmige Begleitkonzert lassen nur
diesen einen Schluss zu. Alle beklagen, dass bei uns für fast jedes
Medikament mehr bezahlt wird als in vielen anderen wohlhabenden
Ländern rundum. Es mag sein, dass Medizin im Land der forschenden
Pharmaunternehmen tatsächlich etwas teurer sein muss -
Preisunterschiede von 500 Prozent rechtfertigt das aber nich ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum ThemaÖl: Man kann es drehen und wenden wie man will. Ohne
Öl ist die Weltwirtschaft aufgeschmissen. Die Energie des schwarzen
Golds sorgt dafür, dass alles - im wahrsten Sinne des Wortes - wie
geschmiert läuft. Die Abhängigkeit von dem so wertvollen Rohstoff ist
es auch, die sowohl den Öl fördernden Ländern als auch den
Ölkonzernen eine unglaubliche Macht beschert. Der Umgang mit der
Katastrophe im Golf von Mexiko spricht Bände. Ob Ursache oder Folgen
- e ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Grippeimpfung Grippe? Da war doch was! H1N1 hieß der neuartige
Erreger, der die Menschheit im vergangenen Jahr erzittern ließ.
Millionenfach orderte auch der deutsche Staat eilig produzierten
Impfstoff, den aber kaum jemand haben wollte. Kein Wunder, denn die
anfängliche Hysterie vermengte sich mit Unkenrufen über angeblich
gefährliche Wirkverstärker, das Chaos war perfekt. Die Pandemie wurde
abgeblasen, Millionen ungebrauchter Impfdosen wanderten in den Müll,
die Pat ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Basel III/Bankvorschriften Die Baseler sind dafür bekannt, dass
Schnelligkeit nicht zu ihren besonderen Stärken zählt. Sie feiern
beispielsweise Fasnacht am Montag nach Aschermittwoch. Da ist für die
Karnevalisten anderswo längst alles vorbei. Dies im Blick musste man
befürchten, dass mehr als sechs Jahre vergehen würden, bevor Basel
III auf Basel II folgen würde. Zwischen Basel I und Basel II lagen
immerhin 16 Jahre. Natürlich hat diesmal die weltweite Finanzkrise
den Dr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Debatte in der Union Es ist schon merkwürdig: Zwar ist Thilo Sarrazin
Mitglied der SPD und will es auch bleiben. Die Debatte aber, die der
Noch-Bundesbankvorstand um das Thema Integration und vor allem um die
Versäumnisse der Parteien diesbezüglich ausgelöst hat, ist längst ins
Unionslager übergeschwappt. Und spätestens seit dem Streit um die
Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach wird diskutiert, ob eine neue
Partei rechts von der Union nicht enormes Potenzial hätte. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Milliardenhilfe für die Hypo Real Estate" Die erneute Milliardenhilfe für die bereits
verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) macht deutlich, dass die
Finanzkrise noch lange nicht überwunden ist. Auch wenn das
Wirtschaftswachstum erfreulich kräftig anzieht und die Unternehmen
wieder Mitarbeiter einstellen, so steckt der Finanzmarkt doch weiter
im Sumpf. Immer noch sind faule Wertpapiere in Milliardenhöhe das
Problem - Papiere, die niemand kaufen will und die daher keinen Wert
mehr haben. So wie die West-LB will ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum 11. September Vor gut zehn Jahren schrieb Professor Samuel
Huntington ein Buch, das als »Kampf der Kulturen« eine neue
Weltordnung vorstellte: Die zukünftige Politik werde primär von
Konflikten zwischen den großen Kulturkreisen bestimmt - nicht von
Ideologien oder ökonomischen Zwängen. Diese These war umstritten.
Kritiker warfen Huntington vor, Feindbilder zu schaffen und der
Völkerverständigung zu schaden. Der US-Politologe wurde zumeist als
politisch un ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank" Wie sich die Zahlen gleichen: Die japanische
Regierung will die Konjunktur im Land der aufgehenden Sonne mit 8,6
Milliarden Euro ans Laufen bringen. Etwa die gleiche Summe, acht bis
neun Milliarden Euro, erwartet die Deutsche Bank von ihrer
bevorstehenden Kapitalerhöhung. Beide haben großes Zutrauen: Tokio in
die Stärke der eigenen Wirtschaft, die offenbar nur auf eine
Initialzündung wartet, und die Deutsche Bank in die Börse.
Tatsächlich hat sich der Dax aus ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Geburtenrate Jetzt ist er da, der seit vielen Jahren
diskutierte, befürchtete, erwartete demographische Wandel. Und er
wird nicht mehr aufzuhalten sein. Für die Sozialsysteme, die
Wirtschaft, die Infrastrukturplanung wird dies eine Herausforderung
ungeahnten Ausmaßes. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gehen
aktuell 44,5 Millionen Menschen in Deutschland einer Erwerbstätigkeit
in Teil- und Vollzeit nach. 2050 werden es nur noch 26 Millionen
sein. Selbst bei einer jä ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Rabattverbot für Apotheken Wir brauchen mehr Wettbewerb! So lautet der
Schlachtruf von Politikern jedweder Couleur, wenn es um den Kampf
gegen die ausufernden Kosten des Gesundheitswesens geht. Doch wie
erbärmlich es tatsächlich um den Wettbewerb bestellt ist, zeigen die
jüngsten Urteile des Bundesgerichtshofs: Rabatte, die sich für den
Patienten wirklich auszahlen, sind verboten - etwa die Erstattung der
Rezeptgebühr. Wenn es den Politikern tatsächlich um mehr Wettbewerb
geht, dann m&u ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Gentechnik: Amflora, Amadea, amüsant ist es nicht, was BASF
passiert ist. Der Chemiekonzern macht menschliches Versagen dafür
verantwortlich, dass auf einem Acker eine Genkartoffelsorte
aufgetaucht ist, die dort nichts zu suchen hat. Die Anbau-Panne zeigt
einmal mehr, dass die Gentechnik nicht ausgereift ist: Wenn noch
nicht einmal der Hersteller das Saatgut auseinander halten kann, wer
dann? Erst im März hatte BASF nach 13 Jahren Kampf die Erlaubnis
bekommen, eine Genkartoffel anzubau ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Erika Steinbach: Wer noch Zweifel daran hatte, dass die Union ein
Problem mit sich selbst hat, dem lieferte Volker Kauder gestern den
Beweis. Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion erklärte mehrfach,
dass es für CDU und CSU keinen Zweifel an der Schuld der Deutschen am
Zweiten Weltkrieg gebe. Das ist ein Vorgang, über den man etwas
länger nachdenken sollte: Der Vertreter einer Partei in der Tradition
von Vorkämpfern der europäischen Einigung wie Konrad Adenauer und
Helmut Kohl h ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Integration: Sarrazin war gestern. Schluss mit kruden Thesen
über vermeintlich vererbliche Dummheit und andere Verirrungen in der
Genetik, stattdessen Einstieg in eine seriöse Sachdebatte.
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat gestern den Anfang
gemacht. Ja, es gibt Integrationsprobleme. So deutlich hat das in der
Regierung lange niemand mehr ausgesprochen. Ja, Deutschland ist ein
gutes Stück vorangekommen, aber noch lange nicht am Ziel, wenn
weiterhin jeder siebte Zuwanderer ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum ThemaÄrzte: Die Kassenärztlichen Vereinigungen sprechen von
einem Ärztemangel, der sich weiter zuspitzt. Die Krankenkassen
hingegen von einer Überversorgung bei den niedergelassenen
Medizinern. Rechne man mit einem Versorgungsgrad von 100 Prozent gebe
es bundesweit 25 000 Ärzten zu viel. Diese Zahl lässt aufhorchen.
Haben wir nun einen Ärztemangel oder eine Ärzteschwemme? Haben die
Ärzte Recht, wird es in Zukunft weniger Praxen und somit weitere Wege
und lange Wa ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Kuba: Über schier unglaubliche Zustände in Fidel
Castros karibischen Knästen berichtet der nach Spanien abgeschobene
Bürgerrechtler Juan Carlos Herrera Acosta. Er ist nicht der einzige.
Nach und nach treffen die freigehandelten Dissidenten derzeit in
Madrid ein, die 2003 als »Gruppe der 75« zu extrem langen Haftstrafen
verurteilt worden waren. Sie wollten damals ein Verfassungsrecht zur
politischen Betätigung in Anspruch nehmen. Fidel Castros Rache war
furcht ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Energiekonzept Alle wollen Energie sparen, alle wollen die
Umwelt schützen. Das kostet Geld, meistens sogar sehr viel. Darum mag
man den Aufschrei der Entrüstung gegen die geplante Sanierungspflicht
für alle Gebäude für übertrieben halten. In diesem Fall scheint das
Wehklagen aber berechtigt. Auch wenn es bis zum Jahr 2050 noch weit
ist: Wer gerade gebaut hat und einen langfristigen Kredit abtragen
muss, dürfte sich für später schon mal auf eine weitere Hypothek ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Bildungsstudie Alljährlich im September veröffentlicht die OECD
den Bildungsvergleich der weltgrößten Industrieländer, und
alljährlich schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Bis zum Jahr
2015 sollen die Bildungsausgaben in Deutschland auf sieben Prozent
des Bruttoinlandsprodukts steigen, hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU)
immer wieder versprochen. Die traurige Wirklichkeit: Gerade einmal
4,7 Prozent waren es im Jahr 2009 laut OECD-Studie. Die
Bildungsweltmeiste ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Barack Obamas Sparpaket »Es geht um die Wirtschaft, Du Dummkopf!« Mit
diesem derben Spruch hat einst Bill Clinton US-Präsident George W.
Bush im Wahlkampf besiegt. Clinton hatte das richtige Thema gefunden:
Viele sorgten sich damals mehr um Geldwertstabilität, Arbeitsplätze
und Wirtschaftswachstum als um die Außenpolitik. Auch heute bleibt
die Wirtschaft das wichtigste Thema bei Wahlen. Das weiß man in
Washington genau. Präsident Barack Obama wird seit Amtsantritt von
e ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Diabetiker-Produkte Etikettenschwindel ist ein einträgliches
Geschäft. Wer kauft nicht gern mit der Nahrung auch Gesundheit,
Schönheit und sportliche Fitness ein? Über Risiken und Nebenwirkungen
informiert - niemand. Die hübschen Sprüche sind kaum zu überprüfen.
Umso wichtiger ist, dass die Werbeaussagen wenigstens in den Fällen,
bei denen der Wahrheitsgehalt ermittelt werden kann, keine falschen
Versprechungen enthalten. Genau das ist das Problem bei den
Diabetike ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atomkompromiss: Für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke
spricht die Tatsache, dass die erneuerbaren Energien noch nicht
genügend Strom liefern können. Dennoch hat der Atomkompromiss der
schwarz-gelben Bundesregierung eine Kehrseite. Er beschert
nachfolgenden Generationen buchstäblich eine strahlende Zukunft. 450
Tonnen hochradioaktiven Müll produzieren die deutschen Atomkraftwerke
im Jahr. Nach dem Beschluss vom Sonntag wird die brisante
Kernkraftaltlast weiter wachse ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Urteil im Fall Brunner: Eines steht nach dem Urteilsspruch im
Brunner-Prozess fest: Der Fall kann noch längst nicht zu den Akten
gelegt werden. Die Revision ist bereits angekündigt. Nichts anderes
war zu erwarten, nach diesem harten Richterspruch, der den von der
Staatsanwaltschaft erhobenen Mordvorwurf bestätigte. Moralisch ist
das Urteil durchaus zu verstehen. Wer einen am Boden liegenden
Menschen mit Fußtritten vor allem gegen den Kopf derart malträtiert,
wie es am 12. September 2009 ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Atomkompromiss Gutachten, Untergutachten, Unterstellungen und
Dementis: Im schwarz-gelben Atomstreit wurde bis zum Schluss mit
Haken und Ösen gearbeitet. Am Ende war absehbar, dass es so kommen
würde, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits vor zwei
Wochen angedeutet hatte: Der Kompromiss würde ein politischer sein.
Gestern Abend waren etwa zehn bis zwölf Jahre längere Atomlaufzeiten
im Gespräch. Das ist mehr, als Kernenergieskeptiker und
Umweltminister Norbert R ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Integration/Thilo Sarrazin Bei aller anhaltenden Hysterie um Thilo Sarrazin
scheint die Bereitschaft zur Sachdebatte zu reifen. Nicht die Details
seine Abberufung oder das dünne Eis, auf dem SPD-Chef Sigmar Gabriel
derzeit wandelt, sind wichtig. Überfällig ist die ernsthafte
Auseinandersetzung darüber, was bei der Integration schiefläuft, was
uns solche Fehler kosten und vor allem, was zu tun ist. Außerdem,
noch einmal sei es an dieser Stelle betont, weist Sarrazin auch auf
deutsche Abz ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Agrarpreise: Der Weltindex für Agrarprodukte ist seit 1. Juni
von 47,4 auf 60,1 Punkte gestiegen. Für uns nur ein Chart, für andere
eine dramatische Geschichte: Der volle Einkaufswagen an der
Supermarktkasse hat einmal 20 D-Mark gekostet, vor den Feiertagen
durfte es auch ein Fünfziger sein. Inzwischen zahlen wir mit gleich
lautenden Euro-Scheinen und legen meist noch drauf. Dennoch leiden
wir nicht Not. Lebensmittel verzehren hierzulande um die 20 Prozent
vom Einkommen. Aber man st ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Pflege-TÜV: In Würde altern und den Lebensabend genießen.
Diese geflügelten Worte haben mit der Realität längst nicht überall
etwas zu, wenn man Berichten Glauben schenkt, in denen von einem
Pflegenotstand und gravierenden Pflegemängeln die Rede ist. Ein
umstrittener Pflege-TÜV soll Pflegebedürftigen und Angehörigen
Orientierung geben, wenn eine Betreuung im Heim oder durch einen
Pflegedienst notwendig ist. Hierzu muss der Medizinische Dienst der
Kra ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Loveparade: Drei Wahrheiten, aber kein Schuldiger: Die
Auseinandersetzung um die Verantwortung für die
Loveparade-Katastrophe ist unerträglich. Veranstalter, Stadt Duisburg
und Innenministerium schoben sich gestern im Innenausschuss des
Landtages vor aller Öffentlichkeit erneut den Schwarzen Peter zu. In
den Tagen zuvor hatten sie sich mit professioneller
Internet-Präsentation (Veranstalter) und Gutachten (Polizei und
Stadt) in Stellung gebracht. Viel Neues gab es also nicht zu
er ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Sarrazin: Nun hat die Bundesbank also doch Ernst gemacht
und Thilo Sarrazin die Tür gewiesen. Es ist die erste Abberufung
eines Vorsitzenden in der Geschichte der Deutschen Bundesbank. Wenn
Bundespräsident Christian Wulff den Antrag unterzeichnet - und davon
ist auszugehen -, ist Sarrazin weg vom Fenster, vorerst jedenfalls.
