Neue OZ: Kommentar zu Integration / Islam / Seehofer Wenn Seehofer gesagt hätte: "Die Integration ist
schwierig für Menschen aus einem anderen Kulturkreis. Deswegen werden
wir sie besonders intensiv dabei unterstützen" - das wäre schön
gewesen.
Stattdessen macht sich der CSU-Chef zum Helden der "Endlich sagt
es mal jemand"-Fraktion. Hier versammeln sich glücklich die, die ihre
Fremdenfeindlichkeit früher nur hinter vorgehaltener Hand gepflegt
haben. Das war zwar weniger ehrlich, aber tr ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Sicherheitsrat Über den Bloß-raus-jetzt-Strategen Tom Donilon
an der Spitze des nationalen Sicherheitsrates der USA werden sich die
afghanischen Taliban freuen. Steht Donilon doch wie kaum ein Zweiter
in der Umgebung von Präsident Barack Obama für den Rückbau des
militärischen Engagements. Mit seinem Einfluss wächst die Aussicht
der Taliban, sich mit ihrer Zermürbungstaktik schon bald
durchzusetzen.
Insofern ist die Berufung des im Militär auffallend schle ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Friedenspreis Dem Hass keine Chance geben
Verzeihen, den eigenen Schmerz besiegen, das Denken und Fühlen
nicht von Ressentiments beherrschen lassen: David Grossman predigt
die Bereitschaft zum Frieden nicht nur, er lebt sie auch ganz
persönlich vor. Er gibt ein Zeichen der Zuversicht, das in seinem
Wert nicht unterschätzt werden darf - indem er deutlich macht, dass
der Einzelne auch im schärfsten Konflikt die Wahl zwischen Streit und
Aussöhnung hat. Damit eröffnet er Per ...
Neue OZ: Kommentar zu Wirtschaft / Studie Ein bisschen begrenzen
Berlin und Wirtschaft - das war über Jahrzehnte ein Widerspruch in
sich. Nach Schering und Herlitz war noch Jahre nach der Wende
Schluss. Inzwischen hat es sich geändert. Reihenweise zogen
Unternehmen komplett dorthin oder eröffneten wie die Telekom,
Springer oder Daimler riesige Repräsentanzen, Tochterfirmen oder
Unternehmensteile - vom Beamtenapparat ganz zu schweigen.
Der Status der Hauptstadt festigt sich so. Zu ihrem Vorteil,
wunderbar ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Deutschland Besuch eines Freundes
Christian Wulff wird froh sein, für die nächsten vier Tage in der
aufgeregten Integrationsdebatte etwas aus der Schusslinie zu kommen.
Stattdessen kann der Bundespräsident positive außenpolitische Akzente
setzen: Es geht ihm neben der üblichen bilateralen Beziehungspflege
vor allem um die deutsch-russische Freundschaft. Die kennt Wulff
bereits aus seiner Zeit als Ratsherr in Osnabrück. Die
Gastfreundschaft speziell der Partnerstadt Tw ...
Neue OZ: Kommentar zu Abfall / Umwelt / Wettbewerb Die Gebühr ist sicher
Die Sorge vor steigenden Müllgebühren durch eine drohende
Monopolstellung der Kommunen ist unbegründet. Es ist zwar Aufgabe des
Kartellamtes, auf die Gefahren fehlenden Wettbewerbs hinzuweisen.
Aber in diesem Fall gehen die Bedenken der Behörde an der
Lebenswirklichkeit vorbei. Selbst wenn die Preise für Altmetalle,
Papier und Kunststoff in den nächsten Monaten weiter steigen: Die
Kommunen sind weit davon entfernt, damit ihre chro ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn / Stuttgart 21 In der Sackgasse
Die Aufgabe, die Heiner Geißler in Stuttgart lösen muss, ist ein
paar Nummern größer als in den Tarifkonflikten, bei denen er als
Schlichter half. Es sieht so aus, als ist sie auch für ein
politisches Schlitzohr wie ihn zu groß. Kaum als Vermittler
angetreten, hat Geißler die verfahrene Lage im Konflikt um Stuttgart
21 verschlimmert. Nach seiner eigenmächtigen Aussage, das
Bahnhofprojekt werde zunächst auf Eis gelegt, is ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Museen Fanal im Jahr der Kulturhauptstadt
Ein Museum zieht um. Na und? In Dortmund geht es allerdings um
mehr. Der Einzug des Museums Ostwall in das Dortmunder U markiert
einen Wandel, der in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen ist.
Dortmund wickelt sein Kunstmuseum ab. So lautet die pessimistische
Variante. Dortmund macht sein Kunstmuseum zu einem Baustein einer
neuen Digitalkultur. Dies wäre die optimistische Lesart.
Unabhängig von Interpretationen steht fest: Mit dem ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz IV Mehr schlecht als recht
Arbeit muss sich lohnen; auch Hartz-IV-Empfänger sollen stärkere
Anreize bekommen, eine Beschäftigung aufzunehmen: Gemessen an diesen
ehrgeizigen Vorstellungen der FDP, ist die Koalition bei der
Festlegung neuer Zuverdienstgrenzen für erwerbsfähige
Langzeitarbeitslose kläglich gescheitert. Denn Hartz-IV-Bezieher
dürfen künftig nur maximal 20 Euro mehr behalten als bislang. Und
dies gilt auch lediglich für die kleine G ...
Neue OZ: Kommentar zu Friedensnobelpreis / Liu Das Ende der Bescheidenheit
Welch ein Kontrastprogramm: vom amtierenden US-Präsidenten Barack
Obama - privilegiert, mächtig und als Friedensnobelpreisträger bis
heute umstritten - zu Liu Xiaobo, dem verfolgten und eingesperrten
chinesischen Kämpfer für die Menschenrechte. Anders als 2009 wird es
keine Diskussion geben - dieser Preisträger hat die Ehre verdient.
So kann sich alle Aufmerksamkeit auf die Reaktionen richten. Im
Westen wird gejubelt, in chin ...
Neue OZ: Kommentar zu Auto / Dacia / Volkswagen Wolfsburg, aufwachen!
Eines vorweg: Mit dem Erfolg der Marke Dacia auf den etablierten
Märkten Westeuropas hatte niemand gerechnet. Dabei war die Autowelt
2004 reif für solch ein Angebot. Nicht nur in den Ländern, wo der
Verkauf zuerst startete. Die Qualität der viel mehr als üblich in
Europa in Handarbeit gebauten Fahrzeuge überzeugte von Anfang an.
Auch heute noch haben die Dacia-Händler fast durchweg zufriedene
Kunden. Die bodenständige, ausge ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / Tarife Einfach raushalten
Dieser Schuss geht für Rainer Brüderle nach hinten los.
Offensichtlich erwartete der Bundeswirtschaftsminister mit seiner
Forderung nach höheren Löhnen Applaus vom Volk. Zugegeben, die
boomende Wirtschaft und die satten Tarifabschlüsse in der
Metall-Industrie wecken Begehrlichkeiten. Aber die anziehende
Stahlindustrie darf kein Vorbild sein. Noch sind nicht alle Branchen
aus der Krise. Überzogene Abschlüsse würden Arbeitspl&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Medien / Fernsehen / RTL2 / Guttenberg Seriös geht anders
Reportagen über Sexsüchtige unter dem Titel "Grenzenlos geil" oder
flache Dokumentationen über Partys von Motorradfreaks, verkauft unter
dem Motto "Biker, Brüste, Büchsenbier": Der Fernsehsender RTL2 hat
zuletzt nicht gerade mit Niveau im Programm geglänzt. Geschweige denn
mit Zurückhaltung bei der Frage, in welchem Maße man obszöne und
vulgäre Bilder den auch minderjährigen Fernsehzuschauer ...
Neue OZ: Kommentar zu Nobelpreis / Literatur / Llosa Futter für den Bandwurm
Wie einen immer hungrigen Bandwurm, auf den der Befallene alles in
seinem Leben ausrichten muss: So beschrieb Mario Vargas Llosa einmal
die Berufung zum Schriftsteller - unappetitlich, aber einleuchtend.
Seit Jahrzehnten entdeckt der diesjährige Literaturnobelpreisträger
sich und sein Schreiben immer wieder neu, er füttert den Bandwurm mit
gleichbleibender Leidenschaft.
Mit seinen Werken will er die Wirklichkeit verstehen helfen - und
sich ...
Neue OZ: Kommentar zu Urteile / Kriminalität Es dürfen keine Zweifel bleiben
Ein Mann erschießt seine Frau, weil sie es sich gewünscht hat -
sagt er. Dabei hatte sie anscheinend noch Pläne, wie der
Bundesgerichtshof jetzt betonte, wollte in den Urlaub fahren, ihre
silberne Hochzeit feiern. Wie sich herausgestellt hat, hätte die Frau
all das noch erleben können, wenn sie zum Arzt gegangen wäre. Der
Tumor, vor dem sie angeblich so große Angst hatte, war gutartig.
Wie oft wird in scheinbar ...
Neue OZ: Kommentar zu Islam / Gesellschaft Die alten Reflexe
Die hysterische Debatte um die Islam-Aussage von Bundespräsident
Christian Wulff sagt viel darüber aus, wie weit Deutschland noch von
einem modernen Einwanderungsland entfernt ist. Wulffs schlichter
Satz' der Islam gehöre zu Deutschland, hat ausgereicht, um heftige
Proteste auszulösen. Besonders CDU und CSU verfallen in die alten
Reflexe. Dabei ist der Befund Wulffs in Anbetracht von vier Millionen
Muslimen und mehr als 2500 Moscheevereinen in Deuts ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Anschläge Vor der Kapitulation
Das Sterben geht auch am neunten Jahrestag des Afghanistan-Krieges
weiter. Wieder wurden Bundeswehreinheiten ins Terrorvisier genommen.
Und nicht nur die Hinterbliebenen fragen: Wofür? Ist der Blutzoll
nicht viel zu hoch? Mehr als 2100 westliche Soldaten sind am
Hindukusch bislang gefallen, fast 600 von ihnen in 2010 - das bisher
blutigste Kriegsjahr. Die Lage in Afghanistan ist außer Kontrolle.
Die Taliban beherrschen wieder größere Gebiete al ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Gigaliner / Ramsauer Ein paar Schritte weiter
Einen umfangreichen Themenkatalog hatten die Verkehrsminister auf
Schloss Ettersburg abzuarbeiten. Und sie sind ein paar Schritte
weitergekommen und haben Beschlüsse gefasst, die bis auf einen nicht
unumstritten sind. Winterreifen für alle, das ist wichtig und
richtig. Man kann nur hoffen, dass die Bedingungen und Vorschriften
in Berlin jetzt klar gefasst werden. Aufregen sollte sich darüber
niemand. Und wer gerade im Winter so wenig fährt, ...
Neue OZ: Kommentar zu Rente Fels in der Brandung
Der Staat türmt Schulden auf Schulden, und in der Privatwirtschaft
werden Milliarden von Euro bei hochriskanten Spekulationen verzockt.
Dass sich viele Bürger vor diesem Hintergrund Sorgen um die
Sicherheit ihrer Altersvorsorge machen, ist auf den ersten Blick nur
allzu verständlich. Grund zur Panik besteht aber nicht.
Denn zumindest die gesetzliche Rentenversicherung - für die
meisten Menschen weiterhin die wichtigste Säule bei der Vorso ...
Neue OZ: Kommentar zu Großbritannien / Parteien / Konservative Raus aus der Schuldenfalle
Premierminister Cameron muss den Rotstift ansetzen, um die
katastrophalen britischen Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu
bringen. Obwohl erst wenige Monate im Amt, sind seine Umfragewerte
angesichts seines angekündigten Streichkonzerts bereits gesunken. Der
Chef der konservativ-liberalen Regierung darf sich von diesen
Stimmungslagen aber nicht beirren lassen.
Nicht seine Beliebtheit ist bedeutsam, sondern der Erhalt der
Zukunftsfähigkeit Gro&szli ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchmesse Nein zur Verdrängung
Die Gastland-Schwerpunkte der Buchmesse dienen in erster Linie den
wirtschaftlichen Interessen der Verlagsbranche. Unangenehm deutlich
hat das China 2009 gezeigt, indem es in Frankfurt jede politische
Diskussion ignorierte. Diesmal soll ein anderer Wind wehen:
Argentinien trägt seine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der
jüngsten Militärdiktatur bewusst bis auf die Messe. Dass die
"Verschwunden"-Fotoausstellung in der Paulskirche ...
Neue OZ: Kommentar zu Bildung / BAföG Nicht die Wirklichkeit verleugnen
Eine gute Nachricht für Schüler und Studenten: Das BAföG wird
erhöht. Wahrscheinlich zumindest. Noch muss der bislang vereinbarte
Kompromiss durch den Bundesrat bestätigt werden. Doch die
Länderkammer darf sich keinen abermaligen Rückzieher erlauben, will
sie ihre Glaubwürdigkeit nicht vollends verlieren.
Denn ist es nicht so, dass Bildung eines der Top-Zukunftsthemen
ist? Und dass in Deutschland der Bildungse ...
Neue OZ: Kommentar zu Landtag / McAllister Unterste Schublade
Den Besuchern auf der Tribüne des Landtages bot sich ein garstiges
Bild: Polemisch droschen die Abgeordneten aufeinander ein; immer
wieder musste Parlamentspräsident Dinkla die Sitzung unterbrechen, um
keifende Politiker zur Räson zu bringen. Kurzum: Die Debatte über die
100-Tage-Bilanz von Ministerpräsident McAllister war eine Zumutung,
eine Werbung für Politikverdrossenheit.
Natürlich gehört lebhafter Meinungsstreit zum Parla ...
Neue OZ: Kommentar zu Pakistan / USA / Angriff Wieso fragt keiner?
Die Ruhe überrascht. Da werden angeblich acht deutsche Islamisten
in Pakistan vom Feuerschlag eines unbemannten US-Flugzeugs getötet,
aber hierzulande bleibt es still. Wieso kommen keine harten
Nachfragen? Warum nimmt die Bundesregierung den Vorfall so gelassen
hin?
Militärisch spricht zweifellos alles dafür, Taliban und El Kaida
auch in ihren pakistanischen Rückzugsräumen zu bekämpfen und nicht
erst dann, wenn sie in Afghanist ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Winterreifen Dient der Sicherheit
Was vergangenes Jahr die Abwrackprämie für die darbende
Automobilindustrie war, könnte jetzt die Winterreifenpflicht für
Reifenhersteller werden: ein Programm, das die Gelddruckmaschinen in
den Firmenkellern zum Glühen bringt.
Dabei haben die Gummimischer eine solche Umsatzankurbelung gar
nicht nötig, sind sie doch schon jetzt kaum in der Lage, alle
Kundenwünsche nach geeigneten Pneus zu erfüllen - die Lager sind
leer. Zu ...
Neue OZ: Kommentar zu Terrorismus / Sicherheit Deutscher Dschihad
Es ist ein fast unbemerkter Krieg, den die USA in Pakistan führen.
Präsident Obama versucht, Terrorlager sowie die Führungsriegen von
Taliban und El Kaida im Grenzgebiet zu Afghanistan auszuschalten. Der
Gegner wird zwar nicht vernichtet, aber in seiner Operationsfähigkeit
geschwächt, wie die Liquidierung der deutschen Dschihad-Zelle zeigt.
Es dürfte kein Zufall sein, dass der Drohnen-Angriff der US-Armee
nach Bekanntwerden neuer Attenta ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit /Ärzte / Honorare Höchste Zeit für eine Honorarreform
Ein Machtkampf ist entschieden. Die niedergelassenen Ärzte haben
gewonnen, und die Versicherten werden zur Kasse gebeten: Auf den
ersten Blick sieht so der Verteilungskampf im Gesundheitswesen aus.
Doch die Sache ist komplizierter.
Denn wie viel ein Arzt verdient, hängt unter anderem davon ab,
welcher Facharztgruppe er angehört, ob er in einem reichen Stadtteil
praktiziert oder auf dem Land und in welchem Bundesland er woh ...
Neue OZ: Kommentar zu Landesregierung / McAllister Fähigkeit bewiesen
Er kann es. In den ersten 100 Tagen als Ministerpräsident hat
David McAllister bewiesen, dass er fähig ist, dieses Amt erfolgreich
auszuüben. Zwar kam sein Wechsel in die Staatskanzlei abrupt, aber
der 39-Jährige stand schon länger für dieses Amt parat - klug
aufgebaut von seinem Vorgänger Christian Wulff. Als Partei- und
Fraktionsvorsitzender hatte McAllister in Ruhe Reife und Autorität
für den Chefposten in der Regi ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn / Stuttgart 21 Bürger auf den Barrikaden
Der erbitterte Streit um Stuttgart 21, der frenetische Beifall für
Thilo Sarrazin, die aufflammenden Gorleben-Demos: Manch einer feiert
angesichts solcher Nachrichten die Geburt einer neuen Protestkultur.
Das ist übertrieben. Die Frust-Strömungen sind gar nicht so
besonders, wie sie wirken. Minderheiten geben sich als Mehrheit aus,
indem sie einfach lauter sind. Außerdem, Großdemos gegen Fremdenhass,
Begriffe wie Wackersdorf, Star ...
Neue OZ: Kommentar zu Buchmesse Irrsinnige Geschwindigkeit
Nun präsentiert die Buchbranche wieder ihre Herbstkollektion. Der
deutsche Markt zeigt sich im internationalen Vergleich in der Krise
zwar stabil, dennoch haben die Verlage ihre Titelzahl reduziert. Im
Buchhandel ist davon wenig sichtbar - wenigstens für denjenigen, der
sich an die Bestsellerliste hält. Dafür ist die irrsinnige
Geschwindigkeit zu spüren, mit der die Branche neue Bücher über einen
Markt treibt, der zumindest i ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Kriminalität / Frankreich Maßlose und irrwitzige Strafe
Es ist eine harte, irrwitzige Strafe, die ein Pariser Gericht
gegen Jérôme Kerviel verhängt hat. Denn natürlich kann der ehemalige
Börsenhändler niemals im Leben 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz
zahlen. Bei seinem derzeitigen Einkommen als Berater bräuchte er
dafür 178 000 Jahre, ohne auch nur einen einzigen Cent für sich
selbst behalten zu können!
Fast scheint es so, als ob die Maßlosigk ...
Neue OZ: Kommentar zu Niederlande / Prozess / Wilders Perfekte Bühne
Der Strafprozess wegen Volksverhetzung gegen Geert Wilders nützt
vor allem einem: Geert Wilders. Die niederländische Justiz liefert
dem Rechtspopulisten und Islamgegner leider eine perfekte Bühne, um
sich als politisch verfolgter Kämpfer für die Meinungsfreiheit
darzustellen.
Die Amsterdamer Richter begehen eine Torheit nach der anderen.
Zunächst erzwangen sie einen Prozess, obwohl selbst die
Staatsanwaltschaft ihn nicht wollte. Sie ...
Neue OZ: Kommentar zu CSU Paulis Erbe
Gabriele Pauli: Dieser schillernde Name ist aus der politischen
Diskussion in Deutschland verschwunden. Vor drei Jahren aber
versetzte die damalige Fürther Landrätin die Republik in Aufruhr,
zettelte eine Revolte gegen Edmund Stoiber und andere Granden der CSU
an.
Pauli selbst half das wenig. Ihrer früheren Partei dagegen schon.
Denn was der christsoziale Vorstand gestern beschlossen hat, wäre
ohne die Impulse der schrillen, seinerzeit aber durchaus
...
Neue OZ: Kommentar zu Medizin-Nobelpreis Auf dem Pfad der Ethik bleiben
Alterung, Krebs, Aids - die Medizin-Nobelpreise der beiden
vergangenen Jahre waren Auszeichnungen für einen erfolgreichen Kampf
gegen den Tod. Doch die Forschung kann mehr, als nur das Leben zu
verlängern: Sie kann auch bei der Schaffung neuen Lebens helfen.
Mit der Ehrung Robert Edwards', eines Pioniers der künstlichen
Befruchtung, adelt das Stockholmer Nobel-Komitee ein bei vielen
Menschen immer noch umstrittenes, vom Vatikan sogar f&u ...
Neue OZ: Kommentar zu Bosnien EU braucht eine neue Formel
Wahlen plus reichlich Geld von außen gleich Frieden, Demokratie,
stabiler Staat: Man muss nicht bis Afghanistan schauen, um zu
erkennen, dass diese entwicklungs- und sicherheitspolitische
Gleichung nicht aufgeht. Auch in Bosnien-Herzegowina ist die für
westliche Steuerzahler so teure amerikanisch-europäische Illusion
geplatzt.
Schließlich haben erschreckend viele Bosnier die Kräfte von
gestern gewählt. Die bosnischen Serbe ...
Neue OZ: Kommentar zur Nachfolge von Landesbischöfin Margot Käßmann Zwei gute Bewerber
Nach Margot Käßmanns plötzlichem Rücktritt im Februar herrschte in
der evangelischen Hannoverschen Landeskirche monatelang Trauer und
Schockstarre. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich
schwierig - auch wegen Käßmanns riesiger Fußstapfen. Doch jetzt
besteht viel Grund zu Optimismus für die Protestanten, denn sowohl
Wolfgang Gern als auch Ralf Meister sind in der Lage, der
evangelischen Kirche in Niedersachsen wieder ...
Neue OZ: Kommentar zu Pakistan Gefahr für Europas Sicherheit
Die wichtigste Nachschubroute für die internationale
Afghanistan-Schutztruppe ISAF steht seit Langem unter Beschuss. Nun
droht sie gänzlich auszufallen. Das darf nicht passieren.
Pakistans Regierung muss sofort seine Grenzübergänge für die NATO
wieder öffnen. So bedauerlich der tödliche Zwischenfall mit drei
pakistanischen Soldaten ist: Der Krieg gegen Taliban und El Kaida
erlaubt keine fahrlässigen Protestak ...
Neue OZ: Kommentar zum Deutschen Buchpreis Ein Hoch auf das Mittelmaß
Betriebsunfall im Literaturbetrieb: Die Vergabe des Deutschen
Buchpreises ausgerechnet an Melinda Nadji Abonji kommt denkbar
überraschend - als schwerer Missgriff. Die Jury hat sich für ein
Stück Juroren-Prosa entschieden, aber nicht für starke Literatur. Der
Buchpreis, als Format für publikumsträchtige Romane geschaffen,
erleidet mit dieser Vergabe eine nachdrückliche Rufschädigung. Über
Monate zieht sich das ...
Neue OZ: Kommentar zu Bayern München Von wegen Bierruhe
Normalerweise werden die Bayern nicht so leicht nervös. Bierruhe
nennt man eine derartige Kaltschnäuzigkeit. Doch die Münchner dieser
Tage sind alles andere als souverän. Sie stecken in einer Krise,
vielleicht der größten überhaupt. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt,
die Lage explosiv, der Oktoberfest-Besuch gestrichen.
Nicht schuldlos an dieser negativen Entwicklung ist Louis van
Gaal. Die Startschwierigkeiten begründete d ...
Neue OZ: Kommentar zu Furcht vor Hochtief-Übernahme Hände weg!
Die Sorgen der Arbeiter sind begründet: Sollte ASC die Mehrheit an
Deutschlands größtem Baukonzern übernehmen, droht Hochtief ein
Stellenabbau. Dafür gibt es mindestens zwei gute Gründe: Entweder
wollen die Spanier stärker Synergieeffekte mit ihrem eigenen
Baukonzern nutzen und Kosten senken. Oder sie planen - im schlimmsten
Fall -, einfach ihre Kasse aufzubessern. Dann droht eine
Zerstückelung von Hochtief, um anschließend d ...
Neue OZ: Kommentar zur Rede des Bundespräsidenten Überzeugender Auftritt
Der Bundespräsident hat eine gute Rede gehalten. Sie war
ausgewogen und versöhnlich. Und sie enthielt Akzente, die
bemerkenswert waren. Dass sich nicht nur einige Ausländer, sondern
auch Teile der Eliten in Parallelwelten verabschieden, war
beispielsweise eine hübsche Querverbindung. Auch dass der Stand in
Sachen Integration weit besser als sein Ruf ist, durfte einmal gesagt
werden. Und dass der Islam zum Land gehört und die Zukunft d ...
Neue OZ: Kommentar zu Doping im Radsport / Contador Verband als Saboteur
So kann man den Krieg gegen Doping nie gewinnen. Was liegt dem
Radsport-Weltverband UCI daran, den Fall Contador auf kleiner Flamme
zu kochen? Es geht eindeutig um den Selbsterhaltungstrieb dieses
dubiosen Zirkels. Denn wenn der Primus der Branche (wieder einmal) am
Pranger steht, ist das schädlich für das ganze Geschäft.
Dass der gesamte Radsport weiterhin stark kontaminiert ist, wird
durch die neueste Entwicklung nur noch deutlicher. Es wird nie ...
Neue OZ: Kommentar zur Ausstellung "Die Staufer und Italien" Zu Unrecht unter Druck
Digitalisierung, PISA-Horror, Ingenieur-Mangel - unter solchen
Vorzeichen ist die Grundlagenforschung zuletzt unter
Rechtfertigungsdruck geraten. Zumal die geisteswissenschaftliche.
Vollkommen zu Unrecht, wie derzeit die Staufer-Ausstellung in
Mannheim besonders im Vergleich mit jener Staufer-Schau belegt, die
1977 700 000 Zuschauer nach Stuttgart gelockt hat. Geht es heute um
die Vielfalt von Alltag, Wirtschaft, Staatlichkeit im
Herrschaftsbereich einer halb ...
Neue OZ: Kommentar zu Irland / Wirtschaft Ohne zu täuschen
Eine Staatsverschuldung, die fast bei 100 Prozent der jährlichen
Wirtschaftsleistung liegt, und ein Rekord-Haushaltsdefizit von 32
Prozent - die Iren hätten allen Grund, ihren Kummer mit einem frisch
gezapften Guinness wegzuspülen. Doch den Menschen auf der Grünen
Insel ist wegen der lang anhaltenden Rezession der Durst vergangen.
Zumindest öffentlich. Während die Umsätze in den Kneipen sinken, sind
im vergangenen Jahr die Ums&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Gehälter Bonus und Malus
Um nicht missverstanden zu werden: Bonuszahlungen und hohe
Gehälter sind nicht per se unanständig. Sie können sehr wohl
gerechtfertigt sein, wenn außerordentliche Leistungen vollbracht
werden. Ganz anders verhält es sich aber, wenn Banken Verluste machen
und trotzdem hohe Summen fließen. Denn Missmanagement darf nicht
belohnt, sondern muss mit einem Malus bestraft werden. Alles andere
widerspricht wichtigen wirtschaftlichen und ethischen R ...
Neue OZ: Kommentar zu Schäubles Ausfall Schäbiger Versuch
Der Chef fällt aus, und der Betrieb bricht zusammen? Wenn es so
wäre, müssten viele Firmen hierzulande Insolvenz anmelden. Und
politisch hätte Deutschland den Status einer Bananenrepublik.
Die vorgeschobene Sorge des FDP-Politikers Frank Schäffler um den
Gesundheitszustand Wolfgang Schäubles ist daher pure Heuchelei. Dem
Radikalliberalen passt es einfach nicht, dass nun zeitweise Vertreter
aus den Reihen der Sozialdemokraten das Ru ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn / Stuttgart 21 / Proteste Schäbig
Noch ehe auch nur im Ansatz geklärt ist, wie es zur Eskalation der
Proteste von Stuttgart kommen konnte, hat die Opposition im Bundestag
die Schuldigen schon ausgemacht: Die Bundeskanzlerin hat den
martialischen Polizeiapparat in Marsch gesetzt, um jeden Protest
gegen einen neuen Bahnhof zu ersticken. Als Erfüllungsgehilfen des
Brutalostaats haben Ministerpräsident Mappus und Innenminister Rech
assistiert, zufällig ebenfalls von der Union.
Die Erkl&au ...
Neue OZ: Kommentar zu 20 Jahre deutsche Einheit "West" oder "Ost" ist nicht mehr die
entscheidende Frage
20 Jahre deutsche Einheit. Halb so lang, wie die DDR bestand. Ein
Wimpernschlag im Lauf der Geschichte.
Seit der Wiedervereinigung sind in Deutschland bald 15 Millionen
Kinder geboren worden. Menschen, die die friedliche Revolution im
Osten Deutschlands, den Mauerfall am 9. November 1989 und den
unendlichen Jubel über das Ende eines Unrechtsstaates nur als ein
Stück Geschichte nacherleben kö ...
Neue OZ: Kommentar zu Kenia / EU / Justiz / Piraten Klappe dicht
Mit dem Gefangenen-Verklappen in Kenia ist es für Deutschland
vorbei. Das afrikanische Land hat der EU das Abkommen gekündigt, das
Kenia verpflichtet, von EU-Soldaten gefangene somalische Piraten zu
bestrafen. Die Gründe sind nachvollziehbar: Überlastung der Justiz,
Verwicklung in fremde Händel.
So geht eine Gratwanderung zu Ende: Denn die Entsorgungslösung via
Kenia war für Deutschland schön bequem, barg angesichts der
zweifelhaf ...
Neue OZ: Kommentar zu Kommunen / Gastgewerbe / Sperrstunde Ein bisschen Spaß muss sein
Vandalismus, Pöbeleien, lautstarkes Gegröle - immer wieder
schlagen Nachtschwärmer über die Stränge und bringen andere um ihre
Ruhe. Meist ist (viel) Alkohol im Spiel und geraten Gast- und andere
Schankstätten in die Kritik. Doch Sperrstunden, wie sie vereinzelt
wieder verhängt werden, sind keine Patentlösung. Das haben
Pilotprojekte in 23 niedersächsischen Kommunen gezeigt.
Dabei stellte sich heraus, das ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Gaspreise / EWE Ein Schlag ins Gesicht
Eine undurchsichtige und vom Bundesgerichtshof als unangemessen
einkassierte Preispolitik, ein frecher Brief mit der Androhung einer
fristlosen Kündigung und eine medial aufgeblasene Schlichtungs-Show
mit Sympathieträger Scherf als väterlich-verständnisvollem
Vermittler: Das Verhalten der EWE im Gaspreis-Streit war ein Schlag
ins Gesicht der Verbraucher.
Das nun vorgelegte Rückzahlungsangebot fügt sich nahtlos ein.
Gestiegene Bez ...
Neue OZ: Kommentar zu Denkmäler / Literatur / Heinrich Heine Ein Skandal ist das nicht
Heinrich Heine darf nicht vor der Bremer Bürgerschaft stehen. Ein
Skandal? Diesmal ausnahmsweise nicht. Hamburg reservierte dem
berühmten Dichter einen Platz vor dem Rathaus. In Bremen steht dort
hingegen der Roland - Freiheitssymbol und obendrein Weltkulturerbe.
Da musste die Heine-Figur nicht auch noch stehen. Weniger ist jetzt
wirklich mehr.
Zum Aufreger taugt die Plastik von Waldemar Grzimek heute ohnehin
nicht mehr. Zu betulich wirkt die For ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn / Stuttgart 21 Ein unterirdisches Schauspiel
Nur zur Erinnerung: Es geht um einen Bahnhof. Befürworter des
Bauprojektes "Stuttgart 21" sehen neben der verkürzten Fahrtzeit auf
der Strecke Paris - Budapest 4000 gesicherte Arbeitsplätze in der
Baubranche. Gegner monieren neben dem Verlust von einigen Bäumen und
eines zwar denkmalgeschützten, aber wenig sehenswerten Gebäudes die
ausufernden Kosten.
Doch seit gestern verbindet man mit "Stuttgart 21" Ki ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / RAF / Becker Chaos in Stammheim
Dass Verena Becker 1977 absolut gewaltbereit war, ist
unbestritten. Sie war blutjung und voller Hass auf "die BRD", den
Kapitalismus und den aus RAF-Sicht imperialistischen Führungsanspruch
westlicher Staaten. Sie nannte den Staat, in dem sie lebte, ein
"Schweinesystem", regte an, Autos in die Luft zu jagen, um auf die
Sache der RAF aufmerksam zu machen. Sie beteiligte sich an
Sprengstoffanschlägen und schoss auf Polizisten.
Dass die ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / HRE Erwartungen senken
In der HRE werden am Wochenende die Sektkorken knallen. Die
Pleitebank überträgt ihre Risikopapiere einer riesigen Bad Bank mit
dem Namen FMS Wertmanagement - und damit dem Steuerzahler. Denn die
Staatskasse muss für die zu erwartenden Milliarden-Ausfälle
aufkommen. So hat die HRE wieder den notwendigen Freiraum für neue
Finanzgeschäfte. Es ist ein Neubeginn.
Wichtig ist, dass jetzt Landes- und Kommunalpolitiker ihre
Erwartungen senk ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Ausstellungen Sprung nach vorn
Feinste Museumsware, ein Besucheransturm sondergleichen und mit
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas
Sarkozy zwei Schirmherren allererster Güte: "Bilder einer Metropole"
ist mehr als eine Kunstausstellung. Essen serviert ein Premiumformat
der Kultur. Mehr geht einfach nicht.
Der Erfolg der Blockbuster-Ausstellung mag da unausweichlich sein.
Und doch beeindruckt die Schau nicht nur als rekordverdächtige
Ansamml ...
Neue OZ: Kommentar zu Auszeichnungen / Alternativer Nobelpreis Mehr von diesem Geist
Hidden Champions, so nennen Wirtschaftsexperten Firmen, die kaum
jemand kennt, die aber in ihrer Branche Weltklasse sind. Und es gibt
auch Hidden Heroes. Menschen, die wenig bekannt sind, aber Großes
leisten. Das Komitee des Alternativen Nobelpreises hat jetzt vier
"verborgene Helden" geehrt. Vier Persönlichkeiten und Gruppen, die
sich als Helfer, Retter oder Umweltschützer auszeichnen - und teils
auf harten Widerstand stoßen.
W ...
Neue OZ: Kommentar zu Tabak / Steuern Feudale Willkürabgaben
Gegen eine höhere Tabaksteuer spricht zunächst nichts: Rauchen
kann kaum teuer genug sein. Wer es sich nicht leisten will oder kann,
soll es lassen. Das ist kein gravierender Eingriff in die Freiheit,
sondern sogar ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe. Problematischer sind
die Einnahmewege, die sich die Kommunen suchen: Solarienabgabe,
Bettensteuer, Bordell- und Blaulichtaufschläge und so fort. Die
Kämmerer meinen es gut - aber dass sie da ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Arbeitsmarkt / September Goldener Oktober
Auch wenn das Wetter es nicht unbedingt erwarten lässt:
Deutschland sieht einem goldenen Oktober entgegen. Zumindest auf dem
Arbeitsmarkt sind deutlich sonnigere Zeiten angebrochen. Es fehlt
nicht mehr viel, und die psychologisch wichtige Marke von drei
Millionen Arbeitslosen wird wieder unterschritten. Dass dies gelingt,
kann man als sicher annehmen. Denn die Exportmaschinerie läuft weiter
auf Hochtouren. Zusätzlich kommt jetzt auch die Binnennachfrage in ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reform Es muss freiwillig bleiben
Warum nicht das Prinzip der Vorkasse für gesetzlich versicherte
Patienten in der Praxis zumindest einmal erproben? Entscheidend dabei
ist, dass lediglich diejenigen beteiligt sind, die sich freiwillig
dafür entscheiden, dem Arzt vorab die Rechnung zu zahlen. Niemand
sollte zum Modell des Gesundheitsministers gezwungen werden, doch das
will Philipp Rösler ja auch gar nicht.