Am Ende war der öffentliche und auch politische Druck zu groß.
Spätestens nach seinem Auftritt in der Fernsehsendung »Hart aber
fair« mit ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Internet auf dem Fernseher: Nach Einführung hochaufgelöster Fernsehbilder
(HDTV) steht des Deutschen liebstes Medium vor der nächsten
Revolution. Während der Sprung in die dritte Dimension wohl Jahre auf
sich warten lässt, weil es unattraktiv ist, mit einer dunklen Brille
auf der Nase auf dem Sofa zu sitzen, schickt sich das Internet jetzt
an, die Mattscheibe zu erobern. Inhalte können in Zukunft zu jedem
beliebigen Zeitpunkt abgerufen werden. Der Zuschauer könnte stärker
mitw ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Bundeswehrreform: Noch läuft für Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
alles nach Plan. Er hat mit seinen vier Varianten zur
Bundeswehrreform die Debatte eröffnet. Mehr noch. Mit seiner
Festlegung auf das radikalste Modell, den Totalumbau, ist klar
ersichtlich, wo er steht. Bei der ersten politischen Diskussion
gestern in den Ausschüssen von Bundestag und Bundesrat, wo die
Debatte geführt und entschieden werden muss, wartete der Minister mit
keinen weiteren Überraschungen auf. Gut s ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Missbrauchs-Leitlinien: Es ist ein weiter Weg, zu dem die katholische
Kirche gestern aufgebrochen ist. Mit der Verschärfung der Richtlinien
gegen sexuellen Missbrauch stimmt zumindest die Richtung. Das Ziel
ist jedoch noch in weiter Ferne. Die neue Vorgabe, bei jedem
Missbrauchsverdacht die Staatsanwaltschaft einzuschalten, ist
eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die auch vorher schon hätte
gelten müssen. Dies ist ein weiterer Beleg, wie schwer die
katholische Kirche sich mit dem Thema tut ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Schulpolitik: Von wegen Fundamentalopposition: Überraschend
offen geht die FDP in der Schulpolitik auf SPD und Grüne zu. Erstmals
besteht damit in Nordrhein-Westfalen die Chance, über Partei- und
Koalitionsgrenzen hinweg einen Konsens darüber zu erzielen, wie und
was gelernt werden soll. Länger gemeinsam Schulpolitik gestalten
statt Reformitis im Fünfjahrestakt - das wäre in der Tat ein
Meilenstein. Die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann hat die Tür
w ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Organspende: Das Thema ist absolut unpolitisch und hat jetzt
doch einen politischen Repräsentanten erster Güte gefunden. Mit der
Nierenspende von Frank-Walter Steinmeier an seine Ehefrau wird eine
vernachlässigte Debatte neu angestoßen. Gut so. Gerade die stille Art
des prominenten Lippers ist der Sache dienlich. Kurz und korrekt zog
er sich dieser Tage ins höchst Private zurück, um seiner schwer
kranken Frau die Chance auf ein Weiterleben zu ermöglichen. Es muss
de ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Loveparade: Der Sprachlosigkeit folgt jetzt die
Informationsflut: Nachdem sich die Sicherheitsverantwortlichen der
Loveparade am Tag nach der Katastrophe in einer grotesk anmutenden
Pressekonferenz durch beharrliches Nichtssagen die Schuld gegenseitig
in die Schuhe schieben wollten, tragen sie jetzt die vorgerichtliche
Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit aus. Bisheriger Höhepunkt
ist die Eröffnung einer Web-Seite, auf der Loveparade-Veranstalter
Rainer Schaller und seine Firma Lopa ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Wahlurteil in Schleswig-Holstein: Wahlen sind das Fundament der Demokratie.
Jegliche Ergebnispfuscherei, selbst wenn sie nicht zu DDR-haften
99-Prozent-Ergebnissen führt, ist eine politische Todsünde. Die
schwarz-gelbe Regierungsmehrheit im schleswig-holsteinischen Landtag
aber war von vornherein auf einen Taschenspielertrick gegründet. Nur
weil die CDU deutlich mehr Direktmandate errungen hatte, als ihr nach
dem Stimmenanteil zustanden, und diese Zusatzsitze wegen des unklar
formulierten Wahlgesetzes nicht ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Energiesparlampen und LED-Technik: Nach der 100-Watt-Birne kommt nun also wie
angekündigt das Aus für die 75 Watt-Birne. Ein Stück
Wirtschaftsgeschichte geht peu á peu verloren. So fällt es immer noch
vielen Menschen schwer, von der guten alten Glühbirne Abschied zu
nehmen. Das kalte Licht vieler Energiesparleuchten ist für sie kein
gleichwertiger Ersatz. Mit Hamsterkäufen sorgen sie vor. Und dennoch:
In Zeiten, wo Energie immer knapper und teuerer wird, hat die
Glühbirne ihre D ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Sarrazin Das war mindestens ein Interview zu viel! Thilo
Sarrazin hätte besser geschwiegen, als Unsägliches über jüdische Gene
in die Welt hinauszuposaunen. Seine im übrigen in der Sache
grundfalsche Behauptung über die besondere genetische Disposition
»der« Juden im Verhältnis zu einer Volksgruppe - in diesem Fall »die«
Basken - hat ihn endgültig isoliert. Heute erscheint sein Buch, in
dem er sich, soweit bekannt, wohlweislich nicht zu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum Thema "Barack Obama - Katrina 2010
und andere Sorgen" Der fünfte Jahrestag von Hurrikan Katrina reißt
alte Wunden auf. Der Naturkatastrophe folgte ein politisches,
soziales und bürokratisches Desaster. Als New Orleans von Gewalt,
Rechtlosigkeit, Chaos und Hilflosigkeit überflutet wurde, zeigte
Amerika sein hässliches Gesicht. Die stolze Wirtschafts- und
Militärmacht wirkte wochenlang wie gelähmt. Nun wäre es unfair, die
bisherige Aufbauarbeit zu verschweigen oder die finanziellen und
menschlichen Anst ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Mammographie-Vorsorge: Vorsorge ist gut, Vorsorge ist wichtig. Und -
was noch viel entscheidender ist: Vorsorge kann wesentlich dazu
beitragen, Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die jetzt
vorgestellten neuen Zahlen hinsichtlich der Mammographie belegen zwar
noch immer nicht eindeutig, dass die Sterberate von an Brustkrebs
erkrankten Frauen aufgrund der Reihen-Untersuchung tatsächlich
zurückgeht. Doch fest steht, dass die Zahl der Frauen, bei denen die
Brust aufgrund der Früherkennung ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atomenergie: Erneut sind viele Fragen unbeantwortet
geblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Energie-Tour
beendet, aber Unklarheiten noch nicht beseitigt. Um wieviele Jahre
werden die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert? Bleibt es
wirklich bei der Brennelementesteuer? Und wie hoch ist der
Zusatzbeitrag, den Energiekonzerne über die Steuer hinaus zahlen
sollen? Das sind die offenen Fragen nach der Bildungsreise. Angela
Merkel hat sich zwar mit den Atombossen getroffen, aber sie ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema NRW-Schulpolitik: Im Westen nichts Neues? Die erste
Schuljahrespressekonferenz der neuen NRW-Schulministerin hätte in
Teilen auch von der alten absolviert werden können. Spitzbübisch, wie
sie ist, machte Sylvia Löhrmann erst gar kein Hehl daraus, dass sie
mit der Lehrereinstellungspolitik von Vorgängerin Barbara Sommer
(CDU) fortfährt. Selbst für die neuen Gemeinschaftsschulen sollen
vorerst die alten schwarz-gelben Schulgesetze reichen. Wären da nicht
die stets hellwa ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Benaissa-Urteil Zwei Jahre Freiheitsstrafe, die zur Bewährung
ausgesetzt sind, hat das Gericht Nadja Benaissa auferlegt. Ein
Urteilsspruch, der durchaus als angemessen anzusehen ist. Anders die
Festnahme der jungen Frau 2009 in einem Nachtclub sowie die
anschließenden Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft über die
HIV-Infektion und die Zahl der Partner, mit denen Benaissa
ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Das war deutlich überzogen.
Im Gegensatz dazu hat das Gericht nun A ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Schieder-Prozess Wenn jemand trotz einer Herzerkrankung, mit der
wahrlich nicht zu spaßen ist, einen wichtigen beruflichen Termin
wahrnimmt, ist er entweder verrückt oder leichtsinnig. Das mag auch
für den ehemaligen Schieder-Chef Rolf Demuth gelten, der für den
Auftakt im Schieder-Betrugsprozess einen Krankenhausaufenthalt im
Herzzentrum Bad Oeynhausen unterbrach. Gegen den Willen der Ärzte
setzte sich der 71-Jährige auf die Anklagebank. Demuth wollte nicht
den Anschein erw ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Sicherungsverwahrung Die schwarz-gelbe Koalition hat eine Baustelle
weniger. CDU-Innenminister Thomas de Maizière und
FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger haben sich
nun doch auf eine Neuregelung der Sicherungsverwahrung geeinigt.
Ausschlaggebend für den Kompromiss war jedoch nicht politische
Eintracht, sondern massiver öffentlicher Druck. 80 als gefährlich
geltende Schwerverbrecher, die nach der juristischen Schlappe
Deutschlands vor dem Europäischen Gerichtshof ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Sarrazin Erst das dumme Wort vom »Kopftuchmädchen«, jetzt
die provokante These »Deutschland schafft sich ab« als Buchtitel:
Thilo Sarrazin bleibt sich treu. Über »Bild« und »Spiegel« heizt der
PR-Profi in eigener Sache die Debatte über das Multikulti-Tabuthema
Zuwanderung abermals an. Dass es sehr wohl humanitäre Gründe für
Zuwanderung gibt, blendet Sarrazin aus. Er denkt radikal vom anderen
Ende her. Das muss erlaubt sein ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Gebühren am Geldautomaten Machen wir uns nichts vor: Banken und Sparkassen
stehen im knallharten Wettbewerb miteinander. Der Kampf um Kunden
entscheidet letztlich über ihre Rendite. Natürlich darf das
Gewinnstreben nicht dazu führen, dass Verbraucher abgezockt werden.
Dies ist der Fall, wenn Bürger bis zu 20 Euro Gebühr allein deswegen
bezahlen müssen, weil sie sich mit ein paar Scheinen an einem
»fremden« Automaten bedienen. Zu Recht haben Verbraucherschützer
Alarm ge ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bankenabgabe Marktwirtschaftlich ist das nicht, was die
Bundesregierung gestern unter dem Stichwort Bankenabgabe auf den Weg
gebracht hat. Und trotzdem ist das geplante Gesetz richtig: Denn um
die Marktwirtschaft abzusichern, muss der Staat bei systemrelevanten
Banken auch schon vor der Insolvenz und gegebenenfalls auch gegen den
Willen der Eigentümer eine Sanierung durchsetzen, sie gegebenenfalls
sogar zerschlagen und abwickeln. Am 10. September jährt sich der
Untergang der US-Bank Lehman Br ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu den Sterbefällen in einer Mainzer Klinik Die Nierenspende von Frank-Walter Steinmeier und
drei tote Babys innerhalb von nur 72 Stunden: Zwei aktuelle Fälle aus
der modernen Medizin, wie sie unterschiedlicher nicht sein können,
haben uns sehr berührt und betroffen gemacht. Auf der einen Seite die
mit so viel Hoffnung verbundene Nachricht, dass ein Ehemann seiner
schwerkranken Frau mit einer Organspende das Leben retten möchte und
im harten Kontrast dazu der Tod dreier Kinder, der uns traurig und
sprachlos macht. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum Thema Staatsdefizit Deutschland hat die Finanz- und Wirtschaftskrise
weitaus besser gemeistert als alle anderen Staaten Europas. Die
Konjunktur brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt, selbst der private
Konsum legt wieder leicht zu. Doch das zweite deutsche
Wirtschaftswunder ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Es hat
seinen Preis - sogar einen sehr hohen. Das staatliche Rekord-Defizit
von 42,8 Milliarden Euro für die ersten sechs Monate des
Nachkrisenjahrs 2010 ist die Quittung für den historisch ein ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Fachkräftemangel Das Problem ist nicht neu, die Zahlen sind es:
Zwei Drittel der Unternehmen haben Schwierigkeiten, Fachleute zu
finden. Was nun, was tun? Selbst aktiv werden. Kein Unternehmen
sollte sich darauf verlassen, dass geeignetes Personal schon
irgendwann zuwandert oder nachwächst. Die, die da sind, müssen
gefördert werden. Das fängt bei den Auszubildenden an: Wer sich nur
mit Abiturienten zufrieden gibt, wird sie über kurz oder lang
entweder ködern müssen. Oder ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Steinmeiers Organspende Wenn's drauf ankommt, ist Verlass auf den Mann.
Das gilt für den politischen Frank-Walter Steinmeier wie für den
privaten. Das ist es, was ihn sympathisch macht. Ein Spitzenpolitiker
im sogenannten Zentrum der Macht - doch der gebürtige Lipper hat es
nicht verlernt, als Mensch Prioritäten zu setzen. Die
lebensbedrohliche Erkrankung seiner Frau zeigen ihm und uns die
Grenzen der Macht - und was wirklich wichtig ist. Unabkömmlich gibt's
dann plötzlich nicht mehr. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bundeswehr Eine freiwillige Pflicht gibt es nicht. Eine
allgemeine Wehrpflicht schon gar nicht, wenn mit 7500 jungen Männern
nur noch ein Bruchteil eines Jahrgangs tatsächlich etwas leisten
muss, was anderen erspart bleibt. Das Verteidigungsministerium hat
gestern die »Aussetzung« der Wehrpflicht vorgeschlagen. Die
Opposition hielt tapfer das Wort von der freiwilligen Wehrpflicht
dagegen - beides ist wenig sachdienlich. Verteidigungsminister
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wi ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Ende der Steuerkarte Der Staat macht es sich einfach. Das ist gut.