Durch eine Erprobung ließe sich jedoch feststellen, ob die
Vorka ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Kunst / Prozesse / Beuys Gegen Beuys gerichtet
Wir schützen das Recht der Urheber, aber nicht die Freiheit der
Kunst: Das Düsseldorfer Urteil zu den Fotos von einer
Beuys-Performance hat fatale Konsequenzen. Es schottet künstlerische
Werke von ihrer kreativen Fortsetzung ab. Anders gesagt und auf den
konkreten Fall gemünzt: Es schützt Beuys gegen ihn selbst.
Wenn einer im Zeichen des erweiterten Kunstbegriffs für das
ungehemmte Wachstum kreativer Ideen plädiert hat, dann w ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Bergbau / Kohle Drei gute Gründe
Heute schließt in Hamm eine der letzten Kohlezechen in
Deutschland. Und es sieht so aus, als käme das Ende für die fünf noch
verbleibenden schneller als geplant. Schon 2014 könnte gemäß EU-Plan
der Steinkohleabbau hierzulande Geschichte sein. Was sollte
dagegensprechen? Schließlich prangert Brüssel an, dass jeder deutsche
Kumpel mit rund 75 000 Euro jährlich subventioniert wird. Dies hat
mit internationaler Wettbe ...
Neue OZ: Kommentar zu Frankreich / Roma Kluger Schachzug
Ob EU-Justizkommissarin Viviane Reding bereits in den Albträumen
von Nicolas Sarkozy auftaucht, ist nicht bekannt. Aber vorstellbar.
Gestern stellte die Luxemburgerin dem französischen Präsidenten im
Streit um die umstrittene Roma-Ausweisungspraxis ein Ultimatum. Die
EU-Kommission entschied sich damit für den Weg eines juristischen
Verfahrens. Das klingt bedrohlich und ist eine öffentliche Ohrfeige
für Sarkozys Politik.
Zudem ein kluge ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz IV Nicht blockieren
Der Protest gegen die neuen Hartz-IV-Sätze war zu erwarten. Die
Bundesregierung sollte jedoch Kurs halten. Soziale Kälte produziert
sie nicht. Fraglich ist nur, ob ihre Berechnungen gerichtsfest sind.
Zu befürchten ist eine erneute Klagewelle bei den ohnehin
überlasteten Sozialgerichten. Eine Folge der bei der Einführung der
Hartz-IV-Gesetze gemachten Fehler durch die damalige rot-grüne
Regierung. Ein Fakt, den der heutige SPD-Chef Gabriel ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Wohnen Vereinfachen reicht
Wohnen ist teuer. Ein Drittel des Budgets geht in Deutschland
durchschnittlich für Miete oder Rate, Energie und Renovierung drauf.
Mit 731 Euro pro Kopf ist es der größte monatliche Kostenblock des
privaten Verbrauchers. Jeder Euro, der hier dazukommt, löst deshalb
ein großes Echo aus. Zugleich polarisiert das Mietverhältnis an sich,
teilt die Bürger in vermeintlich Besitzlose und Bourgeois - eine
leidenschaftliche Diskussion ist ...
Neue OZ: Kommentar zu Energiekonzept der Bundesregierung Faule Eier in der Wundertüte
Die Wünsch-dir-was-Koalition hat eine wuchtige Wundertüte gepackt.
Das Energiekonzept ist zwar ein Paket mit ehrgeizigen Klimazielen.
Sie sind allerdings leicht zu formulieren: Wenn in 20 Jahren und
später Bilanz gezogen wird, genießen diejenigen, die jetzt am
politischen Ruder sitzen, längst ihre Pension. Zur Rechenschaft
gezogen werden dann andere.
Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Energiepolitik, wie sie
bislang von ...
Neue OZ: Kommentar zu Finanznot in der Kulturszene Fatales Signal
Zugegeben: Nach Hamburg fahren wir eher, um das Thalia zu besuchen
als das Altonaer Museum. Und in Berlin lockt uns nicht die kleine
Oper in Neukölln, sondern die große Staatsoper. Überregional gesehen,
sind wir alle Motten, die ums strahlende Licht der kulturellen
Leuchttürme kreisen.
Doch auch im Schatten der Leuchttürme funkelt es, und Städte wie
Berlin oder München und zumal die kleinen Zentren dieser Republik
wären um einig ...
Neue OZ: Kommentar zu Minderheitskabinett Holland Klima nicht weiter vergiften
Ministerpräsident der Niederlande wird Mark Rutte von den
Rechtsliberalen, doch der heimliche Premier heißt Geert Wilders. Der
Islamgegner will mit seiner Partei für Freiheit die
Minderheitenregierung von Rechtsliberalen und Christdemokraten
tolerieren.
Noch fehlt zwar die Zustimmung von Königin Beatrix zu dieser
fragilen Konstruktion, aber es dürfte ihr keine Wahl bleiben, als
Wilders hoffähig zu machen. Angesichts der Ve ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheitsreform Die alten Frontstellungen
Über Monate haben sich die Koalitionsparteien mit internem Streit
selbst blockiert, nicht zuletzt in der Gesundheitspolitik. In diesen
Wochen dagegen fasst die Regierung viele Beschlüsse und zeigt sich
einig. Und so präsentiert Schwarz-Gelb endlich auch bei der
Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ein deutlicheres
Profil. Dagegen formiert sich nun ein breiter Protest.
Hartnäckig und erbittert kämpft ein linkes Bünd ...
Neue OZ: Kommentar zu Sparpaket / Industrie Aus gutem Grund
Die Industrie ist eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft,
ihr Bundesverband dementsprechend mächtig. Und so wundert es nicht,
dass Angela Merkel beim "Tag der Industrie" klein beigab: Das
Sparpaket wird das produzierende Gewerbe wohl doch nicht so hart
treffen wie geplant, signalisierte die Kanzlerin - aus gutem Grund.
Zwar ist es mit Blick auf den Umweltschutz richtig, den
Energieverbrauch zu lenken. Und wie könnte das konsequenter g ...
Neue OZ: Kommentar zu Luschkow / Russland Am Führungsduo gescheitert
Den politischen Abgesang auf Juri Luschkow erlebte das russische
Volk bereits vor einigen Wochen, als die Allianz der staatlich
gelenkten Fernsehsender ihn zur besten Sendezeit öffentlich
demontierte. Bürger wie Beobachter fragten sich seither: Geht Moskaus
Bürgermeister von selbst, oder wird er gefeuert?
Schließlich wird ihm im Zusammenhang mit den Bau- und
Immobiliengeschäften seiner milliardenschweren Ehefrau Korruption im ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst Dokument des Lebens
Mit den Bildern der psychisch Kranken hat sich auch unser Bild von
ihnen verändert. Sie mögen wie eingesperrt in ihrer ganz eigenen Welt
leben. Doch ihre Werke, die nun in Frankfurt zu sehen sind, sagen
auch denen etwas, die als psychisch normal gelten. Mehr noch: Die
Bildwerke stellen, bei aller geradezu manisch wirkenden
Kleinteiligkeit, eine große Leistung dar.
Dabei ist die aktuelle Ausstellung nicht ohne einen berühmten
Vorläufer vor ...
Neue OZ: Kommentar zu Türkei / Kurden / Irak Noch kein Anlass zur Euphorie
Die türkische Regierung setzt nach neun Jahrzehnten feindlicher
Auseinandersetzung und Diskriminierung endlich auf Gespräche mit der
PKK. Nicht nur im eigenen Land, auch im Nord-Irak werden die Führer
eingebunden. Selbst der inhaftierte Rebellen-Chef Öcalan soll zur
dauerhaften Waffenruhe verhelfen, um das "Kurdenproblem" zu lösen.
Das klingt zu schön, um wahr zu sein.
Die Frage ist nur: Können die Kurden Min ...
Neue OZ: Kommentar zu Nahost / Siedlungen Falsches Signal
Wer es ernst meint mit dem Willen zum dauerhaften Frieden im
Heiligen Land, muss drei Dinge anerkennen: Die Zwei-Staaten-Lösung
ist alternativlos, genauso wie eine Teilung der Hauptstadt Jerusalem.
Und als Grundlage der künftigen Staatsgebiete sollten die Grenzen vor
1967 gelten. Eine wachsende Zahl der Politiker auf beiden Seiten hat
dies inzwischen erkannt.
Vor diesem Hintergrund erscheint der fortschreitende Siedlungsbau
der Israelis im Westjordanland sch ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU / Kirchen Für ein schärferes Profil
Mit Aufsätzen und Reden über das C im Parteinamen von CDU und CSU
lassen sich gleich meterweise Bücherregale füllen. Die Debatte über
das Christliche in der Politik der Union ist bereits Gegenstand
etlicher Sonntagsreden gewesen, die manchmal ins Floskelhafte
abzudriften drohen. Im Gegenzug heften die Gegner der Politik von CDU
und CSU oft vorschnell das Etikett "unchristlich" an. Gerade weil es
schwierig ist, das vi ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz / Neuberechnung Armutszeugnis
Traurig, aber wahr: Hartz IV bleibt unverändert der Inbegriff für
ein Leben am Rande der Gesellschaft. Wer auf die Grundsicherung
angewiesen ist, muss vor allem eines können: verzichten. Große
Sprünge lassen sich auch mit 364 Euro nicht machen. Fünf Euro mehr -
das reicht nicht einmal für einen Kinobesuch. Von "anstrengungslosem"
Wohlleben kann also keine Rede sein, auch wenn es nach wie vor
Kritiker gibt, die nicht müde w ...
Neue OZ: Kultur-Kommentar Takt der Effizienz
Auch im Geschichtsprozess geht es nicht immer nur steil bergauf.
Der Weg zu immer mehr Freiheit kennt auch Rückschläge. Dreht eine
neue Tugendwelle jetzt den Trend? Das wäre zu einfach gedacht. Auf
der Rückseite der Selbstbefreiung zu immer mehr Konsum, Freizeit und
Sex gibt es auch die Tendenz zu einer Disziplin, die das Individuum
immer strenger in ihren Griff nimmt. Kein Wunder: Gesellschaften
können ihre Effizienz nur steigern, wenn der E ...
Neue OZ: Kommentar zu Hartz IV Ein Lohnabstand ist sozial gerecht
Nun steigen die Hartz-IV-Sätze nicht um 20 Euro, sondern nur um
höchstens fünf Euro. Das ist eine bescheidene Summe für den
Einzelnen, aber zugleich eine gewaltige für den hoch verschuldeten
Staat angesichts von mehr als sechs Millionen Beziehern.
Wieder schallt der Regierung der Vorwurf sozialer Kälte entgegen.
Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen - gerade mit dem Blick derer,
die nur wenig verdienen. Denn je hö ...
Neue OZ: Kommentar zu UNO/Westerwelle Jenseits der Vernunft
Aus dieser Woche bei der UNO-Vollversammlung in New York kann
Guido Westerwelle Kraft ziehen - er wird sie dringend brauchen. Die
Kritik am FDP-Chef frisst sich durch die Partei. Noch kann der
Außenminister sie parieren. Aber er weiß aus bitterer Erfahrung: Wer
einmal auf die abschüssige Bahn geriet, kann die Dynamik kaum
stoppen. Selbst die Dümmsten fühlen sich zum Spott ermutigt. Mit
Rationalität hat das alles längst nichts m ...
Neue OZ: Kommentar zu Bankmanager-Gehälter Nach außen hin geläutert
Man hat schon aus London und New York gehört, dass sich an der
Moral von Topmanagern im Finanzsektor durch die Bankenkrise nichts
geändert hat. In Frankfurt, Düsseldorf oder München scheint der Fall
ähnlich zu liegen. Nach außen hin gibt man sich geläutert, und bei
der zum Teil verstaatlichten Commerzbank muss sich Vorstandschef
Martin Blessing tatsächlich mit nur 500 000 Euro Jahresgehalt
zuzüglich Alter ...
Neue OZ: Kommentar zu SPD-Sonderparteitag Zurück ins Gestern
So viel Etikettenschwindel war selten. "Zukunftswerkstatt Faires
Deutschland" hatte die SPD als Motto ihres Sonderparteitags
ausgegeben. Reden und Beschlüsse über die Finanz-, Sozial- und
Arbeitsmarktpolitik weisen aber zurück in die Epoche rapiden
Wachstums von Wirtschaft, Bevölkerung und Produktivität.
Als ob die nicht längst vorbei wäre, gibt die SPD die Parole aus:
Mehr Geld für Kommunen, für Rentner, ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz IV Am Scheideweg
Muss das sein? Gehört zum Existenzminimum auch ein Anspruch auf
Bier, Wein, Schnaps und Zigaretten? Die Antwort kann - schon aus
gesundheitlichen Überlegungen - nur lauten: nein. Und so sollte man
es der Bundesregierung nicht verdenken, wenn sie die beiden
Positionen aus der Grundsicherung streicht.
Andere Fragen im Zusammenhang mit der Neuregelung der
Hartz-IV-Regelsätze sind nicht so leicht zu beantworten.
Schwierigkeiten bereitet vor allem die Finanz ...
Neue OZ: Kommentar zu China / Japan Die neue Schwäche
Der Streit zwischen Japan und China verschärft sich - wird aber
mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eskalieren. Japan lenkt im
Zweifel ein. Obwohl es im Ostchinesischen Meer für beide Staaten um
viel geht: Bodenschätze, reiche Fischgründe und nicht zuletzt um das
Ansehen vor der Weltöffentlichkeit. Jahrzehntelang hat Japan im
östlichen Asien den Ton angegeben - besonders wirtschaftlich. Die
Demütigungen durch Japan im Erst ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Grüne / Künast Gute Chancen für die Grünen
Die Berliner Grünen sind gut beraten, mit Renate Künast in den
nächsten Wahlkampf zu ziehen. Die derzeitige Fraktionsvorsitzende im
Bundestag ginge zwar ein politisches Risiko ein, aber es wäre ein
überschaubares. Für die SPD wäre das Risiko eindeutig größer. Sie
müsste sich in diesem Fall warm anziehen.
Nirgendwo sonst in Deutschland, abgesehen vom Südwesten, ist die
Lage für die Gr&u ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik Stürmische Zeiten
Bernd Neumann formuliert den richtigen Appell. Aber er sagt nur,
was sich von selbst versteht - oder von selbst verstehen sollte.
Während der Staatsminister den großen Treueschwur der Politik
gegenüber der Kultur formuliert, geschehen die ersten Tabubrüche. Wer
die Kommunen mit ihren drückenden Etatproblemen allein lässt, muss
sich über empfindliche Kürzungen an der Kultur nicht wundern. Gerade
der Bund hätte die Chanc ...
Neue OZ: Kommentar zu UN / Vollversammlung / Ahmadinedschad Am Tropf des Irren
Glaubt Mahmut Ahmadinedschad an seine kruden
Verschwörungstheorien? Oder will er nur ablenken: Von seiner
bröckelnden innenpolitischen Machtbasis, seiner katastrophalen
Wirtschaftspolitik oder gar einem illegalen Atomprogramm?
Fest steht, dass Irans Präsident mit seiner Unterstellung, die USA
selbst steckten hinter den Anschlägen des 11. September, einmal mehr
Vertrauen verspielt hat. Die Behauptung, die Mehrheit der US-Bürger
sowie der St ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Justiz / Hinrichtung Im Bunde der Henker
Alle Proteste und Appelle, diese Hinrichtung noch zu verzögern
oder zu verhindern, blieben ohne Wirkung: Teresa Lewis erhielt die
tödliche Giftspritze. Dass der US-Bundesstaat Virginia erst nach
hundert Jahren wieder das Todesurteil an einer Frau vollstreckte, hat
dabei nur statistischen Wert. Exekutionen - ganz gleich, ob durch
Strang, Elektrostuhl oder Spritze - sind ein barbarischer Akt, der
weltweit geächtet gehört.
Auch wenn die Beweislas ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn Kosmetik am Problemkonzern
Wenn das Kind erst mal im Brunnen gelandet ist, bedarf es enormer
Kraft, um es da wieder herauszuholen. So in etwa - also wie jemand,
der sich in hoffnungsloser Lage wähnt, sich damit aber nicht abfinden
will - gebärdet sich die Bahn. Sie gibt Hunderte Millionen von Euro
für eine sogenannte Qualitätsoffensive aus, um ihren ramponierten Ruf
wiederherzustellen. Das dürfte enorm anstrengend sein - enorm Erfolg
versprechend ist es aber nich ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Verkehr Spur der Elefanten
Die obersten deutschen Verwaltungsrichter haben eine sehr
vernünftige Entscheidung getroffen. Sie wiesen die Klagen eines
Spediteurs gegen Lkw-Überholverbote ab. Der Unternehmer pochte
darauf, dass eine konkrete örtliche Gefahr nicht nachgewiesen sei. Es
ist zu begrüßen, dass das Leipziger Gericht standgehalten hat. Zu
Recht wird nicht auf Unfälle mit Toten und Verletzten gewartet.
Prävention muss Vorrang haben. Fatal wäre es, ...
Neue OZ: Kommentar zu UNO Generaldebatte Heilsamer Druck
Barack Obama hat ein ehrgeiziges Ziel vorgegeben, indem er von
einem eigenen Palästinenser-Staat schon im kommenden Jahr spricht. An
derartigen Visionen hat es nicht gefehlt bei den Nahost-Gesprächen
der vergangenen Jahre - und dann folgten doch wieder Rückschläge,
steckten die Verhandlungen erneut in der Sackgasse.
Trotzdem ist es richtig, dass der US-Präsident nicht in
Resignation verharrt, sondern leidenschaftlich wirbt für einen
eige ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Museen / Altonaer Museum Verheerendes Vorbild
Das ist der Dammbruch. Hamburg verabschiedet sein Altonaer Museum
und liefert damit ein verheerendes Vorbild für andere Kommunen. Die
Methode, die hier zur Nachahmung empfohlen wird, ist simpel: Bei
Einsparungen trifft es die Kulturhäuser mit der geringsten Lobby,
jene, die am wenigsten in die Hochglanzportfolios der Event- und
Standortkultur passen. Hamburg treibt damit die kulturelle Spaltung
seiner Stadtgesellschaft voran. Während im Prestigebau d ...
Neue OZ: Kommentar zu Urteile / Steuern / Solidaritätszuschlag Richterlicher Seitenhieb
Überraschend kommt der Karlsruher Beschluss zum
Solidaritätszuschlag nicht. Wundern kann man sich allenfalls, dass
sich die Richter derart lange mit dem "Soli" befassen, um zu dem
Schluss zu gelangen, sich lieber doch nicht damit befassen zu wollen.
Dennoch bedeutet auch dies eine Entscheidung: Alles bleibt, wie es
ist. Der "Soli" ist damit legitimiert. Die Zurückweisung der vor
allem in Niedersachsen geschürten Zweifel an ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan Kein Platz mehr für Ausflüchte
Ein Rechtsstaat muss glasklare Antworten haben auf die Frage, wie
er mit Gefangenen umgeht, die seine Truppen im Ausland machen. Aber
bisher hat sich noch jede Bundesregierung darum gedrückt. Wie lästig
ihm diese Frage war, machte einst Verteidigungsminister Franz Josef
Jung deutlich und raunzte in einem Interview unserer Zeitung: "Wir
sind nicht in Afghanistan, um Gefangene zu machen." Also keine
Gefangenen? Die Wirklichkeit ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Röttgens Märchen
Kaum zu glauben: Die Bundesregierung hat allen Ernstes erwogen,
die Endlagerung von Atommüll zu privatisieren. Das ist aus mehreren
Gründen fahrlässig, ja skandalös.
Erstens bleibt es elementare Aufgabe des Staates, für die
Sicherheit der Bürger zu sorgen. Da darf er sich ausgerechnet in
einer Hochsicherheitsfrage nicht einfach davonstehlen und sie
womöglich Profitinteressen unterordnen. Zweitens schrecken die
schlechten ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reformen Wo bleibt das Positive?
Diese Gesundheitsreform ist ein Desaster. Selbst bei gutem Willen
lässt sich aus Sicht eines Versicherten kaum Positives finden.
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge werden entkoppelt. Künftige
Steigerungen liegen beim Bürger allein. Auf die Lohnnebenkosten zu
achten ist ja richtig - die vielerorts fallenden Nettolöhne zu
vergessen aber falsch. Ferner schwächt dies die Gegenseite der
Medizin- und Pharmalobby. Dort standen bisher au ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Umfragen / Grüne Ab durch die Mitte
Zu dem, der in der Sonne steht, laufen alle hin. So ist das
momentan bei den Grünen, den neuen Wählerfängern. Und vor dem
Hintergrund des aufgeheizten Streits um die
AKW-Laufzeitverlängerungen ist das mit der Sonne, die traditionell
von kernkraftgegnerischen Plakaten lacht, sogar ein bisschen wörtlich
zu nehmen.
Dass die Grünen derzeit wahre Höhenflüge unternehmen können, liegt
aber nicht allein am Parteiprofil. Zwar hab ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Rohstoffe / Arktis Macht über das Meer
Die Arktis-Konferenz in Russland ist eine Farce. Den Blendern in
Moskau geht es nicht einmal im Ansatz um Umwelt und Klimaschutz. Was
zählt, ist einzig die Macht über das Meer, um sich die gewaltigen
Bodenschätze unter den Nagel zu reißen. Ähnliches gilt für die vier
anderen Nordpol-Anrainer USA, Kanada, Dänemark und Norwegen. Alle
wittern den Profit, den eisfreie Nordost- und Nordwestpassage
zwischen Barentssee und Beringstr ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Fed / Zinsen Gewaltige Sturzgefahr
Alles, was die Notenbank Fed derzeit unternimmt, um das Wachstum
der US-Wirtschaft zu stärken, läuft auf Pump und nochmals Pump
hinaus. Als ob es das große Hypotheken-Platzen zum Auftakt der
Weltfinanzkrise nie gegeben hätte. Als sei die Verdoppelung der
staatlichen Schuldenquote seit 2008 ein Pappenstiel.
So bleibt der US-Leitzins knapp über null, um private Kredite
billig zu halten. So will sich die Zentralbank womöglich
Staats ...
Neue OZ: Kommentar zu Film Verbot als Geste
Freigeben oder verbieten? Wie mit NS-Hetzwerken umzugehen ist,
bleibt eine sensible Frage. Die Vorstellung von Neo-Nazis, die sich
beim Kameradschaftsabend an Original-Propaganda delektieren, ist
grauenhaft. Nur leider: Mit Vorführvorbehalten ist ein Missbrauch
nicht aufzuhalten.
Was immer die Nazis gedruckt und aufgezeichnet haben, ist im
digitalen Zeitalter auf Knopfdruck verfügbar. Verhindert wird mit dem
Vorbehalt bestenfalls eine naive Zufallssichtung ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Missbrauch Ein heikles Thema
Nach dem Bekanntwerden der Fälle von sexuellem Missbrauch ist die
Aufarbeitung ein gutes Stück weitergekommen. Die katholischen
Bischöfe nehmen sich Zeit zur Reflexion, die Bundesregierung lässt
einen Fernsehspot erstellen. Koalition und Kirche haben Hotlines
eingerichtet, Prävention und Therapie sind zu wichtigen Themen
geworden, und das ist gut so.
Verstärkt rückt die Frage der Entschädigung in den Blick - und
damit steigt ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Agrar Es wird rauer
Das Feilschen um die EU-Agrarmilliarden nimmt Fahrt auf.
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und ihrem französischen
Kollegen Bruno Le Maire gelingt dabei etwas, woran Kanzlerin Merkel
und Frankreichs Präsident Sarkozy jüngst auf dem EU-Gipfel
gescheitert sind: Sie ziehen an einem Strang, lehnen Abstriche an den
Subventionen ab.
Doch das Unterfangen wird vermutlich scheitern. Spätestens Mitte
November, wenn Agrarkommissar Dacian Ciolos seine Refor ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur Wählerische Leser
Kinder zum Lesen zu animieren ist oftmals gar nicht so einfach.
Wer jedoch einmal Bücher für sich entdeckt hat, der wird mit der Zeit
wählerisch. Gute Kinderbücher in dem riesigen Angebot zu finden
sollte eigentlich kein Problem sein. Dennoch bezeichnen die Kinder-
und Jugendbuchverlage in ihrem Trendbericht das "klassische"
Kinderbuch als "Sorgenkind". Während die Umsätze bei Bilderbüchern,
bei Büchern f ...
Neue OZ: Kommentar zu Umwelt / Messe / Nutzfahrzeuge Der Anstieg ist noch lang
Optimismus allerorten - diesen Eindruck vermittelten gestern
Firmenvertreter der schwergewichtigen Lkw-Branche in Hannover. Nach
dem Wehklagen vergangener Monate endlich wieder fröhliche Gesichter
nicht nur bei den Hostessen auf den Ständen, sondern auch bei den
Offiziellen. Das ist gut und hebt die Stimmung. Aber es ist keine
Zeit, die Hände in den Schoß zu legen. Die Talsohle bei den
Lkw-Verkäufen mag überwunden sein. Indes, de ...
Neue OZ: Kommentar zu Nordkorea / Regierung Es bleibt in der Familie
Nordkorea und Kuba, zwei immer noch manifeste kommunistische
Regime, haben vor allem eines gemeinsam: den Machterhalt per
Erbfolge. Der größte Unterschied liegt in der Entwicklung der beiden
Länder. Raúl Castro, Bruder und Nachfolger des Revolutionsführers
Fidel Castro, öffnet zaghaft den Markt und lässt Kontakte von
Exil-Kubanern zu den Inselbewohnern zu. Im hochgradig abgeschotteten
Nordkorea ist davon nur zu träumen ...
Neue OZ: Kommentar zu UN / Millenium / Gipfel Afrika muss sich auch selbst helfen
Vor zehn Jahren sagten die Staats- und Regierungschefs Armut,
Seuchen und Analphabetismus auf der Welt den Kampf an. Ein ebenso
richtiges wie hehres Ziel. Der Weltarmutsgipfel in New York zieht
eine nüchterne Zwischenbilanz: Es gibt Licht, aber auch Schatten.
Hoffnung machen China, Indien und Brasilien. Der Traum von mehr
Gerechtigkeit wird dort Realität.
Verzweiflung breitet sich dagegen in Teilen Afrikas aus. Dort wird
nichts besser, s ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz IV In der Enge
Es bleibt spannend. Erst nächste Woche will Ursula von der Leyen
anhand neuer statistischer Daten die Höhe des künftigen
Hartz-IV-Regelsatzes nennen. Vor allzu großen Hoffnungen sei jetzt
schon gewarnt. Denn der Rotstift regiert in Berlin.
Eine deutliche Steigerung der Grundsicherung ist deshalb nicht zu
erwarten. Vielmehr steckt von der Leyen in der Zwickmühle. Bemisst
sie die Regelsätze streng, wird ihr soziale Kälte nachgesagt werde ...
Neue OZ: Kommentar zu Datenschutz / Internet Riskanter Weg
Bundesinnenminister Thomas de Maizière geht ein hohes Risiko ein,
wenn er es der Internetbranche nun selbst überlässt, einen besseren
Datenschutz für Verbraucher zu regeln. Liefern die Unternehmen nicht
schnell einen überzeugenden Kodex, steht der Minister am Ende als
mutloser Zauderer da. De Maizières festes Vertrauen in die
selbstregulierende Kraft des Marktes in Ehren, im Falle von Google,
Facebook und Co. ist es nicht angebracht. So e ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Landesbanken Landesbanken sollten fusionieren
Medizin muss schlecht schmecken, sonst wirkt sie nicht. Dieser
Spruch aus Kindertagen gilt derzeit auch für Basel III. Die
Verschärfung der Regeln für Kapitalgeschäfte ist für die meisten
Kreditinstitute eine bittere Pille. Die neue Finanzwelt soll sicherer
und in der nächsten Krise unabhängig von Steuermilliarden sein.
Während fast alle Kreditinstitute ihren Widerstand dagegen
aufgegeben haben, kommt der lautes ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Festivals Es lebt die Vielfalt
Die hehre Kunst allein genügt nicht mehr als Festivalmotto. Dazu
ist die Konkurrenz zu groß geworden. Heute muss ein Veranstalter
anders punkten. Weniger wegen des Publikums: Von einem guten Ruf
lässt es sich da lange zehren. Anders ist es mit Sponsoren. Die
brauchen den großen Künstler, das Event, mit dem sie ihren Namen
verknüpfen können.
Das gilt besonders im Bereich der Alten Musik. Durch zähe Arbeit
und viele Festi ...
Neue OZ: Kommentar zu Schweden / Wahlen Ein Zeichen für Deutschland
Jetzt auch noch Schweden. Mit seinem Wahlergebnis liegt es voll im
europäischen Trend. Wann wird er Deutschland erreichen? Die
wichtigste Veränderung: Selbst im ursozialdemokratischen Schweden
bleiben die Sozialdemokraten meilenweit von alter Stärke entfernt.
Teils, weil sie Themen wie den Umbruch der Arbeitswelt lange
verschlafen haben, teils, weil ihre Konzepte etwa in der
Finanzpolitik wenig überzeugen. Wie in Deutschland, wo ebenf ...
Neue OZ: Kommentar zu Integration / Parteien Endlich akzeptieren
Nanu? Hängt sich jetzt auch Sigmar Gabriel an Sarrazins Fersen?
Fällt er um, indem er Härte gegenüber Integrationsverweigerern
fordert, die nach Ansicht mancher Romantiker doch gar nicht stören?
Auffallend ist schon, wie sehr der Sozialdemokrat Strafen betont,
nicht Hilfen. Dass auch er Schulschwänzern die Polizei vorbeischicken
will, keine Sozialarbeiter. Da hat einer mit seiner Nase für Volkes
Stimmung wohl doch gemerkt, dass zu v ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Amoklauf / Lörrach Vom kranken Wunsch zu töten
Das Blutbad von Lörrach schockiert. Wie kann eine 41-Jährige den
eigenen Sohn und dessen Vater ermorden, die Wohnung sprengen und
anschließend im Krankenhaus wahllos auf Patienten und Pflegepersonal
schießen? In der Regel sind Amokläufer männlich. Sie gelten oft als
Außenseiter. Die dreifache Mörderin von Lörrach fällt aus diesem
Täterprofil heraus. Hier lief eine gebildete Rechtsanwältin Amo ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / FDP / Westerwelle Der unbeliebte Liberale
Guido Westerwelle beteuerte zu Beginn seiner Amtszeit als
Außenminister gelegentlich, er müsse nicht beliebt sein, er sei ja
kein Schlagersänger. Das ist im Kern richtig, auch wenn Deutschlands
oberste Diplomaten oft weit vorne in der Gunst der Wähler rangierten.
Solange er sich um die Interessen der Republik in der Welt kümmert
und im Kabinett als Chef der Liberalen die FDP-Minister stützt, kann
ihm die öffentliche Wertsch&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Film / Auszeichnungen Jenseits des Geschichtsfilms
Über die Frage, welche Filme um den Auslandsoscar konkurrieren,
entscheiden die Entsenderländer selbst. In Deutschland ist dafür
German Films zuständig, eine Gemeinschaftseinrichtung der
Filmbranche. Ihre Aufgabe ist der Export. Der Vorschlag an die
Oscar-Academy bekommt damit hohen Symbolcharakter: In Los Angeles
steht ein Film nicht nur für sich. Er drückt auch der ganzen
nationalen Produktion den Stempel auf.
In der Verg ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Finanzen / Hypo Real Estate Die Folgen der Rettung
Ein Unternehmen überlebt nur, weil der Staat scheinbar unendlich
viel Geld reinsteckt - und dann verschwendet es dieses Geld undankbar
in Form von Sonderzahlungen an seine Mitarbeiter: So stellt sich die
Boni-Zahlung der HRE auf den ersten Blick dar. Verständlich,
schließlich erinnerte die Bank im Laufe ihrer Krise unangenehm an ein
Fass ohne Boden. 35 Milliarden, bitte sehr! Oh, reicht nicht? Gut,
dann 50 Milliarden. Oh, reicht nicht? Gut, dann ebe ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Wahlen Die nächsten Sieger sind die Taliban
Vor neun Jahren hat der Westen den Afghanen Sicherheit und
Demokratie versprochen. Hunderte Anschläge auf Wahllokale und
Dutzende Tote am Tag der Parlamentswahl zeigen, wie weit
Ankündigungen und Wirklichkeit auseinanderliegen.
Wenn an solchen Tagen der Gewalt NATO-Generalsekretär Rasmussen
die ISAF für den Schutz von Wahllokalen lobt, wird der
Afghanistan-Einsatz für die Weltöffentlichkeit zur Farce.
Der mi ...
Neue OZ: Kommentar zu Extremismus / Parteien / NPD / DVU Notallianz
Just in einer Zeit, in der die Republik über das politische Vakuum
rechts von der Union sinniert, geben NPD und DVU ihre Fusionspläne
bekannt. Wächst da die neue rechtspopulistische Kraft heran, die so
vielen im Land berechtigte Sorgen bereitet?
Wohl kaum. Mit dem Zusammenschluss fallen sich zwei Sieche in die
Arme, um sich zu stützen. Der NPD geht das Geld aus, seitdem sie bei
den Parteifinanzen getrickst hat und dafür vom Staat mit hohen
Strafge ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Atom / Proteste Wunsch und Wirklichkeit
In Berlin zelebriert die Anti-Atom-Bewegung ihre
Wiederauferstehung. In Stuttgart demonstrieren Massen gegen einen
Bahnhof. Und der Ex-Banker Sarrazin erfährt breite Zustimmung an der
Basis von SPD und CDU, während die Parteispitzen seine Thesen in
seltener Eintracht zurückweisen. Schon kommen Experten und Magazine
daher, zimmern aus den Ereignissen einen Trend und sprechen von einer
Welle des Protestes: Bürgerwille kontra etablierte Parteien, ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom / Proteste Mach den Thierse
Umweltschützer, Gewerkschaften, politische Stiftungen, kirchliche
Gruppen: Ein immer größeres Bündnis kämpft gegen die Verlängerung der
AKW-Laufzeiten. Längst vorbei sind die Zeiten, als gleich in die
linke Ecke gestellt wurde, wer ein "Atomkraft, nein danke" ans Auto
pappte. Heute reicht die Anti-Atom-Bewegung bis weit ins bürgerliche
Lager.
Man muss deshalb kein Prophet sein, um der Bundesregierung einen
heiß ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Umwelt / Wohnungsbau Nicht um jeden Preis
Das Programm zur energetischen Gebäudesanierung war und ist für
große Teile der Bauwirtschaft ein Segen. Gerade mittelständische
Betriebe haben vom Fördergeld zur besseren Isolierung älterer Häuser
profitiert. Die Auftragsbücher platzten aus allen Nähten, nur noch
treue Kunden wurden schnell bedient.
Jetzt sind die Milliarden langsam in Dämmstoffe und neue Fenster
verbaut. Minister Ramsauer bedauert dies, kann a ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Wahlen An den Afghanen vorbei
Schwer zu sagen, was schlimmer ist: Dass wieder viele Drogenbosse
und Kriegsverbrecher ins afghanische Parlament einziehen werden -
oder dass der Westen zwar darüber die Nase rümpft, die Ursachen aber
seit neun Jahren konsequent ignoriert. Klar ist: Das eine hat jede
Menge mit dem anderen zu tun.