Unnötiges Arbeiten der Beamten muss unterm Strich vom Steuerzahler
vergütet werden - wenn nicht durch Geld, so durch Verzögerungen bei
den Leistungen. Klar geht mit der gewohnten Steuerkarte, die es nun
künftig nicht mehr geben wird, ein Stück Gewohnheit verloren. Die
Karte aus dem Briefkasten fischen und sie in das Personalbüro tragen,
war kein besonders erfüllendes, aber eben doch ein Ritual. Dabei
schweifte ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Nahost-Friedensgesprächen Freiwillig kommt zu diesem Diner niemand. Selbst
wenn der Einlader Barack Obama heißt, und zum Auftakt einer neuen
Nahost-Friedensrunde für Anfang September zu sich ins Weiße Haus
einlädt. Die Amerikaner mussten erneut mit Dollarscheinen winken und
mit dem Liebesentzug drohen, damit die Runde mit Israels
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident
Mahmut Abbas überhaupt zustande kommt. 18 Monate lang herrschte
Funkstelle zwisch ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu falsch berechneten Renten Industriebetriebe, die sich der
Managementmethode Six Sigma verschrieben haben, dulden keine
Fehlerquote, die höher ist als 0,00034 Prozent. Im Klartext: Bei
einer Produktion von - zum Beispiel - Türöffnern, dürfen von einer
Million Teilen allenfalls 3,4 einen Fehler aufweisen. Alles Andere
setzt einen Verbesserungsprozess in Gang. Bei der Rentenversicherung
genügt offenbar nicht einmal eine Quote von zehn Prozent, um einen
Alarm auszulösen. Das Bundesversich ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Sexualstraftäter Wieder ist ein Kind missbraucht worden. Wieder
einmal ist es ein einschlägig vorbestrafter Sexualstraftäter, der
unter dringendem Verdacht steht. Die Statistik lässt keine Zweifel
aufkommen: Die Rückfallquote bei Sexualverbrechern liegt bei etwa 20
Prozent. Das ist deutlich mehr als beispielsweise bei Mördern, die
nach der Haft auf freiem Fuß sind. Natürlich müssen Richter jedes
Verbrechen und jeden Täter individuell beurteilen, genauestens
ab ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rente mit 67 Die Deutschen werden immer älter. Um vier Jahre,
so sagen Experten voraus, nimmt die Lebenserwartung bis zum Jahr 2030
zu, um weitere vier Jahre bis zum Jahr 2060. Das ist schön. Bis zum
Jahr 2060 wird die Bevölkerung aber zugleich um mindestens zehn,
vielleicht sogar 15 Millionen Menschen zurückgehen, schätzt das
Statistische Bundesamt. Das ist schlecht. Denn damit wächst die Last
der Jüngeren, die Älteren zu versorgen. Die Politik steht vor der
schw ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Irak-Abzug Wenn die Amerikaner von einem Sieg überzeugt
wären, hätten sie den Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak mit
Schampus und Konfettiregen gefeiert. Die Soldaten verließen das Land
in aller Stille - aus Sicherheitsgründen, sagten die Militärs. Selten
war ein Krieg so umstritten wie dieser. Er wurde von der
Bush-Regierung mit der Gefahr von Massenvernichtungswaffen begründet
- eine glatte Lüge, was erst später herauskam. Die Bilanz auf der
Haben-Se ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Bildungsmonitor Noch eine Bildungsstudie, und wieder erhält
Nordrhein-Westfalen ein schlechtes Zeugnis: Das ruft danach, die
Bildungspolitik in Bausch und Bogen zu verdammen, doch das wäre
ungerecht. NRW ist besser geworden, aber das sind alle anderen
Bundesländer eben auch, was zunächst einmal keine schlechte Nachricht
aus der angeblichen Bildungswüste Deutschland ist. Die ostdeutschen
Länder schneiden deshalb so gut ab, weil dort die Schülerzahlen
bereits deutlich sink ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Fernsehen und Geld Die WDR-Intendantin Monika Piel bekommt 308 000
Euro im Jahr. Günther Jauchs Produktionsgesellschaft erhält von der
ARD für 39 Sendungen 10,5 Millionen Euro. Zwei Anzeichen für die
Verschwendung von Rundfunkgebühren? Die Lobby-Organisation von RTL
und Sat1, der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT),
macht derzeit Front gegen ARD und ZDF, wirft ihnen vor, problemlos
»mindestens eine Milliarde Euro« sparen zu können und fordert ein
W ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum Thema Gesundheitsreform Und bist du nicht willig, so schick ich den Mann
mit dem Kuckuck. Natürlich müssen Leistungen - ob sie nun von
privaten Unternehmen, dem Staat oder einer Krankenkasse erbracht
wurden - bezahlt werden. Trotzdem erstaunen Tempo und Ausmaß, mit der
die Regierung jetzt zehn bis dreißig Prozent der Versicherten zur
Kasse bittet. Wer sich bislang geweigert hat, den Zusatzbeitrag zu
bezahlen, soll nun außerdem eine Säumnisgebühr berappen. Kein Gedanke
daran, da ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Pressefreiheit in Südafrika Auch in Europa soll es eitle Potentaten in
prunkvollen Präsidentenpalästen geben, denen kritische Journalisten
ein Dorn im Auge sind. Deren wüsten Drohungen sind kaum etwas
Besonderes. Aber die Blitze, die Südafrikas Jacob Zuma inzwischen auf
das Land am Kap schleudert, sind besorgniserregend. Der
Nach-Nachfolger von Friedensnobelpreisträger Nelson Mandelas lässt
seine Regierungspartei ANC Zensur-Gesetze vorlegen. Formal sollen
Verstöße (wer definie ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-Blatt (Bielefeld) zum Thema Elektroautos Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das
Sprichwort ist zwar abgedroschen, doch birgt es im Fall des
Elektro-Autos eine Menge Wahrheit. Zunächst einmal ist unbestritten,
dass mit Strom angetriebene Fahrzeuge auf jeden Fall sauberer
unterwegs sind, als alle derzeit verfügbaren Alternativen. Benziner
und Diesel, ja auch Hybridautos stoßen mehr Kohlendioxid in die
Umwelt als jeder Stromer. Der nämlich fährt vor Ort ohne jegliche
Emission. Eine Batterie liefert ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Opel: Was ist ein Versprechen vom einst weltgrößten
Autobauer heute noch wert? Der Betriebsrat der zu General Motors
gehörenden deutschen Opel-Gruppe traut den Unterschriften der Bosse
in Detroit offenbar überhaupt nicht mehr. Warum sonst hat er sich die
Investitionszusage mit 1,1 Milliarden Euro absichern lassen? In den
USA scheint man damit keine Probleme zu haben. Seit Washington 50
Milliarden Dollar aus der Staatskasse in den Kofferraum von GM
gepackt und den Konzern dam ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Struktur der NRW-Polizei Allein um die Pensionierungen auszugleichen sind
in den Jahren ab 2012 Wiedereinstellungen von mehr als 1000 bis hin
zu 2000 Polizeibeamten erforderlich, ohne dass sich damit eine
ausgewogene Altersstruktur erreichen lässt. Das hat die
SPD-Landtagsfraktion bereits im Jahr 2007 erkannt. Auch die
speziellen Sorgen der überalterten Kripo wurden ernst genommen. Die
damalige SPD-Forderung: früherer Einstieg von Beamten in die
Kriminalitätsbearbeitung. SPD-Mann Ralf Jäg ...
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zur Kandidatur von Norbert Röttgen als CDU-Landesvorsitzender Respekt vor dem Mut. Norbert Röttgen tritt als
Bewerber um das Amt des CDU-Landesvorsitzenden in NRW an. Nach einer
krachenden Niederlage bei der Landtagswahl, ersten Weichenstellungen
in der CDU-Landtagsfraktion und der nicht selbstverständlichen
Zurückhaltung von CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid lässt das
aufhorchen. Viel war zuletzt von den Risiken die Rede, die
Bundesminister Röttgen auf sich nimmt, denn seine Wahl ist keineswegs
sicher. Gerade weil ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Koreakonflikt Der Koreakonflikt schwärt weiter. Daran kann
auch das gestern gestartete Großmanöver von Südkorea und den USA
nichts ändern. Im Gegenteil: Nordkoreas Militär droht abermals mit
einem »heiligen Krieg der Vergeltung«. Die USA demonstrieren zwar
militärische Stärke, eine Lösung aber kann es nur auf diplomatischem
Wege geben. Die amerikanisch-chinesische Beziehung spielt dabei eine
Schlüsselrolle. Sollten sich Peking und Washington ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Steuerreform Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält
seine Schatulle dicht. Richtig so. Denn der Wirtschaft geht's zwar
besser, aber für große Geschenke fehlt das Geld. Deshalb weigert sich
Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter auch, überhaupt von einer
Steuerreform zu sprechen. Es kann höchstens um eine
Steuervereinfachung gehen und nicht um Entlastungen im großen Stil.
Das haben auch die Bürger verstanden. Sie wissen, dass derzeit nicht
viel zu verte ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Afghanistan US-Topkommandeur David Petraeus beklagt das
ständige Auf und Ab im Ringen um Sicherheit in Afghanistan - und
trägt selbst dazu bei. Gerade sechs Wochen im Amt setzt er alles
daran, den vom geschassten Vorgänger Stanley McChrystal gewünschten
schnellen Abzug ausländischer Soldaten wieder zurückzunehmen. Nicht
einmal Präsidentenworte seien in Stein gemeißelt und möglicherweise
gäbe es Mitte 2011 nur eine minimale Reduzierung der
Mannschafts ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Olympischen Jugendspielen Wieso bitte ist der iranische Sportverband noch
Mitglied in der Weltgemeinschaft der Sporttreibenden? Der Eklat in
Singapur ist zwar nicht der erste, es sollte aber der letzte sein.
Mit Sätzen wie »Wir untersuchen das jetzt« oder mit erhobenen Finger
»Dududu« sagen, kommt man nicht weiter. Dabei ist der wahrscheinlich
unfreiwilige Verzicht von Mohammad Soleimani wahrlich nicht das
Schlimmste, was im Umgang mit israelischen Sportlern auf der Welt
passiert. Da w ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Adolf Sauerland Es wird immer unerträglicher: Auch drei Wochen
nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten
klebt Adolf Sauerland (CDU) noch immer an seinem Stuhl. Sein
Eingeständnis, die Öffentlichkeit mit falschen Besucherzahlen bewusst
angelogen zu haben, reicht alleine schon aus für einen sofortigen
Rücktritt. Es erwartet niemand, dass Adolf Sauerland die alleinige
Verantwortung für die Tragödie übernimmt. Hier haben mehrere versagt,
nicht ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema anonyme Bewerbungen Alexander soll es nicht leichter haben als
Ahmet, und wenn Aishe besser ausgebildet ist als Anna, soll sie
künftig auch die Stelle bekommen: Anonyme Lebensläufe sollen die
Chancengleichheit von Bewerbern erhöhen. Die Idee ist gut, das
Konzept aber aus mehreren Gründen nicht ausgereift. Die Frage ist
erst einmal, wie weit die Anonymisierung geht. Um keinen Rückschluss
auf das Alter zuzulassen, müssten die Zeitangaben im Lebenslauf und
in allen Zeugnissen gestr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Jan Ullrich 2008 kaufte sich Jan Ullrich vom Vorwurf des
Sportbetruges frei: Die Beweise waren zu eindeutig. 2010 gab sein
Freund Rudy Pevenage zu: Ja, ich habe Jans Reisen nach Madrid
organisiert. Dort sitzt der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes.
Schon bei der Faktenlage ist es wenig verwunderlich, dass der
Tour-de-France-Sieger von 1997 am Freitag vor Gericht verlor. Der
Dopingexperte Werner Franke darf weiter behaupten: Ullrich hat 35 000
Euro an Fuentes gezahlt. Und was macht der Rosto ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Familiencard In bedürftigen Familien mit Kindern kommt es auf
jeden Cent an. Die Förderung mit der Gießkanne wäre die einfachste,
aber auch die schlechteste Variante. Einig sind sich alle darüber,
dass Kinder nicht darunter leiden sollen, wenn ihre Eltern arm sind.
Unbestritten ist auch, dass Bildung der beste Weg aus der Misere ist.
Musikschule, Zoobesuch, Sportverein, Bibliotheken - all das kostet
Geld, das Hartz-IV-Empfänger kaum übrig haben. Bargeld oder ganz
gezi ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Aufschwung Wer hätte das gedacht: Kaum ist das Schlimmste
der Krise überwunden, da brummt die Wirtschaft plötzlich wieder. So
erfreulich und überraschend die wirtschaftliche Entwicklung ist, so
erstaunlich, dass die Bundesregierung selbst davon nicht profitieren
kann. Während Deutschland wieder Wachstums-Lokomotive in ganz Europa
ist, plagt sich gleichzeitig die Regierung mit ganz miesen
Umfragewerten herum. Und mittendrin Bundeskanzlerin Angela Merkel,
die uns zwar aus der ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Abgeordneten-Urteil Der Vorwurf, unsere Politiker verdienten zu
viel, ist uralt. So berechtigt die Kritik an der Höhe der
Pensionsansprüche ist, so überzogen war die Klage von vier
Arbeitnehmern gegen die steuerfreie Aufwandsentschädigung von 3969
Euro im Monat. Das Bundesverfassungsgericht hat sie als mit dem
Grundgesetz vereinbar erklärt. Ein gutes Urteil. Denn es kann nicht
sein, dass Bundestagsabgeordnete um jeden Bleistift betteln müssen.
Hier sind Neid und Generalverdacht ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bundeswehr-Reform Solch radikale Reformen hat die Bundeswehr noch
nicht so oft erlebt. Falls der Verteidigungsminister unbeschadet
seine Pläne durch das Parlament bringen sollte, dann ist er in der
Politik noch für höhere Ämter geeignet. Vor einer eher harmlosen
Prüfung steht Karl-Theodor zu Guttenberg, wenn er in der nächsten
Woche der Kanzlerin seine Entwürfe präsentiert. Denn der Minister
wagt sich ans Eingemachte. Verschlanken von oben bis unten und ein
Abbau der ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bauzinsen Häuslebauer wissen: Baufinanzierung ist immer
ein wenig wie Roulette spielen. Soll man die Hypothek jetzt
abschließen, doch lieber auf fallende Zinsen setzen, oder werden in
zwei, drei Monaten schon wieder ein paar Zehntelprozentpunkte mehr
aufgerufen? Doch plötzlich ist alles anders: Baugeld gibt es so
billig wie nie zuvor, die Zinsen können kaum noch weiter sinken.
Internetbanken bieten Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit mittlerweile
zu 2,5 Prozent oder wen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Abgeordneten-Urteil Der Vorwurf, unsere Politiker verdienten zu
viel, ist uralt. So berechtigt die Kritik an der Höhe der
Pensionsansprüche ist, so überzogen war die Klage von vier
Arbeitnehmern gegen die steuerfreie Aufwandsentschädigung von 3969
Euro im Monat. Das Bundesverfassungsgericht hat sie als mit dem
Grundgesetz vereinbar erklärt. Ein gutes Urteil. Denn es kann nicht
sein, dass Bundestagsabgeordnete um jeden Bleistift betteln müssen.
Hier sind Neid und Generalverdacht ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bundeswehr-Reform Solch radikale Reformen hat die Bundeswehr noch
nicht so oft erlebt. Falls der Verteidigungsminister unbeschadet
seine Pläne durch das Parlament bringen sollte, dann ist er in der
Politik noch für höhere Ämter geeignet. Vor einer eher harmlosen
Prüfung steht Karl-Theodor zu Guttenberg, wenn er in der nächsten
Woche der Kanzlerin seine Entwürfe präsentiert. Denn der Minister
wagt sich ans Eingemachte. Verschlanken von oben bis unten und ein
Abbau der ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bauzinsen Häuslebauer wissen: Baufinanzierung ist immer
ein wenig wie Roulette spielen. Soll man die Hypothek jetzt
abschließen, doch lieber auf fallende Zinsen setzen, oder werden in
zwei, drei Monaten schon wieder ein paar Zehntelprozentpunkte mehr
aufgerufen? Doch plötzlich ist alles anders: Baugeld gibt es so
billig wie nie zuvor, die Zinsen können kaum noch weiter sinken.