Wen sonst sollten die Afghanen wählen? In ihrer vom Dauerkrieg
zermürbten, moralisch ernüchterten Gesellschaft gibt es politische
Geschä ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Gipfel / Minderheiten / Migration Der gemeinsame Frust vereint
Dass Sarkozy mit seinen Äußerungen über deutsche Roma-Lager
offenkundig Unsinn erzählt hat, ändert nichts daran, dass sich Berlin
und Paris in ihrem Frust über Brüssel weit näher sind, als es den
Anschein hat. Lange Zeit war Europaskepsis ein Phänomen an der Basis,
während die Regierungen nicht müde wurden, flammend für die
europäische Integration zu werben. Inzwischen hat sich das geändert ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Arbeit / Frauen Schluss mit der Scheinheiligkeit
Es ist wieder so weit: Die Frauenquote ist da. Natürlich, wie fast
überall, nur als hartnäckiges Wiedergängerthema in Diskussionen, die
zu nichts führen. Diesmal hat EU-Kommissarin Viviane Reding die Quote
auf die Tagesordnung gesetzt. Sie beklagt, dass das Zahlenverhältnis
von hoch qualifizierten Bewerberinnen zu Frauen in Spitzenpositionen
nicht passt.
Das sei ja bedauerlich, ist meist die Reaktion auf solche
Tatsachen. ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Gemälde / Landesmuseum Auf der Hintertreppe
Der Kurator als Hehler? Die Affäre um das Tiepolo-Bild mit dem
frommen Sujet liest sich wie eine einzige Teufelei, die von
Beteiligten im Nachhinein umfrisiert wird - zu einem kleinen
Missverständnis.
Erstaunlich an der Sache ist nicht allein, dass ein Museum von den
tatsächlichen Umständen eines Gemäldeerwerbs nichts wissen wollte.
Bestürzend wirkt heute vor allem, dass es erst eines Gerichtsurteils
bedurfte, um zu erwirken, was ei ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Papst / Großbritannien Der Papst, der in die Kälte kam
Der geschichtlich bedeutsame, weil erste Staatsbesuch eines
Papstes überhaupt in Großbritannien ist für Benedikt XVI. eine
schwierige Mission. Fälle von sexuellem Missbrauch in der
katholischen Kirche überschatten die Reise. Scharfe Kritik an den
hohen Kosten des Besuchs, Pannen im Vorfeld und historische
Belastungen nach der Abspaltung Englands von Rom machen den
Aufenthalt nicht einfacher.
Und schon vor dem Besuch sch ...
Neue OZ: Kommentar zu Guantánamo / Häftlinge Gute Tat mit Risiken
Wetten, dass die Deutschen nie wieder von ihnen hören werden? Die
zwei Araber, die jahrelang im US-Gefangenenlager Guantánamo
inhaftiert waren, dürften als anonyme Gäste in Deutschland andere
Ziele haben, als nachträglich den durch nichts erhärteten Vorwurf zu
bestätigen, sie seien islamistische Terroristen. Wäre es anders:
Warum sind sie nie verurteilt worden? Wie konnten sie die deutschen
Innenbehörden täuschen, ...
Neue OZ: Kommentar zu Atom / Energie / Gorleben Würfel schon gefallen?
Der Countdown läuft: Nur noch zwei Wochen dauert es, dann werden
Bagger wieder Stollen in den Salzstock Gorleben graben. Nach zehn
Jahren endet am 1. Oktober der unter Rot-Grün verhängte
Erkundungsstopp. Und alles ist wieder so wie früher: Angeblich wird
ergebnisoffen nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll
gesucht. Doch es bleibt das ungute Gefühl, die Würfel seien längst
gefallen.
Denn so heftig d ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Amoklauf / Winnenden Frage der Verantwortung
Noch immer herrschen Trauer, Wut und Fassungslosigkeit unter den
Angehörigen der Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Dass sie eine
Erklärung für die schreckliche Tat wollen und eine Entschuldigung vom
Vater des Amokläufers Tim K. erwarteten, ist nur menschlich. In dem
Angeklagten ebenfalls ein Opfer zu sehen, das einen Sohn verloren
hat, fällt in einer solchen Situation schwer. Sein Sohn ist zu einem
mehrfachen Mörder geworden. Die Fr ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Gipfel Populismus abgestraft
Diesen Schlamassel hat sich Nicolas Sarkozy selbst eingebrockt.
Wutschnaubend und uneinsichtig wie das Rumpelstilzchen im Märchen
sorgte der französische Präsident für einen Eklat beim EU-Gipfel.
Nach innenpolitischen Schlappen - Rentenreform und Spendenaffäre -
liegen Sarkozys Nerven blank. Anders ist sein Auftreten kaum
erklärbar: Es gab schließlich genügend Vorzeichen, dass die
europäischen Partner die Ausweisung vo ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik / Hamburg Sparen um jeden Preis?
Ein Generalintendant für Hamburg, das klingt ein bisschen, als
würde man einen gemeinsamen Präsidenten für den FC St. Pauli und den
HSV suchen: Niemand würde daran auch nur denken. Warum aber soll das
bei gewichtigen Kultureinrichtungen funktionieren?
Theater entwickeln ihr Profil doch gerade durch einen starken
Intendanten: Der bringt in der Regel seine eigene Mannschaft aus
Schauspielern und Dramaturgen mit und entwickelt damit seine ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Südkorea / Freihandel Schlagbäume gehen auf
Dreieinhalb Jahre wurde verhandelt, im praktisch letzten Moment
bekamen die Italiener noch einmal kalte Füße. Aber jetzt steht das
Freihandelsabkommen der EU mit Südkorea. Fast alle gegenseitig
erhobenen Zölle fallen im kommenden Sommer weg, die Schlagbäume gehen
auf.
EU-Ratspräsident Vanackere ist "froh und sehr stolz" auf die
Einigung, die den EU-Staaten die Ausfuhr ihrer Produkte in das bisher
für Importe seh ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Wahlen Getrieben von Angst
Kein Sex vor der Ehe: eine überkommene und auch in den USA kaum
mehrheitsfähige Ansicht. Trotzdem ist Christine O'Donnell als
Kandidatin für den Senat nominiert. Sie reiht sich ein in die jüngste
Erfolgsgeschichte der Tea-Party-Bewegung. Mit Unterstützung des
TV-Senders Fox News, der Sarah Palin einen eigenen Sendeplatz gewährt
und sie so zur Chefkritikerin Obamas erhebt, wachsen die
Republikaner-Rebellen zu einer ernst zu nehmenden polit ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Finanzen Lahme Ente
Die Mühlen der EU mahlen langsam. Zwei Jahre sind seit der Pleite
der US-Investmentbank Lehman Brothers ins Land gegangen, bis die
Kommission jetzt endlich schärfere Regeln für den Handel mit
hochspekulativen Finanzprodukten vorgelegt hat. Und noch einmal zwei
Jahre könnten verstreichen, ehe die neuen Bestimmungen in Kraft
treten. Wieder einmal erweist sich die von starken nationalen
Unterschieden geprägte Europäische Union als lahme Ente. Ander ...
Neue OZ: Kommentar zu Urteile / Soziales / Elternunterhalt / BGH Privat vor Staat
Privat geht vor Staat - diese Reihenfolge muss auch und gerade in
Unterhaltsfragen gelten. Deshalb ist es richtig, dass der
Bundesgerichtshof den Grundsatz der familiären Solidarität nun
abermals verteidigt hat. Zu Recht legt das Gericht die Messlatte sehr
hoch, wenn Lasten des Unterhalts auf den Steuerzahler abgewälzt
werden sollen. Ob das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern nun gut
oder schlecht ist: Sie haben grundsätzlich füreinander ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundestag / Haushalt Fehlstart setzt sich fort
Vielleicht könnte man einfach Ursula von der Leyens kolportiertem
Beispiel in Sachen Hartz IV folgen und die Staatsschulden ebenfalls
geschwind umbenennen. "Basisgeld" wäre doch auch für den geliehenen
Grundbedarf der öffentlichen Haushalte ein hübscher Begriff. Den Etat
gnadenlos zu überziehen hätte damit über Nacht ein besseres Image,
und alles wäre in Butter, könnte man meinen.
Ganz so einfach is ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit /Ärzte Nicht zu vermitteln
Angesichts überdurchschnittlich steigender Honorare haben es die
Hausärzte schwer, bei den Patienten Verständnis zu wecken. Selbst
Kollegen anderer Ärztegruppen und Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe
stehen ihrem Anliegen ja skeptisch gegenüber. Und durch eine
unangemessene Wortwahl von Funktionären - wie die von einem Krieg
gegen die Allgemeinmediziner - verscherzt sich der Hausärzteverband
zusätzlich Sympathie ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Theater / Bremen Peinliche Panne
Nun auch das noch, möchte man aufstöhnen. Einem Manager und nicht
einem Künstler die Geschicke eines Theaters anzuvertrauen hat sich im
Fall Bremen als verhängnisvoll erwiesen. Dabei sollte und wollte doch
gerade der Sparkommissar Hans-Joachim Frey mit deutlich weniger Geld
als sein Vorgänger spannendes Theater machen.
Die Politik ist eines Besseren belehrt worden und sollte es sich
merken: Ein Manager ist mitnichten Garantie dafür, dass B ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Verteidigung / Saudi-Arabien Abwegige Hoffnungen
Woher stammen die tragbaren Flugabwehrraketen, mit denen heute in
Afghanistan auf NATO-Hubschrauber geschossen wird? Richtig, aus den
USA. Die lieferten solches Gerät via Pakistan frei Haus, als es noch
gegen die sowjetischen Besatzer eingesetzt wurde.
Woher haben die internationalen Kaida-Freunde der afghanischen
Taliban ihre Ideologie und ihr Geld? Richtig, vor allem aus
Saudi-Arabien. In diesem Königreich ist die militanteste Ausprägung
des Isl ...
Neue OZ: Kommentar zu Verbraucher / Dispo-Zinsen Doppelt abkassiert
Die Banken machen mit der Not ihrer Kunden offensichtlich ein
gutes Geschäft: Sie leihen sich Geld zu einem Prozent und verleihen
es zu 14 Prozent als Dispokredit. Das dürfte selbst nach Abzug der
Kosten einem Gewinn von über 1000 Prozent entsprechen. Kaum ein
anderes legales Geschäft verspricht eine solche Verdienstspanne.
Der Dispokredit ist erfahrungsgemäß die letzte Reserve für jene,
denen das Einkommen kaum für den All ...
Neue OZ: Kommentar zu Haushalt / Bundestag Standhaft bleiben
Politisch mag es kaum durchsetzbar sein. Ökonomisch kann es auf
die gegenwärtige Haushaltslage aber nur eine Antwort geben: Es müsste
noch viel stärker gespart werden. Und zwar aus genau dem Grund,
weshalb manche das Gegenteil fordern: Drei Prozent Wachstum
ermöglichen es bei entsprechender Entschlusskraft spielend, die
Staatsausgaben zu senken, ohne die Dynamik übermäßig zu lähmen.
Früher war derart antizyklisches Han ...
Neue OZ: Kommentar zu Türkei / Medien / Dink / Justiz Der Staat hat versagt
Diese öffentliche Ohrfeige schmerzt. Und das soll sie auch. Indem
die Straßburger Richter der Türkei die Mitschuld für den Mord an dem
türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink geben, machen sie eines
unmissverständlich klar: Ein Staat, der dem Europarat angehört und
zudem auf eine EU-Mitgliedschaft hofft, kann sich nicht an Gesetzen
vorbeimogeln, täuschen und vertuschen, ohne dass dies geahndet wird.
Im Fall Dink ist ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen Schwierige Suche in Käßmanns Schatten
Ein Stellengesuch für das Amt des Landesbischofs in Hannover sähe
etwa so aus: Gesucht wird ein geistliches Oberhaupt für die größte
evangelische Landeskirche in Deutschland. Der Bewerber - es kann
selbstverständlich auch eine Frau sein - muss theologisch sattelfest
und politisch interessiert sein, durchsetzungsstark, team- und
integrationsfähig. Und er sollte dem Protestantismus ein Gesicht
geben.
...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Theater Politische List im Spiel?
Theaterabbau und Beschneidungen der künstlerischen Freiheit nach
deutschem Vorbild? Da muss in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens,
entweder etwas missverstanden worden oder aber politische List im
Spiel sein. Das teils über Jahrhunderte gewachsene, vertraglich gut
gesicherte deutsche Theatersystem lässt sich mit dem seit der Wende
weitgehend unstrukturierten bulgarischen gar nicht vergleichen. Da
ist es schlau, aber im Sinne der europäischen ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesellschaft / Jugend / Studie Optimismus - für alle
Die Shell-Jugendstudie 2010 ist keine Überraschung, aber ein
Alarmruf. Was renommierte Professoren auf 410 Seiten über die
Befindlichkeit der 12- bis 25-Jährigen zusammengetragen haben, sehen
Deutschlands Lehrer jeden Tag im Unterricht. Finanzkrise, Jobangst,
Globalisierung sind dann kein Problem, wenn es in der Schule, in der
Familie und in Mamas oder Papas Geldbeutel stimmt. Wen wundert's?
Auch dass 40 Prozent der Jugendlichen eher verzagt ...
Neue OZ: Kommentar zu Unglücke / Loveparade / Stadtrat Der nächste Tiefpunkt
Die Jagd nach Sündenböcken für die Loveparade-Tragödie wird immer
hässlicher. Das unrühmliche Schauspiel im Duisburger Stadtrat um die
gescheiterte Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland war der nächste
Tiefpunkt. Es ist zu befürchten, dass es nicht der letzte bleibt. Zu
groß scheint die Verlockung, aus der Katastrophe politischen Profit
zu ziehen; zu günstig die Gelegenheit, das diskreditierte
Stadtober ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / SPD / Sarrazin / Ordnungsverfahren Ein Rauswurf, der Ruhe bringt
Ein SPD-Politiker, den sogar die rechtsextreme NPD vereinnahmen
will, hat bei den Sozialdemokraten nichts zu suchen. Die
biologistischen Thesen Thilo Sarrazins sind mit dem SPD-Programm in
keiner Weise vereinbar. Daher ist es nur folgerichtig, dass der
Parteivorstand jetzt nahezu einstimmig ein Verfahren zum Ausschluss
des ungeliebten Querdenkers eingeleitet hat. Selbst wenn Sarrazins
Thesen auch nur in kleinen Teilen der SPD-Basis Zustimmung genieße ...
Neue OZ: Kommentar zu Weltsicherheitsrat Die falsche Chefsache
Was deutsche Spitzendiplomaten vor gut fünf Jahren völlig zu Recht
als "letzte Katastrophe der rot-grünen Außenpolitik" bespöttelt
haben, kommt nun als schwarz-gelbe Chefsache zurück: Deutschland
strebt wieder in den Weltsicherheitsrat. Das kann nur Ärger in der
UNO geben. Schließlich hat das Duo Schröder/Fischer damals verbrannte
Erde hinterlassen, indem es Gequengel und Großspurigkeit an die
Stelle sti ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Basel III Keine Versicherung gegen die Krise
Auch wenn es so scheinen soll: Basel III ist noch keine
Versicherung gegen die nächste Finanzkrise. Die strengeren Regeln für
die Banken machen ihren Zusammenbruch lediglich unwahrscheinlicher.
Selbst mit den neuen Vorgaben wird im Zweifel auch künftig der
Steuerzahler für Großbanken in der Krise haften müssen. Dass Gewinne
privatisiert und Verluste sozialisiert werden, bleibt weiterhin ein
ungeschriebenes Gesetz im Fi ...
Neue OZ: Kommentar zu Theater / Bundespräsident / Feste Hersfeld in Not
Arme Hersfelder! Mit neuem Intendanten und Rekordetat (über fünf
Millionen Euro) waren sie in die 60. Saison gegangen. Und nun? Erst
kamen statt erwarteter 93 000 Besucher nur 68 000. Dann meldete die
Verwaltung ein Defizit von "einigen Hunderttausend Euro". Und jetzt
kommt nicht mal mehr der Bundespräsident!
Das alles ist fatal für einen 30 000-Seelen-Ort, dessen
Bühnen-Ruhm in sechs stolzen Jahrzehnten zum Wirtschaftsfaktor
gewor ...
Neue OZ: Kommentar zu Türkei Ein Land im Wandel
Ein Anfang ist gemacht. Doch das Lob für das Verfassungsreferendum
in der Türkei ist verfrüht. Das Land am Bosporus muss erst noch den
Beweis erbringen, dass es den von den Wählern gewünschten Wandel in
die Tat umsetzt.
Ministerpräsident Erdogan wird sich etwa daran messen lassen
müssen, inwieweit er das Militär zurechtstutzt, das wie ein Krake
Wirtschaft, Justiz und Medien im Land unter Kontrolle hat. Und ob es
ihm gelingt, ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Terror / Jahrestag Besonnenheit geboten
Die Emotionen schlagen hoch am neunten Jahrestag der
Terroranschläge vom 11. September 2001 - viel zu hoch beim Anblick
von ein paar durchgeknallten Christen, die den Koran schänden. Diese
Wogen zu glätten war das Ansinnen von US-Präsident Barack Obama, als
er die klugen Worte seines Amtsvorgängers George W. Bush junior
bemühte: "Wir befinden uns nicht im Krieg mit dem Islam. Wir befinden
uns im Krieg gegen den Terror."
Zu ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU Heimatlos
Oft werden Christdemokraten mit Konservativen gleichgesetzt. Wie
ungenau diese Einstufung ist, beweist die wieder aufflammende Debatte
um das Unionsprofil. Pragmatismus und ein Modernisierungsprozess
prägen die Partei - etwa bei den Themen Atom, Wehrpflicht und
Familie. Das führt dazu, dass die CDU, anders als die Grünen mit
ihren eindeutigen Aussagen, als profillos empfunden wird. Dazu passt,
dass nun auch Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach die Debatte ...
Neue OZ: Kommentar zu Italien / Film / Festivals Das Kino denkt über sich selbst nach
Für einen deutschen Löwen hat es nicht gereicht: Tom Tykwer muss
sich trotzdem nicht grämen. Dass eine deutsche Beziehungskomödie es
überhaupt in einen internationalen Wettbewerb schaffen würde, hätte
zu Boomzeiten des Genres kaum einer für möglich gehalten.
Noch ein Grund zur Freude: Nachdem im Frühjahr zum ersten Mal in
der Filmgeschichte eine Frau den Regie-Oscar bekommen hat, feiert
Sofia ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn Rattern und Rumpeln
Bahnchef Rüdiger Grube ist um seinen Job wahrlich nicht zu
beneiden. Neben ständigen Ärgernissen wie Verspätungen, klemmenden
Türen, ausgefallenen Klimaanlagen oder Großbaustellen wie Stuttgart
21 ist auch immer wieder die Lärmbelästigung durch den Zugverkehr ein
Thema.
Besonders Güterzüge bringen Tausende Bürger regelmäßig um den
Schlaf. Ihre Vorbeifahrt ist oft nicht nur ein Rauschen wie bei
Per ...
Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / Hypo Real Estate Gar nicht so spektakulär
Auf den ersten Blick wirkt es fast unglaublich, mit welcher
Ignoranz hier Milliarden Euro geradezu heimlich auf dem Konto der
Hypo Real Estate erscheinen. Sollte etwas verschwiegen werden? Dieser
Verdacht könnte naheliegen angesichts der Nacht-und-Nebel Aktion rund
um die HRE, die selbst Politiker der Regierungsparteien monieren.
Dabei ist die Lage bei näherer Hinsicht gar nicht so spektakulär: Ja,
die HRE erhält eine weitere Garantie &uum ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Einheit / Ost / Studie Die Aufholjagd erlahmt
Den Ostdeutschen geht es laut Studie besser. Eine große
Überraschung ist das 20 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht.
Schließlich hatten DDR-Infrastruktur und -Wirtschaft den Standard
eines Entwicklungslandes. Dank Solidarbeitrag und Milliarden-Hilfen
aus dem Westen erlebte Ostdeutschland in den 90er-Jahren eine
regelrechte Wohlstandsexplosion - auch wenn die Kluft zum Westen groß
blieb.
Sieht man die Ifo-Studie genauer an, kommen aber ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Terrorismus / Muslime Vorurteile längst nicht überwunden
Neun Jahre nach dem 11.September 2001 sind die Vorurteile
gegenüber dem Islam internatonal wieder stark auf dem Vormarsch. Der
hitzige Integrationsstreit in Deutschland, Zulauf für
Anti-Islam-Bewegungen in vielen Ländern Europas, Burka- und
Minarettverbote in Frankreich und der Schweiz, geplante
Koranverbrennung in den USA: All das zeigt, wie tief die Ängste vor
dem Islam immer noch sitzen, die der Schock von New York aus ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Kassen / AOK Heftiger Gegenwind
In der Gesundheitspolitik konnte Schwarz-Gelb bisher wenig
vorweisen, abgesehen von der viel begrüßten Neuordnung bei
patentgeschützten Arzneien, um überhöhte Preise zu verhindern. Der
Dauerkonflikt zwischen FDP und CSU blockierte die Koalition. Endlich
legt Minister Philipp Rösler konkrete Entwürfe vor - schon weht ihm
Gegenwind von Lobbygruppen entgegen. So lehnt die mitgliederstarke
AOK Änderungen bei Zusatzbeiträgen u ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Tarnen und Täuschen
Es ist einfach unterirdisch. Die Empörung über Geheimabsprachen
mit der Atomindustrie und Schutzklauseln zu ihren Gunsten hat sich
noch nicht gelegt, da gibt es schon die nächsten
Negativ-Schlagzeilen: In der Schachtanlage Asse ist zwölfmal mehr
mittelradioaktiver Atommüll abgekippt worden als bisher bekannt. Kein
Schuft, wer Böses dabei denkt.
Auf erschreckende Weise verfestigt sich der Eindruck
leichtfertigen Umgangs mit hochg ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur Aktive Werkpflege
Literarische Gesellschaften legen Archive an, forschen,
diskutieren, organisieren Lesungen, Tagungen und Seminare und loben
Preise aus - und das alles meist im Namen eines Klassikers der
Literaturgeschichte. Es sind Vielleser, Künstler und Wissenschaftler,
die sich gemeinhin in diesen Vereinen engagieren. Sie sorgen mitunter
dafür, dass dieses Kulturgut lebendig bleibt, es neu interpretiert
wird und in aktuellen Diskussionen präsent ist.
In einer Zeit ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Grüne Anerkannte Opposition
Seit Wochen werden die Grünen in Umfragen von Hoch zu Hoch
getragen. Ob auf Bundesebene, in Baden-Württemberg oder in der
Hauptstadt: Die Partei kann sich vor Zustimmung kaum retten und
erarbeitet sich so quer durch die Republik Machtoptionen. Das ist die
Anerkennung dafür, dass die Grünen im Moment die einzige
schlagkräftige Oppositionspartei im Bundestag darstellen.
Während die SPD noch auf der Suche nach dem richtigen Kurs ist un ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Kommunikations-Gau
Als Revolution hat Kanzlerin Merkel den Atomkompromiss zwischen
Regierung und Energiekonzernen in höchsten Tönen gelobt. Jetzt klingt
es eher wie das Pfeifen im Walde. Es hätte nicht schlimmer kommen
können. Das Bekanntwerden von Geheimklauseln ist der
Kommunikations-Gau. Wie will die Koalition bei einem in der
Bevölkerung hochsensiblen Thema Vertrauen bei den Bürgern aufbauen?
So jedenfalls nicht.
Im Gegenteil: Die Unterstützung ...
Neue OZ: Kommentar zu Haushalt / Schleswig-Holstein / Film Nordische Film-Blamage
Da haben sich die Lübecker hübsch blamiert: Vor vier Jahren haben
die Nordischen Filmtage viel Geld in die Hand bekommen, um mit einem
Filmpreis das Image des Küstenkinos zu fördern. Und kaum sind die
ersten Auszeichnungen vergeben, reicht das Geld nicht mehr.
Was wurde da überhaupt ausgezeichnet - und warum? Unter den
letzten Prämierten waren Breloers "Buddenbrooks" und Akins "Soul
Kitchen" - zwei Filme, die a ...
Neue OZ: Kommentar zu Weltwirtschaft / Konjunktur Verdienter Lohn
Stabile Institutionen, solide und innovative Unternehmen sowie
eine exzellente Infrastruktur: Damit hat es Deutschland weit gebracht
und sich auf Platz fünf der wettbewerbsfähigsten Länder
vorgearbeitet. Es ist der verdiente Lohn für unternehmerischen Mut,
harte Arbeit, große Tüchtigkeit - und ebenso für gute Zusammenarbeit
der Tarifpartner.
Auch weil Gewerkschaften und Arbeitnehmer immer wieder moderaten
Tarifabschlüssen zuge ...
Neue OZ: Kommentar zu Vertriebene / CDU / Steinbach Rückzug zu begrüßen
Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen: So meldete Adolf Hitler den
Angriff auf die polnischen Stellungen auf der Westerplatte. Erika
Steinbach erinnert unwillkürlich an diese propagandistische Umkehr
der Tatsachen, wenn sie Polens Teilmobilmachung vom März 1939 in
einen auch nur rudimentären kausalen Zusammenhang mit dem deutschen
Angriff rückt.
Dieser in der Tat erfolgte militärische Schritt muss nicht zum
ersten Mal ...
Neue OZ: Kommentar zu Medien / Auszeichnungen / Religion Der Karikaturist und der Kreuzzügler
Die Ansicht Kurt Westergaards, der Islam sei unsympathisch, muss
man nicht teilen. Genauso wenig, wie man seine Zeichnungen gut finden
muss. Dennoch hat der Karikaturist völlig zu Recht den Potsdamer
Medienpreis erhalten. Denn Westergaard ist ein Mann der Kunst, ein
Zeichner. Sein Beruf ist es, gesellschaftliche Entwicklungen
satirisch abzubilden - gerne provokant. Mit Federstrichen deutete er
die Gefahren an, welche die Radikalisierung gew ...
Neue OZ: Kommentar zu Einzelhandel / Verbraucher / Preise Was nicht ist, kann noch werden
Angesichts vielfach wieder glänzender Gewinne von Unternehmen wird
derzeit heftig über eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten am
Aufschwung debattiert. Da ist es gut, dass der Streit nicht auch noch
durch deutlich anziehende Verbraucherpreise verschärft wird.
Vor zu viel Gelassenheit in diesem Punkt muss jedoch gewarnt
werden. Das Risiko eines Anziehens der Inflation ist seit dem vorigen
Jahr stark gewachsen. Das ist auch der G ...
Neue OZ: Kommentar zu Migration / Integration Wenig Neues
Wer Leitplanken für eine erfolgreiche Zuwanderungspolitik erwartet
hatte, den hat das Integrationsprogramm der Bundesregierung bitter
enttäuscht. Denn der Bericht beschränkt sich weitgehend darauf, die
Vielzahl staatlicher Projekte aufzulisten. Neue Erkenntnisse oder
direkt umsetzbare Ansätze bleibt er schuldig.
Das ist den Autoren vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
nur bedingt vorzuwerfen. Denn sie stellen zu Recht die
Kindertagess ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Forschung / Tierschutz Ein ethischer Zwiespalt
Rund 100 Millionen Tiere leben, leiden und sterben jährlich
weltweit in Laboren, allein 13 Millionen innerhalb der EU. Jedes
Gesetz, das zu weniger Tierversuchen führt, ist daher zu begrüßen.
Die jetzt beschlossene neue Richtlinie des EU-Parlaments markiert
einen Fortschritt gegenüber der alten Denk- und Handlungsweise. Erst
müssen alle Alternativen ausgeschöpft sein, bevor das Tier zum Opfer
wird. Selbst dann dürfen Wiss ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchpreis Ohne Promi-Bonus
Büchner-Preis-Träger Martin Mosebach hat es mit seinem neuesten
Werk diesmal nicht unter die sechs Finalisten des Deutschen
Buchpreises geschafft. Ein derartiger Promi-Verlust ist in der immer
noch jungen Geschichte des Romanpreises aber nichts Ungewöhnliches.
Zwar sind auch in diesem Jahr weiterhin Autoren dabei, die schon
ausgezeichnet ins Rennen gehen - wie Peter Wawerzinek mit dem
Bachmann-Preis oder Jan Faktor, der für den Preis der Leipziger
...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Finanzkrise Harte Probe
Nichts als Stress. Gerade erst haben sich europäische Banken neuen
Belastungstests unterziehen müssen, da werden sie schon wieder auf
eine harte Probe gestellt. Nach dem Regelwerk "Basel III" müssen sie
künftig deutlich strengere Eigenkapitalanforderungen erfüllen. Das
birgt Risiken und hat Nebenwirkungen, ist aber unumgänglich.
Denn es gilt zu verhindert, dass die Steuerzahler in Europa noch
einmal mit vielen Hundert Milliarden Eur ...
Neue OZ: Kommentar zu Landtag / Energie / Atom In der Zwickmühle
In der Energiepolitik steckt Niedersachsen wie kein anderes
Bundesland in der Zwickmühle. Zum einen ballen sich hier die
nationalen Atommüll-Projekte, zum anderen treten Nutzungskonflikte,
etwa zwischen Kernkraft und erneuerbarer Energie, stärker in
Erscheinung als andernorts.
Die Landesregierung - und das zeigte gestern auch die Debatte im
Landtag - tut sich schwer im Umgang mit diesem Dilemma. So fiel auf,
dass Ministerpräsident McAllist ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Justiz / Glücksspiel Ein Glücksfall
Das europäische Urteil zum monopolisierten Glücksspiel ist ein
Glücksfall. Zu durchsichtig war das öffentliche Betreiben, den
eigenen Wett- und Spielbereich zu schützen, der eng mit der
Finanzierung von Wohlfahrt und Breitensport verknüpft ist.
Für dieses Geflecht gibt es keinen sachlichen Grund, wohl aber ist
es historisch gewachsen und nicht problemlos zu kappen. Auf der
anderen Seite scherte sich der Staat kaum um Spielautomat ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Religion / Islam Gefährliche Zündler
Die für den 11. September geplante Verbrennung des Korans nützt
niemandem. Im Gegenteil: Sollte Pastor Terry Jones am Samstag
zündeln, kann diese Provokation so viel Schaden anrichten wie Flammen
in einem knochentrockenen Wald.
Die obskure, randständige Glaubensgemeinschaft des Dove World
Outreach Center in Florida verletzt religiöse Gefühle und gefährdet
auf unverantwortliche Weise Menschenleben. US-Soldaten und Christ ...
Neue OZ: Kommentar zu Migration / Integration In der Endlosschleife
Die aktuelle Debatte über Integration droht so zu enden wie viele
andere vor ihr: Nach einigen Wochen Palaver und Streit verläuft
vieles im Sand. Das altbekannte Muster ist schon jetzt erkennbar.
Nachdem der erste Schreck über die Thesen Thilo Sarrazins verdaut
ist, überbieten sich die Politiker landauf, landab dabei, "die Sorgen
der Menschen ernst zu nehmen".
So schlägt sich mancher flugs auf die Seite des
Noch-Bundesbankers, ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Die Zeichen stehen auf Sturm
Der Bundesregierung steht ein heißer Herbst bevor. Auch Städte und
kommunale Versorger blasen jetzt zum Angriff auf Angela Merkel und
ihre angeblich "revolutionäre", tatsächlich aber rückwärtsgewandte
Energiepolitik. Das ist nur verständlich. Denn die Verlängerung der
AKW-Laufzeiten geht massiv zulasten der Stadtwerke, die im Vertrauen
auf den vor zehn Jahren beschlossenen Atomausstieg Milliarden in neue
Form ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Kriminalität Kompliment von der falschen Seite
Ausgerechnet jetzt! Das Rheinland rüstet sich mit der heute
beginnenden "Quadriennale" für das ganz große Kunstereignis. Doch ein
handfester Fälschungsskandal schockt Galeristen, Kuratoren und
Sammler ausgerechnet in der Region, die für ihr dichtes Netz an
qualitätvollen Kunstorten international allerbeste Reputation
genießt. Ein Problem? Ja - und nein.
Ja, denn der Kunsthandel kann nur funktionieren, we ...
Neue OZ: Kommentar zu Rohstoffe / Brüderle Das Druckmittel entschärfen
Rainer Brüderles Plan zur Gründung einer nationalen
Rohstoffagentur entbehrt nicht einer gehörigen Portion Ironie. Denn
es war vor allem die FDP, also die Partei des
Bundeswirtschaftsministers, die in ihrer Oppositionszeit in Bund und
NRW für einen frühzeitigen Ausstieg aus der heimischen
Steinkohleförderung eintrat. Derzeit hat die von der FDP mitgetragene
Bundesregierung alle Mühe, Pläne der EU-Kommission zunicht ...
Neue OZ: Kommentar zu Europa / Barroso / Parlament EU-Steuer unverantwortlich
EU-Kommissionspräsident Barroso hat entweder schlechte Berater
oder wenig Sensibilität für Stimmungslagen. Dass er jetzt regelmäßig
eine "Rede zur Lage der Union" halten will, erinnert an die "Rede zur
Lage der Nation" der US-Präsidenten. Doch weder ist Barroso ein
Staatschef noch die EU die Vereinigten Staaten von Europa. Beides mag
sich der Kommissionspräsident wünschen. Doch so befeuert er nur die
...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Kriminalität / Medien Peinlich
Geschmackloser geht es kaum. Oliver Pochers peinlicher
Kachelmann-Auftritt vor dem Mannheimer Landgericht spiegelt den
Niveauverfall in einem Teil der Medien wider. Ein Komiker hat zwar
Narrenfreiheit, aber müssen Narren und Freiheit fern jeder Moral
sein? Solch ein Zirkus ödet an. Der TV-Wetteransager Kachelmann steht
nicht wegen einer Kleinigkeit vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft
wirft ihm vor, eine Frau brutal vergewaltigt zu haben. Mindeststrafe:
fünf Jahre ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Mord / Brunner / Urteil Hart, aber angemessen
Der Rechtsstaat hat auf den erschütternden Mord an Dominik Brunner
eine überzeugende Antwort gegeben. Das Urteil gegen die Schläger von
Solln ist die harte, aber angemessene Reaktion auf eine Tat, die an
Rohheit kaum zu überbieten ist. Das Landgericht gibt damit zugleich
ein klares Signal an kriminelle Jugendliche, dass die Justiz Gewalt
auch bei jungen Straftätern ohne falsche Nachsicht bestraft.
Ruhig und sachlich wiesen die Münch ...
Neue OZ: Kommentar zu Emanzipation Aufschauen war gestern
Wahlrecht, Empfängnisverhütung, Einbruch in Männerberufe: Die
vergangenen hundert Jahre haben die Emanzipation in Deutschland große
Schritte nach vorne gebracht. Aber eines ist seit der Steinzeit
unverändert: Viele Frauen wollen zu ihren Partnern aufschauen können.