Internetbanken bieten Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit mittlerweile
zu 2,5 Prozent oder wen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Flutkatastrophe in Pakistan Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in
Pakistan tut not. Unbedingt und möglichst schnell. Es gilt vor allem,
das unermessliche Leid der Millionen von Menschen, die in den Fluten
ihr Hab und Gut verloren haben und nun ums nackte Überleben kämpfen,
zu lindern. Die Betroffenen warten dringend auf Lebensmittel,
sauberes Wasser, Kleidung und Unterkünfte. Bislang meistens
vergeblich. Es gilt aber auch, den Einfluss der Taliban nicht noch
weiter wachsen zu lassen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Grundsteuer Die Grundsteuer ist neben der Mehrwertsteuer die
Abgabe mit der höchsten Durchschlagskraft. Ihr kann sich niemand
entziehen - wohnen muss schließlich jeder. Nun hat der
Bundesfinanzhof nicht ausdrücklich eine solche Erhöhung gefordert,
sondern lediglich die Schaffung einer gerechteren Steuergrundlage.
Doch die Politik wird diese Steilvorlage nicht ungenutzt lassen.
Lange schon vor dem Urteil hat die von Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble (CDU) ins Leben gerufe ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Tod einer Schulleiterin in San Francisco Der gewaltsame Tod der Mindener Schulleiterin
Mechthild Schröer in San Francisco wirft eine Frage auf, die ehrlich
beantwortet werden muss: Sind die USA ein sicheres Reiseland?
Immerhin fahren mehr als 1,8 Millionen Deutsche jährlich in die
Vereinigten Staaten. Die meisten kommen wohlbehalten und zufrieden
zurück. Dennoch ist Amerika ein vergleichsweise unsicheres Reiseland:
Erstens gibt es dort in touristisch attraktiven Städten Ghettos, in
die man sich nicht verirren ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NRW-CDU Die nordrhein-westfälische CDU muss alles dafür
tun, um nach der Wahlschlappe aus dem Umfrage- und Stimmungstief zu
kommen. Das Gerangel um die Führung der Landespartei wirkt
kontraproduktiv. Nachdem am Freitag der frühere Landesminister Armin
Laschet seinen Hut in den Bewerberring geworfen hatte, dauerte es
drei Tage, bis sich der Berliner Fanclub seines möglichen
Gegenkandidaten Norbert Röttgen ins Zeug legte. Jetzt offenbart sich,
wer mit wem gut kann und w ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld)über Not und Armut Die Nachricht hat in der vergangenen Woche wie
eine Bombe eingeschlagen: Superreiche spenden in den USA mindestens
die Hälfte ihres Vermögens. Mehr als 100 Milliarden US-Dollar sollen
auf diesem Weg zusammenkommen: eine gigantische Summe. Sofort wurden
Vergleiche mit Deutschland gezogen. Es dauerte nicht lange, bis der
erste Politiker die Frage stellte: Warum halten deutsche Milliardäre
ihre Portemonnaies so fest verschlossen und nutzen ihr Geld so wenig,
um Gutes zu tun? Nu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum möglichen EU-Beitritt der Türkei Immer wenn der künftige EU-Beitritt der Türkei
thematisiert wird, verbreiten sich Argwohn und Unbehagen. Die
Beitrittsgegner befürchten, die Türkei werde die EU überlasten, den
Islam exportieren und den Westen mit Millionen von Billigarbeitern
überlaufen. Sie fordern die EU auf, die türkische Mitgliedschaft zu
verhindern. Die Türkei, so meint zum Beispiel der Journalist Peter
Scholl-Latour, gehöre nicht in den abendländischen Kulturkreis un ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Tod von christlichen Helfern in Afghanistan Die Ermordeten trugen keine Uniformen und keine
Waffen - und dennoch mussten sie sterben. Die radikal-islamische
Taliban brüstet sich auch noch damit, die zehn Menschen im Nordosten
Afghanistans umgebracht zu haben, weil sie den christlichen Glauben
ins Land bringen wollten. Dabei fragen die Mediziner aus dem Westen,
die im Namen der »International Assistance Mission« (IAM) unterwegs
waren, nicht nach dem Glauben. Die IAM-Freiwilligen geben ihren
gutbezahlten Job in New Y ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Schwarz-Gelb im Tief Angela Merkel genießt zur Zeit ihren Urlaub in
Sulden. Man muss der Bundeskanzlerin den Aufenthalt im malerischen
Südtiroler Bergkurort gönnen, denn innen- und weltpolitisches
Geschehen hatten es in den vergangenen Monaten wahrlich in sich. Zu
den objektiv vorhandenen Problemen der internationalen Märkte in
Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise kamen die
selbstgemachten Probleme in der schwarz-gelben Regierungskoalition in
Berlin. Seit dem Wahlsieg im Sept ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Karstadt Das Ringen um Karstadt wird mehr und mehr zur
Posse. Seit Monaten verhandeln der Investor Nicolas Berggruen und das
Immobilienkonsortium Highstreet, hinter dem sich bekanntlich die
US-Bank Goldman Sachs verbirgt, um die Höhe der Mieten für die
Warenhäuser. Dass bisher kein Ergebnis vorliegt, lässt darauf
schließen, wie hart um jeden Cent gerungen wird. Traurig, nein
beschämend ist, dass dieser Machtkampf der Manager auf dem Rücken der
25000 Mitarbeiter au ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Armin Laschet Als NRW-Integrationsminister hat Armin Laschet
selbst nach Auffassung seiner Kritiker Akzente setzen können. Jetzt
will der Aachener versuchen, der Landes-CDU nach der Wahlniederlage
wieder eine gewichtige Stimme zu verleihen. Er hat seinen Hut in den
Ring geworfen und wartet ab. Denn ob der Landesparteitag am 2.
Oktober Armin Laschet zum Nachfolger von Jürgen Rüttgers als
Parteichef wählt, ist noch längst nicht entschieden. Bis zum 30.
August hat Norbert Röt ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Bohrloch im Golf von Mexiko Verdunstet, verbrannt, abgeschöpft, zersetzt:
Kaum ist das Bohrloch im Golf von Mexiko gestopft, da legt die
US-Regierung eine Studie vor, nach der bereits drei Viertel des nach
der Explosion der Plattform »Deepwater Horizon« unkontrolliert
ausgeströmten Öls aus dem Meer verschwunden sein soll. Alles also gar
nicht so schlimm? Von wegen. Der Regierungsbericht beruft sich neben
wissenschaftliche Berechnungen der Nationalen Behörde für
Ozeanographie und d ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Buffetts Spendenaktion Was bringt mehr: ein staatlich verordneter
höherer Spitzensteuersatz oder ein freiwilliger Spendenappell an die
Superreichen? Nach der großen Sammelaktion von Warren Buffett muss
die Frage neu beantwortet werden. Die Summe von auf Anhieb 40
Milliarden Dollar ist einfach gigantisch. Bill Gates' Stiftung kann
dank Buffetts großzügiger Gabe nun über 60 Milliarden Dollar verfügen
- das Doppelte ihres bisher schon mehr als üppigen Kapitals. Zum
Vergleich: De ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Duisburger Schuldfrage Die Trauerfeier am Samstag hatte Hoffnung
gegeben. Einen Funken mindestens - endlich. Mit brüchiger Stimme,
aber eben auch in so bewegenden Worten war es der
nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gelungen,
aufrichtig Anteil zu nehmen - an dem Leid und an der Ohnmacht der
Angehörigen. Ihre Rede in der Duisburger Salvator-Kirche war würdig,
und sie war als ein Zeichen gedeutet worden, dass nun die Zeit der
Sprachlosigkeit zu Ende ging. Endlich ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Führerschein mit 17 Ruck-Zuck geht anders. Aber wenn es um die
Sicherheit im Straßenverkehr geht, muss auf Schnellschüsse verzichtet
werden. Sieben Jahre nach ersten Tests in den Ländern dürfen von 2011
an 17-Jährige in ganz Deutschland den Pkw-Führerschein machen. Es ist
richtig, dass im ersten Jahr nach der Prüfung ein erfahrener
Begleiter auf dem Beifahrersitz dem Neuling am Steuer Sicherheit
vermittelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die 17-Jährigen fast
25 Proze ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Sorgerecht Die Zeiten ändern sich. Und manchmal muss sich
mit der Zeit auch das Gesetz ändern. Dabei ist Kindererziehung
eigentlich noch nie alleinige Aufgabe der Mütter gewesen. Doch ihr
Anteil war in der Tat so groß, dass es kaum jemand als unnatürlich
empfand, dass Frauen in der Praxis fast allein darüber entschieden,
ob der Vater am Sorgerecht für das gemeinsame Kind beteiligt wurde
oder nicht. Doch der Mensch entwickelt sich weiter. Nicht nur die
Frau hat sic ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Strompreisen Kennen Sie jemanden, der nicht das Gefühl hat,
für seinen Strom zu viel zu bezahlen? Wahrscheinlich werden Sie lange
überlegen müssen. Die meisten Menschen fühlen sich abgezockt. Wie
richtig sie mit ihrem Gefühl liegen, hat einmal mehr eine Studie
gezeigt: Die meisten Energieriesen wollen aus undurchsichtigen
Gründen Jahr für Jahr mehr Geld für ihren Strom haben. Und das,
obwohl die Preise an den Börsen seit längerer Zeit sinken. Nun is ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Duisburg/Sauerland Geschlossenheit ist für jede Partei ein Trumpf.
Ob sich die Duisburger CDU bei der Aufarbeitung des
Loveparade-Unglücks damit einen Gefallen tut, ist fraglich. Die
Ratsfraktion ist sich einig, eine Abwahl von Oberbürgermeister Adolf
Sauerland verhindern zu wollen. Noch am Vortag hatte Sauerland
erklärt, sich diesem Verfahren stellen zu wollen. Wie großzüzig.
Dabei kann er sich gar nicht gegen die Abstimmung wehren. Oder hat
Sauerland am Montag bereits gewuss ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Tariftheater Immer wenn Tarifverhandlungen anstehen, schicken
die Parteien ihre Verbandsoberen und Experten an die Front. Dann
reden die Unternehmer die Konjunktur klein, die Gewerkschafter beten
sie gesund. Und weil es die Wirkung verstärkt, verbinden sie ihre
Aussage mit kleinen Paukenschlägen. Beispiel Dieter Hundt: Abschlüsse
mit einer nennenswerten Lohnerhöhung führen in die Krise zurück.