Weniger als zehn Prozent haben einen höheren Bildungsabschluss als
ihr Mann. Glaubt man den Statistikern, ist in dieser Gruppe die
Scheidungsrate auch noch besonders h ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Zu Recht enttäuscht
Die Energiekonzerne können zufrieden sein. Ihr Druck auf die
Regierung hat sich ausgezahlt. Selbst alte Atommeiler dürfen noch
viele Jahre länger am Netz bleiben und die Gewinne der Betreiber
kräftig mehren. Die Aktionäre freut's, doch Kernkraftgegner sind zu
Recht entsetzt. Denn in umweltpolitischer sowie in
sicherheitstechnischer Hinsicht ist die Entscheidung zur Verlängerung
der AKW-Laufzeiten eine Enttäuschung.
Zwar wer ...
Neue OZ: Kommentar zu China / Auto Gelenkter Vorwärtsdrang
Was auf China in Form von Autos zurollt, ist ein beispielloses
Zeugnis von Wachstum, Dynamik und Wohlstand. Schenkt man der
Regierung in Peking Glauben, werden im Jahr 2020 circa 200 Millionen
Fahrzeuge in China zugelassen sein. Dies wäre in nur einem Jahrzehnt
mehr als eine Verdoppelung des aktuellen Pkw-Bestands.
Diese Prognose dürfte vor dem Hintergrund der heute schon hohen
Luftverschmutzung und Verkehrsdichte Umweltschützer und Stadtp ...
Neue OZ: Kommentar zu Migration / Gesellschaft Erst nachdenken
Das war zu erwarten: Nach der offiziellen Aufregung über Thilo
Sarrazin und dessen Thesen wechselt inzwischen der Akzent. Ein
breiter Chor verlangt Sanktionen gegenüber Ausländern, die sich nicht
anständig integrieren. Das ist auch legitim, sofern es gravierende
und schädliche Verstöße gibt und der Anlass nicht einfach in
kulturellen Eigenheiten besteht, die ebenso berechtigt wie
bereichernd sind.
Nur: Die Forderung nach mehr H&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Picasso-Museum Qualität in der vermeintlichen Nische
Grafikserien, Malerbücher, Drucktechniken: Das Picasso-Museum
bezieht Charme und Energie aus jenen Bereichen der Kunst, die in
anderen Häusern in kleinen Räumen versteckt oder gleich ganz im Depot
abgelegt werden. Die Münsteraner beweisen, dass es nicht immer
plakative Großformate sein müssen, die das Publikum begeistern. Die
gedruckte Kunst taugt zu mehr als zum Pläsier der Spezialisten. Sie
fasziniert viele ...
Neue OZ: Kommentar zu Laufzeiten von Atomkraftwerken Wenn Verträge gebrochen werden
Pacta sunt servanda - Verträge müssen eingehalten werden. So
lautet ein nicht nur moralischer Leitsatz im öffentlichen und
privaten Recht. Politik und Energiekonzerne scheinen sich darum nur
wenig zu scheren, wenn es um den Stopp des Atomausstiegs geht. Der
Atomkonsens vor acht Jahren mitsamt den Unterschriften ist das Papier
nicht mehr wert, auf dem er festgehalten wurde.
Die Würfel für längere Laufzeiten von Atomkraf ...
Neue OZ: Kommentar zu Boxensport / Felix Sturm Gelungen
Viel gewagt, viel gewonnen! Felix Sturm ist in der Nacht zu
Sonntag mit großem Tamtam auf die internationale Bühne zurückgekehrt.
Die "Marke Sturm" hat schon immer gezogen, weil der gebürtige Bosnier
einfach ein guter Boxer ist. Nunmehr hat er sich auch als
Eigenvermarkter bewährt - sein Revier ist markiert.
Das ist nicht einfach in einer Branche, die viel mit einem
Haifischbecken gemein hat. Sturm hat neue Wege beschritten - von der
Szene ...
Neue OZ: Kommentar zu Wohnungsmieten Überfällige Erhöhung
Wer soll das bezahlen? Die Kaltmieten für die klassischen
Drei-Zimmer-Wohnungen in Neubauten sind in vielen Städten binnen
Jahresfrist deutlich gestiegen. Und das, obwohl der kräftige
Aufschwung noch längst nicht in den Portemonnaies der Arbeitnehmer
angekommen ist. Werden die Mieter abkassiert?
Nein, im Gegenteil. Erhöhungen sind längst überfällig. Schließlich
mussten Vermieter zuletzt selbst in Jahren ...
Neue OZ: Kommentar zum Deutschen Symphonie-Orchester Wunderwaffe gefragt
Tugan Sokhiev, der junge Shootingstar der Szene, soll offenbar
künftig am Dirigentenpult des Deutschen Symphonie-Orchesters stehen.
Für die Musiker könnte diese Wahl die kreative Aufbruchstimmung
bedeuten, die sie dringend brauchen können in dieser
nervenaufreibenden Zeit, in der über die künftigen Strukturen des
Orchesters diskutiert wird. Die angedachte Fusion des Deutschen
Symphonie-Orchesters mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berli ...
Neue OZ: Kommentar zu Streit um Leiharbeit Nicht stehen bleiben
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ist im Kampf gegen den
Missbrauch von Zeitarbeit auf dem richtigen Weg. Jetzt darf sie nur
nicht zu früh stehen bleiben.
Es war überfällig, die sogenannte Drehtür zu verriegeln. Dass
Unternehmen Beschäftigte entlassen und zu schlechteren Bedingungen
als Leiharbeiter wieder einstellen können, ist eine der übelsten
Formen von Lohndumping. Und man kann nur bedauern, dass erst das
schlechte B ...
Neue OZ: Kommentar zu Niederlande / Wilders Ende mit Schrecken
Die geschwächten Christdemokraten (CDA) waren bei der
Regierungsbildung in den Niederlanden von vornherein das Zünglein an
der Waage - diese Funktion haben sie verantwortungsvoll zu nutzen
gewusst. Einer Minderheitsregierung mit den Rechtsliberalen von der
VVD unter Duldung der rechtspopulistischen PVV mit ihrem
islamfeindlichen Parteichef Geert Wilders erteilten die CDA-Politiker
nach Prüfung ihres Gewissens eine Absage.
Der politische Scherbenhauf ...
Neue OZ: Kommentar zu Straßenbau Ein teurer Fehler
Die Grenze zur ehemaligen DDR ist dort, wo die Straßen besser
werden. Es klingt wie ein Witz, ist aber Wirklichkeit. Wer heute auf
vielen Straßen entlang der niedersächsischen Landesgrenze in Richtung
Thüringen unterwegs ist, bemerkt den Unterschied. Die Infrastruktur
des Ostens ist deutlich besser als die des Westens. Die
Verkehrsprojekte "Deutsche Einheit" waren zwar notwendig, um dem
Aufbau der maroden ostdeutschen Wirtschaft eine Cha ...
Neue OZ: Kommentar zu Atom / Energie Protest trotzen
Die schwarz-gelbe Regierung ist in der Atompolitik gespalten.
CDU-Umweltminister Röttgen und FDP-Wirtschaftsminister Brüderle
schaffen es gar, gemeinsam vor laufenden Kameras aus demselben
Regierungsgutachten zwei völlig unterschiedliche Energiekonzepte
herauszulesen.
Vor allem Röttgen erweckt ein wenig den Eindruck, als wäre er im
Herzen Vorsitzender einer grünen Ortsgruppe. Es wird daher höchste
Zeit, dass Kanzlerin Merkel bei ih ...
Neue OZ: Kommentar zu Migration / Integration Rechtes Potenzial
Die Debatte um Thilo Sarrazin zeigt, wie schmal die Basis ist, auf
der sich in der Parteienlandschaft die Stimmen verteilen. Amtsträger
jeder Couleur verurteilen die Überfremdungsrhetorik des Polemikers.
Aber in weiten Kreisen der Bevölkerung weckt er eine geradezu
messianische Bewunderung, die bis weit ins SPD-Milieu hineinreicht.
Sicherlich ist es auch Sarrazins Parteibuch, das viele ermuntert,
sich vorzuwagen - erscheint es ihnen doch regelrecht befre ...
Neue OZ: Kommentar zu Elbphilharmonie Hilflose Parlamentarier
Der Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft zur
Elbphilharmonie ist wahrlich nicht zu beneiden. Denn das Gestrüpp aus
widersprüchlichen Aussagen und gegenseitigen Schuldzuweisungen ist
ziemlich dicht. Die Aussage des ehemaligen Managers Hartmut Wegener
macht es nicht durchsichtiger. Er verfährt nach der uralten Taktik,
nach der man eine Teilschuld eingesteht, sich aber gleichzeitig zum
Opfer erklärt, in diesem Fall der Architekt ...
Neue OZ: Kommentar zu Handel / Karstadt Sie dürfen wieder hoffen
Es wäre den Karstadt-Mitarbeitern zu wünschen, dass jetzt wirklich
Ruhe im Karton ist. Seit April 2009, als der Mutterkonzern Arcandor
sich um Staatsbürgschaft und Rettungsbeihilfe bemühte, mussten die
Angestellten viel ertragen. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass die
Karstadt-Probleme nicht der Wirtschaftskrise, sondern einem unklugen
Management zuzuschreiben sind. Also: keine Staatsbürgschaft.
Stattdessen im Juni der Insolvenzantra ...
Neue OZ: Kommentar zu Technik / Fernsehen / Messen Wer soll das bezahlen?
Die Entwicklung auf dem Fernsehmarkt galoppiert. Kaum hat sich ein
großer Teil der Bevölkerung mit Flachbildgeräten eingedeckt und das
Wohnzimmer zum Surroundsound-Heimkinotempel umgestaltet, da treibt
die Industrie ihre Konsumenten schon wieder vor sich her: HD-Formate,
3-D-Fernsehen, die Verschmelzung der guten alten Glotze mit dem
Internet.
Da stellt sich nicht nur die Frage "Wer will das alles haben?",
sondern vor allem auch " ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Pflege Weg von Kuschelnoten
Das Internetportal www.pflegelotse.de wurde bisher rund 17
Millionen Mal angeklickt. Diese immense Zahl belegt das gewaltige
Interesse an verlässlichen Informationen über Pflegeheime und
ambulante Dienste. Doch die kostspielige Prüfung durch den
Medizinischen Dienst der Krankenkassen und die Benotung sind nur dann
sinnvoll, wenn sie Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen
tatsächlich Orientierung bieten.
Bisher aber sind die Noten z ...
Neue OZ: Kommentar zu Ausländer / Integration / Sarrazin Überfälliger Schritt
Endlich. Die Bundesbank hat mit dem Antrag zur Entlassung Thilo
Sarrazins einen überfälligen Schritt vollzogen. Es spricht alles
dafür, dass Bundespräsident Christian Wulff den Rauswurf besiegeln
wird. Ein Mann vom Schlage Sarrazins hat in der Chefetage von
Deutschlands wichtigster Bank nichts zu suchen. Er war von Anfang an
eine glatte Fehlbesetzung. Nicht weil es dem früheren Finanzsenator
an Kompetenz für den Posten mangel ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik Wie langweilig!
Ein Meilenstein deutscher Kulturpolitik sollte die geplante
Künstlerakademie am Bosporus werden. Wenn jetzt dieses wichtige
Projekt zu scheitern droht, möchte man schon wissen, warum. Doch
darauf gibt es viele Antworten.
Für das Auswärtige Amt sind die Türken schuld, weil sie den
privatrechtlichen Betrieb einer Künstlerakademie nicht dulden wollen.
Aus anderen Quellen heißt es, dass die deutschen Diplomaten, die die
malerisch am Bo ...
Neue OZ: Kommentar zu Konflikte / Nahost / USA Abbas stärken
Schön, sie reden nach zwei Jahren Unterbrechung, vielen Raketen
und Gegenschlägen wieder miteinander. Und nun? Israels Premier
Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas üben sich unter Aufsicht
von US-Präsident Obama im Aufsagen süßer Friedensschwüre. Das hat die
Welt schon vielfach erlebt - nur mit anderen Akteuren. Und ebenso oft
mündete ein von Versprechungen getragener Optimismus in frustrierende
Trostlosigkeit. Wi ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Arbeit "Emmely" sei Dank
Dem Bundesarbeitsgericht und "Emmely" sei Dank. Das Urteil des
obersten Gerichts im Fall der unrechtmäßig gekündigten
Supermarktkassiererin entfaltet segensreiche Wirkung. Alles andere
wäre im aktuellen Streit um einen Stromklau auch nicht zu verstehen
gewesen.
Denn ging es bei "Emmely" noch um nicht eingelöste Pfandbons im
Wert von 1,30 Euro, so belief sich der Streitwert beim Diebstahl von
Strom auf 1,8 Cen ...
Neue OZ: Kommentar zu Unglücke / Loveparade / Gutachten Würdeloses Taktieren
Die Aufarbeitung der Loveparade-Tragödie ist ein Schlag ins
Gesicht der Menschen, die im Gedränge von Duisburg um ihr Leben
fürchten mussten oder darin Angehörige und Freunde für immer
verloren. Da stellt Organisator Rainer Schaller ohne Rücksicht auf
berechtigte Einwände der Staatsanwaltschaft Beweismaterial ins
Internet, um sich zu entlasten. Da beauftragt die Stadt Duisburg
einen Rechtsanwalt mit einem Gutachten, das die V ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik Gut und teuer
Lang Lang symbolisiert eine neue Qualität in der Popularisierung
klassischer Musik. Geiger zwischen Brahms und Blues, Sänger, die wie
Models präsentiert werden und Modestrecken in einschlägigen Magazinen
füllen, all das gehört längst zum Geschäft. Der chinesische
Klavierstar aber wirbt nicht für sich und die Musik, sondern für eine
neue Technik.
Dabei schielt Sony auf den chinesischen Markt mit seinem riesigen
Potenzial. ...
Neue OZ: Kommentar zu Konflikte / Nahost / USA Da ist noch die Hamas
Es geht los - mal wieder. Die USA, Russland, UNO und EU wagen in
Washington einen neuen Anlauf zu Frieden im Nahen Osten. Die Zeit
läuft: Heute in einem Jahr sollen Israelis und Palästinenser eine
reelle Perspektive für ein gewaltloses Zusammenleben besitzen. Wie
kompliziert, ja höchst unwahrscheinlich dieses Unterfangen ist,
beweist der perfide terminierte Hamas-Anschlag auf vier Siedler im
Westjordanland - am Vorabend der Verhandlungen des Na ...
Neue OZ: Kommentar zu Ausbildung / Arbeitsmarkt Starker Standort
Der demografische Wandel setzt ein. Ein schleichender Prozess, der
sich verstärken wird. Waren die vergangenen zwei Jahrzehnte von
Massenarbeitslosigkeit und Lehrstellennot geprägt, macht sich bereits
heute in einzelnen Branchen ein Mangel an hoch qualifizierten Kräften
und Facharbeitern bemerkbar. Hier muss gegengesteuert werden. Gerade
die wirtschaftlich außerordentlich starke Region von Osnabrück, dem
Emsland und der Grafschaft wird sich bem&u ...
Neue OZ: Kommentar zu Finanzen / Steuern / Sparpaket / Schäuble Heißer Herbst
Eines steht fest: Auch wenn es wirtschaftlich wieder bergauf geht,
muss dringend gespart werden. 38,9 Milliarden Euro gibt allein der
Bund in diesem Jahr für den Schuldendienst aus - Geld, das an anderer
Stelle schmerzlich fehlt. Zudem müssen die neuen Regeln der
Schuldenbremse im Grundgesetz eingehalten werden.
Bundesfinanzminister Schäuble beharrt deshalb zu Recht darauf, am
Konsolidierungskurs festzuhalten.
Auf einem anderen Blatt steht, ob es da ...
Neue OZ: Kommentar zu Ausländer / Integration / Sarrazin Völlig überhöht
Thilo Sarrazin beruft sich auf die Meinungsfreiheit, und seine
Fans werfen Kritikern vor, sie ihm abzusprechen. Das trifft in keiner
Weise zu. Der Bundesbanker hat ein Buch geschrieben, das
veröffentlicht ist. Er hat es vor breitem Publikum in den Räumen der
Bundespressekonferenz vorgestellt. Vorab fanden sich ausführliche
Auszüge in den Medien. Und seit dem Erscheinen berichtet ganz
Deutschland über den Autor und seine Thesen. Wo ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirche / Missbrauch / Bischöfe Vorbild für andere
Länger als zunächst geplant hat die Deutsche Bischofskonferenz für
die Korrektur der Leitlinien zum sexuellen Missbrauch benötigt. Doch
es war richtig, sorgfältig und nicht überstürzt vorzugehen. Die neuen
Regeln sind ein Fortschritt; sie können als Vorbild für andere
Gruppen wie Sportvereine dienen. Beraten von Juristen, Medizinern und
Psychologen, haben die Bischöfe die Regeln präziser gefasst und
erweitert. ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Irak / Konflikte Zu frühe Siegesrede
Ist der Irakkrieg vorbei? US-Präsident Obamas vermeintliche
Siegesrede kommt zu früh. Angesichts schlechter Umfragewerte, hoher
Arbeitslosenzahlen und neuer Rezessionsängste in den USA will er mit
außenpolitischen Erfolgen punkten. Doch der Irak ist für einen
vollständigen Truppenabzug noch nicht reif - zu instabil und
risikoreich ist die Lage in dem Krisenherd, der von einem dauerhaften
Frieden zu weit entfernt ist.
Obama hat ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt Noch viel zu tun
Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Seit 18 Jahren hat es in einem
August nicht mehr so wenige Erwerbslose gegeben. Und es ist
wahrscheinlich, dass die Arbeitslosenzahl im Herbst erstmals seit
zwei Jahren wieder unter die Drei-Millionen-Marke sinken wird. Also
alles bestens?
Leider nein. Denn es gibt eine Reihe von Risiken. So will die
Binnennachfrage immer noch nicht voll auf Touren kommen. Und in den
USA sowie in China, zwei für den Export extrem wichtigen M& ...
Neue OZ: Kommentar zu Mexiko / Drogen / Festnahme Erfolg nur im gemeinsamen Kampf
Es vergeht kein Tag in Mexiko, an dem die Drogenkartelle nicht
morden, foltern, entführen, erpressen und bedrohen. 28000 Tote hat
der Krieg der Mafia-Banden untereinander, aber auch der Krieg der
Regierung gegen die organisierte Kriminalität in den vergangenen vier
Jahren gefordert. Genauer: seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe
Calderon, der den Clans den Kampf angesagt und 50000 Soldaten und
Bundespolizisten mobilisiert hat. Eine echt ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Feste Spielwiese und Experimentierfeld
Festspiele dürfen, was in der Tagesroutine regulärer Spielpläne
immer zu kurz kommt: Sie dürfen experimentieren. Unter dem Dach des
Festivals treffen sich Musik mit Malerei und Jazz mit Klassik zum
heitern Plausch, wird Gegensätzliches zusammengeschmiedet, auch wenn
es dabei heftig knirscht. Theater und Konzertspielpläne bieten
hingegen ein gewisses Maß an Sicherheit: Nicht jeder Zuschauer der
Abo-Reihe Blau ist schar ...
Neue OZ: Kommentar zu Hessen / Ministerpräsident / Bouffier Merkel wird es merken
Wie schnell der CDU ihre Ministerpräsidenten abhandenkommen, ist
geradezu schwindelerregend: Dieter Althaus, Günther Oettinger, Jürgen
Rüttgers, Christian Wulff, Ole von Beust, seit gestern Roland Koch
und demnächst in Schleswig-Holstein wohl Peter Harry Carstensen.
Was nach herbem Verlust klingt, kann aber auch Gewinn sein. So
sind viele der früheren Regierungschefs zwar prominent. Aber nicht
jeder war ein echter Star oder wär ...
Neue OZ: Kommentar zu Ausländer / Integration / Sarrazin Debatte auf Nebenschauplätzen
Die Debatte um Thilo Sarrazin muss den Beobachter verzweifeln
lassen. Wo der Bürger nach Klarheit verlangt, wo er eine Diskussion
über die präsentierten Fakten zur Integrations- und Sozialpolitik
erwartet, dreht sich der Streit längst nur noch um Sarrazin selbst.
Und je heftiger die persönlichen Attacken auf ihn werden, desto
trotziger hält der Bundesbanker dagegen. In dem Bestreben, es allen
so richtig zu zeigen, hat ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom / Bundesregierung Man reibt sich die Augen
Die Katze ist aus dem Sack, das Hickhack kann beginnen. Was
abzusehen war, ist gestern eingetreten: Innerhalb der Regierung
beginnt ein Ringen um die Interpretationshoheit von Studien,
Expertisen und Gutachten. Jeder pickt sich das heraus, was der
eigenen Argumentation dient. Man reibt sich verwundert die Augen:
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht im nun vorgelegten
Gutachten einen Ansporn für eine Laufzeitverlängerung von 12 bis 20
Jahren ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Organspende Was nicht zu viel verlangt ist
Rund 12 000 Menschen warten in Deutschland auf eine Organspende -
viele monatelang, einige vergeblich, weil sie vor einer möglichen
Transplantation sterben. Diese Fakten sind längst bekannt. Doch trotz
intensiver Aufklärung klafft noch immer eine Lücke: Sehr viele Frauen
und Männer haben zwar ihre Bereitschaft zur Spende von Herz, Nieren
oder Leber bekundet, aber nur ein Bruchteil von ihnen trägt einen
Organspende-Ausweis bei s ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik Es dient der Kundenbindung
Trotz Digital-5.1-Surround-Sounds und hochauflösenden Bildern:
Kein Kino der Welt kann das Erlebnis ersetzen, ein Orchester live im
Konzert zu hören oder einer Oper im Opernhaus zu folgen. Wozu also
das Ganze? Auf jeden Fall streben die Protagonisten der digitalen
Revolution im Klassiksektor mehr an, als nur neue Einnahmequellen zu
erschließen. Wer das versucht, wäre ziemlich naiv, da die Einnahmen
aus Kino- und Internetlizenzen allenfall ...
Neue OZ: Kommentar zu Wahlen / Landtag / Schleswig-Holstein Unverfroren
Was sind das für Demokraten? Der Landtag in Kiel ist laut
Gerichtsurteil "auf verfassungswidriger Grundlage" gewählt. Und
dennoch wollen CDU-Vormann Peter Harry Carstensen und sein
FDP-Partner Wolfgang Kubicki so lange wie irgend möglich
weitermachen, als wäre nichts passiert. So viel Unverfrorenheit muss
man erst mal aufbringen. Schleswig-Holstein, negativ aufgefallen
durch schmuddelige Affären und schmutzige Wahlkämpfe, macht seinem ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirche / Musik / Lucia Hilz Die katholische Kirche gilt ja nicht gerade als
Speerspitze der Emanzipation. Umso mehr Lob gebührt den Herren vom
Erzbistum München-Freising für ihre Entscheidung, eine Frau ans
Dirigentenpult zu berufen. Eigentlich kein Wunder; was zählt, ist
Können und nichts sonst.
Im Orchester sitzen Frauen gleichberechtigt neben den männlichen
Kollegen, zumindest solange es nicht um die Schlüsselposition des
Konzertmeisters geht. Auch als Solistinnen stellt sie ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / Ausländer / Integration / Sarrazin Verquer, nicht quer
Querdenker sind gut. Sie rütteln am Konsens. Sie werfen Lichter
auf Probleme, die die Mehrheit als gegeben akzeptiert oder bis dahin
gar nicht mal gesehen hat. Thilo Sarrazin allerdings denkt längst
nicht mehr quer - sondern verquer. Der Unterschied dazwischen ist
größer, als die drei Buchstaben es vermuten lassen. Aus einem
ungewöhnlichen, aber intelligenten Einwurf wird so im besten Fall
dummes Gerede, im schlimmsten Fall noch mehr. Dann ...
Neue OZ: Kommentar zu Verteidigung / Bundeswehr / Unternehmen Doppelte Anerkennung
Das sagt viel über das Niveau deutscher Sicherheitspolitik: Es ist
der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, nicht etwa die
Kanzlerin, der Bundestag oder der Verteidigungsminister, der als
Erster benennt, was außer Geld noch zählt für die Reform der
Bundeswehr.
Dafür gebührt Hans Heinrich Driftmann doppelte Anerkennung: Denn
er schneidet an, was unbedingt zu klären ist, bevor der Umbau der
Armee beginnt. Und er ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Löhne / Tarife Aufschwung! Welcher Aufschwung?
Stellen Sie sich vor: Die Wirtschaft erlebt einen kräftigen
Aufschwung, und Sie merken nichts davon. Hunderttausenden von
Beschäftigten in Deutschland könnte genau das passieren. Denn
hierzulande arbeitet nur noch jeder zweite Beschäftigte in einem
Betrieb, für den ein Branchentarifvertrag gilt. Das heißt:
Gewerkschaften und Arbeitgeber können fordern, mahnen und verabreden,
so viel und was sie wollen - für zahlrei ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom / Bundesregierung Die Basta-Kanzlerin
Die Kanzlerin zeigt klare Kante - und lässt ihren Umweltminister
im Regen stehen. Angela Merkels Ansage, 10 bis 15 Jahre müsse eine
Laufzeit-Verlängerung schon umfassen, erinnert an Basta-Parolen ihres
Vorgängers Gerhard Schröder. Bundesumweltminister Norbert Röttgen
muss sich brüskiert fühlen. Schließlich plädiert er für eine
"moderate" Laufzeit-Verlängerung. Der Begriff ist zwar dehnbar. Doch
bi ...
Neue OZ: Kommentar zu Justiz / Sicherungsverwahrung Scheinheilige Kritik
Die Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur
Sicherungsverwahrung ist scheinheilig. Ja, die schwarz-gelbe
Koalition hat sich eines juristischen Kunstgriffs bedient, um
gefährliche Straftäter möglichst weiterhin von der Bevölkerung
fernzuhalten. Ja, nicht alle Gefangenen, die nach einem Urteil des
Menschenrechtsgerichtshofs zu Unrecht in Sicherungsverwahrung sitzen,
lassen sich in die geplanten, neuartigen Therapie-Anstalten verlegen.
Der ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU / McAllister Außergewöhnlich populär
David McAllister war happy - und das zu Recht: Eine Zustimmung von
97 Prozent bei der Wiederwahl zum CDU-Landeschef ist phänomenal und
ein überzeugender Vertrauensbeweis. Einmal mehr wurde erkennbar, über
welch außergewöhnliche Popularität der 39-Jährige in seiner Partei
verfügt. Vorgänger Christian Wulff, der die Niedersachsen-CDU zurück
an die Macht geführt hatte, genoss beim eigenen Anhang h ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / USA Drohender Zugzwang
Welch ein Kontrast: Während in Deutschland die Stimmungsbarometer
von Hoch zu Hoch schnellen und auch die Zahlen vom Arbeitsmarkt immer
wieder positiv überraschen, verliert das Wirtschaftswachstum in den
Vereinigten Staaten deutlich an Schwung. Die Arbeitslosenquote in den
USA liegt bei 9,5 Prozent, der Immobilienmarkt steckt immer noch in
der Misere. Die Sorge, erneut in eine Rezession zu rutschen, nimmt
jenseits des Atlantiks zu. Sollten da nicht auch die U ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Ashton Wider die Erfahrung
Ob die europäische Diplomatie in Männerhänden am besten aufgehoben
ist, klärt ein Blick auf die vergangenen 1000 Jahre. Fast nur Männer
pflegten auswärtige Beziehungen. So wurde ein Jahrtausend draus, in
dem sich die Europäer mit Hingabe gegenseitig erschlagen haben.
Allein, in der Außenvertretung der Europäischen Union spielt diese
historische Erfahrung noch keine Rolle. Mit Catherine Ashton mag zwar
eine Frau die EU-Au&s ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Sprache / Sprachpanscher Shame on you, Pleitgen!
Negativpreise schaffen große Momente für Besserwisser und
Pedanten. Besonders, wenn es um Sprache geht. Der Eifer der Empörten
ist hier enorm und trifft oft die Falschen - zuletzt ein Unwort, das
nur per Hörensagen in die Welt gekommen war. Diesmal ist zumindest
auf dem ersten Rang ein echter Übeltäter. Wenn die Kulturhauptstadt
ihre eigene Sprache nicht spricht, ist das peinlich.
Shame on you, Mr. Pleitgen, will man rufen. Zu e ...
Neue OZ: Kommentar zu Justiz / Sicherungsverwahrung Hart an der Grenze
Die schwarz-gelbe Koalition geht mit ihrem Kompromiss zur
Sicherungsverwahrung hart an die Grenze des Rechtsstaats. Mehr war
nicht drin, wenn die neuen Vorschriften vor den Augen der obersten
Richter in Karlsruhe und Straßburg bestehen sollen.
Jene 65 Straftäter, die nach einem Urteil des
Menschenrechtsgerichtshofs nach wie vor zu Unrecht in deutschen
Gefängnissen sitzen, lassen sich nicht länger einfach wegsperren.
Auch wenn das mancher in d ...
Neue OZ: Kommentar zu Verbrechen / Aids / Benaissa / Urteil Sie dürfen kein Mitleid erwarten
Es ist nur scheinbar ein mildes Urteil: Nadja Benaissa hatte
ungeschützten Sex mit einem Mann und hat ihn infiziert - obwohl sie
von ihrer Krankheit wusste. Eine Ansteckung mit dem HI-Virus ist noch
immer unheilbar. Das Opfer wird den Rest seines Lebens unter den
Folgen leiden. Angesichts dessen erscheint es fast ungerecht, dass
der vermeintlichen Täterin das Gefängnis erspart bleibt. Allerdings
lohnt ein genauerer Blick auf den Fall: ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Zivildienst Freiwilligkeit reicht
Auf den ersten Blick mag ein allgemeiner Pflichtdienst seine
Vorteile haben: eine gewisse charakterbildende Wirkung etwa und eine
Entlastung bei Bundeswehr und Sozialem. Der Ausdruck eines
gesellschaftlichen Zusammenhalts zählt ebenfalls dazu sowie die
Möglichkeit, vom Militär über die Pflege bis hin zur
Entwicklungshilfe nach eigenem Interesse den Horizont zu erweitern.
Auf den zweiten Blick sieht es aber anders aus: Kinder werden
immer fr ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Festspiele Die zentrale Frage bleibt offen
Auf die Verkündigung des Leitungsteams für den Bayreuther "Ring"
wartet die Wagner-Gemeinde ähnlich gebannt wie die Katholiken auf die
eines neuen Papstes. Nun steigt erster dünner Rauch am Grünen Hügel
auf: Der Dirigent für die Neuproduktion im Wagnerjahr 2013 steht
fest. Mit Kirill Petrenko gibt dann ein Vertreter jener
charismatischen Dirigenten-Generation sein Bayreuth-Debüt, die seit
einigen Jahren da ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt / Leiharbeit Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Es ist kein Zufall, dass der Ingenieurdienstleister Ferchau eine
deutliche Aufstockung seiner Mitarbeiterzahl in unserer Region
vermeldet. Eine schnelle Konjunkturerholung hat den Einbruch 2009
schon fast vergessen gemacht. Und in so überraschenden
Aufschwungszeiten ist am Arbeitsmarkt vor allem eines gefragt:
Personal auf Zeit.
Ferchau betreibt dieses Geschäft auf hohem Niveau. Das Unternehmen
beschäftigt viele Akademiker, manche ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom / Bundesregierung Die Zähne gezeigt
Die Kanzlerin zeigte den Energieriesen gestern die Zähne -
gelächelt hat sie dabei nicht. Die Art und Weise, wie Angela Merkel
im Rahmen ihrer Energiereise im Emsland beim Besuch des Kernkraft-
und Gaskraftwerks auftrat, machte eines deutlich: Bei der Frage der
Ausrichtung der künftigen deutschen Energieversorgung lässt sie sich
von niemandem unter Druck setzen. Auch nicht von den großen deutschen
Stromkonzernen. Der mehr als flüchti ...
Neue OZ: Kommentar zu Westerwelle / Serbien / Kosovo Die Frösche gefragt
Wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen,
heißt es. Außenminister Guido Westerwelle aber spricht auf seiner
Balkan-Tour im übertragenen Sinne vor allem mit den Fröschen.
Mit Serbiens Außenminister Vuk Jeremic zum Beispiel: Der stellt
die Rückgewinnung des seit 2008 unabhängigen Kosovos weit über den
Ehrgeiz seines Landes, EU-Staat zu werden. Er gehört einer Regierung
an, in der Vertra ...
Neue OZ: Kommentar zu Bürgerschaft / Regierung / Hamburg Gelungener Wechsel
Besser könnte der Start für den neuen Hamburger Bürgermeister und
für Schwarz-Grün kaum sein. Denn der ehemalige Innensenator Christoph
Ahlhaus hat sogar zwei Stimmen aus der Opposition erhalten. Eine
überraschende Unterstützung für den Christdemokraten, über die sich
besonders die SPD geärgert hat.
Mit der Wahl von Ahlhaus ist der Wechsel vom populären
Regierungschef Ole von Beust zu seinem durchsetzungsstarke ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Arbeitnehmerdatenschutz Endlich. Ein Vierteljahrhundert, nachdem
Datenschützer erstmals einen gesetzlichen Schutz vor ausufernder
Kontrolle am Arbeitsplatz gefordert haben, hat die Bundesregierung
ein Regelwerk vorgelegt. Was lange währt, wird endlich gut?
Der Entwurf von Innenminister Thomas de Maizière hat Lob verdient.
Er schiebt etwa massenhaften E-Mail-Kontrollen in Unternehmen einen
Riegel vor, schützt Beschäftigte absolut vor heimlicher Videospionage
und zügelt allzu gro&s ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik Ende des Gezänks
Zugegeben: Die Informationspolitik des Kulturstaatsministers lässt
zu wünschen übrig. Sein Fünf-Punkte-Papier zu der Einigung mit den
Filmverleihern besagt nicht viel mehr als dies: Es gibt eine
Einigung. Wie viel Geld die Verleiher zur Digitalisierung der Kinos
dazuschießen wollen, bleibt offen. Auf die Frage nach dem Wann heißt
es sibyllinisch: "In angemessener Zeit."
Sei's drum! Auch diese Mindestinformation ist eine ...
Neue OZ: Kommentar zu Agrar / Ernte / Bilanz Bauern auf neuen Wegen
Die gute Nachricht zuerst: Trotz magerer Erntebilanz bei Getreide
gibt es keinen Grund für den Handel, an der Preisschraube zu drehen.
Nicht nur, weil der Getreideanteil an den Kosten eines Brötchens
gering ist, sondern auch, weil nach der Rekordernte 2009 die Lager
mit Weizen, Roggen und Gerste noch prall gefüllt sind. Überdies ist
weltweit der Ertragsverlust keinesfalls verheerend. Das
Bäckerhandwerk wäre also gut beraten, die ange ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Banken Nur ein Anfang
Noch immer hält sich in Deutschland das Gerücht, die Rettung von
Banken in der Finanzkrise müsse die Steuerzahler am Ende nichts
kosten. Das ist purer Unsinn. Erst kürzlich hat die Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft, hinter der die Metallarbeitgeber stehen, von
wenigstens 34 Milliarden Euro gesprochen, die deutsche Steuerzahler
zur Bankenrettung hergeben mussten und immer noch müssen. Wenn dies
Unternehmer vorrechnen, die aufklären statt ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Wort halten
Noch hat die Regierung die Atomsteuer nicht beschlossen, da
entbrennt schon Streit um die Verteilung des Geldes. Dass
Niedersachsen auf einen ordentlichen Anteil pocht, ist nur
verständlich. Denn immerhin trägt das Land mit gleich drei
Atommüll-Endlagern extreme Lasten. Eine besonders schwere Hypothek
stellt das marode Lager Asse dar, das einzustürzen droht.