Reaktion Peter Bofinger: Drei Prozent müssen mindestens sein, sonst
kommt di ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den neuen Impfempfehlungen Die Neue Grippe oder auch Schweinegrippe im
vergangenen Jahr hat in Europa längst nicht die von vielen Experten
vorhergesagten verheerenden Folgen mit sich gebracht. Ein Grund dafür
ist sicherlich, dass die Menschen besonders sorgfältig auf die
Ratschläge der Wissenschaftler gehört haben. Gründliches
Händewaschen, kein Händeschütteln oder lieber in die Armbeuge niesen
lauteten die einfachen, aber durchaus wirkungsvollen
Gesundheitstipps. Aus den ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Situation in der Arktis Die Arktis ist weit weg und unwirtlich. Die
meisten Menschen werden sie nie betreten. Warum also sollten wir uns
für sie interessieren? Weil sie Ort eines Konflikts ist, der sich zu
einem Krieg entwickeln kann - zu einem neuen kalten Krieg. Viele
Jahre lang spielte die Arktis in der internationalen Politik keine
Rolle. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts hatte sie ihre
strategische Bedeutung verloren, als Ort nämlich, an dem sich die
beiden Blöcke USA und UdSSR direkt gegen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Hartz-IV-Reform Man muss schon Thilo Sarazin heißen und
Vorstandsmitglied bei der Bundesbank sein, um bei 359 Euro im Monat
für einen Erwachsenen noch Einsparpotenzial zu sehen. Auch wenn sich
der Betrag nun geringfügig - höchstens 30 Euro - erhöhen sollte, wird
kein Hartz-IV-Empfänger den Gürtel lösen können. Die Vorstellung vom
Leben in Saus und Braus allein mit Hilfe von Arbeitslosengeld II ist
absurd. Hartz-IV-Empfänger sehen in der wieder aktuellen
...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Linke-Chef Klaus Ernst Manchmal ist es gut, nicht allzu bekannt zu
sein. Der Linkspartei dürfte es mit Klaus Ernst, einem ihrer beiden
Parteivorsitzenden, derzeit so gehen. Nach einer Befragung des
Allensbach-Institutes ist Ernst nur 28 Prozent der Deutschen ein
Begriff. Das ist ein schwacher Wert für einen Politiker mit
bundespolitischem Gestaltungsanspruch - seine Mitstreiterin Gesine
Lötzsch bringt es auch nur auf 43 Prozent -, kann aber hilfreich
sein, wenn etwas schief läuft. Der Vortei ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Duisburg und die Medien Seit einer Woche haben wir die Bilder vor Augen:
Junge Leute, die sich auf eine riesige Party freuen, und deshalb
bereit sind, den Weg durch den Tunnel zu nehmen. Ein paar hundert
Meter noch bis zur Fete des Jahres. Seit einer Woche sehen wir die
Bilder, und wir kennen die Folgen: 21 Menschen sind tot, mehr als 500
wurden verletzt. Wer in Duisburg dabei war, wird ihr Leiden und ihr
Sterben vielleicht ein Leben lang vor Augen haben. Allein mehr als
300 der eingesetzten Polizisten sind trauma ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Zusatzbeitrag der Krankenkassen Nie war so viel Wettbewerb: Der Zusatzbeitrag
hat sich zu einem Konkurrenzbeschleuniger entwickelt. Krankenkassen
ohne Zusatzbeitrag werben damit auf jedem Anschreiben, in jeder
Mitgliederzeitschrift. Denn nie war die Bereitschaft zum Wechsel so
groß: Die Zusatzpauschale hat vielen Versicherten den Antrieb dazu
verliehen. Das ist nur schwer erklärbar. Denn während mancher
jahrelang klaglos einen höheren Beitrag als sein Kollege bezahlt hat,
brachte ihn erst der Zusatz ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Duisburg und die Medien Seit einer Woche haben wir die Bilder vor Augen:
Junge Leute, die sich auf eine riesige Party freuen, und deshalb
bereit sind, den Weg durch den Tunnel zu nehmen. Ein paar hundert
Meter noch bis zur Fete des Jahres. Seit einer Woche sehen wir die
Bilder, und wir kennen die Folgen: 21 Menschen sind tot, mehr als 500
wurden verletzt. Wer in Duisburg dabei war, wird ihr Leiden und ihr
Sterben vielleicht ein Leben lang vor Augen haben. Allein mehr als
300 der eingesetzten Polizisten sind trauma ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Zusatzbeitrag der Krankenkassen Nie war so viel Wettbewerb: Der Zusatzbeitrag
hat sich zu einem Konkurrenzbeschleuniger entwickelt. Krankenkassen
ohne Zusatzbeitrag werben damit auf jedem Anschreiben, in jeder
Mitgliederzeitschrift. Denn nie war die Bereitschaft zum Wechsel so
groß: Die Zusatzpauschale hat vielen Versicherten den Antrieb dazu
verliehen. Das ist nur schwer erklärbar. Denn während mancher
jahrelang klaglos einen höheren Beitrag als sein Kollege bezahlt hat,
brachte ihn erst der Zusatz ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Arbeitsmarkt »Jobwunder«, »Sommermärchen« - die Stimmen
derer, die den seit Monaten anhaltenden Rückgang der
Arbeitslosenzahlen freudig als Ende der Krise auf dem Arbeitsmarkt
feiern, werden lauter. Zweifellos ist in Deutschland Großes geleistet
worden. Dank Kurzarbeit, Konjunkturprogrammen in Milliardenhöhe, dem
starken Export und nicht zuletzt dem Verantwortungsbewusstsein vieler
Unternehmer, an ihren Facharbeitern möglichst lange festzuhalten, ist
dem ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland Der Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters
Adolf Sauerland kommt zu spät. Wann auch immer sich das
Stadtoberhaupt zu diesem Schritt entschließen sollte. Der
CDU-Politiker hat seine Chance verpasst. Wenn er sein Amt aufgibt,
und das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wird ihm dafür niemand
mehr ernsthaft Respekt zollen können. Denn Sauerland ist längst zum
Getriebenen geworden, der keine Wahl mehr hat, als abzutreten. Die
Stunden, in denen er se ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Westerwelle in der Türkei Bundesaußenminister Guido Westerwelle gab sich
am Bosporus ungewöhnlich einsilbig. Er lobte die Gastgeber für ihre
Vermittlungsbemühungen im Atomstreit mit dem Iran und erklärte den
Streit um den israelischen Angriff auf die für Gaza bestimmten
Schiffe für beendet. Der türkische Wunsch eines EU-Beitritts spielte
bei den Gesprächen keine Rolle. Im Vorfeld seiner Reise hatte
Westerwelle der Türkei die EU-Reife abgesprochen. Das klingt anders ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Loveparade Loveparade
So sehr Geduld bei der Aufarbeitung der Katastrophe von Duisburg
angebracht ist: Die Vorwürfe von Loveparade-Veranstalter Rainer
Schaller konnte die Landesregierung nicht im Raum stehen lassen. Sie
musste schnell dem Eindruck entgegen treten, dass Polizeimaßnahmen
dazu beigetragen haben, ein Chaos auszulösen, das nun 21 Menschen das
Leben kostete. Ein großer Unterschied zur ersten Pressekonferenz vom
Sonntag fiel gestern auf: Innenminister und Polizeiins ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Tod von Theo Albrecht Damals, es ist schon einige Jahrzehnte her, als
der junge Journalist über Hunderte von Kilometern nach Ostwestfalen
zog, da schien die Mutter beim ersten Besuch lange untröstlich. Das
änderte sich erst, als sie eine Aldi-Filiale sah. Mit einem Seufzer
der Erleichterung sagte sie: »Junge, jetzt weiß ich, du wirst hier
nicht verhungern.« Der jetzt in aller Stille in Essen verstorbene
Theo Albrecht hat der Generation von Deutschen und Gastarbeitern, die
das Wi ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Krankenhausreport Auch Erfolgsmeldungen haben ihren Preis: Die
Deutschen liegen im Durchschnitt fünf Tage weniger im Krankenhaus als
noch vor 20 Jahren. Untersuchungen sind genauer, Operationsmethoden
verfeinert und Nachbehandlungen effizienter geworden. Dafür haben
alle Beteiligten ein dickes Lob verdient. Was damit alles verbunden
ist, steht nicht im neuen Krankenhausreport der Barmer GEK. Pfleger
und Ärzte können ein Lied davon singen, wie sehr die Arbeitsdichte in
den vergangenen Jahr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Niedrig- oder Mindestlohn Das Lohnsystem franst nach unten aus.
Stundenlöhne zwischen zwei und fünf Euro, wie sie in jüngster Zeit
bekannt wurden, sind sittenwidrig - wenn nicht vor Gericht, dann doch
im allgemeinen Sprachgebrauch. Ihr Bekanntwerden müsste den
betroffenen Arbeitgebern eigentlich die Schamesröte ins Gesicht
treiben. Das Erschreckende ist: Einige verteidigen stattdessen das
Lohndumping sogar noch. Nun aber kommt die Nachricht, dass schon mehr
als jeder Fünfte in Deutschla ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Afghanistan-Akten Weltverbesserer, Aufklärer oder Verräter? Wer
mehr als 90 000 zumeist geheime Militärakten zum Afghanistan-Einsatz
ins Internet stellt, sollte ganz genau wissen, was er tut.
Kriegsverbrechen aufdecken und zum Verständnis der Kämpfe am
Hindukusch beitragen - so begründet der Australier Julian Assange
sein Handeln. Damit bewegt er sich auf einem gefährlichen Pflaster.
Denn der Gründer der Internetplattform Wikileaks kann nicht ein
Beispiel von Kriegsv ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rentengarantie Als Angela Merkel im Herbst ihr Kabinett
vorstellte, mangelte es nicht an Häme für die Personalie Brüderle.
Der FDP-Mann aus der Kohlzeit habe wohl untergebracht werden müssen,
mutmaßte man. Alle, die damals mitlästerten, können sich nun die
Augen reiben. Schon wieder hat der Wirtschaftsminister Lob verdient.
Wie beim Fall Opel, als er sich gegen den Widerstand der Kanzlerin
gegen Staatshilfen aussprach, hat Brüderle auch Recht, wenn er die
unselig ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Loveparade-Ermittlungen Der zweite Tag danach brachte alles andere als
Ruhe oder gar Normalität. Und auch von Aufklärung kann nicht einmal
ansatzweise gesprochen werden. Es gilt aufzulisten: 19 Tote, ein
Mensch noch immer in Lebensgefahr, die Zahl der Verletzten inzwischen
auf mehr als 500 beziffert - die Loveparade 2010 als eine der größten
Katastrophen, die das Bundesland NRW erlebt hat. Trauer,
Betroffenheit, Fassungslosigkeit, auch Wut. Überall. Denn fast jeder
kennt jemanden, hat Fre ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT(Bielefeld) zur Frauen U20-WM Die nimmermüden Koreanerinnen haben hier
gespielt, die hübschen Schwedinnen, auch die US-Amerikanerinnen, die
zu den Titelfavoritinnen zählten. Doch ganz ehrlich: Bisher war
Bielefeld bei der U20-WM nur ein Nebenschauplatz. Das Herz des
Turniers schlägt in Bochum. Dreimal haben die Menschen dort schon die
deutsche Mannschaft spielen sehen. Jedes Mal war die Stimmung
prächtig, die Resonanz unerwartet groß. Viel mehr als die im Schnitt
fast 18 000 Zuschauer wir ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Vorstoß von Bundesbildungsministerin Schavan, mehr ausländische Fachkärfte nach Deutschland zu holen Kluge Köpfe braucht das Land. Und die sollen aus
dem Ausland kommen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan will die
Einreise von Fachkräften nach Deutschland erleichtern. Das gleiche
hatte vor zehn Jahren der damalige Kanzler Gerhard Schröder
vorgeschlagen. Dessen Greencard-Aktion konnte den Facharbeitermangel
nicht entscheidend beseitigen. Warum soll das heute anders sein? Es
gibt Tausende von jungen Menschen in Deutschland, die keinen Job
haben. Sie durchlaufen eine Wart ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Loveparade - Tragödie in jeder Hinsicht Aus dem »Fest der Liebe« ist eine Tragödie
geworden: die Duisburger Loveparade als Tanz in den Tod. Was ein
weiterer Höhepunkt im Rahmen des Kulturfestivals »Ruhr 2010« werden
sollte, geriet zur Katastrophe. Eine Woche nach dem begeisternden
Still-Leben auf der A 40 mit mehr als drei Millionen Besuchern und
tollen Bildern blickt die Welt wieder auf Nordrhein-Westfalen - und
ist fassungslos. 19 Tote, hunderte Verletzte sowie unzählige
traumatisierte B ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Volksentscheide Nach den erfolgreichen Volksentscheiden in
Bayern (Einführung eines generellen Rauchverbots) und Hamburg
(Ablehnung einer sechsjährigen Primarschule) hat die direkte
Demokratie mal wieder Hochkonjunktur. Der Wunsch der Bürger nach mehr
unmittelbarer Teilhabe ist vor allem ein Zeichen für den Verdruss
über die Politik im Allgemeinen und die Parteien im Besonderen.
Dieser Ärger hat seine Berechtigung, wo das politische Personal
versagt. Das passiert oft, aber n ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Bankentest Die Hypo Real Estate ist also die einzige
deutsche Bank, die den Stresstest nicht bestanden hat. Welche
Aussagekraft hat das? Eine geringe - wie der Stresstest überhaupt.
Nur mit staatlicher Milliardenhilfe konnte die HRE vor der Pleite
bewahrt werden. So wie jetzt kann und wird sie schon bald nicht mehr
aussehen. Deshalb wird sie umgebaut. In dieser Hinsicht hat der
Stresstest also nur bestätigt, was Experten schon vorher klar war:
Die HRE könnte einem erneuten Konjunktur ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Kampf gegen Krebs Geld ist nicht alles, aber mit weniger Geld ist
der Kampf gegen Aids nicht zu gewinnen. Die Zahl der Infizierten
steigt rasant und gleichzeitig friert beispielsweise die US-Regierung
die Zahlungen an den Globalen Aids-Fonds ein. Und auch Deutschland
hält sich zurück. Das passt nicht zusammen. Diese Organisation hat
bisher einige Millionen Menschen mit Aufklärung und Forschung
gerettet. Und ob die Erkrankten Zugang zu wirksamen Medikamenten
erhalten, hängt noch immer vom ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Deutschen Bahn Die Bahn bedankt sich gern, sogar bei ihren
internationalen Gästen: »Thank you for travelling with the Deutsche
Bahn«, tönt es bei Einfahrt in einen neuen Bahnhof aus jedem
ICE-Lautsprecher. Das vor allem anfangs holprige Englisch gab Anlass
zu manchem Schmunzler. Dennoch registrieren auch die kritischsten
Bahn-Passagiere über die Jahre eine Zunahme an Höflichkeit beim
durchschnittlichen Zugbegleiter. Die meisten Geschichten über
bärbeißige ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Steuer-CD Wenn ein Angeklagter dem Staat hilft, andere
Täter zu überführen, nutzt er die Kronzeugenregelung und wird vom
Gericht mit einem Strafrabatt belohnt. Wer eine Datensammlung mit den
Namen von Steuerhinterziehern den Finanzbehörden verkauft, will vor
allem kassieren und unter neuem Namen ein schönes Leben führen. In
beiden Fällen bleibt ein bitterer Nachgeschmack, mehr nicht. Denn
beide Verfahren haben ihre Berechtigung. Es ist nicht allein das
Loch in den ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Vergewaltigung auf Ameland Ob mit Worten oder Taten - Brutalität und Gewalt
unter Kindern und Jugendlichen hat es schon immer gegeben. Und wie so
oft in diesen Fällen fühlen sich diejenigen, die gequält und
misshandelt werden, meist sogar noch schuldig. Zu klein, zu groß, zu
dick, zu dünn, nicht attraktiv genug - es gibt unzählige Gründe,
weshalb Kinder, die in der Pubertät Opfer von Gewaltakten werden, die
Schuld bei sich suchen und deshalb das Geschehen ohne Klage
hinneh ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Merkels Koalition im Umfragetief Die Koffer sind gepackt. Die Kanzlerin darf sich
auf ihren Urlaub freuen. Der tägliche Politikbetrieb ist stressig,
und Grund zur Freude hatte Angela Merkel in den vergangenen Monaten
höchst selten. Dennoch hat sie gestern eine weitgehend positive
Zwischenbilanz der schwarz-gelben Koalition gezogen. Die Wähler sehen
das ganz anders. Noch nie kamen Union und FDP zusammen auf so
schlechte Umfragewerte. Und es sieht nicht danach aus, dass sich dies
schnell ändern wird. Denn ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEn-BLATT (Bielefeld) zur Akte Ramelow Die Akte Ramelow Urteil enttäuschtGeheimagent zu
sein ist nicht so schwer. Man schneidet Artikel über die Zielperson
aus Zeitungen aus, klebt sie auf ein Blatt Papier - fertig! Nur so
ist die Akte Ramelow in den letzten Jahren immer dicker geworden.
Eine Akte, die Verfassungsschützer in den 80er Jahren angelegt
hatten, weil der Niedersachse Kontakt zur DKP gehabt haben soll.
Inzwischen ist Bodo Ramelow Linken-Fraktionschef in Thürigens
Landtag. Und obwohl die Schlapph& ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Patente auf Tiere und Pflanzen Egal, ob man die Welt als Schöpfung sieht oder
als evolutionären Prozess: Sie ist nicht fertig, entwickelt sich
ständig weiter. Und das ist gut so. Nur dadurch gelingt es, die
wachsende Bevölkerung zu ernähren und gesund zu erhalten. Ehre also
denen, die Kühe züchten, die mehr Milch geben, oder Gemüse, das mehr
Vitamine und weniger Wasser enthält! Und weil niemand von Ehre allein
lebt, sollen sie auch ordentlich entlohnt werden. Ordentlich - aber ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Dominik Brunner Ist Dominik Brunner noch immer ein Held? Obwohl
er nicht totgeschlagen wurde, sondern sein krankes Herz aussetzte?
Obwohl er, nachdem sich der Streit aus der S-Bahn auf den Bahnsteig
verlagert hatte, dort als erster zugeschlagen haben soll? Die Antwort
heißt »Ja!« Denn die Gewalttat, und das bezweifeln selbst die
Strafverteidiger nicht, nahm ihren Anfang, als die beiden
Jugendlichen in der Bahn vier Kinder ausrauben wollten und einem der
Opfer ins Gesicht schlugen. Wer si ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Israel Rania von Jordaniens neues Kinderbuch mit dem
Titel »The Sandwich-Swap« ist ein Bestseller. Nur nicht in Israel.