Die Einnahmen aus der Atomsteuer nur zum Stopfen von Etatlöchern
zu nutzen ist vor diese ...
Neue OZ: Kommentar zu Kabinett / Hundegesetz Kein Grund zur Freude
In der Landesregierung freut man sich über das modernste
Hundegesetz Deutschlands. Dabei ist es nicht mehr als eine
Selbstverständlichkeit: Jeder Autofahrer darf nur mit
Haftpflichtversicherung für seinen Wagen auf die Straße, weil er
andere gefährden könnte. Hunde sind in dieser Beziehung nichts
anderes als Autos: Sie gefährden Dritte. Unzählige Jogger werden
daran immer wieder schmerzhaft durch Bisse von frei laufenden Hu ...
Neue OZ: Kommentar zu Ausländer / Integration / Sarrazin Kalkulierter Eklat
Thilo Sarrazin ist ein unerträglicher Polterer, der sich gerne auf
Kosten von Minderheiten profiliert. Das hat er mit seinen Tiraden
gegen Muslime abermals bewiesen. Auch die jüngsten Ausfälle des
früheren Finanzsenators sind kühl kalkuliert. Mit ihnen trommelt er
für sein neues Buch. Das ist schäbig und wäre keiner Erwähnung wert,
wenn Sarrazins Thesen nicht an ein hochsensibles Thema rührten:
Integration ist immer no ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Kommunen Hoffnung für klamme Kommunen
Diese Studie lässt bei den klammen Kommunen in der Republik
Hoffnung aufkeimen. Die erneuerbaren Energien und die damit
zusammenhängende Wertschöpfung bieten viel Potenzial, um das
Stadtsäckel zu füllen. Milliardeneinnahmen aus Windenergie,
Fotovoltaik und anderen Quellen haben die Städte und Gemeinden mehr
als nötig. Den meisten von ihnen steht das Wasser finanziell bis zum
Hals. Um über die Runden zu kommen, se ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Schlingensief / Reaktionen Trauerarbeit
Die Betroffenheit nach dem frühen Tod von Christoph Schlingensief
ist groß. Natürlich wünschen sich nun viele, all seine angefangenen
Projekte mögen noch realisiert werden. Ein bisschen hat man dem
Sterben damit dann noch entgegenzusetzen - so wie auch Schlingensief
selbst seiner Krebsdiagnose mit enormer Produktivität begegnet ist.
Trotzdem muss jeder Einzelfall abgewogen werden. Bei einer
Opernpremiere, beim Biennale-Pavillon hängt ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Söldner Ein Hauch von Al Capone
Die 33-Millionen-Euro-Buße gegen den Söldnerkonzern Xe erinnert an
die Strafe für Amerikas berüchtigtsten Mafioso, Al Capone. Der
wanderte nicht wegen seiner Schwerstverbrechen, sondern wegen
Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Xe zahlt für die Verletzung von
US-Exportbestimmungen. Die Kriegsverbrechen, mit denen das
Unternehmen unter seinem früheren Namen Blackwater aufgefallen ist,
bleiben ungesühnt.
Den weltweiten Tr ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Organspende Über den Tod hinaus
Respekt, Hochachtung und gute Wünsche: Frank-Walter Steinmeier hat
mit der Ankündigung, seiner Frau eine Niere zu spenden, eine Welle
wohlwollender Kommentare ausgelöst. Kein Wunder, denn er geht mit
gutem Beispiel voran. Und dies gleich in verschiedener Hinsicht. So
signalisiert Steinmeier, dass Karriere nicht alles ist. Und dass die
Liebe zu seiner Frau und ihr Wohlergehen ihm die höchsten Werte sind.
Es ist die anrührende Geschichte zw ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Säuglinge / Klinik Zeit zum Umdenken
Die Tragödie von Mainz lässt erschaudern: Den Tod ihrer Babys
werden die Eltern wohl nie verwinden. Zumal die Umstände tragischer
kaum sein könnten. Vieles deutet darauf hin, dass verunreinigte
Nahrung beim Tod der Säuglinge eine entscheidende Rolle gespielt hat.
Auch wenn es für die Eltern kein Trost sein wird: Sie haben einen
Anspruch darauf, dass mögliche Versäumnisse in der Uniklinik nun
rasch und rückhaltlos aufgekl&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Wehrpflicht / Zivildienst Na endlich!
Der Zivildienst steht mit der Strukturreform der Bundeswehr vor
dem Aus. Dafür wird es höchste Zeit. Schließlich war der Zivildienst
nichts anderes als das Rekrutieren billiger Arbeitskräfte für die
Sozialbranche. Dass dagegen die Arbeitgeber von Zivis aus
wirtschaftlichen Gründen Sturm laufen, ist nur verständlich, aber
kein Argument.
Zugegeben: Der Zivildienst hat auch gute Seiten. Gerade in der
beruflichen Selbstfindungsphase nach ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / SPD / Rente Eine Partei auf der Flucht
Falls die SPD Renten in diesem Land noch über ein soziales
Sicherungssystem auszahlen will, enttäuscht ihr sogenannter
Kompromiss zur Rente mit 67 maßlos. Erst im Jahr 2015 wollen die
Sozialdemokraten in die längere Lebensarbeitszeit einsteigen - und
vertagen so die überfällige Reaktion auf den demografischen Wandel.
Zudem sollen erst einmal 50 Prozent der 60- bis 64-Jährigen fest
angestellt sein, bevor die neue Rentenregel ...
Neue OZ: Kommentar zu Morgenland Festival Weniger Politik
Das Morgenland Festival ist zur Erfolgsmarke geworden. Volle Säle,
euphorisches Publikum und begeisterte Musiker zeugen von der
Festivalgemeinde, die in Osnabrück herangewachsen ist: Neben dem
kulturellen ist das Festival auch zum gesellschaftlich relevanten
Phänomen geworden. Dabei hat Festivalchef Michael Dreyer im Verlauf
der sechsjährigen "Morgenland"-Geschichte das Gewicht verlagert: Nach
den politisch hochbrisanten Festivals, in denen d ...
Neue OZ: Kommentar zu Verteidigung / Bundeswehr In die Deckung verzogen
Auf den Kanzler kommt es an - für die Reform der Bundeswehr gilt
der alte CDU-Wahlslogan ganz und gar. Daher liegt Angela Merkel in
der Deckung definitiv falsch, in die sie sich verzogen hat. "Keine
Denkverbote" - das reicht nicht als Zielvorgabe, wo es um die
Weiterentwicklung eines Kernelements der deutschen Außenpolitik geht.
Vor allem anderen ist zu klären: Wo will die Kanzlerin Deutschland
als militärischen Leistungserbringe ...
Neue OZ: Kommentar zum Australien / Wahlen / Parlament Nach dem Putsch das Patt
Noch ist völlig ungewiss, wer nach der Parlamentswahl in
Australien die Nase vorn hat, ob es überhaupt eine stabile Regierung
auf dem fünften Kontinent geben wird. Eines ist allerdings sicher:
Noch-Premierministerin Julia Gillard hat mit ihrem Putsch gegen den
damaligen Labour-Chef Kevin Rudd einen Pyrrhussieg davongetragen.
Dieser könnte sie noch teuer zu stehen kommen. Die Juristin ist
nämlich gewissermaßen Wiederholungst&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Schlachthof Erst kommt das Fressen
Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Es war der deutsche
Dichter Bertolt Brecht, der einst mit dieser Aussage das wohlhabende
Bürgertum kritisierte, das den einfachen Leuten Moral predigen
wollte. In Wietze ist Brechts Aussage heute aktueller denn je. Wer
die Ansiedelung eines Schlachthofes verurteilt und sich nicht in
einer vergleichbar ausweglosen Situation befindet, hat das Recht zur
Kritik verloren.
Dem Bürgermeister wäre ein neues VW-We ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom Vor drei Machtproben
Bei der Steuer auf Uran und Plutonium geht es um weit mehr als um
rein energiepolitische Fragen. Es geht um mindestens drei
Machtproben. Zunächst ist es ein Tauziehen zwischen den vier großen
Stromkonzernen und Angela Merkel: Knickt die Kanzlerin ein und folgt
den Forderungen der Industriekapitäne, droht ihr der Vorwurf der
Klientel-Politik - wie bei der viel gescholtenen Hotelsteuer.
Die Popularität von CDU und CSU wie von Merkel und Umwelt ...
Neue OZ: Kommentar zu Nahost / Konflikte So nüchtern wie möglich
Von den Hunderten von Konflikten auf der Welt um Grenzen, Gebiete
oder Ressourcen überragt derjenige im Nahen Osten alle in der
Bedeutung. Weil er so hasserfüllt geführt wird und die Rückschritte
die Fortschritte fast immer in den Hintergrund drängen. Die Welt wird
am 2. September gebannt gen Washington blicken, wenn unter
Vermittlung des Quartetts aus USA, Russland, EU und UNO Israels
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu u ...
Neue OZ: Kommentar zu Personalien / Schlingensief Die Angst als Kunst
Trash-Kino zum Mauerfall, Parteigründung, ironischer Mordaufruf
gegen Kohl. Schlingensief lieferte Schlagzeilen. Im Kulturbetrieb
führte das zur doppelten Wahrnehmung: Die einen sahen ihn als
geniales Enfant terrible. Die Gegenseite witterte einen
narzisstischen Selbstvermarkter - obwohl sein Anliegen stets das Wohl
der anderen war, das der Arbeitslosen, der Behinderten, zuletzt der
Afrikaner.
Das Paradoxe: Der Vorwurf der Selbstdarstellung verstummte g ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident / Gesellschaft Viel zu tun
Das Ideal sieht so aus: Die besten Leute gehen in die Politik und
ringen um die bestmöglichen Entscheidungen für alle. Die Realität
sieht gelegentlich anders aus. Eindrücke eines Dauerstreits,
floskelhafter Reden und eines Fehlverhaltens lassen die Arbeit von
Politikern oft wenig attraktiv erscheinen. Mit der Folge, dass der
Nachwuchs weniger wird und nicht immer die besten Kandidaten
antreten.
Christian Wulff greift daher ein wichtiges Thema auf, do ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik Geld regiert Spielpläne
Das Publikum ist besser als sein Ruf, die neue Musik beliebter als
gemeinhin angenommen. Den Beweis lieferten die Salzburger Festspiele
letztes Jahr mit Luigi Nonos "Al gran sole" und dieses Jahr mit
Wolfgang Rihms "Dionysos": Mustergültige Aufführungen, die begeistert
aufgenommen wurden. Jürgen Flimm kann sich deshalb nicht auf die
Position zurückziehen, Neue Musik sei ohne öffentliche Finanzierung
nicht realisier ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkehr /Bahn / Stuttgart / Demonstrationen Entfremdet
Das Verhältnis zwischen den Stuttgartern und ihren Politikern
erinnert derzeit an das Frankreich des 18. Jahrhunderts: Damals hatte
Königin Marie Antoinette während einer Hungersnot ihres Volkes mal
voller Unverständnis gesagt: "Wenn sie kein Brot haben, warum essen
sie dann keinen Kuchen?" Der Protest der Stuttgarter trägt fast die
gleichen Züge der Entfremdung von Herrschenden und Volk. Zehntausende
formieren sich seit Monaten gegen de ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Atom / Merkel Schuss vor den Bug
Die einen schalten große Anzeigen in Zeitungen, die anderen planen
Großdemonstrationen im Regierungsviertel: Je näher der Tag der
Entscheidung über das Energiekonzept der Bundesregierung rückt, desto
aufgeregter wird über das Pro und Kontra längerer AKW-Laufzeiten
gestritten. Das kann man kritisieren, muss man aber nicht. Denn
Klappern gehört nun mal zum Handwerk.
Interessanter ist die Frage, wer geschickter vorgeht und so
...
Neue OZ: Kommentar zu Verbraucher / Schufa / Auskunft Klärung statt Frust
Wird man schon ein Fall für die Schufa, wenn man im Urlaub einen
Zahlungstermin versäumt und deshalb eine Mahnung erhält? Oder
womöglich gar, wenn die Rechnung pünktlich bezahlt wurde und trotzdem
die Zahlungsaufforderung eines falsch informierten
Inkassounternehmens ins Haus flattert? Solche Fragen treiben in
Zeiten sorgfältigerer Kreditvergabe durch die Banken immer mehr
Verbraucher um.
Deshalb überrascht es nicht, dass b ...
Neue OZ: Kommentar zu Libyen / Britannien / Lockerbie Dreckiges Geschäft
Luxusvilla, Limousinen und Ruhm in Libyen statt Haftzelle und
Knast-Essen in Schottland: Der Lockerbie-Attentäter al Megrahi hat in
den vergangenen zwölf Monaten einen ungewöhnlichen Lebenswandel
vollzogen. Wäre es nach den britischen Gutachtern gegangen, müsste
der an Prostatakrebs erkrankte Terrorist eigentlich seit neun Monaten
tot sein. Jedenfalls führte diese Prognose zur Begnadigung und
Freilassung des Libyers, der laut Gerichts ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Hartz / Kinder Hindernislauf mit viel Gegenwind
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ist Widerstand gegen ihre
politischen Vorhaben gewohnt. Als sie noch für das Familienressort
zuständig war, musste sie für das Elterngeld und den Ausbau von
Krippenplätzen kämpfen - auch gegen die Fachpolitiker der CSU. Auch
nun weht wieder Gegenwind aus Bayern, doch nicht allein von dort. Nur
mit enormer Überzeugungsarbeit und bestechenden Antworten auf viele
Detailfragen wird es der M ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Renten Endlich Klarheit schaffen
Die Union macht es sich zu einfach, wenn sie die SPD-interne
Diskussion um die Rente mit 67 als überflüssiges, ja schädliches
Hickhack abtut. Tatsächlich versuchen die Sozialdemokraten jetzt das
nachzuholen, was CDU/CSU und SPD schon in der Großen Koalition hätten
tun sollen: Klare Kriterien für die Anhebung des
Renteneintrittsalters zu definieren. Im Gesetz steht dazu leider so
gut wie nichts.
Den Stein der Weisen haben ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Hamburg / Senat Lieber mit einem Profi
Ging es der Kultur in Berlin unter Kultursenator Thomas Flierl
besser als unter der Ägide des Laien-Kultursenators Klaus Wowereit?
Ein "Ja" oder "Nein" gibt es auf diese Frage nicht. Also weg mit den
Kultusdezernenten und Kultursenatoren? Stattdessen lieber schlanke
Verwaltungen, Effizienz, schnelle Entscheidungen? Nein.
Denn wer die Stelle des Kulturverantwortlichen in Kommunen und
Ländern einfach kappt, setzt ein fatales Signal: ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Irak Das Jahr der Söldner
Ohne all die Lügen, mit denen die Regierung Bush ihren Irak-Krieg
begründet hat, bleibt ein einziges glaubwürdiges Ziel: der
Regimewechsel. Tatsächlich bleibt es das Verdienst der USA, den
sadistischen Massenmörder Saddam Hussein 2003 ausgeschaltet zu haben.
Doch Regimewechsel von außen heißt auch, ein neues politisches System
aufzubauen. Mit anderen Worten: Der Abgang der US-Kampftruppen jetzt,
der Abzug der letzten 50 000 So ...
Neue OZ: Kommentar zu Umwelt / Plastiktüten / Grüne Der Griff zur Alternative
Was kann jeder Einzelne für eine so umfangreiche, schwierige und
den Erdball umspannende Aufgabe wie den Umweltschutz tun? Eine ganze
Menge, überall, zu jeder Zeit, im Haushalt wie in der Wahl des
Verkehrsmittels und im täglichen Konsum. Daher ist das Ziel der
Grünen, Plastiktüten beim Einkauf zu besteuern, begrüßenswert. Eine
Abgabe von bis zu 25 Cent pro Stück hätte lenkende Wirkung: Schon
heute verzichten viele ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Bundesregierung / Atom Kanzlerin in der Klemme
Wer A sagt, muss auch B sagen, heißt es im Volksmund. Und deswegen
schaut sich Angela Merkel auf ihrer Energiereise nicht nur Atomkraft,
sondern auch Biomasse an. Aber ob der viertägige Kraftakt der
Kanzlerin sie aus der Bredouille bringt? Zweifel sind erlaubt - zumal
das Unterfangen an Merkels Grönland-Expedition vor genau drei Jahren
erinnert. Damals studierte sie mit ihrem Umweltminister Sigmar
Gabriel die Folgen des Klimawandels.
Doch das Ge ...
Neue OZ: Kommentar zu Agrar / Mastbetriebe / Grotelüschen Klotz am Bein
Noch ist gar nicht sicher, ob es in Putenmastbetrieben, die in
Verbindung zu den Unternehmen der Familie Grotelüschen stehen,
tatsächlich zu den behaupteten Tierschutz-Verletzungen gekommen ist.
Aber die Kampagne zeigt Wirkung - in mehrfacher Hinsicht. Da ist
zunächst einmal der unerträgliche Umstand, dass die
Landwirtschaftsministerin nach einer Morddrohung Polizeischutz in
Anspruch nehmen muss. Dies offenbart, wie aufgeheizt und aggressiv
sich die S ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Musik / Downloads Die Leute zahlen offenbar doch
Seit Jahren besingt die Musikindustrie den eigenen Niedergang.
Musikpiraterie als Volkssport, mangelnde Zahlungsmoral selbst in der
bürgerlichen Schicht. Die aktuellen Zahlen sprechen eine andere
Sprache: Die Wachstumsraten auf dem Download-Sektor sind gigantisch,
digitale Songs sind ein Millionengeschäft - obwohl Raubkopieren so
einfach ist.
Es wäre also an der Zeit, dass die Musiklabels ihren Klagegesang
einstellen. In der digitalen W ...
Neue OZ: Kommentar zu Messen / Gamescom Klippen im Spielemeer
Die Videospiel-Branche hat hierzulande noch immer mit
Ressentiments zu kämpfen. Doch die Killerspiel-Debatte, die
zwischenzeitlich alles andere überlagerte, tritt zunehmend in den
Hintergrund. Der Fokus erweitert sich, das Spielen am PC oder an der
Konsole wird vom argwöhnisch beäugten Hobby einer Randgruppe zum
gesellschaftlich akzeptierten Massenphänomen. Eine aktuelle Studie
der Uni Hohenheim geht davon aus, dass es in Deutschland 16,8 ...
Neue OZ: Kommentar zu Pakistan Beschämend wenig
Vor Tagen forderte ein Spitzenpolitiker der Grünen eine
Machtbeteiligung von Taliban-Chef Mullah Omar in Afghanistan. Selbst
der kleinste Aufschrei der Empörung blieb in Berlin seltsamerweise
aus. Ist denn schon vergessen, was für ein Edelmann Omar ist? Er ist
Chef der Radikalislamisten, die vermeintliche Ehebrecherinnen
steinigen, Schülerinnen Säure ins Gesicht gießen und selbst
angebliche Spione im Alter von sieben Jahren aufhä ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / FDP Desaster
Es ist bizarr. Mit der Wirtschaft geht es seit Monaten steil
bergauf, doch die Regierungsparteien können nicht davon profitieren.
Im Gegenteil: Die FDP verliert in Umfragen noch an Zustimmung und
fällt auf vier Prozent - ein Desaster.
Am schlimmsten aber für die Liberalen: Die Noten entspringen nicht
etwa einer Wählerlaune, sondern sind konstant schlecht und leider
allzu gerechtfertigt. Wer großspurig Steuersenkungen ankündigt, dann
jedoch nur ...
Neue OZ: Kommentar zu Frankreich / Minderheiten Populistische Fratze
Abschiebung von Hunderten, ja Tausenden Mitgliedern einer
Volksgruppe, von Männern, Frauen und Kindern in eine ungewisse
Zukunft. Razzien im Morgengrauen, die die Menschen in Angst und
Schrecken versetzen. Das erinnert an schlimmste Kapitel der
Geschichte. So rigoros und unsensibel, wie Frankreich gegen
eingereiste Roma vorgeht, setzt sich die Regierung dem Vorwurf des
Rassismus aus. An einer Integration scheint Präsident Nicolas Sarkozy
nicht interessier ...
Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / Opel In die Irre geführt
Auch das noch: Opel fährt weiter hohe Verluste ein, will 8000
Stellen in Europa streichen - und ausgerechnet in dieser schwierigen
Lage leistet sich das Unternehmen nun einen hanebüchenen Fehler: Das
Versprechen einer "lebenslangen" Garantie für Neuwagen erweist sich
bei näherem Hinsehen als plumpe Irreführung. Oder will der Autobauer
etwa sagen, dass bei 160 000 Kilometer Laufleistung (so weit reicht
die Garantie) ein Opel sc ...
Neue OZ: Kommentar zu Steuern / Homosexuelle / Verfassungsgericht Die Politik traut sich nicht
Das Urteil aus Karlsruhe war längst überfällig: Wenn der Staat
gleichgeschlechtlichen Partnern zu Lebzeiten die gleichen Pflichten
wie in einer Ehe von Mann und Frau auferlegt, muss er ihnen auch die
gleichen Rechte geben - vor und nach dem Tod.
Seit fast zehn Jahren sind eingetragene Lebensgemeinschaften von
Schwulen und Lesben in Deutschland möglich. So lange fordert der
Staat diesen Paaren ab - wie auch Ehepaaren - im Krisenfall
& ...
Neue OZ: Kommentar zu Landtag Jeck geworden
Und dann wundern sich manche, dass Plenarsitzungen des Landtages
oft zeitlich aus dem Ruder laufen . . . Eine Dreiviertelstunde
verplemperte das Parlament gestern mit einem Gesetzentwurf, der so
überflüssig war wie ein Kropf. Zwei gesetzliche Feiertage zusätzlich
wollten die Linken installieren - einen für Kinder und einen zu Ehren
von Frauen. Es spricht Bände, dass sich dafür noch nicht einmal die
potenziell Begünstigten selbst erwä ...
Neue OZ: Kommentar zu Pakistan / Katastrophen Gelebte Menschlichkeit
Rollt nach der Jahrhundertflut jetzt eine weltweite Hilfswelle für
Pakistan an? Hoffentlich. 20 Millionen Menschen steht das Wasser bis
zum Hals. Haus, Vieh und Ernte vieler Familien sind vernichtet
worden. Seuchen breiten sich aus. Warum die Spendenbereitschaft im
Westen angesichts dieser Katastrophe zunächst beschämend gering
ausgefallen ist, darüber lässt sich nur spekulieren: Lag es an der
Urlaubszeit, an zu geringer Medienberichtersta ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU / Nordrhein-Westfalen Fehdehandschuh hingeworfen
Für die CDU-Spitze mag es ein Problem sein, für die Wähler ist es
ein Gewinn: Dass sich Norbert Röttgen in die Düsseldorfer
Machtverteilung einmischt, bringt Leben in die NRW-Union. Die hatte
sich nach der verlorenen Landtagswahl erstaunlich schnell sortiert.
Rüttgers dankte ab, Laumann, Laschet und Krautscheid machten die
Dinge unter sich aus - oder wollten das. Nun ist es damit vorbei, die
Basis muss und darf Farbe bekennen, da ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Personalien Zu gut kommuniziert
Werkschauen zu internationalen Größen wie Louise Bourgeois und
Donald Judd, publikumswirksame Ausstellungen zu Caspar David
Friedrich oder Munch, Themenschwerpunkte, die im Querschnitt die
Kunstjahre 1937, 1968 und die Dekade der 80er analysierten. Schon das
Ausstellungsprogramm, das Thomas Kellein seit 1996 in Bielefeld auf
die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert. In einem unausrottbaren
Running Gag wird die Existenz Bielefelds gerne mal ganz infrage ...
Neue OZ: Kommentar zu Freizeit / Unfälle / Alpin Ohne Demut geht es nicht
An der Ausrüstung liegt es nicht. Nicht an der Präzision von
Wetter- und Lawinenvorhersagen oder an der Ausbildungsqualität von
Bergführern. All dies ist in den vergangenen Jahren sehr viel besser
geworden. Dasselbe gilt für den Empfang von Handys im Hochgebirge.
Die sind längst zum segensreichsten Mittel geworden, Bergrettungen
rechtzeitig einzuleiten.
Warum verzeichnete dann der Alpenverein immer noch 95 Bergtote im
vergangen ...
Neue OZ: Kommentar zu Irak / Anschlag Die schwächste Stelle
Viel offensichtlicher als mit dem jüngsten Selbstmordanschlag in
Bagdad kann dem Irak nicht mehr vorgeführt werden, dass das Land am
Ende ist. Zum wiederholten Mal in diesem Jahr ist es den radikalen
Kräften gelungen, ein grausames Attentat mit hoher Opferzahl zu
verüben. Von Sicherheit und Stabilität im Irak kann seit Jahren keine
Rede sein. Dabei ist es aktuell kein Zufall, dass der Täter so kurz
vor dem Abzug der meisten US-Tru ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Kinder / Lärm Familienfreundlicher
Schon viele genervte Nachbarn, die sich gestört fühlen von
weinenden, spielenden, schreienden Kindern, sind vor Gericht gezogen.
Doch zahlreiche Urteile belegen: Gewonnen haben diese Lärmgeplagten
meistens nicht. Grundsätzlich entscheiden die Richter eher zugunsten
der Jüngsten und verlangen von Hausbesitzern oder Mietern eine
tolerantere Einstellung.
Diese juristische Bewertung ist auch gut so, sofern Eltern dafür
sorgen, dass ihre ...
Neue OZ: Kommentar zu Griechenland / Israel / Konflikte / Nahost Diplomat auf Amateur-Niveau
Berechenbarkeit stabilisiert die Außenbeziehungen eines jeden
Landes. Deshalb sagt es eine ganze Menge über die Politik der
Regierung Netanjahu, dass es Israel derzeit vor allem an
Berechenbarkeit mangelt. Typisch dafür: Benjamin Netanjahu reist nach
Griechenland, um das EU- und NATO-Land möglichst für eine intensive
militärische Zusammenarbeit zu gewinnen. Aber kurz vor dem Abflug
posaunt er drauflos. Sagt, einer Einladung zu F ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Musik / Benaissa Zu früh verurteilt
Der Prozess gegen Nadja Benaissa hat gestern begonnen - und hätte
ebenso gut auch gestern enden können. Denn die Öffentlichkeit hat ihr
Urteil über die No-Angels-Sängerin längst gefällt - unabhängig von
ihrem Geständnis. Durch den Druck der Medien und vermutlich auch
durch Indiskretionen im Justiz-Apparat sind lange vor dem
Prozessbeginn Vorwürfe öffentlich geworden. Die Medien müssen sich im
Fall Benaiss ...
Neue OZ: Kommentar zu Morgenland Festival Fern der Realität
Was im Falle der uigurischen Rockmusiker schiefgelaufen ist, kann
wahrscheinlich niemand so genau sagen. Merkwürdig bleibt die Sache in
jedem Fall: Das European Media Art Festival (EMAF) zum Beispiel hatte
noch nie Schwierigkeiten, Gäste aus China einzuladen.
Der Vorwurf der Gesetzestreue gilt dabei nicht: Wenn die
Vorschriften den Nachweis eines regelmäßigen Einkommens verlangen,
dann muss das eben nachgewiesen werden. Das Problem ist nur, ...
Neue OZ: Kommentar zu Tarife / Metall / Beschäftigungssicherung Den Versuch wert
Die Idee ist nicht neu: Unternehmen, denen gerade die
Auftragsbücher überlaufen und die nicht wissen, wie sie ihre Termine
halten sollen, leihen sich beim Nachbarbetrieb erfahrene
Arbeitskräfte aus. So stopfen sie ihre kurzfristigen Löcher,
erledigen ihre Verpflichtungen und empfehlen sich für weitere Arbeit.
Von dieser Idee, leicht abgewandelt, lebt seit Jahren eine ganze
Industrie, die Zeitarbeitsbranche. Nur sind hier die Arbeitnehmer,
die a ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Statistik Krankenpflege tut not
Mit Statistiken lässt sich vieles belegen - mitunter auch
Gegensätzliches. Daher sind die Zahlen der jüngsten vorläufigen
Krankenhausstatistik mit Vorsicht zu genießen. Ein Trend lässt sich
dennoch ausmachen: Die Pflege von Patienten in deutschen Kliniken
wird weiter ausgedünnt.
Während die europäische Rechtsprechung immerhin dazu geführt hat,
dass jetzt über bessere Arbeitsbedingungen für Klinikä ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Grass Wer sich's leisten kann ...
Studenten werden über die Grass'sche Absage an das E-Book leise
seufzen. Bei einem so dicken und akademisch populären Werk wie dem
seinen würde eine digitale Ausgabe mit Volltextsuche die Textarbeit
erheblich erleichtern.
Und all diejenigen, die Grass mit seiner Wortmeldung unterstützen
will, haben auch nichts davon. So groß das Selbstbewusstsein der
jungen Autoren auch sein mag - ihrem Verleger munter vorschreiben,
wie ihre B&u ...
Neue OZ: Kommentar zu UNO / Pakistan /Überschwemmungen Jetzt helfen
Die Zahl ist kaum zu fassen: 20 Millionen Menschen soll die
Jahrhundertflut in die Obdachlosigkeit gerissen haben. 20 Millionen -
das entspricht fast der Einwohnerzahl der Metropolregionen von
London, Paris und Berlin zusammen. Es mangelt an Essen, sauberem
Wasser und Medizin. Jetzt droht der Tod durch Seuchen.
Gewiss: Selbst in entwickelten Industrieländern wäre eine
Naturkatastrophe dieser gigantischen Dimension schwer zu verkraften.
2005 zeigte Hurrikan Kat ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Obama / Ground Zero / Moschee Der Präsident ist gefragt
Barack Obama hat eine große Chance verpasst. In der teils
erbittert, manchmal niveaulos geführten Diskussion um den Bau einer
Moschee in New York unweit des Schauplatzes der schlimmsten
Terrorattacke der jüngsten Geschichte macht es sich der US-Präsident
viel zu leicht. Die Religionsfreiheit sei ein fundamentaler Wert der
USA, daher gelte sie für jedermann, argumentiert er. Das ist richtig.
Ob es klug sei, ein islamisches Zentrum ...
Neue OZ: Kommentar zu Atomkraft / Laufzeiten / Stromkonzerne Dreiste Drohungen
Die Drohungen der Stromkonzerne sind an Dreistigkeit nicht zu
überbieten. Dass sie polternd über den Medien-Boulevard den Weg in
die Öffentlichkeit suchen, zeichnet ein Bild ihrer verzweifelten
Lage. Eon, RWE, Vattenfall und EnBW sehen ihre Felle davonschwimmen.
Der Goldesel Atomkraft droht zu lahmen.
Die aggressive Strategie der Energieversorger ist auch insofern
grober Unfug, als längst klar ist, dass eine Laufzeitverlängerung von
Kernkra ...
Neue OZ: Kommentar zu Loveparade / Sauerland Makabre Zahlenbiegerei
Wären die Umstände nicht so tragisch, ginge das als schlechter
Witz durch: Da will Duisburgs sesselklebender Oberbürgermeister Adolf
Sauerland den Eindruck zerstreuen, er habe die Loveparade gegen allen
guten Rat in seiner Stadt durchgedrückt; im selben Interview aber
offenbart er sich als williges Rädchen in der Marketing-Maschinerie
des windigen Veranstalters. Nach Vorrang der Politik sieht es
jedenfalls nicht aus, wenn das gewählte ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / Steuern 1,7 Billionen sind genug
Jetzt nur nicht übermütig werden. So erfreulich es ist, dass die
Wirtschaft wieder kräftig wächst und die Steuerquellen deutlich
stärker sprudeln als erwartet - es muss trotzdem am Sparkurs
festgehalten werden.
Denn erstens steht noch nicht fest, wie stabil die konjunkturelle
Erholung ist. Und zweitens erwirtschaftet der Bund nicht etwa
Überschüsse, sondern macht einfach nur etwas weniger neue Schulden.
Letztlich wird sein ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Kinder / Hartz IV / Bildungs-Chipkarte Noch viel zu klären
Die Verfassungsrichter haben die Politik vor eine schwer lösbare
Aufgabe gestellt: Sie sollen bis Jahresende die Hartz-IV-Regelsätze
für Kinder neu berechnen. Die Bildungs-Chipkarte nach dem Vorbild der
Stadt Stuttgart ist darauf eine Antwort, aber sicher nicht die
perfekte Lösung.
Auch wenn manches Detail noch unausgereift ist, sollte die Idee -
wie so viele neue Vorstöße von Politikern - generell zunächst einmal
nicht ze ...
Neue OZ: Kommentar zu Finanzen / Banken / Verbraucher Schäuble sei Dank
Mal ehrlich: Wer kann sich schon 22-stellige Kontonummern merken?
Und dies auch noch in Kombination mit einer elfstelligen
Bankleitzahl! Zahlreiche Kunden, vor allem ältere Menschen, dürften
damit überfordert sein - oder sich zumindest über stressige
Zahlenakrobatik ärgern. Es ist deshalb richtig und dankenswert, dass
sich Finanzminister Schäuble bei der EU-Kommission dafür einsetzt, es
im nationalen Geldverkehr bei den alten, de ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Kunst / Christo Langer, ruhiger Fluss
Dass das Leben ein langer, ruhiger Fluss ist, hat uns vor Jahren
ein Filmtitel gelehrt. Für Christo und Jeanne-Claude hat dieser Fluss
oft seine Stromschnellen gehabt. Seinen weiteren Verlauf hat das
Künstlerpaar dennoch nie aus den Augen verloren. Sie hielten die
Ziele ihrer Langzeitprojekte unbeirrt von Widerständen im Blick.
Obendrein bezeichnet die Folge der Verpackungsprojekte des Paares
längst einen der aufregendsten und kontinuierlichsten ...
Neue OZ: Kommentar zu Demonstrationen / Extremismus Fatales Urteil
Wenn das Praxis würde, was das Verwaltungsgericht Hannover im Fall
Bad Nenndorf entschieden hat, dann gute Nacht!
Die Konsequenz wäre verheerend: Neonazis könnten
propagandaträchtig durch die Straßen marschieren - und kein
rechtschaffener Bürger dürfte protestieren oder sich gar dem braunen
Mob in den Weg stellen. Eine unerträgliche Perspektive, die alle
Bemühungen konterkariert, rechtsextremen Feinden der Demokratie den
N ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Hypo Real Estate Gute Nachrichten aus dem Milliarden-Loch
Gute Nachrichten für den Steuerzahler: Die Hypo Real Estate
schreibt Millionenverluste. Diese Logik scheint ungewöhnlich, ist
aber berechtigt. Die aktuelle Quartalsbilanz zeigt immerhin, dass
sich das Milliardenloch langsam schließt.
Schließlich muss der Steuerzahler für den Immobilienfinanzierer
geradestehen, nachdem der Bund im vergangenen Jahr das ehemalige
DAX-Unternehmen übernommen hat.
Vieles deutet d ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundeswehr / Wehrpflicht Dann halt die zweitbeste Lösung
Wetten, aus der kreativen Variante wird nichts? Die sieht so aus,
dass die Wehrpflicht zu einer Zwölf-Monate-Dienstpflicht
weiterentwickelt wird. Für Frauen und Männer, sinnhaft gestaltet, zu
leisten im Militär, in Sozialwerken oder Kirchen.