Denn die »schönste Königin der Welt« (laut »Bunte«) weigert sich, ihr
Werk, in dem es um interkulturelles Verständnis geht, ins Hebräische
übersetzen zu lassen. Farouk Hosny wollte Chef der Unesco werden, die
sich weltweit der Förderung von Erziehung, Wissenschaft, Kultur
widmet. Ägyptens Kulturminister wurde a ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Hamburger Schulstreit »Demokratisch wertvoll« - dieses Prädikat hat
der Hamburger Schulstreit allemal verdient. Auch ist er in vielerlei
Hinsicht lehrreich. Lehre 1: Schulpolitik braucht Nachhaltigkeit.
Strukturrefomen sind nur zu rechtfertigen, wenn ihr Nutzen über jeden
Zweifel erhaben ist. Bildungspolitik verlangt Augenmaß, gerade weil
sie Ländersache ist. Nirgendwo sonst kann eine Landesregierung ihre
Gestaltungskraft so sehr beweisen, aber eben auch so sehr
missbrauchen. Im ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Aids Die Todesrate HIV-Infizierter könnte um 20
Prozent gesenkt werden, wenn früher mit der Behandlung begonnen
würde, sagt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Von der Verminderung
der Neuinfektionen durch erfolgreiche Prävention ganz zu schweigen.
Doch da gibt es in vielen Teilen der Erde ein gesellschaftliches
Virus, das dies verhindert, mal vom Staat, mal von der Kirche, mal
von der ganzen Gesellschaft verbreitet: Ausgrenzung, Stigmatisierung,
Verurteilung heißen se ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Steuerbericht Steuermehreinnahmen von 1,3 Milliarden Euro im
ersten Quartal 2010 sind eine gute Nachricht. Die Wirtschaft läuft
besser als befürchtet. Das Geld, das auf diesem Weg zusätzlich an den
Fiskus fließt, ändert freilich nichts am Rekorddefizit. Nach wie vor
hat der Staatshaushalt zuviel Übergewicht, um die 2016 wirksam
werdende Grundgesetz-Schuldenbremse elegant zu nehmen. Die
Mehreinnahmen machen noch nicht einmal die Überlegungen für eine
Luftverkehrsa ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Steuerbericht Steuermehreinnahmen von 1,3 Milliarden Euro im
ersten Quartal 2010 sind eine gute Nachricht. Die Wirtschaft läuft
besser als befürchtet. Das Geld, das auf diesem Weg zusätzlich an den
Fiskus fließt, ändert freilich nichts am Rekorddefizit. Nach wie vor
hat der Staatshaushalt zuviel Übergewicht, um die 2016 wirksam
werdende Grundgesetz-Schuldenbremse elegant zu nehmen. Die
Mehreinnahmen machen noch nicht einmal die Überlegungen für eine
Luftverkehrsa ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Linkspartei in NRW Zu gern hätte die Linkspartei in NRW mitregiert,
doch SPD und Grüne lehnten ab. Rot-Grün reicht es, wenn die Linke im
Parlament nicht geschlossen Nein sagt. Eine Enthaltung ist Zustimmung
genug. Der Linken aber kann diese Rolle des Mehrheitsbeschaffers
nicht genügen. Folgerichtig schwankt sie zwischen Solidarität mit und
Opposition gegenüber Rot-Grün. Während Linkspartei-Chef Klaus Ernst
nach dem Debakel bei der Bundespräsidentenwahl SPD und Gr&uu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Ole von Beusts Rücktritt Noch einer, der keine Lust mehr hat. Der vor der
Zeit alles hinwirft. Oder soll man die hamburgische Landespolitik
wirklich als bestelltes Haus bezeichnen, wie es Ole von Beust in
seiner Rücktrittserklärung nahegelegt hat? Nein, sein Abschied ist
alles andere als ein wohlgeordneter Machtwechsel. Der gestern
offenkundig aufgewühlte, sich mehrfach verhaspelnde Erste
Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg ließ seine Partei
Stunden vor dem Ergebnis des Volkse ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Kinderbildungsgesetz Frühkindliche Bildung soll ein Reformschlager
von Rot-Grün werden. Das Problem: Schwarz-Gelb hat seit 2008 mit dem
Kinderbildungsgesetz (Kibiz) soviel Gutes geschaffen wie noch nie -
schon gar nicht in Zeiten der Regierung Rot-Grün I, die
bekanntermaßen 2005 genauso rigoros abgewählt wurde wie Schwarz-Gelb
2010. Die Lösung: alles zurück auf Null. Regionalkonferenzen,
Arbeitskreise, Erzieherinnen und Verbände sollen neu diskutieren. Das
Ziel: 2011/20 ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Jepsen-Rücktritt Glaube und Glaubwürdigkeit gehörten für Maria
Jepsen immer zusammen. Die weltweit erste lutherische Bischöfin ist
jetzt am eigenen moralischen Anspruch gescheitert - mehr als zehn
Jahre nach dem ihr vorgeworfenen Vertuschen eines Missbrauchsfalls.
Aber reichen diese in und von den Medien geäußerten Zweifel aus, um
eine gestandene Kirchenfrau aus dem Amt zu vertreiben? Warum kämpft
Sie nicht um ihre Glaubwürdigkeit? Was Jepsen bewogen hat, mag man
n ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Webcam-Spanner und Internet-Gefahren Das Internet verbindet weltweit mehr als eine
Milliarde Menschen. Sie kaufen im Netz ein, spielen, tauschen
Nachrichten aus. Einige aber haben es auf die Daten oder das Geld
ihrer Mitmenschen abgesehen, andere sind auf der Suche nach Opfern
für ihre abartigen Gelüste. Jeder Computer, der mit dem Internet
verbunden ist, wird zum Tor in eine Welt voller Möglichkeiten - und
zum Ziel krimineller Angriffe. Tun sich schon Erwachsene schwer,
diesen Zugang angemessen zu sichern, s ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Guantanamo Das Gefangenenlager Guantanamo bleibt eine
Schande für die USA. Obwohl Präsident Barack Obama die Schließung des
Lagers versprochen hat, wurde diese verhängnisvolle Institution noch
nicht aufgelöst. Die US-Regierung weiß, dass Guantanamo Amerika einen
schlechten Ruf bringt, fanatische Terroristen im Kampf gegen den
Westen motiviert und Obama als Wortbrecher vorführt. Doch die Wunde
im Fleisch der Obama-Regierung hört nicht auf zu bluten. Nun darf man ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum neuen Kabinett in NRW Die rot-grünen Minister hatten die Blumensträuße
noch vor sich liegen, als im Landtag schlagartig Schluss mit lustig
war. Die Koalition der Einladung kassierte Körbe in Reihe,
Aufforderungen an Schwarz-Gelb zum Mitziehen wurden wie vergiftete
Geschenke zurückgereicht und nicht einmal die Linke war wenigstens
zum Stilhalten bereit. Hannelore Kraft hatte hoch gepokert, wollte
bereits am ersten Tag die Studiengebühren mit einer klaren Abstimmung
im Landtag kippen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu moralisch fragwürdigen Fernsehshows Die Deutschen können inzwischen 1030
Fernsehsender empfangen. Um aufzufallen, neigen die Programmmacher
immer wieder dazu, die Grenzen des guten Geschmacks und der Moral
auszutesten. Mit »Big Brother« begann der Dammbruch: Totale
Kameraüberwachung, Privatsphäre und Intimität zählten nicht mehr. Die
Dschungelshow »Holt mich hier raus - ich bin ein Star« machte mit
Ekel Quote. Kakerlaken essen vor laufender Kamera. Der Sportsender
DSF, der sei ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Urteil gegen den ehemaligen Chef der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen. Tausende Kleinaktionäre haben in der Finanzkrise
viel Geld verloren. Nicht zuletzt wegen waghalsiger Bankmanager wie
dem ehemaligen Chef der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen.
Ortseifen hat, so sieht es das Gericht, den Aktienkurs seiner Bank
manipuliert. Dafür wurde er verurteilt. Und dennoch verließ der
59-Jährige den Gerichtssaal gestern als freier Mann. Zehn Monate Haft
auf Bewährung sind ein mildes Urteil. Auch die Geldstrafe von 100000
Euro dürfte e ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NRW-Landesregierung Willkommen im Abenteuerland NRW! Mit der Wahl
von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin gestern und der Ernennung
der Minister heute endet ein beispielloser Akt der Regierungsbildung
an Rhein und Weser. Langwierig, unkalkulierbar und schließlich mit
einer spektakulären Wende in Richtung Minderheitsregierung. Nun steht
die rot-grüne Koalition. Die Frage ist, wie lange sie hält.
Hannelore Kraft ist so etwas wie die Trümmerfrau der SPD. Kaum jemand
hatte ihr so ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Toyotas Problemen mit dem Gaspedal Das hat ja bestens geklappt. Die Probleme mit
dem klemmenden Gaspedal bei Toyota haben dazu geführt, dass die
Verkaufszahlen des japanischen Unternehmens zumindest in den USA
drastisch in den Keller gegangen sind. Der angeschlagene Konzern
General Motors (GM) indessen verkauft wieder besser. Was will man
mehr im patriotisch geprägten Amerika. Unglaublich aber, mit welchen
Mitteln da gearbeitet wurde und wird. Ohne jegliche Prüfung auf
Wahrheitsgehalt werden Unfallzahlen und ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum NRW-Landtag Siehe da, die geplante Linksregierung in NRW
plagen gewisse innere Zweifel. Nichts Fundamentales - schließlich
wurde Gunhild Böth (Die Linke) im zweiten Durchgang
Landtagsvizepräsidentin in NRW. Bemerkenswert ist der Vorgang
dennoch. Die bekennende DDR-Verharmloserin Böth aus Wuppertal vom
dortigen Johannes-Rau-Gymnasium bekam im ersten Wahlgang mit 78
Ja-Stimmen exakt so viele, wie Linke (11) und SPD (67) zusammen
haben. Zufall? Im zweiten Wahlgang entfielen auf B&ou ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Urteil gegen zwei Moskauer Kuratoren 2002 war die Aufregung groß. Da zeigte Bjarne
Melgaard sadomasochistische Bilder im Herforder Museum MARTa, und als
sich schließlich sogar die Staatsanwaltschaft aufregte, sprach der
MARTa-Chef Jan Hoet von Zensur. Wenn von Zwangsmaßnahmen in Russland
die Rede ist, heißt es: Ja, Russland, daraus wird nie ein moderner
Staat, schon unter den Zaren hat's doch nur mit der Knute
funktioniert, Stalin verließ sich auf den Terror, und die jetzigen
Potentaten halten si ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Inobhutnahmen Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes
sprechen eine deutliche Sprache. Der mit Abstand häufigste Grund für
Inobhutnahmen der Jugendämter ist die Überforderung der Eltern oder
eines Elternteils: in mehr als 40 Prozent der Fälle, in einigen
Bundesländern sogar in mehr als der Hälfte. Der Zusatz »...oder eines
Elternteils« ist dabei von besonderer Bedeutung, spiegelt er doch
eine wesentliche gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre.
...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Haiti-Hilfe Sechs Monate nach dem schweren Beben in Haiti
hat es beeindruckend viel Soforthilfe für 1,5 Millionen Obdachlose
und 300 000 schwer verletzte Mensch gegeben. Das gilt es ohne
Abstriche zu würdigen. Aber zugleich tun sich Probleme auf, die
geeignet sind, das Interesse und die Zuneigung der Welt gegenüber dem
Armenhaus der Karibik zu erschüttern. Korruption, Unfähigkeit und der
Egoismus einzelner Haitianer vergiften die große Hilfsbereitschaft.
Während auf ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Polanski Hatte er Sex mit einer Minderjährigen? Ja. Das
hat Roman Polanski vor gut 30 Jahren gestanden. Hat er eine Strafe
verbüßt? Ja, sagt der heute 76 Jahre alte Star-Regisseur, und
verweist auf eine Zusage, die ihm 1977 vom zuständigen Richter
gegeben worden sei. Absprachewischiwaschi statt Urteil: Als der
Richter es sich damals doch noch anders überlegte, packte Polanski
fluchtartig die Koffer. Wohl auch, weil er selbst wusste, dass seine
Buße deutlich zu knapp ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Vorschlag der SPD, den Krankenkassen die Bezahlung von Naturheilverfahren zu verbieten Man sollte den sogenannten Gesundheitsexperten
der SPD das »Organon der Heilkunst« zur Pflichtlektüre gemachen.
Samuel Hahnemanns Grundlagen-Buch der Homöopathie erschien in der
ersten Auflage 1810. In einer Medizin, die auf langfristige
Veränderungen zielt, ist Grundlegendes auch nach genau 200 Jahren
noch nicht veraltet. Mit der Forderung, den Kassen die Möglichkeit
der Erstattung homöopathischer Leistungen zu streichen, schießen Karl
Lauterbach ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Fußball-Weltmeisterschaft In der Werbung verteidigen die Schweizer
vehement die Urheberschaft für ein Hustenbonbon. Während der WM in
Südafrika konnte man den Eindruck gewinnen, ein ganz bestimmter
Schweizer hätte auch den Fußball erfunden. Doch so unsicher es ist,
dass England das Mutterland ist, so klar ist, dass Josef »Sepp«
Blatter nicht die Vaterschaft beanspruchen kann. Hervorgebracht hat
der Schweizer nur das Gigantische, das Sterile, das
Größenwahnsinnige. D ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum neuen Regierungssprecher Steffen Seibert Mit Steffen Seibert wird zum ersten Mal der
Moderator einer Nachrichtensendung Sprecher einer Bundesregierung.
Millionen Menschen kennen ihn aus dem Fernsehen - im Gegensatz zu
seinen Vorgängern, die meist nur in der Branche selbst einen Namen
hatten. Das Heikle der Personalie Seibert besteht in den hohen
moralischen Anforderungen, die an eine Nachrichtensendung und deren
Macher gestellt werden. Die Zuschauer erwarten Objektivität und
professionelle Distanz zu Regierungen jedwed ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Bürgerarbeit Der Weg vom »Man braucht mich nicht« zum »Ich
will nicht mehr« ist kürzer als die meisten, die nicht von
Arbeitslosigkeit betroffen sind, denken. Gravierendes vollzieht sich
auch auf der Arbeitgeberseite. Nur wird dort aus »Er hat keinen Job«
der Satz »Er will keinen Job« oder »Er ist unfähig für einen Job«. Es
ist schwer, Stapel von Ablehnungen nicht persönlich zu nehmen und
sich stattdessen immer wieder neu zu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Stipendienprogramm Das Wort »Elite« hat in Deutschland einen
schlechten Ruf. »Für die Eliten wird Geld ausgegeben und für die, die
es nötig haben, nicht«, wetterte gestern der SPD-Ministerpräsident
von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, bei der Diskussion über das
Stipendienprogramm der schwarz-gelben Bundesregierung. Es ist aber
sachlich falsch, egoistische Machteliten in Politik und Wirtschaft
mit hochbegabten Studenten zu vergleichen. Erstere schaden dem Staat,
let ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Luftverkehr/geplante Ausdehnung des Nachtflugverbots »In Zeiten zunehmender Globalisierung kommt dem
Luftverkehr eine hohe Bedeutung zu.« So zu lesen auf Seite 54 im
rot-grünen Koalitionsvertrag, der am Montag in Düsseldorf feierlich
unterzeichnet werden soll. Die Behauptung ist zynisch, tolldreist
und, um derbere Worte zu vermeiden, Veräppelung. Tatsächlich ist die
neue Minderheitsregierung fest entschlossen, die wirtschaftliche
Grundlage aller NRW-Airports zu schwächen. Nachtflugverbote, neue, am
Ende g ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bertelsmann Das wird nicht funktionieren beim Medienkonzern
Bertelsmann. Das muss schief gehen. Das Ende wird spätestens dann
kommen, wenn das Unternehmen erstmals in eine kleine Krise gerät.
Wenn überhaupt, kann das nur in der Provinz Gütersloh und nur eine
Zeit lang gut gehen. Die Kommentare, mit denen Reinhard Mohns damals
neues System der Manager- und Mitarbeiterführung in den fünfziger,
sechziger und siebziger Jahren von den Arbeitgeberkollegen, aber auch
in Teilen d ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Doping im Radsport Als Mentor und väterlicher Freund stand Rudy
Pevenage immer treu an der Seite des einstigen deutschen
Radsporthelden Jan Ullrich. Jetzt hat der Belgier erstmals zugegeben,
dass er darüber hinaus auch als eine Art Doping-Dienstleister für den
inzwischen in der Schweiz lebenden Toursieger von 1997 tätig gewesen
ist. Pevenages »Geständnis« kann jedoch nur mäßig überraschen.
Schließlich hat er nur das zugegeben, was Staatsanwälte o ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Kuba Kuba lenkt nach jahrelangem Drängen auf
Freilassung von politischen Gefangenen ein. Freiwillig dürfte
Staatschef Raúl Castro, der millimetergenau den Kurs seines Bruders
Fidel einhält, das nicht getan haben. Hungerstreiks, schwere
Wirtschaftsprobleme und internationaler Druck zwingen die
kommunistische Führung zum Dialog mit der EU. Bis alle 52 Häftlinge,
die 2003 auf Einhaltung eines Verfassungsrechts bestanden, frei sind,
können noch Monate vergehen. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Boni Jahrelang haben sich Bankmanager unverschämt
hohe Boni eingesteckt. Dies geschah im Einvernehmen mit Vorstand und
Aufsichtsrat der jeweiligen Institute. Man gönnt sich ja sonst
nichts. Und irgendwie mussten die Yachten und Villen am Strand ja
auch finanziert werden. Luxus pur, wie schön. Dummerweise hat die
weltweite Finanzkrise diese fragwürdige Praxis der Bonizahlungen an
die Öffentlichkeit gespült. Dummerweise aus Sicht der betroffenen
Bankmitarbeiter. Sie ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Stromnetze Schlau ist schick, ist auch clever, zudem klug
und intelligent. Und für alles gibt es im Englischen einen Begriff,
der über Produkte wie den Mercedes-Smart, Smart Phone und Smart Meter
längst auch den Weg in den deutschen Sprachgebrauch gefunden hat. Das
gilt auch für Smart Grid, das intelligente Stromnetz. »Smart« muss
sein - auch bei einem nach außen hin so drögen Thema wie dem Netz.
Die Herausforderungen, die die Stromerzeugung durch die schnell ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Spionageaffäre In den USA wurden zehn russische Spione
verhaftet, und der Kalte Krieg scheint wieder auszubrechen. Doch der
Kalte Krieg ist Geschichte. Spionagefälle schaden heute einer
Diplomatie, die auf Kooperation und Vertrauen basieren sollte.
Inzwischen schlägt der Kreml einen Agententausch vor. Das Angebot
kommt einem russischen Schuldanerkenntnis gleich. Der Austausch soll
nun die Beziehung zu Washington entschärfen und die Affäre rasch
beenden. US-Präsident Barack Obama ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Untersuchung von Embryos Erlaubt ist, was das Gesetz nicht verbietet. Das
hat der Bundesgerichtshof entschieden. Deshalb dürfen künstlich
befruchtete Eizellen, also Embryonen, vor dem Einsetzen in die
Gebärmutter auf genetische Auffälligkeiten untersucht und bei einem
Befund entsorgt werden. Rein technisch gesehen ist diese Methode für
alle Beteiligten sicherer, schmerzloser sowie emotionsloser als eine
Fruchtwasseruntersuchung. Die ermöglicht von der 15. oder 16.
Schwangerschaftswoch ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu NRW Alles halb so wild? Kreide gefressen? In Teilen
brauchbar für eine Große Koalition? Der rot-grüne Koalitionsvertrag
hat für jeden etwas. Die Wähler von SPD und Grünen könnten gar
enttäuscht sein. Die Gemeinschaftsschule wird lediglich fünfte
Schulform. Längeres gemeinsames Lernen gibt es lediglich nur für ein
Drittel, aber nicht für alle Schüler. Kibiz sei Mumpitz haben SPD und
Grüne in Oppositionszeiten gefrotzelt, jetz ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zur Gesundheitsreform Die Angst der Politiker vor einer großen
Operation ist menschlich. Doch genau das ist es, was der Patient
Gesundheitssystem bräuchte. Hier ein Tablettchen, dort ein
Pflästerchen: Auf diese Weise kann zwar eine aktuelle Krise bekämpft
werden. Doch bislang war noch jedes Mal die Einweisung in die nächste
Reform programmiert. Auch die aktuelle Behandlung durch die Koalition
geht nicht weit genug. Sie schützt zwar weitgehend die Arbeitgeber,
indem sie ihren Kassen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Windkraft Die Frage nach der richtigen Energie spaltet. Es
wäre gut, wenn die Debatten ab und zu von etwas mehr Sachlichkeit
umweht wären. Besonders bei der Windkraft wird in Diskussionen gern
das ganze Fass aufgemacht. Zu hässlich. Zu unsicher. Zu laut. Zu
teuer. Zu hässlich? Man muss die Riesenspargel nicht als schön
empfinden. Aber was ist dann mit den Hochspannungsmasten? Und wie
ästhetisch ist der Kühlturm eines Kohle- oder Atomkraftwerks? Zu
unsicher? Richtig ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Rauchverbot »Das Rauchen macht dumm. Es macht unfähig zum
Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen,
die Langeweile haben, die ein Drittel des Lebens verschlafen, ein
Drittteil mit Essen, Trinken und anderen notwendigen oder
überflüssigen Dingen hindudeln und nicht wissen, was sie denn mit dem
letzten Drittteil anfangen sollen.« Bereits Johann Wolfgang von
Goethe ging mit den Rauchern hart ins Gericht. Doch diesem Urteil aus
D ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Polen Es gibt viel zu tun für Polens neuen Präsidenten
Bronislaw Komorowski und Ministerpräsident Donald Tusk. Beide müssen
die Modernisierung des Landes vorantreiben und außenpolitisch
verlorenes Vertrauen wieder aufbauen. Vor allem aber müssen sie
schnell und entschlossen handeln. Sie haben nur jetzt die Gelegenheit
dazu, das Notwendige zu tun. Bis zu den Parlamentswahlen im kommenden
Jahr haben sie soviel Macht auf sich vereint, wie seit der Einführung
freier ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Fußball-WM Zwei Mal dürfen wir diese tolle Mannschaft bei
der WM noch erleben - am Mittwoch im Duell gegen Spanien und danach
im kleinen oder großen Finale dieser fantastischen Weltmeisterschaft.
Das Unglaubliche ist also wahr geworden: Deutschland befindet sich
unter den vier besten Mannschaften der Welt - rein fußballerisch
schon ein Riesenerfolg. Aber über die guten Ergebnisse und den Einzug
ins Halbfinale hinaus hat die deutsche Nationalmannschaft bereits
viel mehr erreicht. ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Haushaltsplanung des Bundes Am Mittwoch liegt der Entwurf vor, noch nicht
das beschlossene Haushaltsgesetz. Aber schon jetzt ist klar, nichts
und niemand kommt in den nächsten fünf Jahren ungeschoren davon. Nach
den gigantischen Rettungspaketen zur Bekämpfung der Finanzkrise und
mit der Einführung der Schuldenbremse stehen wir alle vor ganz harten
Jahren. So sieht es der Plan vor. Alles andere bleibt abzuwarten.
Jetzt schon von Trendwende zu reden, wäre vollkommen verfrüht. Man
wird sehen ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den geplanten höheren Kassenbeiträge Man kann verstehen, dass die schwarz-gelbe
Bundesregierung nicht auf neuen Streit aus ist. Geklappt hat wenig in
den vergangenen neun Monaten, doch Zwist hat es reichlich gegeben
zwischen CDU, CSU und FDP. Die Gesundheitspolitik machte da keine
Ausnahme. Im Gegenteil, hatten sich Liberale und Christsoziale in
diesem Zusammenhang doch wechselseitig als »Wildsäue« und
»Gurkentruppe« bezeichnet. Angesichts dieses unverschämten
Umgangstons mutet die Nachricht ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum E-Postbrief Manch einer mag sich noch an E-Post erinnern.
Unter diesem Namen wollte sich die Post im Jahr 2000 als
E-Mail-Anbieter etablieren. Der Dienst wurde 2005 geschlossen, weil
die Post mit ihm zu wenig Geld verdiente. Wird sie nun mit dem
E-Postbrief einen Stich landen? Eher nicht. Die große Frage ist, ob
tatsächlich so viele Menschen einen Mehrwert in dieser
Kommunikationsform sehen. Wer sich schnell mit einem Kumpel
verständigen möchte, der schreibt eine Mail oder eine S ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Amtseinführung von Christian Wulff/neuer Bundespräsident Christian Wulff musste in seiner Antrittsrede
nicht von der Würde des Amtes und dem Respekt vor der Aufgabe
sprechen - er lebte die Bürde und sogar stille Sorge, etwas falsch zu
machen, vor. Fast unvorstellbar: das seit 30 Jahren in politischer
Rede geübte neue Staatsoberhaupt zeigte Nerven, las vom Blatt ab. Das
Redetempo zu hoch, die Pausen mit dem Bedarf der Zuhörer nach
Beifallsbekundungen nicht abgestimmt. Sympathisch: Da steht ein
Mensch aus Fleisch aus Blut, der d ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Arzneikosten Es ist eine schöne Vorstellung: Die deutschen
Ärzte sind so sehr um ihre Patienten bemüht, dass sie den größten
Ärger nicht scheuen. Wenn die ihnen Anvertrauten etwas brauchen, dann
verschreiben sie es eben - koste es, was es wolle. Und weil alle
deutschen Ärzte so sind, überzieht ganz Deutschland notgedrungen
seine Arzneimittelbudgets. Ist das wirklich so? Kann man mit den
vereinbarten Ausgabenobergrenzen nirgends zurechtkommen? Oder wird da
wom&ou ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bundespräsidentenwahl Der Super-Gau(ck) ist für die schwarz-gelbe
Bundesregierung zwar ausgeblieben, und der neue Bundespräsident heißt
wie erwartet Christian Wulff, aber dennoch: So holprig wie die Wahl
des Bundespräsidenten im dritten Anlauf über die Bühne gegangen ist,
so sehr kommt sie einer Niederlage für Angela Merkel und die
Bundesregierung gleich. Es war nicht unbedingt die ganz große
Überraschung, dass Christian Wulff es nicht gleich auf Anhieb im
ersten W ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Krankenkassen-Fusion von AOK Rheinland und AOK Hamburg Als im Jahr 2005 der Zusammenschluss der AOK
Rheinland und der AOK Hamburg erfolgten, geschah dies unter
Vorbehalt. Die Landesregierung hatte unter der Voraussetzung
zugestimmt, dass auf mittelfristige Sicht eine NRW-AOK entsteht.
Zudem gab es noch im vergangenen Jahr Fusionsgespräche zwischen
Rheinland/Hamburg und Westfalen-Lippe. Diese sind nun hinfällig, da
sich die AOK Westfalen-Lippe mit der AOK Schleswig-Holstein
zusammentut. Schon 2005 hatten sich viele Versicherte gefrag ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Berliner Schloss Als man Preußens König Friedrich Wilhelm III.
vorschlug, einen fadenscheinig gewordenen Anzug auszumustern, lehnte
der des Deutschen nur in Infinitivkonstruktionen mächtige Monarch das
Ansinnen per handschriftlicher Notiz ab: »Anzug gut - ihn noch viele
Jahre tragen können.« Der Gute war halt sparsam. 1817 hielt der König
die - längst überfällige - Renovierung der Fassade des Berliner
Schlosses für überflüssig. Da warnte ihn ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bundespräsidentenwahl Morgen steht wieder ein K.o-Spiel an. Nein,
nicht in Südafrika, die Fußball-WM macht doch Pause. Austragungsort
ist der Reichstag in Berlin, es geht um den Titel des
Bundespräsidenten. Die Sache ist einfach: Christian Wulff, noch
CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen, hat eine klare Mehrheit in
der Bundesversammlung, Joachim Gauck, Kandidat von SPD und Grünen,
eine gefühlte Mehrheit im Volk und sicher eine in der
veröffentlichten Meinung. Nie zuvor war ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Kinderbetreuung Grenzenlose Liebe zu Kindern,
Sendungsbewusstsein und Opferbereitschaft - all das muss man schon
mitbringen, wenn man in Deutschland Erzieher werden will. Denn ein
ordentliches Einkommen, berufliche Aufstiegsmöglichkeiten und
gesellschaftliche Anerkennung sind derzeit leider nicht zu erwarten.
Da hält sich die Zahl der Bewerber verständlicherweise in Grenzen.
Aber nun reichen auch die Bewerberinnen nicht mehr. So führen die
wachsenden Ansprüche gegenüber Betr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Einwanderungsdebatte Deutschland braucht Zuwanderung. Wie sonst kann
der Fachkräftemangel wenigstens zum Teil kompensiert werden?
Deutschland aber muss auch aus humanitären Gründen Zuwanderung
erlauben - sei es zur Familienzusammenführung, sei es zum Schutz vor
Verfolgung. Viel zu wenig wird bislang darüber diskutiert, wie
Zuwanderung gesteuert werden kann. Nicht etwa, weil Deutsche bessere
Menschen wären, sondern weil die Integrationskraft einer jeden
Gesellschaft nicht unersch& ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum G-20-Gipfel Beim kanadischen Doppelgipfel scheint sich
überraschend die finanzpolitische Vernunft durchgesetzt zu haben.