Diese von den Grünen favorisierte Variante bewahrt die
unbestreitbaren und wertvollen Integrationseffekte eines Dienstes an
Staat und Gesellschaft. Und sie lässt der Bundeswehr d ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / BIP Erstaunlich schnell
Vor Euphorie sei gewarnt: In den ersten sechs Monaten 2010 hat
sich die deutsche Wirtschaft zwar als Konjunkturlok für die ganze
Eurozone erwiesen, doch 2009 war sie mit einem Rückgang ihrer
Leistung um fast fünf Prozent noch ein starker Bremser gewesen.
Insofern hat sich in diesem Jahr eine Rückkehr zur Normalität
vollzogen - und es bleibt abzuwarten, ob dies bis 2011 anhält.
Erstaunlich ist allerdings, wie schnell sich die Weltwirt ...
Neue OZ: Kommentar zur Unkenntnis im Umgang mit der Natur Zusammen in den Wald
In den USA sollen Kinder schon Hühner mit sechs Beinen gemalt
haben, weil es Hühnerkeulen im Supermarkt immer im Sechserpack gibt.
Lustig? Nein, eher traurig. Denn auch hierzulande nimmt das Wissen
über die heimische Flora und Fauna ab. Ergebnis des jüngsten
Jugendreports Natur: Nur sechs Prozent der befragten Sechst- bis
Neuntklässler wussten, dass das Junge vom Hirsch Kalb heißt. Und es
gibt noch mehr Beispiele.
Klar, das gesamt ...
Neue OZ: Kommentar zu Niederlande / Christdemokraten Problematische Rechnung
Die Parteispitze der niederländischen Christdemokraten CDA ist gut
beraten, die Bedenken gegen eine Minderheitsregierung ernst zu
nehmen, die sich auf eine Tolerierung durch den Islamhasser Geert
Wilders stützt. Zwar handelt es sich bei den Kritikern dieses
Bündnisses bisher überwiegend um Lokalpolitiker. Doch es droht die
Gefahr, dass die Partei in ihrer Haltung zu Wilders noch mehr
zerrissen wird. Sollte es auf einem Sonderparteitag nicht di ...
Neue OZ: Kommentar zu Kritik an Grotelüschen Üble Kampagne?
Als Chefin des Agrarressorts ist Astrid Grotelüschen auch für den
Tierschutz zuständig. Insofern wiegt es schwer, wenn sie in den
Verdacht gerückt wird, in ihrer früheren Funktion als Managerin des
familieneigenen Geflügelkonzerns direkt oder indirekt für Missstände
in der Putenmast verantwortlich zu sein. Der Nachweis einer solchen
Verstrickung könnte die steile politische Karriere der
Südoldenburgerin ganz schnell ...
Neue OZ: Kommentar zu Google Street View Penlich spät
Spät, peinlich spät schaltet sich der Bundestag in den Streit um
Googles Straßenansichten ein. Erst jetzt, da der Bilderdienst kurz
vor dem Start steht, werden Politiker wach und wollen eine
gesetzliche Basis schaffen. Dabei gibt es seit langem Streit um
Street View, und dies sogar weit über Deutschland hinaus. Nur zwölf
von 27 EU-Ländern haben den Kartendienst bisher erlaubt.
Doch statt sich beizeiten intensiv mit absehbaren Probleme ...
Neue OZ: Kommentar zu RWE/Atomkraft In Berlin gehört
Seit drei Jahren steht der Stahlunternehmer Jürgen Großmann an der
Spitze von RWE, und jetzt scheint er richtig in seinem Element zu
sein. Denn nach schlechten Erfahrungen mit einem niederländischen
Chef, der zur deutschen Politik keinen Draht fand, hatten sich der
Essener Energieriese und die ganze Branche der AKW-Betreiber nach
einem Fürsprecher gesehnt, der in Berlin gehört werden sollte. So
einer ist der bestens vernetzte Jürgen G ...
Neue OZ: Kommentar zur Finanzkrise in der Kultur Freunde in der Not
Kürzungsszenarien klingen auf Italienisch kein bisschen besser als
auf Deutsch. Wenn Sparwut das ureigene italienische Kulturgut Oper
zur Disposition stellt, ist das genauso tragisch wie die Schließung
von Theatern hierzulande aus dem gleichen Grunde.
Interessant ist indes, wie sich die Argumentationen über die
Ländergrenzen hinweg gleichen: Der Minister für Kultur kürzt die
finanzielle Unterstützung und verkauft das kalt lä ...
Neue OZ: Kommentar zur Unkenntnis im Umgang mit der Natur Zusammen in den Wald
In den USA sollen Kinder schon Hühner mit sechs Beinen gemalt
haben, weil es Hühnerkeulen im Supermarkt immer im Sechserpack gibt.
Lustig? Nein, eher traurig. Denn auch hierzulande nimmt das Wissen
über die heimische Flora und Fauna ab. Ergebnis des jüngsten
Jugendreports Natur: Nur sechs Prozent der befragten Sechst- bis
Neuntklässler wussten, dass das Junge vom Hirsch Kalb heißt. Und es
gibt noch mehr Beispiele.
Klar, das gesamt ...
Neue OZ: Kommentar zu Niederlande / Christdemokraten Problematische Rechnung
Die Parteispitze der niederländischen Christdemokraten CDA ist gut
beraten, die Bedenken gegen eine Minderheitsregierung ernst zu
nehmen, die sich auf eine Tolerierung durch den Islamhasser Geert
Wilders stützt. Zwar handelt es sich bei den Kritikern dieses
Bündnisses bisher überwiegend um Lokalpolitiker. Doch es droht die
Gefahr, dass die Partei in ihrer Haltung zu Wilders noch mehr
zerrissen wird. Sollte es auf einem Sonderparteitag nicht di ...
Neue OZ: Kommentar zu Kritik an Grotelüschen Üble Kampagne?
Als Chefin des Agrarressorts ist Astrid Grotelüschen auch für den
Tierschutz zuständig. Insofern wiegt es schwer, wenn sie in den
Verdacht gerückt wird, in ihrer früheren Funktion als Managerin des
familieneigenen Geflügelkonzerns direkt oder indirekt für Missstände
in der Putenmast verantwortlich zu sein. Der Nachweis einer solchen
Verstrickung könnte die steile politische Karriere der
Südoldenburgerin ganz schnell ...
Neue OZ: Kommentar zu Google Street View Penlich spät
Spät, peinlich spät schaltet sich der Bundestag in den Streit um
Googles Straßenansichten ein. Erst jetzt, da der Bilderdienst kurz
vor dem Start steht, werden Politiker wach und wollen eine
gesetzliche Basis schaffen. Dabei gibt es seit langem Streit um
Street View, und dies sogar weit über Deutschland hinaus. Nur zwölf
von 27 EU-Ländern haben den Kartendienst bisher erlaubt.
Doch statt sich beizeiten intensiv mit absehbaren Probleme ...
Neue OZ: Kommentar zu RWE/Atomkraft In Berlin gehört
Seit drei Jahren steht der Stahlunternehmer Jürgen Großmann an der
Spitze von RWE, und jetzt scheint er richtig in seinem Element zu
sein. Denn nach schlechten Erfahrungen mit einem niederländischen
Chef, der zur deutschen Politik keinen Draht fand, hatten sich der
Essener Energieriese und die ganze Branche der AKW-Betreiber nach
einem Fürsprecher gesehnt, der in Berlin gehört werden sollte. So
einer ist der bestens vernetzte Jürgen G ...
Neue OZ: Kommentar zur Finanzkrise in der Kultur Freunde in der Not
Kürzungsszenarien klingen auf Italienisch kein bisschen besser als
auf Deutsch. Wenn Sparwut das ureigene italienische Kulturgut Oper
zur Disposition stellt, ist das genauso tragisch wie die Schließung
von Theatern hierzulande aus dem gleichen Grunde.
Interessant ist indes, wie sich die Argumentationen über die
Ländergrenzen hinweg gleichen: Der Minister für Kultur kürzt die
finanzielle Unterstützung und verkauft das kalt lä ...
Neue OZ: Kommentar zu Toyota Trotzdem kein Mitleid
Der mächtigste Autokonzern der Welt ist offensichtlich zum Opfer
falscher Anschuldigungen geworden. Es stellt sich aber trotzdem kein
Mitleid ein. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Angesichts der
Wirtschaftskraft des Autoriesen werden die Japaner den finanziellen
Schaden leicht verkraften können. Zumal sich das Absatz-Minus
lediglich auf den US-Markt beschränkt und Toyota ungeachtet der
gewaltigen Rückholaktion sonst überall auf de ...
Neue OZ: Kommentar zu "Thor Steinar" Mit Wortwitz gegen Rechtsextreme
Die Firma Mediatex hat die juristische Auseinandersetzung gesucht
- und ein klassisches Eigentor geschossen.
Die Marke "Thor Steinar", die der Modehersteller produziert, ist
dem brandenburgischen Verfassungsschutz zufolge ein
"identitätsstiftendes Erkennungszeichen unter Rechtsextremisten".
Andere Unternehmen sind über eine solche Kundenklientel wenig
erfreut, wie etwa das britische Modelabel "Lonsdale", das &u ...
Neue OZ: Kommentar zu Pakistan Teuflischer Wahnsinn
Was hat Pakistan nicht schon alles durchlitten?
Bürgerkriegsähnliche Zustände im Grenzgebiet zu Afghanistan,
Terroranschläge in den Metropolen. Und das Erdbeben von 2005 riss 80
000 Pakistanis in den Tod. Nun walzen die Fluten eines
Jahrhunderthochwassers ganze Dörfer nieder. Millionen Menschen sind
auf der Flucht.
Eine Katastrophe, die an düstere Erzählungen aus der Bibel und dem
Koran erinnert. Pakistan wankt am Abgrund, ohne ...
Neue OZ: Kommentar zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts wegen Untreue Der Jagdlogik entgegentreten
Die Kasse eines Geflügelzüchtervereins wird in Deutschland oft
penibler überprüft als diejenige manches Konzerns, der von
angestellten Managern geführt wird. Gemessen an der Bedeutung für die
Gesellschaft, müsste es umgekehrt sein. Denn große Unternehmen
bestimmen mit über Wohl und Wehe der ganzen Wirtschaft. Zudem haben
sie für viele andere Firmen eine Vorbildfunktion.
Dass sie dieser in der jüngere ...
Neue OZ: Kommentar zu psychischen Erkrankungen Vom Wert der Seele
Früher mussten die Leute hart im Nehmen sein. Sie schufteten,
machten Krieg und Gefangenschaft durch, thematisierten aber selten
ihr seelisches Leid. Angstzustände und Niedergeschlagenheit? Diese
Problematik galt - wenn sie überhaupt zur Sprache kam - als albernes
Zeug. Viele Menschen waren traumatisiert, aber sie verdrängten es.
Und vor allem hatten sie keinen Begriff dafür.
Heute ist gefühlt jedes dritte Kind hyperaktiv und mindeste ...
Neue OZ: Kommentar zu Ruhrtriennale Hinter dem Nebel des Islamismus
Der Topos von den Liebenden, die nicht zueinander kommen können,
beschäftigt die Dichter, seit es Dichtung gibt. Allein wir neigen
dazu, in den Errungenschaften unseres Kulturkreises das Maß der Dinge
zu sehen: Romeo und Julia gelten als das tragischste aller
Liebespaare; allenfalls Tristan und Isolde dürfen sich daran messen.
Nun präsentiert uns Willy Decker Vorfahren und öffnet uns die
Augen: Der persische Dichter Nizam ...
Neue OZ: Kommentar zu Japan / Südkorea Reue und Frieden
Eine gemeinsame Vergangenheit zweier Länder verbindet intensiver
als jede Momentaufnahme oder jedes Projekt der Zukunft. Verschweigt
die Täternation ein dunkles Kapitel der Geschichte, bleibt den Opfern
auf ewig nichts als Leid. Bittet die eine Seite die andere jedoch
ehrlich um Vergebung, kann der Schmerz der Geknechteten eines Tages
in Versöhnung münden. Das weiß auch Japans Ministerpräsident Naoto
Kan. Fast 100 Jahre nach der Aggression ...
Neue OZ: Kommentar zu CDU/FDP-Koalition Niedersachsen / Glücksspiel Thema mit Brisanz
Im Thema Glücksspiel steckt Brisanz. Zwar bemühten sich die
Koalitionsspitzen nach der Kabinettsklausur noch, den Ball flach zu
halten und die Bedeutung des Streits herunterzuspielen, doch ebenso
gut könnte die Auseinandersetzung eskalieren.
Hinter vorgehaltener Hand argwöhnt man in den Reihen der
Landes-CDU, dass die eigentliche Triebfeder der FDP für die Zulassung
privater Wettanbieter weniger die Sorge um die Landesfinanzen oder
den Schw ...
Neue OZ: Kommentar zu Google Street View Vertrauen ist gut, Kontrolle viel besser
Googles erklärtes Ziel ist es, die auf der Welt vorhandenen
Informationen zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu
machen. Der umstrittene Kartendienst Street View macht deutlich, was
das in der Praxis bedeuten kann: So sind amerikanische
Internetversandhändler bereits dazu übergegangen, die
Kreditwürdigkeit der Kunden mithilfe der in Street View eingestellten
Fotos ihrer Häuser einzuschätzen. Auch ...
Neue OZ: Kommentar zum Fund von Nebra Die Welt ist eine Scheibe
Raubgräber fanden sie, Forscher erkannten in ihr die älteste
astronomische Abbildung der Menschheit: Die Entdeckung der
Himmelsscheibe von Nebra vor zehn Jahren war spektakulär, eine
Steigerung ihrer Faszinationskraft kaum vorstellbar.
Die aktuelle Forschung gibt dem Fund doch noch eine weitere, fast
mythische Bedeutung. Nachdem die vorgeschichtlichen Astronomen auf
der Scheibe ihre Kenntnisse fixiert hatten, so die These, hat die
Natur sie ...
Neue OZ: Kommentar zu Israel / UNO-Kommission Schmerzhafte Wahrheit
Was für einen Wert ist einer UNO-Kommission beizumessen, die den
Tod von neun türkischen Aktivisten untersuchen soll, aber die
möglichen Täter nicht befragen darf? Israels Mitte-rechts-Regierung
um Premier Netanjahu tut sich keinen Gefallen, wenn sie die
Aufarbeitung des Militäreinsatzes gegen die Solidaritätsflotte für
den Gazastreifen erschwert.
Indem sich Netanjahu schützend vor seine Soldaten stellt, kann er
Pluspunk ...
Neue OZ: Kommentar zu Gäste-Boom in Deutschland In Qualität investieren
Wer hätte das gedacht: Nicht ein Kykladenfels im krisengeplagten
Griechenland, sondern Föhr, die Nachbarin des Nobel-Eilands Sylt,
bietet unter Europas Urlauberinseln im Schnitt die niedrigsten
Hotelkosten. Im Dreiländereck am Oberrhein kommen Franzosen und
Schweizer gern zu Besuch auf die deutsche Seite, weil es sich dort
gut und günstig leben lässt. Und erst Berlin: Nach Kneipen wie im
Szene-Stadtteil Friedrichshain, die ein gro&s ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Waldbrände Beängstigend
Die schweren Waldbrände in Russland werden immer beängstigender.
Nicht genug damit, dass mehr als 500 Feuer den Himmel mit schwarzem
Rauch und giftigem Smog verdunkeln: Hinzu kommt die Gefahr
radioaktiver Verseuchungen, wenn auch in verstrahlten Regionen rund
um Tschernobyl und Majak die Lage außer Kontrolle gerät oder die
Brände gar auf Atomanlagen übergreifen. Das eine wie das andere käme
einem GAU gleich.
Umso wichtiger ist e ...
Neue OZ: Kommentar zur Studieüber gesundes Leben Die Praxis fällt schwer
Lieber das Fahrrad nehmen als das Auto, die Treppe statt des
Fahrstuhls - und Äpfel essen als Chips oder Schokolade: Die Tipps für
einen gesünderen Lebensstil sind längst bekannt und
selbstverständlich. Wohl jedem ist klar, dass zu wenig Bewegung und
eine falsche Ernährung zu Übergewicht führen, zu Diabetes und
Herz-Kreislauf-Krankheiten. Und doch fällt es vielen schwer, die
Theorie in die Praxis umzusetzen, auf S ...
Neue OZ: Kommentar zu Missbrauch / Entschädigungen Erst abwägen, dann zahlen
Die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann handelt richtig,
wenn sie sich bis zum nächsten Jahr Zeit lassen will mit ihrer
Empfehlung für Entschädigungen. Zwar ist es verständlich, wenn manche
Opfer eine rasche Lösung vom Runden Tisch der Bundesregierung
erwarten. Doch könnte sich ein überstürztes Vorgehen schädlich
auswirken. Denn eine finanzielle Lösung muss gründlich bedacht sein,
wenn sie wenigs ...
Neue OZ: Kommentar zu Liberias früheren Präsidenten Charles Taylor Der Sache gut getan
Der Eindruck mag entstanden sein, aber er täuscht: Im Prozess
gegen Liberias früheren Präsidenten Charles Taylor geht es nicht um
Supermodels und Hollywood-Schauspielerinnen. Zur Verhandlung steht
einzig Taylors Rolle im Bürgerkrieg des Nachbarlandes Sierra Leone.
Im Klartext: Es geht um zigtausendfachen Mord, um
Verstümmelungs-Exzesse, die selbst in Afrikas blutgetränkter jüngerer
Geschichte einen Gipfel der Grausamkeit markiere ...
Neue OZ: Kommentar zu Michelle Obama Glanz und Glamour im Weißen Haus
Natürlich hat auch die Gattin des US-Präsidenten ein Recht auf
privaten Urlaub. Doch privat bedeutet eben nicht, dass sie allein
reisen kann und darf. Ein riesiger Tross an Sicherheitsleuten,
Sekretären und Betreuern ist immer dabei, wenn die Obamas das Weiße
Haus verlassen. Ein Höchstmaß an Sicherheit muss gerade auch dann
gelten, wenn die First Lady und ihre Tochter zur Erholung nach
Spanien reisen. Schließl ...
Neue OZ: Kommentar zu Feuerwehr in Niedersachsen Personeller Brandherd
Retten, Löschen, Bergen, Schützen - Feuerwehrleute sind
unverzichtbar. Sei es bei Bränden, Unfällen oder Überschwemmungen.
Wie beruhigend, dass hierzulande der Notruf 112 funktioniert und im
Falle eines Falles bestens ausgebildete Helfer schnell zur Stelle
sind und ihr Leben für das Leben anderer riskieren.
Was passieren kann, wenn beim Brandschutz gespart wird, lässt sich
in Russland beobachten: verkohlte Dörfer und dicht ...
Neue OZ: Kommentar zur Konjunktur Steil bergauf
Wenn es den Song nicht schon gäbe, man müsste ihn sofort
schreiben. "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das
Bruttosozialprodukt", lautete 1983 der Refrain eines Tophits. Er
passt perfekt auch ins Jahr 2010.
Denn immer mehr Daten belegen: Es geht steil bergauf. So ist der
Umsatz der Industrie im ersten Halbjahr um 9,9 Prozent gestiegen.
Zugleich brummt der Außenhandel. Besonders erfreulich: Nicht nur die
Ausfuhren steig ...
Neue OZ: Kommentar zur Versteigerung von Kunstwerken von Lehman Brothers Umwertung der Werte
Jetzt wissen wir es ganz genau: Banken bezahlen sündhaft teure
Kunst wirklich aus der Portokasse. Die Gemälde von Lehman Brothers
bringen Millionen - ein Trinkgeld, verglichen mit der Mega-Pleite der
Bank. Auch Schilder und Zigarrenkisten, einst Symbole der
Finanzmacht, taugen jetzt nur noch zum Plunder für Trophäenjäger. Die
Umwertung der Werte ist perfekt.
Dazu gehören auch die symbolischen Werte. Gemälde von Kunststars
wie Luc ...
Neue OZ: Kommentar zu Jim Knopf wird fünfzig Gefordert
Jim Knopf ist schon fünfzig? Wir kannten ihn ja immer nur als
Findelkind. Unzählige Kinder hat er auf ihrem Lebensweg begleitet,
ihnen Freude und vor allem Mut gemacht. Jim Knopf ist das leibhaftige
Plädoyer für das gute Kinder- und Jugendbuch. Allerdings hat sich
seit 1960 viel verändert. Wuchs damals eine Fernsehgeneration heran,
so werden Jungen und Mädchen heute mit Internet und Handy groß.
Bücher wie das von Michael Ende treten da ...
Neue OZ: Kommentar zu Unwetter Katastrophen Wie der Staat hilft
Die Naturgewalten von Wasser und Feuer halten in Sachsen, Polen,
Tschechien, Russland und Pakistan die Menschen in Atem. Doch im
Umgang mit diesen dramatischen Unwetter-Katastrophen zeigen sich
Unterschiede.
Im Süden Asiens müssen Millionen Betroffene vergeblich auf eine
staatliche Hilfe im Kampf gegen die reißenden Fluten und
Schlammlawinen warten. Das Militär hilft, aber viele Menschen bleiben
auf sich allein gestellt, während Pakistan ...
Neue OZ: Kommentar zu Rente mit 67 Die Uhren nicht zurückdrehen
Einmal abgesehen von der Hartz-IV-Arbeitsmarktreform, hat kaum
eine Entscheidung die Sozialdemokraten so viel Zustimmung gekostet
wie die Einführung der Rente mit 67. Dementsprechend bemüht sich die
Partei nun um ein geändertes Erscheinungsbild. Doch ist das gar nicht
so einfach, da das Gesetz die Handschrift führender Genossen wie
Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier trägt - und weil es im
Grunde gar nicht viel zu ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan Taliban wollen einschüchtern
Das Massaker an einem Ärzteteam zeigt das erbärmliche Wesen der
Taliban und deren skrupellose, aber erfolgreiche Guerilla-Strategie:
Die Radikalislamisten brüsten sich mit dem Mord an zehn wehrlosen
Menschen, die aus England, Deutschland und den USA in den Krieg am
Hindukusch gingen, um den Ärmsten zu helfen.
Dieses Blutbad reiht sich ein in eine Serie von Entführungen und
Anschlägen. Die Fanatiker wollen verängsti ...
Neue OZ: Kommentar zu Stuttgart 21 Zeit zum Aufgeben
Die Stuttgarter wehren sich: gegen die Zerstörung ihrer Stadt,
gegen eine riesige Baustelle, gegen die offensichtliche Verschwendung
von Steuergeldern. Und gegen ein Projekt, dessen Vorteile sie nicht
erkennen können. Die Aussicht auf neue Arbeitsplätze in der
florierenden Schwabenmetropole ist nahezu wirkungslos. Kaum eine
deutsche Großstadt hat weniger Arbeitslose.
In dem Bürgeraufstand formieren sich aber nicht nur vermeintlich
verkl&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Film / Plakatmaler / Willi Laschet Überlebensgroß
Bigger than life: Der Titel eines Nicholas-Ray-Klassikers ist
zugleich das Motto der Traumfabrik. Überlebensgroß sind die
Schicksale, die uns auf der Leinwand berühren. Und niemand hat diesen
Anspruch besser umgesetzt als die Plakatmaler, die über Jahrzehnte
die Fassaden der Lichtspielhäuser mit den riesigen Porträts der Stars
verzierten.
In ihrer Kunst wurden die Filmidole nicht nur der Quadratmeterzahl
nach vergröße ...
Neue OZ: Kommentar zu Internet / Netzneutralität Der Kunde zahlt
Wem gehört das Netz? Die Frage ist schnell beantwortet: dem, der
das Netzwerk gebaut oder gekauft hat. In der Praxis wird es etwas
komplizierter. Ohne Anbieter von Diensten ist das Netz so wertlos wie
eine Wasserleitung ohne Wasser. Und auch ohne die User, die diese
Dienste nutzen, wäre ein solches Netzwerk wert- und sinnlos. Bei der
Diskussion um die Netzneutralität geht es darum, wer dafür bezahlt.
Dabei dreht es sich eben auch nur um die zwei Di ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Bundeswehr / Kundus / Entschädigung Gegen das böse Blut
Die Bundeswehr ist nicht als Besatzungsmacht in Afghanistan. Und
schon gar nicht, um "afghanisches Blut billig zu handeln" - wie es
ein früherer Minister dieses Landes in niederträchtigster Weise
ausgedrückt hat. Sie ist dort aber auch nicht bloß als bewaffnetes
Hilfswerk unterwegs.
Wie lässt sich also der auf deutsche Initiative erfolgte
Luftangriff auf zwei durch Taliban entführte Lastwagen fair bewerten?
Wie die Fi ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Umwelt /Ölpest / BP Hat niemand etwas gelernt?
Ölkatastrophe im Golf von Mexiko - war da was? Erst ist das Leck
dicht, jetzt soll sich auch das ausgetretene Öl weitgehend
verflüchtigt haben. Unverständlich, mit welchem Fortissimo BP und
US-Regierung die Erfolgsmeldungen hinausposaunen. Das Ansehen des
Ölmultis und die Politik von Präsident Barack Obama bleiben
jedenfalls dauerhaft beschädigt.
Sicher, das Loch im Meeresboden konnte erfolgreich mit Schlamm und
mit Zemen ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Finanzen / Spenden Zu viel spenden schadet
Der Ruf nach Milliarden-Spenden wird von Deutschlands Superreichen
ungehört bleiben - hoffentlich. Denn in Deutschland sind Großspenden
nicht nur wesentlich unattraktiver als in den USA, sie können dem
Staat sogar schaden.
Dafür sprechen drei starke Argumente. Erstens: Deutschlands
Superreiche können lediglich 20 Prozent ihres Jahreseinkommens als
Spende steuerlich absetzen. US-Milliardäre machen dagegen bis zur
Hälfte ihre ...
Neue OZ: Kommentar zu Japan / Gedenken / Atombombe / Hiroshima Ehrgeiziges Ziel
Erstmals kommen ein amerikanischer Botschafter und ein
UNO-Generalsekretär zum Gedenken an den Atombombenabwurf in
Hiroshima. Dass beide teilgenommen haben, ist ein gutes Signal
besonders für die Opfer, denn leicht drohen derartige
Erinnerungsfeiern in einer Alle-Jahre-wieder-Routine zu erstarren.
Aber auch 65 Jahre nach dem Angriff in Japan bleibt eine
nuklearwaffenfreie Welt eine Illusion, allen Sonntagsreden und
Forderungen nach globaler Abrüstung ...
Neue OZ: Kommentar zu Turbo-Abitur / Ausbildungsmarkt Ein starker Jahrgang
Es ist ein starker Jahrgang, der da - vermehrt um die ersten
jungen Leute mit Turbo-Abitur - an die Hochschulen und in die
Betriebe strömt. Etwa 100 000 Schüler, rund ein Fünftel mehr als in
den Jahren zuvor, werden im Jahr 2011 die allgemeinbildenden Schulen
Niedersachsens verlassen. Das ist fürwahr eine Herausforderung - aber
nicht nur für Unis, Unternehmen und Politiker, sondern vor allem für
die Betroffenen selbst.
Denn es bleib ...
Neue OZ: Kommentar zu Sicherungsverwahrung Drängende Fragen
Sicherungsverwahrung und kein Ende: Ausgerechnet dieses Thema
steht auf der langen Liste der Koalitionsstreitpunkte. Vielleicht,
weil es so kompliziert ist. Aber vielleicht auch, weil sich damit
schnell viel Gehör verschaffen lässt. Schwer kriminelle Menschen
könnten zu Nachbarn werden! Wer dazu etwas zu sagen hat, findet sein
Publikum. Viel wichtiger wäre es aber, eine Lösung zu finden.
Rund 100 verurteilte Verbrecher könnten bald ...
Neue OZ: Kommentar zu Vertriebene Zu Recht gewürdigt
Wer die Charta der Vertriebenen richtig verstehen will, muss sich
die Zeitumstände des Jahres 1950 vor Augen führen: Millionen Deutsche
hatten Heimat, Hof und Besitz verloren und mussten ihr schwieriges
Schicksal meistern. Oft hartherzig empfangen, hausten sie vielfach
unter ärmlichen Bedingungen. Fünf Jahre nach Kriegsende fühlten sich
gerade die Vertriebenen als größte Verlierer unter den Deutschen.
Dass es für sie einen ...
Neue OZ: Kommentar zu Künstlerdorf Worpswede Künstlerrefugium vor dem Umbruch
Die Kulturplaner sitzen unweigerlich in der Zwickmühle: Einerseits
muss sich das Künstlerdorf Worpswede verändern, um wieder mehr
Menschen für sich zu interessieren. Andererseits zerstört jedes
schicke Marketing ein wenig von dem Charme eines Ortes, in dem die
Zeit auf wundersame Weise stehen geblieben zu sein scheint.
Der Barkenhoff war zuletzt mit genau diesem Resultat saniert
worden. Heinrich Vogelers einstiges Jugends ...
Neue OZ: Kommentar zu Spenden von Milliardären Gut für künftige Geschäfte
Es klingt nach einer gewaltigen Wohltat. Dutzende Milliardäre
wollen den größten Teil ihres Reichtums einem guten Zweck spenden.
Die Aktion wird glaubwürdig durch ihre Initiatoren: Warren Buffett
und Bill Gates gehören zu den größten Spendern der Welt. Ihr
Spendenaufkommen übersteigt sogar das Bruttosozialprodukt vieler
Staaten. Dass diese Selbstlosigkeit auch Antrieb aller anderen
Milliardäre ist, ...
Neue OZ: Kommentar zu Energiesparlampen Der Eselei zweiter Akt
Es ist zwar ein Stück aus dem Tollhaus. Aber die EU bleibt
entschlossen, es in allen Akten durchzuspielen. So wird demnächst
auch die 75-Watt-Glühbirne verboten; Energiesparlampen schaffen wie
bereits für den 100-Watt-Kolben Zwangsersatz.
Ausgerechnet die. Zu Recht prangern Verbraucherschützer an, dass
eine Litanei von Leistungs- und Schadstoffbeschreibungen auf der
Verpackung den Käufer verwirrt. Notwendig gemacht unter anderem d ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Wartburg / Windpark Verschandelung des Welterbes
Es ist doch nicht zu fassen. Jetzt argumentiert schon ein
Verwaltungsgericht so, als ob die alles überragenden Windräder
selbstverständlich jeder Kulturlandschaft zuzumuten wären. Dabei
handelt es sich bei der Wartburg wie schon beim Dresdner Elbtal um
Denkmäler in natürlichen Landschaften, in denen neue Industriebauten
aller Art nichts zu suchen haben. Aber nein, das Gewinnstreben ist
allzu mächtig geworden in unserem Lan ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt / Kurzarbeit / Fuchs Streng kontrollieren
Keine Frage, das Kurzarbeitergeld ist ein Erfolgsmodell. Etwa 300
000 Vollzeitstellen konnten damit in der Krise gerettet werden. Im
vergangenen Jahr profitierten davon zeitweise bis zu 1,44 Millionen
Beschäftigte und ihre Arbeitgeber. Doch jetzt verkündet ein
Unternehmen nach dem anderen: Die Auftragsbücher füllen sich. Die
Zeit der massenhaften Kurzarbeit geht klar erkennbar zu Ende. Es ist
deshalb richtig, wenn Unionsfraktionsvize Michael Fuc ...
Neue OZ: Kommentar zu Bildung / Schulen / Schulbeginn Kein Chaos
Bernd Althusmann zeigte sich bester Laune - und hatte Grund dazu.
Denn trotz Spardrucks ist die Lage am Schuljahrsbeginn keineswegs so
prekär wie vielfach befürchtet. Von Chaos kann keine Rede sein.
Dass die Gesamtausgaben für das Schulwesen einen neuen Höchststand
erreichen, dass bei sinkenden Schülerzahlen vorerst alle
Lehrerstellen erhalten bleiben, dass nächstes Jahr sogar Klassen
verkleinert und Schulleiter entlastet werden sollen, dass d ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Waldbrände Eine hausgemachte Katastrophe
Das Land brennt - und der Präsident geht baden. Erst gestern
kehrte Dmitri Medwedew von seinem Urlaubsdomizil Sotschi in den
Moskauer Kreml zurück. Zwar war er im Fernsehen stets besorgt und mit
Handy am Ohr zu sehen. Doch das Staatsoberhaupt überlässt die Führung
in der größten Not seinem Amtsvorgänger, der am anderen Ende der
Telefonleitung den Krisenmanager mimt.
Wladimir Putin, der vor genau zehn Jahren noch ve ...
Neue OZ: Kommentar zu Notfälle / Loveparade Die Jagd nach Sündenböcken
Jämmerlicher geht es kaum. Die Jagd nach Sündenböcken ersetzt die
sachliche Suche nach den Ursachen für das Loveparade-Unglück. Mit
Ruhm bekleckert sich jedenfalls derzeit keiner der Akteure, die in
die Planungen zur Raverparty involviert waren.
Die Polizei schießt verbal gegen Stadt und Veranstalter, die
Verwaltung rückt die Beamten in ein schiefes Licht, und Organisator
Lopavent weist weiter alle Schuld von s ...
Neue OZ: Kommentar zu Italien / Regierung Berlusconi bleibt geschwächt
Für Silvio Berlusconi war dieser Mittwoch ein Schicksalstag. Nun
kann der Premier erst einmal aufatmen, doch Anlass zum Jubeln hat er
nicht. Das Misstrauensvotum gegen den unter Korruptionsverdacht
stehenden Staatssekretär Giacomo Caliendo ist zwar gescheitert - aber
auch nur, weil sich die 33 abtrünnigen Anhänger um Berlusconis
früheren Juniorpartner Gianfranco Fini enthalten haben. Derzeit ist
in Italien eben keine Partei wirk ...
Neue OZ: Kommentar zu Iran / Anschlag / Ahmadinedschad Ohne Tränen
War es eine Bombe oder ein Böller? Ein Anschlag auf den
Präsidenten oder ein Akt der Freude über den Besuch von
Ahmadinedschad, wie es ein Teil des iranischen Regimes darstellt?
Der Holocaust-Leugner, Hardliner und Atom-Provokateur hat viele
Feinde im In- und Ausland, die über ein Ableben Ahmadinedschads keine
Träne vergießen würden. Die Frage nach der Legitimität eines
Tyrannenmordes ist seit der Antike umstritten. Oder w&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Familie / Sorgerecht Es wird schwieriger
Die Entscheidung aus Karlsruhe bedeutet nichts für Paare, die
unverheiratet zusammenleben. Auch nichts für getrennt lebende,
unverheiratete Eltern, die manierlich miteinander umgehen. Seit 1998
können sie das gemeinsame Sorgerecht ausüben, als wären sie
verheiratet.
Das Urteil bringt vielmehr eine Gewichtsverlagerung in einem ganz
speziellen Eltern-Konflikt. Denn nur, wo eine Frau bisher gegen den
Willen des Kindsvaters entschieden hat, ...
Neue OZ: Kommentar zuÖsterreich / Festspiele / Flimm Was soll Salzburg ohne Spitzenkunst?