Trotz aller Kritik könnte von dieser viel zu teuren Zusammenkunft
deshalb eine wichtige Botschaft ausgehen: Die Zukunft der Welt darf
nicht auf Schulden aufgebaut werden. Zwar enthält das
Abschlussdokument vor allem Absichtserklärungen. Doch schon die
internationale Einigung auf derart schnell zu erreichende Ziele
(Defizithalbierung bis 2013, Schuldenabbau ab 20 ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Mindestlohn Ob Steuerprüfung oder Radarfalle am »Bielefelder
Berg« der A 2: So manche Investition des Staates in Personal oder
Technik bezahlt sich von selbst. Es scheint, als gehörte neuerdings
die Überprüfung gesetzlich vorgeschriebener Mindestlöhne zu diesen
Maßnahmen. Offenbar gibt es Gesetzesverstöße, die von einem Großteil
der Bevölkerung als gering eingestuft werden. Ist dem so, dann sollte
der Staat zuerst überprüfen, ob ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Gaza-Blockade Was vor wenigen Tagen noch nicht ging, ist jetzt
plötzlich kein Problem mehr: Israel hat die Gaza-Blockade auch für
hochrangige Politiker und Diplomaten gelockert. Woher dieser
Sinneswandel? Dazu schweigt sich Außenminister Lieberman aus. Es
lässt sich wohl nur erahnen, unter welcher Spannung die Regierung
Netanjahu diese Entscheidung getroffen hat: Auf der einen Seite der
innenpolitische Druck, der radikalen Hamas keinen Deut entgegen
kommen zu dürfen, auf der an ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Sterbehilfe Als der Bundestag vor einem Jahr, im Juni 2009,
das Patientenverfügungsgesetz beschloss, hatte Erika K. ihr langes
Leiden glücklicherweise hinter sich. Nach dem Urteil des
Bundesgerichtshofes vom Freitag lässt sich ein Sinn in diesem Leiden
nun wenigstens insofern erkennen, dass Angehörige Todkranker,
Pflegeeinrichtungen und Ärzte vielleicht ein bisschen mehr Sicherheit
haben, nach der schweren Entscheidung über die Fortführung oder
Absetzung lebenserhalt ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Gerry-Weber-Mode Schöne Haut friert nicht gern. Da können Bluse
oder Rock, Hemd oder Hose noch so schön sein: So lange die Sonne dem
Kalender trotzt und sich hinter Wolken versteckt, tut sich die Mode
schwer, Frühlingsstimmung zu verbreiten. Umso erstaunlicher ist der
fortgesetzte Siegeszug des Haller Modemachers Gerhard Weber. Es gibt
einige »objektive« Gründe für dessen Erfolg: Da ist zum Beispiel die
große Flexibilität beim Einkauf. Gerry Weber ist st ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Google»Street View« Was ist schon dabei, wenn ein Auto durch die
Straßen fährt und mit einer Kamera die mal schönen, mal tristen
Fassaden festhält? Was will man überhaupt mit den Aufnahmen machen?
Und kann man denn etwas dagegen haben, wo doch jedermann mit eigener
Kamera Gleiches tun kann? Man sollte. Denn die Bilder sind erst der
Anfang. Wer bei Google einen Namen eingibt, erhält jetzt schon häufig
die dazugehörige Adresse und deren Markierung auf einem Stadtplan.
We ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Koalitionsverhandlungen in NRW Der Politikwechsel in NRW hat begonnen. Obwohl
die Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen gerade erst beginnen,
ist in der Bildungspolitik die Marschrichtung bereits erkennbar:
Kommando zurück lautet die erste Direktive. Kopfnoten und
Grundschulempfehlungen werden einkassiert, Schulbezirke für
Lernanfänger und Berufsschüler wieder eingeführt. Zum Jahreswechsel
folgt der Frontalangriff auf Gymnasien, Haupt-, Real- und selbst
Gesamtschulen. Im SPD Wahlprogr ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu McChrystals Rauswurf Afghanistan schenkt Obama keine Ruhe: Erst fiel
General Petraeus im Kongress in Ohnmacht, nun hat der Präsident den
aufmüpfigen General McChrystal entlassen. Der Offizier hatte den
Präsidenten in einem Interview kritisiert und blamiert. Doch Obama
hasst Illoyalität und mangelnde Disziplin. Amerika war empört. Da der
Präsident zugleich der Oberbefehlshaber im Krieg ist, darf er Zweifel
an seiner zivilen Autorität durch die Militärs nicht dulden. So weit ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Ende der Tarifeinheit" In der Firma ist es wie in der Ehe: Ein bisschen
Streit ist ab und zu unvermeidbar. Schließlich wollen beide,
Arbeitgeber und -nehmer, einen möglichst großen Anteil am
erwirtschafteten Gewinn des Unternehmens. Doch ist der Streit
ausgefochten, ziehen beide wieder an einem Strang. So ist es. Und so
war es in Deutschland 50 Jahre lang. Ein gelegentlicher Blick nach
England, Spanien und vergleichbare Länder zeigte, wozu mehr
Liberalismus in diesem Punkt führen kann: ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bildungsstudie Unterrichtserfolg hängt mit der Ausbildung der
Lehrer zusammen? Welch eine Erkenntnis! Kinder mit ausländischen
Wurzeln haben oft Probleme mit der deutschen Sprache? Wer hätte das
gedacht! Jungen tun sich in der Schule schwerer als Mädchen? Die neue
Bildungsstudie liefert auch diese bahnbrechende Erkenntnis. Mehr als
40 000 Neuntklässler haben dafür den Pisa-Nachfolgetest machen
müssen. Welch eine Zeitverschwendung! Vollends zur Farce aber wird
die Pisa&a ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Keime in Badegewässern Auch wenn der ADAC jetzt bei Tests Keime an
einigen Messpunkten in Nord- und Ostsee gefunden hat - überwiegend
sind die Badegewässer an Deutschlands Küsten sauber. Sehr sauber
sogar. Das hat schon der EU-Badegewässerbericht vor wenigen Wochen
bestätigt. Vielen Bereichen attestierte auch der ADAC jetzt ein »sehr
gut«. Nur keine Panik also. Bedenklich ist aber, dass die
Unsauberkeiten gerade im Flachwasser, also in Strandnähe, entdeckt
wurden. Gerade ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Konjunktur Sogar das erzseriöse Bankhaus Lampe lässt sich
angesichts der jüngsten Konjunkturumfrage zu ungewohnten Jubeltönen
hinreißen: »Das Ifo-Wachstumssignal ist so laut wie eine Vuvuzela«,
lautet der launige Analystenkommentar. Es muss also wahr sein: Die
Krise ist vorbei. Das ist gut: für die Firmen, die wieder auf
steigende Umsätze hoffen können, für die Beschäftigten, deren
Arbeitsplätze sicherer geworden sind und die immer s ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Dr. Oetker In der Krise, wenn die Wellen hoch gehen, ist es
wichtig, stets Wasser unter dem Kiel zu behalten - das heißt, liquide
zu bleiben. Die Wellen gingen 2009 sogar sehr hoch - weltweit in der
Handelsschifffahrt und natürlich auch bei der Oetkerschen
Schifffahrtslinie Hamburg Süd. Wo weniger produziert wird, muss auch
weniger transport werden. Klar, dass bei einem Nachlassen der
Nachfrage auch die Preise ins Wellental rutschen. Trotzdem ist es den
Bielefeldern gelungen, als Gruppe ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur geplanten Fusion von Humana und Nordmilch Humana und Nordmilch wollen heiraten. Das
ausgesuchte Datum ist zwar erst der 1. Januar 2011. Dennoch kann man
sich schon mal Gedanken über das richtige Geschenk für das Brautpaar
machen. Wie immer, wenn zwei Partner im etwas gesetzten Alter den
Bund fürs Leben eingehen, wird die Sache nicht leicht. Schon als
Singles sind sie Nummer 1 und Nummer 2 ihrer Branche. Ob Milch oder
Milchreis, Butter oder Käse, Eiscreme oder Babynahrung: Da fehlt
nichts, was ein Molkereibetri ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Verfassungsschutzbericht Die Gewalt von links wächst. Das ist eine
schlechte Nachricht. Aber die Revolution wird auch 2010 nicht
stattfinden. Der Kapitalismus wird sich durch Spekulationen und Gier
nach Rendite eher selbst hinrichten, als dass dies gewaltbereiten
Autonomen mit dem Anzünden von Autos im Hamburger Schanzenviertel
gelingt. Insofern zeigt der Verfassungsschutzbericht eine ernst zu
nehmende Tendenz auf, die wachsam machen sollte, aber kein Anlass zur
Panik ist. Denn eine geschlossene linksrad ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Päsidentenwahl in Polen Neben Frankreich ist Polen unser wichtigster
Nachbar. Wird dort ein Präsident gewählt, werden auch unsere
Interessen berührt. Die deutsch-polnischen Beziehungen wurden lange
von Spannungen und Konflikten belastet. Heute bietet sich ein
positives Bild: Polen geht auf Deutschland und Europa zu, zeigt
wirtschaftliche Stärke und ist dabei, den Tunnelblick der
ewig-gestrigen Nationalisten auszublenden. Dennoch bleibt das Land
gespalten. Die Präsidentschaftskandidaten K ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Israels Weigerung, Entwicklungshilfeminister Niebel in den Gaza-Streifen einreisen zu lassen Kaum ein anderes Land pflegt eine so belastbare
Freundschaft zu Israel wie die Bundesrepublik. Dass Israel trotzdem
Deutschland brüskiert, indem es Entwicklungshilfeminister Niebel die
Einreise in den Gazastreifen verwehrt, zeigt erneut: Wenn das Land
seine Interessen berührt sieht, nimmt es keinerlei Rücksicht, ganz
gleich auf wen. »Augen zu und durch« scheint die Marschrichtung
Jerusalems zu sein. Und selbst leise Kritik der Schutzmacht USA, wie
sie nach dem v ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Jürgen Rüttgers Jürgen Rüttgers will sauber bleiben. Deshalb
wird er Rot-Grün mit dunkelroter Hilfe am 13. Juli gewähren lassen,
ohne sich gegen das Unvermeidliche zu stemmen. Er wird nicht einmal
als Oppositionsführer Hannelore Kraft in die Parade fahren, wenn
deren mittelfristig zum Scheitern verurteiltes Regierungs-Experiment
stockt und stolpert. Dass es so kommt, ist relativ gewiss. Die Frage
ist nur, wie lange es dauert, wie viele gute Reformen erst
kaputtgemacht werden m&uu ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Hinrichtung in den USA" Menschen töten aus Habgier. Aus Wut. Aus
Eifersucht. Manchmal aus Not. Oder weil sie politisch fehlgeleitet
sind. Zu Recht reagieren die Menschen auf jeden Mord mit Abscheu.
Besonders abstoßend aber ist es, wenn das Verbrechen nicht in einem
Augenblick emotionaler Erregung, sondern von langer Hand geplant
durchgeführt wird. Ronnie Gardner ist tot. 25 seiner 49 Jahre hat der
US-Bürger im Gefängnis verbracht, weil er bei einem Fluchtversuch
einen Anwalt erschossen h ...
Westfalen-Blatt: Das WESFTALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Flops im Fernsehen" Billigfernsehen funktioniert in Einzelfällen.
»Bauer sucht Frau« ist günstig in der Herstellung und beschert RTL
eine hohe Einschaltquote. Wenn aber alle Privatsender, und zum Teil
auch ARD und ZDF, auf Dokusoaps setzen, entsteht Einheitsbrei, der
dem Zuschauer nicht mehr schmeckt. Er ist übersättigt. Diese
Erfahrung droht der ARD 2011 auf anderem Gebiet. Nach der
Verpflichtung von Günther Jauch soll es jeden Tag eine Talksendung
geben. Die lassen sich ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Bankensteuer Die Zeche für die Rettung der deutschen Banken
haben bisher allein die Bürger gezahlt. Sage und schreibe 400
Milliarden Euro sind an Bürgschaften bereitgestellt. Und die Banken
selbst? Geht es nach den Regierungschefs der EU, sollen sie künftig
eine Abgabe zahlen, um sich bei weiteren Pleiten selbst helfen zu
können. Das mag bei vielen Bürgern für Genugtuung sorgen. Allerdings
spült diese Abgabe jährlich nur gut eine Milliarde Euro in einen
Fon ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Luc Jochimsen/17. Juni Gut gebrüllt Löwe! Da spricht die
Linken-Präsidentschaftskandidatin manchem Ostalgiker aus der
stalinistischen Seele: Die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen.
Mauertote, Totalüberwachung, ein eingesperrtes Volk hinter
Stacheldraht - war da was? Aber so ganz einfach macht es Luc
Jochimsen ihren Kritikern nicht. Schließlich habe der Arbeiter- und
Bauernstaat »unverzeihliches Unrecht an seinen Bürgern begangen«,
billigt sie zu. Will sagen: Die DDR wa ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Kurswechsel von Hannelore Kraft (SPD) Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln:
SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft weiß nicht, wie sie den
Beinahe-Wahlsieg vom 9. Mai umsetzen soll. »Wir agieren aus dem
Parlament heraus«, erklärte Kraft tagelang in den Medien und vor
ihren Genossen. Eilig waren Hunderte Parteibuchinhaber zu
Regionalkonferenzen zusammengetrommelt worden, um den Kraftkurs
contra jede Koalition abzusegnen. 100 Prozent Zustimmung habe sie
erhalten, sagte Kraft voller Stolz im WESTF ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Opel Na also. Offenbar ist der Opel-Blitz doch noch
für Überraschungen gut. Mit dem Verzicht auf Subventionen befreien
sich der deutsche Autobauer und sein Mutterkonzern General Motors von
der monatelangen Negativpresse. Was gab der halbverstaatlichte
US-Autogigant, durch Steuerzahlergeld längst aufgepäppelt, für ein
Bild ab, als seine Vertreter auf der ganzen Welt herumreisten, um da
und dort noch mehr Subventionen für die Töchter einzusammeln! Das
Wissen um ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rede von Barack Obama/Ölkatastrophe Die Rede an die Nation kam aus dem Arbeitszimmer
des Präsidenten. Botschaften aus dem Oval Office werden immer dann
ausgesandt, wenn es ganz ernste Probleme im Land der unbegrenzten
Möglichkeiten gibt. Doch die Ansprache Barack Obamas anlässlich der
Tag für Tag schlimmer werdenden Ölpest hielt keinesfalls das, was der
Symbolcharakter der Umgebung versprach. Das wettern gegen BP und das
Androhen von Schadenersatzforderungen bringen die Ölquelle nicht zum
Versieg ...
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Kommunale Schulden Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass
die Kommunen vor dem finanziellen Abgrund stehen, dann ist der mit
der neuen Schuldenstatistik endgültig erbracht. Vor allem in den
Großstädten dreht sich die Abwärtsspirale unaufhörlich weiter. Das
Beispiel Bielefeld offenbart das Ausmaß des Desasters: Um 142
Millionen Euro ist der Schuldenberg in einem einzigen Jahr gewachsen.
Dieses Jahr werden wohl weitere 160 Millionen Euro hinzukommen.
Dagegen kann k ...
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