Jürgen Flimm schickt ein paar Sonnenstrahlen ins kleine
Stadttheater: Welcher Intendant möchte nicht ein Haus vom Stellenwert
der Salzburger Festspiele leiten? Aber er hat ja recht. Natürlich ist
das eine so wichtig wie das andere; nicht umsonst sprechen Künstler
gerne vom "Biotop" und von der Kulturlandschaft: Da hängt alles mit
allem zusammen. Trotzdem besetzt jedes Pflänzchen seine ganz
spezielle Nische.
...
Neue OZ: Kommentar zu BMW / Zwischenbilanz Nicht zu früh freuen
Chrom und Lack glänzen wieder, beim Premiumanbieter BMW genauso
wie bei den süddeutschen Konkurrenten Daimler und Audi. Die Prognosen
für weltweite Absatzzahlen, Umsatz und Gewinn werden nach oben
korrigiert. Die genannten Zahlen sind teilweise besser als die
erzielten Ergebnisse im bisherigen Boomjahr 2007. Doch Vorsicht: Noch
ist die Krise nicht vorbei, sind die Unwägbarkeiten zu zahlreich.
Dieses Grundsatzproblem haben viele Autoherstel ...
Neue OZ: Kommentar zu Konflikte / Nahost / Israel / Libanon Besonnen reagieren
Wieder Tote auf libanesischer und israelischer Seite! Das
Grenzgefecht offenbart die Brüchigkeit des Waffenstillstands, der
vielleicht eher in einen weiteren Krieg als in einen echten
Friedensvertrag mündet.
Vor vier Jahren entzündete sich in der Grenzregion nach der
Geiselnahme von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah ein
blutiger Waffengang. Die Radikalislamisten hatten zuvor über Wochen
Dörfer in Nordisrael mit Raketen attack ...
Neue OZ: Kommentar zu Brasilien / Iran / Justiz / Todesstrafe Gelungener Coup
Andere Länder, andere Sitten: Als Brasiliens Staatschef Lula da
Silva kürzlich über das Ende seiner Amtszeit sprach, kamen ihm vor
Rührung die Tränen. "Ich glaube, ich werde alt", kommentierte der
frühere Gewerkschafter die Gefühlsregung angesichts des zwangsweisen
Abtritts, da er nach zwei Amtsperioden zum Jahresende weichen muss.
Auch in der internationalen Politik pflegt Lula einen anderen
Stil. Drohen, schimpfen, sich ...
Neue OZ: Kommentar zu Auto / Konjunktur / Abwrackprämie Unsinnig und unlogisch
Kaum geht es der Automobilindustrie wieder etwas besser, da
verlangen Politiker Teile der Abwrackprämie zurück. Das entbehrt
jeder Grundlage und ist schon insofern unlogisch, als derzeit die
negativen Folgen der Prämie zu beobachten sind.
Zwar melden die deutschen Autohersteller satte Gewinne und
steigende Produktionszahlen. Doch ist dies der glücklichen Fügung zu
verdanken, dass es in China und den USA gerade einen Automobilboom
gibt ...
Neue OZ: Kommentar zur Auswahl für die UNESCO-Liste Kraft der Zivilisation
UNESCO-Liste: Das klingt nach letztgültiger Auswahl. Tatsächlich
verhält es sich mit dieser Bestenliste jedoch wie mit jedem Kanon -
er folgt dem Zeitgeist. Vermeintlich stabile Maßstäbe erweisen sich
als überraschend flexibel. Sie spiegeln damit, wie sich Bewertungen
im Lauf der Zeit verschoben haben.
Künstlerische Spitzenleistungen interessieren die UNESCO
jedenfalls nicht mehr vorrangig. Auf die Liste schaffen es nun vor ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur Wachstumslokomotive
Es sind atemberaubende Zahlen, die der Maschinenbau vorgelegt hat:
Ein Auftragsplus von 62 Prozent verzeichnete die Branche im Juni. Das
ist umso erfreulicher, als die Auftragszahlen im Vorjahr in ähnlich
großen Schritten in den Keller gegangen waren.
Weil auch andere Branchen wie der Automobilbau und die
Pharmaindustrie überaus positive Daten gemeldet haben, ist ein
optimistisch stimmender Schluss erlaubt: Deutschland übernimmt aufs
Neue die ...
Neue OZ: Kommentar zu Linken-Parteichef Ernst Neid und Missgunst
Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu sein, hat Klaus Ernst
einmal gesagt. Er hat recht. Die Debatte um das Gehalt und den
Lebensstil des Linken-Parteichefs ist maßgeblich von Neid und
Missgunst geprägt.
Auf die Fakten reduziert, sind die Vorwürfe einer allzu
fürstlichen Entlohnung nicht haltbar: Ernst ist
Bundestagsabgeordneter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und
Parteichef. Gemessen am Gehalt eines Facharbeiters, verdient der ...
Neue OZ: Kommentar zu OB Sauerland Nicht gut, aber angemessen
Adolf Sauerland kann unmöglich Oberbürgermeister von Duisburg
bleiben. Das wissen seine Beamten, das wissen die Angehörigen der
Loveparade-Opfer, das weiß auch die CDU-Parteispitze. Sauerland
selbst ist es sicherlich auch klar.
Eine andere Frage ist, wie und wann es dazu kommt. Ein schneller
Rücktritt hätte einen Teil des Zorns gebändigt. Kaum vorstellbar ist
allerdings, dass er den Angehörigen wirklich ein Trost ge ...
Neue OZ: Kommentar zu Duisburg/Trauerfeier Würdiger Abschied
Eine Katastrophe wie in Duisburg geht wohl jedem nahe. Unfassbare
21 tote junge Menschen, dazu Hunderte Verletzte. Und als wäre das
nicht schlimm genug, schieben sich die Verantwortlichen seit Tagen in
anwidernder Art und Weise die Schuld an dem entsetzlichen Unglück zu.
Die Überlebenden stehen unter Schock. Wie versteinert blicken sie
auf die Stadt, mit der sich wohl für immer die Erinnerung an die
Loveparade, die zum Totentanz wurde, verbi ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierungsbildung in den Niederlanden Riskanter Versuch
Rechtsliberale und Christdemokraten gehen ein hohes Risiko ein,
wenn sie auf die Unterstützung des Islamkritikers Geert Wilders
setzen. Zwar ist die Regierungsbildung in den Niederlanden
traditionell schwierig, weil bei den Wahlen eine Fünf-Prozent-Hürde
fehlt und es daher ein sehr zersplittertes Parteiensystem gibt. Aber
ein Bündnis, das sich nur auf eine hauchdünne Mehrheit und zugleich
auf Wilders' rechtspopulistische Partei der Freiheit st ...
Neue OZ: Kommentar zu Hartz IV/Neuberechnung der Regelsätze Große Hoffnungen fehl am Platz
Mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger? Sozialverbände fordern dies
schon lange. Denn von 359 Euro im Monat zu leben ist alles andere als
komfortabel. Die gerichtlich verfügte Neuberechnung der Regelsätze
wird deshalb mit größter Aufmerksamkeit verfolgt.
Langzeitarbeitslose sollten sich allerdings vor allzu großen
Hoffnungen hüten. Denn das Verfassungsgericht hat nicht etwa die Höhe
der Leistungen kriti ...
Neue OZ: Kommentar zu Woody Allen Macht ihm ein Angebot!
Über Jahrzehnte hat Woody Allen New-York-Filme gemacht - und damit
gerade das europäische Publikum begeistert. Im Alter entdeckt er
Europa auch als Drehort. Nach Filmen aus London, Barcelona und Paris
wäre es ein Glück zu erfahren, wie Hamburg mit Allens Augen aussähe.
Macht ihm ein Angebot!
Die Bedingungen sind gut. Das Förderprogramm von
Kulturstaatsminister Bernd Neumann lockt immer mehr ausländische
Filmcrews nach Deutsch ...
Neue OZ: Kommentar zuÄchtung von Streubomben Schande und Ehre
Durch die gesamte Militärgeschichte ziehen sich die Begriffe
Schande und Ehre. Sie greifen nicht immer, bei Weitem nicht.
Allgemein anerkannt ist aber dennoch: Wer sich für besonders nobel
hält, sollte keine Unbewaffneten töten und Frauen und Kinder erst
recht nicht. Nur so kann er seine Ehre erhalten und Schande
vermeiden.
Die westliche Welt hält sich im Sinne ihrer Werte wie Demokratie
und Menschenrechte für besonders nobel. Umso unv ...
Neue OZ: Kommentar zu Somalia Gut gemeint, aber halbherzig
Helfen zu wollen bedeutet nicht zwangsläufig, Gutes zu bewirken.
Es kommt auf die Umsetzung an, wie die Bundesregierung in Somalia
bitter erleben muss. Seit Jahrzehnten tobt dort ein Bürgerkrieg.
Islamistische Fanatiker wollen die Rumpfregierung in Mogadischu
stürzen, während Piraten die internationale Seefahrt attackieren.
Dieser zerfallende Staat benötigt Sicherheitskräfte, wenn er eine
Zukunft jenseits des Infernos haben wil ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußfessel Schwieriger Spagat
Wie groß die Ängste vor Sexualverbrechern, Kinderschändern und
schweren Gewalttätern sind, belegen derzeit die Proteste in Hamburg.
Für viele Menschen spielt es dabei keine Rolle, dass auch
Haftentlassenen selbstverständlich Freiheitsrechte zustehen. Zu sehr
schreckt sie die Furcht, dass es erneut Opfer geben könnte.
Der Politik fehlt noch eine Patentlösung, die sowohl für ein
ausreichendes Sicherheitsgefühl in de ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkauf von Miramax Films Personen statt Moneten
Das war knapp: Noch vor Kurzem hatten die Miramax-Gründer Bob und
Harvey Weinstein 625 Millionen Dollar geboten, um ihr Studio von
Disney zurückzukaufen. Jetzt hat ein Baulöwe den Zuschlag für 660
Millionen bekommen. Immerhin: Es heißt, dass der neue Besitzer ein
gutes Verhältnis zu den Weinstein-Brüdern besitzt. Vielleicht gelingt
es den beiden ja auf diesem Wege, Einfluss auf die Geschicke eines
der zuverlässigsten Qualit ...
Neue OZ: Kommentar zu Tarifgehältern Höchste Zeit für mehr Geld
Gut gefüllte Auftragsbücher, entspannter Arbeitsmarkt, satte
Gewinne - der Aufschwung ist da. Höchste Zeit, dass jetzt auch die
Löhne steigen. Wer wie Millionen IG-Metaller in der Krise auf
Lohnerhöhungen verzichtet hat, muss jetzt am Aufschwung beteiligt
werden.
Dafür sprechen nicht nur ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden,
sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Erst wenn die
Binnennachfrage anzieht un ...
Neue OZ: Kommentar zu Griechenland / Streiks Eiserner Wille der Regierung
Wie bitter: In einer Zeit, in der die Griechen Touristen
dringender denn je brauchen könnten, verderben streikende Fluglotsen
und Tanklasterfahrer den Reisenden jede Lust auf das sonst doch so
beliebte Land. Lauschige Buchten, dauerhafter Sonnenschein,
gegrillter Fisch und wunderbare Zeugnisse der antiken Kultur - wen
interessiert das schon, sobald der Mietwagen liegen bleibt, die
Abreise schon am Flughafen endet oder der Bus dahin gar nicht erst
f&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Fachkräftemangel / Zuwanderung Fülle von Baustellen
Seit zehn Jahren schon, als der damalige Kanzler Gerhard Schröder
seine Greencard-Initiative zur Anwerbung ausländischer
Computer-Experten startete, wird laut über ein ernstes Thema
diskutiert: Deutschland steuert (schon allein aufgrund der
schrumpfenden Bevölkerung) auf einen enormen Fachkräftemangel zu, war
ein ums andere Mal zu hören. Doch noch immer haben Politik und
Wirtschaft das Problem nicht im Griff - ein folgenschweres Ve ...
Neue OZ: Kommentar zu Somalia Gut gemeint, aber halbherzig
Helfen zu wollen bedeutet nicht zwangsläufig, Gutes zu bewirken.
Es kommt auf die Umsetzung an, wie die Bundesregierung in Somalia
bitter erleben muss. Seit Jahrzehnten tobt dort ein Bürgerkrieg.
Islamistische Fanatiker wollen die Rumpfregierung in Mogadischu
stürzen, während Piraten die internationale Seefahrt attackieren.
Dieser zerfallende Staat benötigt Sicherheitskräfte, wenn er eine
Zukunft jenseits des Infernos haben wil ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußfessel Schwieriger Spagat
Wie groß die Ängste vor Sexualverbrechern, Kinderschändern und
schweren Gewalttätern sind, belegen derzeit die Proteste in Hamburg.
Für viele Menschen spielt es dabei keine Rolle, dass auch
Haftentlassenen selbstverständlich Freiheitsrechte zustehen. Zu sehr
schreckt sie die Furcht, dass es erneut Opfer geben könnte.
Der Politik fehlt noch eine Patentlösung, die sowohl für ein
ausreichendes Sicherheitsgefühl in de ...
Neue OZ: Kommentar zu Verkauf von Miramax Films Personen statt Moneten
Das war knapp: Noch vor Kurzem hatten die Miramax-Gründer Bob und
Harvey Weinstein 625 Millionen Dollar geboten, um ihr Studio von
Disney zurückzukaufen. Jetzt hat ein Baulöwe den Zuschlag für 660
Millionen bekommen. Immerhin: Es heißt, dass der neue Besitzer ein
gutes Verhältnis zu den Weinstein-Brüdern besitzt. Vielleicht gelingt
es den beiden ja auf diesem Wege, Einfluss auf die Geschicke eines
der zuverlässigsten Qualit ...
Neue OZ: Kommentar zu Tarifgehältern Höchste Zeit für mehr Geld
Gut gefüllte Auftragsbücher, entspannter Arbeitsmarkt, satte
Gewinne - der Aufschwung ist da. Höchste Zeit, dass jetzt auch die
Löhne steigen. Wer wie Millionen IG-Metaller in der Krise auf
Lohnerhöhungen verzichtet hat, muss jetzt am Aufschwung beteiligt
werden.
Dafür sprechen nicht nur ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden,
sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Erst wenn die
Binnennachfrage anzieht un ...
Neue OZ: Kommentar zu Griechenland / Streiks Eiserner Wille der Regierung
Wie bitter: In einer Zeit, in der die Griechen Touristen
dringender denn je brauchen könnten, verderben streikende Fluglotsen
und Tanklasterfahrer den Reisenden jede Lust auf das sonst doch so
beliebte Land. Lauschige Buchten, dauerhafter Sonnenschein,
gegrillter Fisch und wunderbare Zeugnisse der antiken Kultur - wen
interessiert das schon, sobald der Mietwagen liegen bleibt, die
Abreise schon am Flughafen endet oder der Bus dahin gar nicht erst
f&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Fachkräftemangel / Zuwanderung Fülle von Baustellen
Seit zehn Jahren schon, als der damalige Kanzler Gerhard Schröder
seine Greencard-Initiative zur Anwerbung ausländischer
Computer-Experten startete, wird laut über ein ernstes Thema
diskutiert: Deutschland steuert (schon allein aufgrund der
schrumpfenden Bevölkerung) auf einen enormen Fachkräftemangel zu, war
ein ums andere Mal zu hören. Doch noch immer haben Politik und
Wirtschaft das Problem nicht im Griff - ein folgenschweres Ve ...
Neue OZ: Kommentar zu EWE Schlampig
Wer so mit seinen treuen Kunden umgeht, darf sich nicht über
wütende Reaktionen wundern. Statt die Karten offen auf den Tisch zu
legen und den Grund für eine notwendige Vertragsänderung klar zu
kommunizieren, teilt Energierversorger EWE Halbwahrheiten mit. Fairer
Umgang sieht anders aus.
Weitaus klüger wäre es gewesen, wenn das Oldenburger Unternehmen
erläutert hätte, warum EWE überhaupt ab 2007 in die
Geschäftsbedingungen ...
Neue OZ: Kommentar zu Mexiko /Gesetz gegen illegale Einwanderer blockiert Grenze zu Mexiko besser sichern
Das Gesetz von Arizona gegen illegale Einwanderung verfolgt ein
richtiges Ziel, aber mit unglücklichen Mitteln. Der Zustrom von kaum
qualifizierten und billigen Arbeitskräften aus Mexiko frustriert
viele US-Bürger zunehmend. In den betroffenen Bundesstaaten wie
Arizona wächst zudem die nicht unbegründete Angst, dass der in Mexiko
tobende Drogenkrieg über die Grenze schwappen könnte. Ein Konflikt,
in dem in den vergangene ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland/Geheimdienste/FSB Rückschritt für Russland
Der Einzige, der Wladimir Putin für einen lupenreinen Demokraten
hält, ist wohl Gerhard Schröder. Zumindest tat der Exkanzler dies vor
sechs Jahren öffentlich kund - kurz bevor er seine
Post-Polit-Karriere beim russischen Energieriesen Gasprom fein
säuberlich einfädelte.
Die Ära Schröder ist passé, aber der bittere Nachgeschmack seiner
ebenso anbiedernden wie grundfalschen Äußerung bleibt. Pu ...
Neue OZ: Kommentar zum Urteil zu Arbeitszimmern Schallende Ohrfeige
Dieses Urteil ist eine weitere schallende Ohrfeige für den
Gesetzgeber. Wie schon im Fall der als verfassungswidrig gekippten
neuen Pendlerpauschale und der falsch berechneten Hartz-IV-Sätze
drängen die Karlsruher Richter nun auch beim Thema Arbeitszimmer auf
eine Korrektur.
Aufs Neue wird damit eine bedenkliche Entwicklung offengelegt:
Allzu viele Gesetze werden in Berlin mit heißer Nadel gestrickt.
Sogar Grundrechte wie im aktuellen Fall d ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeitslose / 3 Jahre Finanzkrise Grund zu Optimismus
Dreckige Geschäfte darf es bei Goldman Sachs nicht mehr geben.
Zumindest hat die Investmentbank jetzt solche Ausdrücke in internen
E-Mails verboten. Zu belastend waren sie in den Untersuchungen zu den
Ursachen der globalen Finanzkrise.
Aber auch abseits von Sprachregelungen ist der Kampf gegen die
Folgen der fatalen Spekulationen weit gediehen. So drastisch die
Aufträge in der Realwirtschaft einbrachen, so deutlich schießen sie
seither wieder ...
Neue OZ: Kommentar Hochhuth und Peymann Holt mich hier raus!
Im Dauerstreit um das Theater am Schiffbauerdamm ist Rolf Hochhuth
immer voll des Vorwurfs. Als er 2009 wegen verpasster Fristen um sein
Sommertheater im eigenen Haus gebracht war, schnaubte er: Die Stadt
Berlin (in Person Klaus Wowereits) wolle ihn "als Theaterautor
vernichten". Als der Intendant Claus Peymann das Haus für die
RTL-Show "DSDS" untervermietete, beklagte Hochhuth die
"Banalisierung" - und zog wegen vertragswidriger Nu ...
Neue OZ: Kommentar zur Union Streit schreckt ab
Umfragewerte sind stets flüchtige Momentaufnahmen, daher sollte
man sie nicht überbewerten. Die Erfahrungen zeigen, dass
Regierungsparteien am Ende einer Wahlperiode oft besser dastehen als
mittendrin.
Dennoch muss die Union das Abrutschen unter die 30-Prozent-Marke
alarmieren, beweist es doch den enormen Vertrauensverlust, den CDU
und CSU in den vergangenen Monaten erlitten haben. Mit
Startschwierigkeiten lässt sich das inzwischen nicht mehr allei ...
Neue OZ: Kommentar zu Flohmarktfund / Originale von Kunststar Ansel Adams Unikat statt Massenware
Mitten im Flohmarktkram einen Schatz finden: Die Geschichte vom
Kauf der unerkannten Originale des legendären Fotografen Ansel Adams
liest sich wie ein Märchen aus der ansonsten kühl geschäftsmäßigen
Kunstwelt. Sie ist aber nur deshalb möglich geworden, weil die
vormals nicht einmal als Kunst anerkannte Fotografie längst einen
Boom erlebt - zuerst in Museumsausstellungen, inzwischen auch auf dem
Kunstmarkt, der mit den Bil ...
Neue OZ: Kommentar zu internationalen Kontonummern und Bankleitzahlen Vorsicht geboten
Jetzt heißt es, noch mehr aufzupassen: Statt der gewohnten
Kontodaten sollen Bankkunden in Europa bei Überweisungen und
Lastschriften künftig ellenlange internationale Kontonummern und neue
Bankenkennungen eintragen. Bis zu 31 Stellen können die Zahlen- und
Buchstabenkolonnen in manchen Ländern haben. Das ist deutlich mehr
als bisher, und daher besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass falsche
Angaben gemacht werden. Vor allem ältere Men ...
Neue OZ: Kommentar zu Aldi Gespür für die Masse
Mit hohen Mauern abgeschirmt hatten sich beide - der jetzt
verstorbene Theo Albrecht und sein Bruder Karl, die vor einem halben
Jahrhundert Deutschlands führenden Lebensmitteldiscounter Aldi
gegründet haben. Man kann die Strategie dieses Unternehmens kritisch
sehen, gehört dazu doch eine Einkaufspolitik mit spitzem Bleistift
und rigorosen Vorgaben, was Aldi-Zulieferer im stark agrarisch
geprägten westlichen Niedersachsen bisweilen schm ...
Neue OZ: Kommentar zu Duisburg / Loveparade Turmbau zu Duisburg
Übersteigerter Stolz, damals Hybris genannt, zog schon in der
antiken Glaubenswelt den Zorn der Götter nach sich. Die katholische
Theologie zählt ihn bis heute zu den sieben Todsünden. Und aus dem
biblischen Buch der Sprüche stammt eine weitverbreitete Redensart:
"Hochmut kommt vor dem Fall."
Der Duisburger Wunsch, von der strukturschwachen Schmuddelstadt
per Brechstange zur schillernden Metropole des Westens aufzusteigen,
steh ...
Neue OZ: Kommentar zu Todesstrafe / Japan Unrühmlich
Japan und die USA zählen zu den westlichen Industriestaaten, deren
Rechts- systeme unrühmlicherweise noch die Todesstrafe kennen. In
Europa und in vielen anderen Teilen der Welt hat sich dagegen eine
humanere Strafgesetzordnung durchgesetzt, die nicht auf Vergeltung
und Rache setzt. Hier zählt: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Dieser Grundsatz gilt für jeden - unabhängig davon, ob er ein
Schwerstkrimineller ist. Der Staat, der üb ...
Neue OZ: Kommentar zu Notfälle / Loveparade / Duisburg / Sauerland Rücktritt ist überfällig
In Duisburg ist kein schicksalhaftes Unglück passiert, kein
Erdbeben, kein Tsunami, sondern eine vorhersehbare Katastrophe. Alle
Warnungen von Polizei, Feuerwehr und Sicherheitsexperten im Vorfeld
der Loveparade hat Oberbürgermeister Sauerland ignoriert.
Noch schlimmer: Es wurde enormer Druck auf Verwaltungsmitarbeiter
und den aus dem Amt gedrängten Polizeipräsidenten ausgeübt, die die
Gefahren sahen und deshalb nicht ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Renten / Garantie Vorsicht vor einem Schlingerkurs
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat neuen Koalitionsstreit im
Sommerloch entfacht - und die CSU versucht aus gutem Grund, sofort
das Feuer zu löschen. Mit seiner Forderung nach Abschaffung der
Rentengarantie hat Brüderle sich vor allem als Ordnungspolitiker
profiliert. Doch ihm muss klar sein, dass er für seinen Vorstoß keine
Mehrheit bekommt.
Auch wäre die schwarz-gelbe Bundesregierung schlecht beraten, wenn
sie aus ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Erweiterung / Island Zweckehe statt Liebesheirat
Lange hat sich Island in Sachen EU vornehm zurückgehalten - erst
die Finanzkrise und der Beinahe-Bankrott des Inselstaates machten
Europa und seine stabile Währung attraktiv genug für einen Beitritt.
Vor diesem Hintergrund erscheint das Aufnahmegesuch Islands nicht wie
der Wunsch nach einer Liebesheirat, sondern wie der Antrag für eine
Zweckehe.
Das zeigen auch die ersten Gespräche, in denen sich gleich die
unterschiedlichen Vorst ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Geheimakten / Bundeswehr Krieg als Staatsgeheimnis
In Washington und Berlin schrillen die Alarmsirenen, weil
Zehntausende brisante Dokumente zum Afghanistan-Krieg nun öffentlich
sind. Die Sorge der Regierungen um enttarnte Angriffsmuster und
Listen der meistgesuchten Terroristen ist aber nur vorgeschoben.
Taliban und Aufständische wissen seit dem Herbst 2001, wie die ISAF
operiert und welche ihrer Anführer tot oder lebendig aus dem Verkehr
gezogen werden sollen. Entscheidend ist, dass die Fü ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / GfK Sommerhoch
Sonnenschein hebt die Stimmung. Diese alte Weisheit gilt offenbar
auch für die Kauflaune der Deutschen.
Wenn zum heißen Supersommer noch tolle Spiele bei einer Fußball-WM
kommen, laufen Wasser, Cola und Bier in Strömen, der Snackkonsum
steigt, das Eis am Stiel schmeckt noch mal so gut. All dies beschert
dem Handel gute Umsätze. Da spülen auch kleinere Beträge viel Geld in
die Kassen der Händler, größere Anschaffungen wie ...
Neue OZ: Kommentar zu Niedersachsen / Landesregierung / Personalien Überzeugend
Respekt! Die ersten wichtigen Personalentscheidungen hat David
McAllister als Ministerpräsident überzeugend bewältigt.
Christine Hawighorst mit der Leitung der Staatskanzlei zu betrauen
war naheliegend. Die Wallenhorsterin galt schon lange als reif für
höhere Aufgaben; sie dürfte jetzt auch die Rolle einer "Managerin der
Macht" gut ausfüllen.
Franz-Rainer Enste als Regierungssprecher einzusetzen bedeutet
dagegen eine &U ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Film / Oliver Stone Wörter als Waffe
Für Filme voller Gewalt ist er berühmt - und berüchtigt -
geworden, mit verbaler Gewalt hat er jetzt den Raum der Fiktion
verlassen: Oliver Stones Entgleisung geht weit über
Missverständlichkeiten hinaus. Und sie lässt bestürzend tief blicken:
bis auf den Grund einer von Ressentiments verzerrten Anschauung
unserer Welt.
Für Interpretationen von Stones Worten besteht leider kein
Spielraum. Der Regisseur hat für trauri ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Gesellschaft / Berlin / Heisig Politisches Minenfeld
Wie soll Deutschland mit den kleinen, aber gut organisierten
kriminellen Milieus umgehen, die einen Migrationshintergrund
aufweisen? Wer sich dazu öffentlich äußert, betritt oft ein
politisches Minenfeld.
Die Berliner Jugendrichterin hat es getan und musste sich viele
Anfeindungen gefallen lassen. Es heißt, die Motive für ihren Freitod
seien in ihrem persönlichen Umfeld zu suchen. Sicherlich sind
Spekulationen fehl am Platz. Fes ...
Neue OZ: Kommentar zu Kambodscha / Rote Khmer / Urteil Den Opfern eine Stimme
Das Sondertribunal zum blutrünstigen Regime der Roten Khmer unter
Pol Pot hat ein historisches Urteil gefällt. Denn zum ersten Mal ist
ein Führungskader der Urwaldmarxisten zur Rechenschaft gezogen
worden. Der Richterspruch kann ein erster Schritt zur Versöhnung
sein.
Kambodscha hätte es bitter nötig: In dem südostasiatischen Staat
leben Opfer und Täter oft Tür an Tür. Selbst 30 Jahre nach den
abscheulichen Ve ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Großbritannien / Ölpest / BP Abwickler auf dem Chefsessel
Ob ein Engländer oder ein Amerikaner den BP-Konzern in die Zeit
nach der bislang größten Umweltkatastrophe der US-Geschichte führen
wird, ist vergleichsweise unerheblich. Gewiss: Der bisherige BP-Chef
Tony Hayward hat sich nach dem Ausbruch der Ölpest im Golf von Mexiko
als Niete in Sachen Öffentlichkeitsarbeit erwiesen. Und ein neuer
US-Manager an der Spitze könnte den Zorn der Regierung Obama sowie
vieler Amerikaner auf ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Windkraft / Häfen Demonstrativ
Es war demonstrativ, was Bundesumweltminister Röttgen und
Ministerpräsident McAllister gestern an der Küste vollführten.
Kernkraft ausbremsen und volle Fahrt voraus für erneuerbare
Energien - so lautete das Signal beim Schulterschluss der
Unionspolitiker. Das ist die klare Gegenposition zum
baden-württembergischen Regierungschef Mappus und zu anderen Kräften
in der Koalition, die sich noch immer eine Renaissance der
Atomenergie erhoff ...
Neue OZ: Kommentar zu Internet-Verzicht Surfen mit System
Aktuelle Nachrichten, das Programm des Kinos nebenan, das
Internet-Profil eines alten Studienfreundes: All das ist heute mit
wenigen Klicks im Internet zu finden. Und das ist auch gut so - weil
das die Dinge einfacher macht. In Minuten können sich die Nutzer
informieren und Kontakte in der ganzen Welt pflegen.
Der ununterbrochene Datenstrom hat jedoch auch Schattenseiten.
Ständige Erreichbarkeit, immer noch aktuellere Nachrichten oder die
Möglichkei ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundeswehr / Wehrpflicht / Guttenberg Warum gründlich prüfen wichtig ist
Die Zukunft der Wehrpflicht wird noch bis zum Herbst zu einer
heftigen Grundsatzdebatte führen und eine der größten Baustellen der
Bundesregierung bleiben. Aber das macht nichts. Es ist richtig,
nichts übers Knie zu brechen, sondern mehrere Szenarien gründlich zu
prüfen - unabhängig von aktuellen Sparzwängen.
Denn wenn sich die Koalition erst einmal für eines der Modelle
entschieden hat, wirkt ...
Neue OZ: Kommentar zu Notfälle / Loveparade / Duisburg Unfassbar borniert
Wie konnte das passieren? So lautet die Standard-Frage nach
Katastrophen jeder Art. Häufig ist die Fassungslosigkeit genau
deshalb so groß, weil keiner das Unglück hatte kommen sehen. Mit dem
Fall Duisburg verhält es sich geradezu umgekehrt.
Fassungslos ist man hier ebenfalls - das aber nicht wegen einer
Unerklärbarkeit der Ereignisse, sondern der versammelten
Borniertheit. Das Bauamt erlaubte lediglich 250 000 Besucher zur
gleichen Zeit ...
Neue OZ: Kommentar zu Radsport / Tour de France Zweifel bleiben
Lance Armstrong geht - hoffentlich endgültig. Der siebenfache
Toursieger hat nur auf der letzten Etappe auf sich aufmerksam
gemacht, als er ein nicht erlaubtes Trikot mit der Startnummer 28 an
den Start bringen wollte - als Symbol für 28 Millionen Krebskranke in
der Welt. So löblich diese Aktion ist - dem Amerikaner nimmt man sie
nicht so ohne Weiteres als Geste ehrlicher Empfindungen ab. Nicht nur
hier ist Skepsis angebracht.
Armstrong wird wegen der n ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Festspiele / Bayreuth Töchter schleifen die Burg der Väter
Bei Hans Neuenfels rollen Köpfe - zumindest auf der Opernbühne.
2003 machte sein Berliner "Idomeneo" Skandal: Die Häupter von
Poseidon, Christus, Mohammed und Buddha wurden wie Trophäen einer
Götterexekution präsentiert. Das Ergebnis: Neuenfels' Version der
Mozart-Oper flog zeitweise aus dem Programm.
Unabhängig von seiner ersten Regiearbeit auf dem Grünen Hügel, dem
"Lohengrin& ...
Neue OZ: Kommentar zu Steinkohlebergbau Verkohlt
Der 2007 mühsam gefundene Kompromiss für den Steinkohlebergbau in
Deutschland droht zu kippen. Die Nachricht aus Brüssel, dass ab 2014
Subventionen passé sein sollen, schlug bei den Kumpeln vor Ort wie
eine Bombe ein: Sie fühlen sich verkohlt - mit Recht. Denn die
Vereinbarung sicherte ihnen ihre Arbeitsplätze bis 2018. Ließ Zeit,
die Umstrukturierung der lange Jahre für Deutschlands Wirtschaft
überlebenswichtigen Industrie mit & ...
Neue OZ: Kommentar zu Familie / Sorgerecht / FDP Von Vätern und Vätern
Auf den ersten Blick ist es ein zeitgemäßer Vorschlag: Längst ist
eine unverheiratete Mutter nicht mehr automatisch ein einsamer
Problemfall, wie es vor Jahrzehnten noch gewesen sein mag.
Familiengründung ohne Trauschein ist heute für einen großen Teil der
Bevölkerung ein ganz normaler Lebensentwurf. Diese veränderte
gesellschaftliche Realität würde durch ein Gesetz anerkannt, das
ledige Väter den ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Finanzen / Bundesländer Heißes Eisen
Mit der angestrebten Kürzung staatlicher Zuwendungen an Kirchen
packen Landespolitiker ein heißes Eisen an. Die Pläne könnten hitzige
Diskussionen entfachen und in Niedersachsen zum Beispiel die
Haushaltsberatungen der Regierungskoalition am kommenden Wochenende
belasten. Klar ist, dass es in der gegenwärtigen Finanznot des
Staates im Grunde keine Tabus beim Sparen geben darf. Insofern
könnten auch Gelder für die Kirchen auf den Pr& ...
Neue OZ: Kommentar zu Notfälle / Loveparade / Duisburg Bochum war klüger
Die Loveparade sollte der Höhepunkt des Prestigeunternehmens
Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas werden. Doch sie wurde zur
furchtbaren Tragödie.
Bochum war vor einem Jahr klüger, hatte Zweifel, die Sicherheit
einer solchen Mega-Veranstaltung gewährleisten zu können, die
Loveparade 2009 fiel aus. Duisburg traute sich das zu. Nun ist klar:
Man hat sich überschätzt. Wer weiß, wie sicher 2011 Gelsenkirchen
gewesen w&a ...
Neue OZ: Kommentar zu Venezuela / Kolumbien Vuvuzela
Venezuela ist reich an Erdölvorkommen, aber relativ arm, was das
Durchschnittseinkommen der Bevölkerung und die politische Vernunft
des Präsidenten betrifft. Hugo Chávez hat sich seit seinem
Machtantritt vor elf Jahren als notorischer Choleriker mit
sozialistischen Gossensprüchen erwiesen. Seine pathetischen Wutreden
sind nervtötend wie ein Tinnitus mit Vuvuzela-Klang.
Jetzt legt sich der selbst ernannte Retter der Entrechteten mit
Kolumbien ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / Stresstest Opium für die Anleger
Dieser Test ist Augenwischerei. Schließlich hatte er ein einziges
Ziel: das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Die schwerste
Banken- und Finanzkrise der vergangenen Jahrzehnte hat die
europäische Bankenwelt in ihren Grundfesten erschüttert. Die
Zurückhaltung der Anleger ist immer noch spürbar. Das behindert das
Gewinnstreben einer ganzen Branche.
Mit dem Stresstest will die Politik beruhigen - mehr nicht. Er ist
Opium f& ...
Neue OZ: Kommentar zu Umwelt /Öl Wer kontrolliert die Kontrolleure?
Man stelle sich vor: Ein riesiger Ölteppich bedeckt die Nordsee,
bewegt sich auf die deutsche Küste zu, verklebt die Flügel von
Seevögeln und bedroht generell das empfindliche Ökosystem im
Wattenmeer. Dass es zu diesem Horror-Szenario glücklicherweise bisher
nicht gekommen ist, hat mancherlei Gründe.
Es liegt auch an besseren Notfallplänen als in den USA, an anderen
technischen Vorschriften und strengeren Siche ...
Neue OZ: Kommentar zu Umfragen / Regierung / Volksentscheid / Parteien Mehr Demokratie wagen
Vox populi, vox Rindvieh - so hat CSU-Übervater Franz Josef Strauß
einst über Volkes Stimme gelästert. Die Bürger über wichtige
politische Themen selbst abstimmen lassen, ganz ohne Netz und
doppelten Boden? Das war der Bundesrepublik lange Zeit nicht geheuer.
Zu tief saß der Schrecken des Dritten Reichs, zu misstrauisch waren
die Parlamentarier gegenüber "dem" Volk, der anonymen und
unberechenbaren Masse.
Von R ...
Neue OZ: Kommentar zu Italien / Kunst Die Zweifel überwiegen
Es wäre einfach zu schön gewesen: ein unbekanntes Bild von
Caravaggio - passgenau zum großen Malerjubiläum entdeckt! Nun
geschieht mit der vermeintlichen Sensation jedoch, was zu erwarten
war. Sie zerplatzt wie eine Seifenblase.
Dabei stimmten die Voraussetzungen. Mit dem 400. Todestag des
Genies mit dem wüsten Leben war die Aufmerksamkeit der Medien und der
Öffentlichkeit einer Nachricht von unvorhergesehenem Finderglüc ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Gewalt / Ameland Überforderung endet im Desaster
Die völlig aus den Fugen geratene Ferienfreizeit des
Stadtsportbundes Osnabrück auf der niederländischen Ferieninsel
Ameland bewirkt eine Zäsur und wirft gleichzeitig einen Schatten auf
diese Art von Urlaubsgestaltung für Jungen und Mädchen. Tausendfaches
ehrenamtliches Engagement von motivierten Betreuern gerät unverhofft
in Misskredit, weil an einem Ort plötzlich zwei Negativprozesse
aufeinandertrafen.
We ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Gewalt / Ameland Das Risiko im Kinderzimmer
Die schlimmen Taten von Ameland schockieren mit täglich neuen
Details. Die vollständige Aufklärung der Verbrechen unter Kindern und
Jugendlichen ist ebenso wichtig wie die angemessene Bestrafung der
Schuldigen und die Lehren, die aus den unfassbaren sexuellen
Übergriffen gezogen werden müssen. Immer mehr Indizien und Aussagen
deuten darauf hin, dass die Vergewaltigungen im Schlafsaal zumindest
teilweise hätten verhindert werden k& ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Literatur / Walhalla Trost für den Ruhm
Groucho Marx wäre ja keinem Club beigetreten, der ihn aufnimmt.
Ähnlich dürfte es sich mit Heinrich Heine und der Walhalla verhalten:
Der hatte für seine alte Heimat Deutschland und deren Nationalsymbole
nichts als Spott übrig. Die Aufnahme in König Ludwigs Ruhmeshalle
hätte er vermutlich als Beleidigung gewertet.
Nun kann sich aber auch ein großer satirischer Geist nicht gegen
Bewunderer und schon gar nicht gegen Nachfa ...
Neue OZ: Kommentar zu Kosovo / Unabhängigkeit / IGH / Urteil Humane Entscheidung
Der Internationale Gerichtshof hat die Unabhängigkeit des Kosovo
für rechtens erklärt und sich der normativen Kraft des Faktischen
gebeugt. Das Urteil ist zwar nicht bindend. Das höchste Gericht der
UNO leistet damit jedoch einen wichtigen Beitrag zur Humanisierung
des Völkerrechts.
Denn lange galt die Souveränität eines Staates als unantastbar,
solange er keine Bedrohung für ein anderes Land oder den Weltfrieden
darstellt ...
Neue OZ: Kommentar zu Ernteausfall Kein Grund zum Jammern
Diese Hiobsbotschaft fällt keineswegs aus heiterem Himmel. Nach
dem langen, schneereichen Winter, einem nass-kalten Frühling und dann
folgenden tropischen Temperaturen war schon recht früh klar, dass es
nichts wird mit einer üppigen Ernte.
Doch trotz aller Unkenrufe kann von Katastrophe keine Rede sein.
Weniger im Angebot heißt schließlich zugleich für die Bauern: mehr
Geld pro Dezitonne und damit Kompensation für Ertra ...
Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / Bahn / Klimaanlagen / Verkehrsausschuss Raus aus dem Nebel
Selbst wenn die Deutsche Bahn keine Personen oder Güter zu
befördern hat, versagt sie kläglich. Eigentlich sollten die
Verkehrspolitiker des Bundestages und Minister Peter Ramsauer von
Bahnchef Rüdiger Grube bei der Krisensitzung erfahren, warum sich 50
ICE-Züge in rollende Saunen verwandelten. Doch sie bekamen keine
klaren Antworten, sondern nur verwirrende Aussagen.
Angeblich hat die Bahn in der Wartung nie geschludert. Doch Grube
gab a ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Steuern Von Daten-CDs und Theodor Storm
Der eine fragt: Was kommt danach? Der andere fragt nur: Ist es
recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht", schrieb
einmal der Dichter Theodor Storm. Heutzutage kommen die Worte etwas
schwülstig daher, sind aber zu einem gängigen Sprichwort geworden -
mit dem Problem, dass, bei Lichte betrachtet, keiner genau weiß, wer
hier eigentlich frei und wer der Knecht ist. Ist der frei, der sich
um die Folgen nicht schert? Oder ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Verfassungsschutz / Ramelow Hilflose Überreaktion
Der Verfassungsschutz ist dazu da, die Verfassung zu schützen -
und zwar vor ernsthaften Bedrohungen. Dass Demokratie und
freiheitliche Grundordnung kostbarste Güter sind, die es zu wahren
gilt, haben uns die düsteren Erfahrungen gelehrt. Die Linkspartei als
wirkliche Bedrohung für das System zu begreifen und sie deshalb vom
Verfassungsschutz beobachten zu lassen wirkt aber eher wie die
Überreaktion des hilflosen Staates denn wie eine ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reform / Hausärzte Nicht nur eine Geldfrage
Mit drastischen Mitteln trommelt der Deutsche Hausärzteverband für
die Belange seiner Mitglieder. Plakative Zuspitzungen und
Streikdrohungen gehören zum Stil vieler Interessengruppen. Nur so
meinen sie, sich in der Öffentlichkeit ausreichend Gehör verschaffen
zu können.
Das ist nachvollziehbar, doch der Verband geht zu weit. Dessen
Geschäftsführer überzieht, wenn er einen Zusammenhang zwischen
fehlenden Steigerung ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst Freier Markt
Kein müder Euro für Ankäufe, nicht ein Cent für den
Ausstellungsetat: Kunstmuseen sind mit einer Situation konfrontiert,
die anderen Kulturhäusern vielleicht noch bevorsteht - der Situation
nach dem Ende der öffentlichen Zuschüsse. An den meisten Standorten
reichen kommunale Gelder gerade noch für den unabdingbaren
Grundbetrieb. Doch das, was den Zuschauer als Programm erreicht,
haben Museumsleute immer häufiger auf dem freien M ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Waffen / Justiz 1,5 Millionen Täter?
Es ist eine erschreckende Zahl: 1452471 Sportschützen hat der
Deutsche Olympische Sportbund im vergangenen Jahr registriert - fast
1,5 Millionen potenzielle Täter? Wohl kaum, denn die Vereine sind
keine Trainingsstätten für den gezielten Amoklauf, sondern auf ihr
Image bedacht. Welcher seriöse Verein will schon seinen Ruf durch
Ballermänner in den eigenen Reihen riskieren? Oder womöglich mit den
Behörden in Konflikt gera ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundesregierung / Merkel Verdrängungskünstlerin
Ein cooler Auftritt - das muss man Angela Merkel lassen. Doch ihre
optimistische Halbjahresbilanz gestern in Berlin steht in krassem
Gegensatz zur Realität. Rot-Grün hat Schwarz-Gelb in Umfragen
überflügelt. Dazu kommen die Finanzprobleme im Gesundheitswesen und
die unsichere Zukunft der Bundeswehr sowie der Streit um
Energiesteuer und Atomkraftnutzung.
Serienweise wurden hochbrisante Koalitionsprobleme auf den Herbst
vertagt. Wen ...
Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Arbeit / Erzieher Auf dem richtigen Weg
Familienministerin Kristina Schröder schlägt den richtigen Weg
ein, wenn sie den Anteil männlicher Erzieher in Kindertagesstätten
erhöhen will. Nicht, weil Männer die besseren Erzieher wären.
Sondern, weil es Mädchen und Jungen in der frühkindlichen Bildung
entwicklungspsychologisch nützt. Nach Ansicht vieler Experten tut es
den Jüngsten sehr gut, wenn sie neben vielen Frauen auch Männer als
Vorbilder, Re ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußball / Deutschland / DFB / Löw Deutschland atmet auf
Ganz Deutschland wollte ihn. Dieser Gunstbezeugung konnte sich
Joachim Löw nicht entziehen. Warum auch? Er hat eine Mannschaft
aufgebaut, die Perspektive verspricht. Er hat ein Team gefunden, das
hohe Sympathiewerte in der Bevölkerung genießt. Und über allem steht
die Leistung des 50-Jährigen, bei der WM eine Formation präsentiert
zu haben, die viele Zweifler Lügen strafte. Löw war angefeindet
worden, weil er Kuranyi nicht ...
Neue OZ: Kommentar zu Computer / Internet / Handel / Literatur / USA Erfolgsbilanz mit Fragezeichen
Das Lesen digitalisierter Bücher ist zweifelsohne im Kommen, und
der Markt rund um die elektronischen Bücher verändert sich rasant: So
kann der Leser mittlerweile zwischen drei Geräteklassen -
E-Book-Reader, Smartphone oder iPad - wählen. Die aktuellen
E-Book-Verkaufszahlen von Amazon in den USA sagen trotzdem noch
nichts darüber aus, ob das nun der Durchbruch der elektronischen
Bücher in Amerika ist beziehungsweise in De ...
Neue OZ: Kommentar zu Aldi / Bäcker Unnütze juristische Scharmützel
Nach den Bauern gehen nun die Bäcker gegen die Marktmacht des
Handels auf die Barrikaden - und verlieren sich dabei in unnützen
juristischen Scharmützeln. Ob Brötchen im Aldi-Backofen nur gebräunt
werden oder doch schon einem Backvorgang entsprungen sind,
interessiert den Verbraucher herzlich wenig. Geschmack und
Bequemlichkeit dürften neben dem Preis schon eher entscheidend sein.
So schmerzlich die Aldi-Offensi ...
Neue OZ: Kommentar zu Haushalt / Finanzen / Sparpaket Noch nicht umgedacht
Es überrascht nicht, dass gemosert wird, wenn es ans Sparen geht.
In Parteien, Verbänden, Unternehmen und unter den Bürgern: Auch wenn
die Schritte noch so nötig sind, besteht reichlich Anlass, sich zu
beschweren. Erstaunlich ist allerdings, wenn es die Sparmeister
selbst tun. Der ministeriale Chor belegt einmal mehr, wie schwach
sich die Regierung präsentiert und wie bedingt es Kanzlerin Merkel
gelingt, ihr Kabinett zusammenzuhalten. Statt ...
Neue OZ: Kommentar zu Forschung / Patente / Agrar Patent ist kein Rezept
Das Europäische Patentamt steht in den nächsten Monaten vor einer
schweren Aufgabe. Von der Entscheidung beim Brokkoli-Patent hängt ab,
wie weit künftig die Patentierung auf Pflanzen und Tiere greifen
darf. Denn im aktuellen Fall ist anders als beim sonstigen
Musterschutz keine Gentechnik im Spiel.
Patente sind berechtigt, solange sie technische Neuerungen
schützen - und damit einen Erfinder vor Konkurrenz. Sie sind aber
kein Rezept, u ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU Vor dem Neuanfang
Gleich sechs CDU-Ministerpräsidenten verlassen in nur einem Jahr
ihr Landeskabinett - ein großes Stühlerücken. Doch von einer Partei
in Auflösung zu reden ist übertrieben. Denn jeder Fall verhält sich
anders. Wer wie Wulff Bundespräsident wird oder wie Oettinger
EU-Kommissar, der ist kein Wahlverlierer wie Rüttgers oder Althaus.
Und schon gar nicht jemand aus der bürgerlichen Null-Bock-Generation,
der pflichtvergessen ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Kulturhauptstadt / Still-Leben Nachhaltigkeit
Die Welt hat ein Party-Format mehr: das "Still-Leben", für das ein
Autobahnabschnitt zur Kultur-Partymeile wird. Die Ruhr-2010-Erfindung
hat das Zeug zum Exportschlager: Hattenbacher Dreieck, Irschenberg
oder Elbtunnel stehen als Knotenpunkte des deutschen Autobahnnetzes
den Strecken im Ruhrgebiet in nichts nach und sind damit
prädestiniert als Location für ähnlich gelagerte Spektakel.
Nun bleibt damit zwar die Einmaligkeit des Kulturfests ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur Eine Besserung, die herausfordert
Der Wachstumsmotor brummt auch in der heimischen Wirtschaft
wieder. Das ist angesichts des spektakulären Einbruchs, den besonders
die Automobil- und -zulieferindustrie dieser Region in den
Krisenjahren 2008 und 2009 erlebt hat, eine bemerkenswerte
Feststellung. Gewiss: Der Nutzfahrzeughersteller Krone ist noch weit
von seiner Spitzenauslastung in der Zeit vor der Wirtschaftskrise
entfernt. Und die Pleite des Cabriobauers Karmann wirkt noch lange
w ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Konflikte Versagen der Politik
NATO-Generalsekretär Rasmussen spricht Unglaubliches gelassen aus.
Die internationale Gemeinschaft habe den Einsatz am Hindukusch
unterschätzt, sagt er. "Der Preis, den wir zahlen müssen, ist viel
höher als erwartet." Heißt das, dass die Regierungen von Washington
bis Berlin zu dumm waren, die Bedrohungen durch die Taliban richtig
einzuschätzen? Oder logen sie bewusst, als sie ihre Siegeshymnen über
Jahre angestimmt haben ...
Neue OZ: Kommentar zu Schulen / Reformen / Regierung / Hamburg Bildungspolitische Zwangsbeglückung
Das Beste am Hamburger Schulstreit ist, dass er vorbei ist. Denn
auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat: Es gibt wichtigere
Fragen in der Bildungspolitik als die, ob alle Schüler vier oder
sechs Jahre lang gemeinsam lernen. Wenn die Eltern sich mit gleicher
Intensität, mit der sie um das System gefochten haben, außerschulisch
um ihre Kinder kümmerten, wäre bereits viel gewonnen. Auch andere
Dinge wirken sich st&aum ...
Neue OZ: Kommentar zu Hamburg / Karin von Welck Baustelle verlassen
Zur "inoffiziellen Kulturhauptstadt Europas" wollte sie Hamburg
mache - das sagte Karin von Welck beim Amtsantritt. Sechs Jahre
später ist auch sie, die nach den Debatten um ihre Vorgängerin Dana
Horáková als Hoffnungsträgerin gefeiert wurde, mit den Nerven am
Ende. Von Welck verlässt die Dauerbaustelle der Hamburger
Kulturpolitik.
Vom Anspruch auf die Weltspitze bleibt das unfertige
Leuchtturm-Projekt Elbphilharmonie. ...
Neue OZ: Kommentar zu "Still-Leben" auf A 40 Komm zur Ruhr
Einen besseren Ort hätten die Organisatoren der Kulturhauptstadt
nicht wählen können. Die Autobahn 40 zwischen Duisburg und Dortmund
verbindet wie eine Klammer die Städte und Menschen des Ruhrgebiets.
Sie ist nicht weniger als die Herzschlagader des Verkehrs, der
Bewegung, des Lebens im Revier. Sie symbolisiert den wichtigsten Wert
dieses faszinierenden europäischen Ballungsraumes: Zusammenhalt.
Im ganz normalen Alltag abseits der A 40, wenn Aut ...
Neue OZ: Kommentar zu Atommeilern Missklang bei Meilern
Der Krampf in der Koalition nimmt kein Ende. Dumm nur, dass der
Missklang ausgerechnet bei den Meilern anhält. Dort geht es nämlich
nicht nur um Geld und Gewinn, sondern vor allem auch um Sicherheit.
Egal, ob AKW-Laufzeiten oder deren Versteigerung, Brennelementesteuer
oder Gewinnabschöpfung bei den Energierversorgern: Union und FDP
handeln nach der Devise "Jeder gegen jeden".
Es ist höchst ärgerlich, wenn Wirtschaftsminister B ...
Neue OZ: Kommentar zu Ole von Beust Vorbilder sehen anders aus
Der Nächste, bitte! Mit Ole von Beust setzt sich der personelle
Aderlass der CDU fort. Nach Althaus, Oettinger, Koch, Rüttgers und
Wulff ist es der sechste christdemokratische Regierungschef, der
innerhalb eines Jahres sein Amt freiwillig aufgibt oder verliert.
Die uneingeschränkte Macht von Bundeskanzlerin Merkel in der CDU
nimmt allmählich Züge einer Ohnmacht an - mangels fehlender
Persönlichkeiten im engsten Führungszi ...
Neue OZ: Kommentar zu ARD-Granden Von Lena lernen
Was ist eigentlich das Erfolgsrezept von Lena Meyer-Landrut? Neben
ihren Songs und der Cleverness ihres Förderers Stefan Raab ist es
wohl vor allem ihre unkomplizierte und entspannte Art, mit der sie
offenbar auch den ganzen Hype nach ihrem Grand-Prix-Sieg wegsteckt.
Eine Portion davon sollte sie vielleicht mal unter den ARD-Granden
verteilen. Denn da ist keine zwei Monate nach Lenas Coup von Oslo der
kollektive Erfolgsrausch schon wieder verflogen. Statt sich auf ...
Neue OZ: Kommentar zu BP/Libyen Öl-Barone wollen BP sturmreif schießen
Langsam fällt es auf. Nicht etwa, dass BP ziemlich lange gebraucht
hat, um das Öl zu stoppen. Sondern dass der Umgang mit dem
Unternehmen in den USA etwas merkwürdig ist. Öffentliche Hilfe,
vielleicht gar von Navy oder NASA, gab es nur bedingt, wohl aber
Vorwürfe und Forderungen en masse ohne Rücksicht auf das eigene
Versagen in Sachen Öl. Einen neuen Höhepunkt erlebt die Hetze jetzt,
just als das ...
Neue OZ: Kommentar zu BP/Libyen Öl-Barone wollen BP sturmreif schießen
Langsam fällt es auf. Nicht etwa, dass BP ziemlich lange gebraucht
hat, um das Öl zu stoppen. Sondern dass der Umgang mit dem
Unternehmen in den USA etwas merkwürdig ist. Öffentliche Hilfe,
vielleicht gar von Navy oder NASA, gab es nur bedingt, wohl aber
Vorwürfe und Forderungen en masse ohne Rücksicht auf das eigene
Versagen in Sachen Öl. Einen neuen Höhepunkt erlebt die Hetze jetzt,
just als das ...
Neue OZ: Kommentar zu China / Deutschland / Merkel Wo die Politik gefordert ist
Für eine europäische Mittelmacht, deren politisches Gewicht auf
dem eigenen Kontinent seit Jahren schwindet, ist das nicht schlecht:
Deutschlands Kanzlerin wird von der chinesischen Führung mit
Aufmerksamkeit überhäuft. Der Grund für so viel Nähe zwischen dem
Exportweltmeister und seinem Vize liegt wesentlich darin, dass sie
sich eher ergänzen als verdrängen. Noch zumindest.
Deutschlands Interesse an China ist ...
Neue OZ: Kommentar zu Schuluniformen Unter Gleichen
Schulkleidung tragen oder nicht? Zu gleichen Teilen können sich
die einen vorstellen, jeden Tag eine Schuluniform zu tragen, die
anderen nicht. So das Ergebnis einer aktuellen Schülerbefragung. Was
uns das sagt? Dass das Thema offenbar genau so viele Vor- wie
Nachteile hat. Gleiche Kleidung stärkt das Gemeinschaftsgefühl unter
den Schülern, sie identifizieren sich mehr mit ihrer Schule. Vor
allem fällt der Markenterror weg, der seit Jahren d ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Umwelt Versagen der Behörden
Das Deepwater-Horizon-Desaster ist zum Sinnbild für rücksichtslose
Umweltzerstörung geworden. Fast 90 Tage lang strömten Hunderttausende
Barrel Öl aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko, als hätte der Mensch
in 1500 Meter Tiefe eine Hauptschlagader von Mutter Natur
durchschlagen. Jetzt gibt es den ersten Hoffnungsschimmer, dass
schweres technisches Gerät die Naturgewalten doch noch bezwingen
wird.
Grund zur Euphorie gibt es a ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Jepsen / Rücktritt Der einzige Weg
Es ist der dritte Bischofs-Rücktritt binnen weniger Monate. Nach
dem umstrittenen Katholiken Mixa (Lügen- und Gewaltvorwürfe) und der
evangelischen Ratsvorsitzenden Käßmann (betrunken über "Rot"
gefahren) entschied sich nun die agile und angenehm weltoffene
nordelbische Bischöfin Jepsen dazu.
Der Druck war zu groß geworden, seit die Frage im Raum stand,
warum ein Pfarrer unmittelbar nach Missbrauchsaussagen zunä ...
Neue OZ: Kommentar zu Banken / USA Ein unmoralisches Angebot
Gut eine halbe Milliarde Euro zahlt Goldman Sachs quasi
freiwillig, um sich von Betrugsvorwürfen freizukaufen. Was auf den
ersten Blick nach einer harten Strafe aussieht, sind in Wirklichkeit
die im Bankenmilieu so oft zitierten Peanuts. Um 550 Millionen Dollar
Gewinn zu machen, braucht der Konzern bei gut gehenden Geschäften wie
im ersten Quartal gerade mal zwei Wochen. Kurzum: Die weltweit
führende Investmentbank ist billig davongekommen.
Ga ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Ausstellung / Caravaggion Unerwartetes Comeback
Die Alten kommen! Zu Ausstellungen von Meisterwerken Rembrandts,
Botticellis und nun Caravaggios strömten in den letzten Jahren
jeweils mehrere Hunderttausend Besucher. Die bildungsbürgerliche
Schwärmerei für vergötterte Malergestalten ist vorüber - die
Altmeister feiern dennoch ein rauschhaftes Comeback. Hat da ein
junges Publikum die Jugendlichkeit von Bildern entdeckt, die zwar
seit Jahrhunderten in Galerien hängen, aber nicht ...
Neue OZ: Kommentar zu NRW / Landtag / Koalition Tür klemmt schon
Politik hat viel mit Verkaufen zu tun. Und hier hat die
nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin ihre Hausaufgaben gemacht.
Mit der Ministerriege präsentierte Hannelore Kraft die mit viel
Eigenverantwortung ausgestatteten Verkäufer im rot-grünen Supermarkt
"Zusammen für NRW". Vor der Tür das Hinweisschild "Politikwechsel".
Nett und adrett mutet die Riege an. Neben der Chefin elf weitere
Personen, insgesamt se ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Deutschland / Menschenrechte Russland stärker einbinden
Kanzlerin Merkel und Präsident Medwedew übertreiben nicht, wenn
sie die deutsch-russischen Beziehungen in höchsten Tönen loben.
Berlin und Moskau scheinen einen neuen Pragmatismus in der
Zusammenarbeit gefunden zu haben. Jedenfalls erscheinen die
Spannungen durch den Georgien-Krieg oder die national gefärbten
Drohgebärden von Ex-Präsident Putin in diesem deutsch-russischen
Sommer wie aus einer anderen Zeit.
Streitpu ...
Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / Schlecker Zwang zum Kurswechsel
Anton Schlecker gehört zu den erfolgreichsten deutschen
Unternehmern der Nachkriegszeit. In weniger als vier Jahrzehnten hat
der gelernte Metzgermeister Europa mit einem Netz von 14 000
Discounter-Filialen überzogen. Eine beeindruckende Leistung. Bis in
die jüngste Vergangenheit wuchs dieses Netz jedes Jahr
explosionsartig. Das Konzept: geringe Kosten, günstige Preise. Das
spürten auch Tausende Beschäftigte. Schlecker gilt insbesonder ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturzentrum Tacheles Voller Einsatz für das Establishment
Berlin kämpft um das "Tacheles". Kein Wunder. Denn gerade die
Hauptstadt weiß, was sie an dieser Kulturfabrik mit ihrem
kunterbunten Image hat. Gründermythos der Wendezeit, Inbegriff eines
kreativen Klimas, Imageträger für eine Metropole als Ort des
Experiments - all dies verkörpert das "Tacheles" mit rauem Charme,
der an der Spree wie nirgends sonst zu Hause ist.
Der Einsatz von Politikern ...
Neue OZ: Kommentar zu Kommunen / Gebietsreform Brisantes Thema
Es gibt kaum ein brisanteres Thema in der Landespolitik als die
Gebietsreform. Seit die SPD-FDP-Koalition Mitte der 70er-Jahre
zerbrach, weil offenkundig Kritiker der Neuordnung in geheimer Wahl
den CDU-Mann Albrecht statt des eigenen Bewerbers Kasimier
unterstützten, herrscht unter Landespolitikern eine weitverbreitete
Furcht vor einem ähnlichen Desaster. Dreieinhalb Jahrzehnte nach dem
damals schließlich doch noch von CDU und FDP durchgeboxten
Neuzusc ...
Neue OZ: Kommentar zu Internet / Urheberrecht / ACTA Der nächste Vorwand
Hier lohnt es sich, genau hinzusehen. Denn so löblich das Anliegen
ist, Urheberrechte, Ideen, Produkte, Eigentum aller Art auch im
Internet zu schützen, so sicher wird das multinationale ACTA-Abkommen
diesen Zweck nicht erfüllen.
Mal abgesehen von der technischen Machbarkeit umfassender
Kontrollen im schier unendlichen Netz, werden gewisse Hürden
definitiv nicht zu nehmen sein. Ausgerechnet in dem als Gratis- und
Selbstbedienungsmedium gew ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesellschaft / Bevölkerung Mehr Mitspieler, mehr Teamgeist
Es gibt zig Gründe, die deutsche Nationalmannschaft für ihren
grandiosen Auftritt bei der Fußball-WM zu loben. Einer davon ist,
dass die Spieler Deutschland ein sympathisches, junges, irgendwie
hübsches Image verpasst haben. Und das lag nicht nur an den 16 Toren,
die sie geschossen haben. Es lag auch daran, dass der frische Kader
eine kulturelle Vielfalt widerspiegelt, die dem Land gut zu Gesicht
steht. Özil, Podolski, Boateng - ...
Neue OZ: Kommentar zu NRW / Landtag / Koalition / Kraft Keine Stabilität für Land und Leute
Ein gemeinsamer Gegner vereint immer. Plötzlich ist er da, der
lang vermisste Schulterschluss in Berlin. Die Regierungskoalition aus
CDU, CSU und FDP schießt einträchtig aus allen Rohren auf die neue
rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Das ist
verständlich, dient aber in erster Linie dem Frustabbau.
Denn die ungewöhnliche Minderheitsregierung verändert die
politische Landkarte. Nach nur f& ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirche / Lutherbibel Luther bewegt sich - die Telekom nicht!
Es verlockt, die beiden Meldungen gegeneinander auszuspielen: hier
die Luther-Bibel, die trotz ihrer kanonischen Bedeutung für das
Deutsche überarbeitet wird. Dort die Telefongesellschaft, die bei
aller Kritik an Nonsens-Anglizismen festhält. Luther bewegt sich, die
Telekom nicht!
Tatsächlich haben die Nachrichten vor allem eines gemeinsam: Sie
zeugen von der Sensibilität, mit der hierzulande auf Sprache geachtet
wird. D ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Banken / Urteile Ruhmloser Vorreiter
Herren des Universums, Kasino-Zocker, Selbstdarsteller und
Schönredner: Von dieser Art Bankmanager hat es vor dem Platzen der
US-Immobilienblase allzu viele gegeben. Und leider kaum eine Instanz,
die ihnen Einhalt geboten hat. Das soll sich jetzt ändern, doch
bislang hat sich in Sachen Finanzkontrolle vor allem wegen der
Blockade angelsächsischer Länder international nichts verbessert.
Da passt es ins Bild, dass in den USA, wo in der Finanzkris ...
Neue OZ: Kommentar zu Korruption / EU Ärgerlich
Zwar gibt es Korruption in der EU, doch deshalb noch keine
korrupte Union. Jeder Fall von Bestechung und Betrug ist zu viel.
Gemessen an der dreistelligen Milliarden-Summe im EU-Haushalt, bewegt
sich das Volumen illegal verwendeter Gelder im niedrigen
Prozentbereich. Das ist ärgerlich, aber nicht systemgefährdend.
Neben dem Europäischen Rechnungshof spielt vor allem die
Fahndungsabteilung Olaf eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung von
Klüngel, Kor ...
Neue OZ: Kommentar zu Energie / Umwelt / Klima / Regierung Auf Samtpfoten
Kaum zu glauben: Zwei Minister von CDU und FDP wollen mit
vereinten Kräften das Problem Gasspeicher zusammenschrumpfen, an dem
sich schon die Vorgängerregierung verhoben hat. Neuer Geist in der
Streitkoalition? Funktioniert der Plan, kommt die unterirdische
Entsorgung des Klimakillers Kohlendioxid nun doch, allerdings nur in
Form weniger Pilotanlagen. Und um die Widerstände der Länder klein zu
halten, lässt das erforderliche Bundesgesetz ausdr&uum ...
Neue OZ: Kommentar zu Fund aus dem Dreißigjährigen Krieg Krieg zeigt zu allen Zeiten sein hässliches
Gesicht
Nichts ist so vergangen wie die Vergangenheit. Wirklich? Der Fund
der toten Landsknechte dreht den Zeittunnel um. Die Opfer, die der
Krieg vor 400 Jahren forderte, platzen unvermittelt in unsere
Gegenwart. Nun zählt nicht mehr Wallenstein, sondern der Soldat ohne
Namen. Die Toten zeigen drastisch, was die großen Lenker der Historie
fast immer anrichteten: unermessliches Leid. Der Stralsunder Fund
schockiert - und er fa ...
Neue OZ: Kommentar zu Gentechnik / John Dalli Dalli drückt sich
Das ist verzagter als die Echternacher Springprozession. Ein
Schritt nach vorn, zwei zurück, lautet die Brüsseler Formel für den
Umgang mit Gentechnik. Der Vorschlag der EU-Kommission ist das
Eingeständnis einer Niederlage. Seit Jahren müht sich die EU
vergeblich um eine einheitliche Linie beim Anbau gentechnisch
veränderter Organismen.
Schlimmer noch: John Dalli drückt sich. Der für Gentechnik
zuständige EU-Gesund ...
Neue OZ: Kommentar zu "Cloud-Computing" Konzept mit Fallstricken
Es werden Wetten angenommen: Kommt das "Cloud-Computing"? Oder
kommt es nicht? Und falls es kommt, wie lange bleibt die "Wolke"? Vor
rund drei Jahrzehnten waren Großrechner mit zentral installierter
Software der Stand der Dinge. Dann kam Microsoft und beglückte die
Welt zusammen mit IBM mit PC, Betriebssystem und Bürosoftware.
Nun schlägt das Pendel dank Internet und schneller Datenleitungen
wieder in die andere Richtu ...
Neue OZ: Kommentar zu Burka / Frankreich Zündstoff per Gesetz
Sich komplett zu verschleiern ist in Europa unüblich und
unerwünscht. Musliminnen, die Burka, Nikab oder andere Formen des
Ganzkörperschleiers tragen, schotten sich damit sehr offensichtlich
von ihrer Umgebung ab.
Die Vermummung erzeugt bei Mitmenschen oft Unverständnis und weckt
Ängste: Wer verbirgt sich hinter dem Stoffgitter? Die unterdrückte
Ehefrau eines erzkonservativen Moslems? Womöglich eine islamische
Fundamentali ...
Neue OZ: Kommentar zu Mafia Seht doch endlich hin!
Politischer kann Kriminalität nicht sein. Das ist die bittere
Erkenntnis, die am Ende jener Ermittlungen steht, die in Italien zu
den seit Langem schwersten Schlägen gegen die Mafia geführt haben.
Sichtbar sind Kauf von Stimmen und Ämtern, Manipulation durch alle
Ebenen von Politik und Verwaltung. All das zieht wiederum nach sich,
dass Mafia-Clans über politische Macht, über Karrieren, öffentliche
Wohlfahrt, über Arbeitsste ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozessauftakt / Tod Brunners Grenzen aufzeigen
Der Fall Dominik Brunner schockiert. Der Chef von 500 Mitarbeitern
musste sterben, weil er in einer Münchner S-Bahn Zivilcourage gezeigt
hat, als er Jugendlichen zu Hilfe eilte. Die Totschläger stehen nun
vor Gericht. Dass sie sich als Opfer präsentieren, ist das gute Recht
der Verteidigung. Hoffentlich schöpft der Richter aber am Ende aus,
was das Strafgesetzbuch hergibt.
Denn der Tod des mutigen Brunners gibt Anlass, den Umgang der
Gesellschaft ...
Neue OZ: Kommentar zu Wetter / Bahn Wenn der Kunde lästig ist
Ein Bahnreisender in Deutschland kann richtig Glück haben. Dann
fährt er etwa an einem Tag von Dortmund nach München und zurück,
startet pünktlich, kommt auf die Minute am Zielbahnhof an und genießt
den Komfort eines ICE. Derselbe Fahrgast kann am nächsten Tag
verdammt viel Pech haben. In dem Fall rollt sein Zug mit üppiger
Verspätung an, fällt die Klimaanlage aus, und kalte Getränke
existieren nur in ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Kunst Die Klassiker von morgen
Bilder als Funken für den Skandal, Künstler unter Beschuss,
Kuratoren vor Gericht: Die Moskauer Jagdszenen erinnern an die
Kämpfe, die Kunst im 19. Jahrhundert um ihre Freiheit auszufechten
hatte. Während das Betriebssystem Kunst im Westen auf Hochtouren
läuft, muss in Russland um einen liberalen
Umgang mit Kunst gestritten werden. Das wirkt gestrig. Auch wenn
den Kuratoren das angedrohte Arbeitslager erspart bleibt - ihre
Verurteil ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Finanzen Herzlich abgeneigt
Noch hat man von keiner deutschen Volksbank oder Sparkasse gehört,
die aufgrund von fehlenden Mitteln die Auszahlung von Sparguthaben
verweigert hat. Insofern ist der Zorn dieser Institute auf die
EU-Kommission verständlich, denn sie haben bereits ein System zur
gegenseitigen Stützung in Notfällen, an dem Brüssel mit Hochdruck
arbeitet und in das auch sie trotzdem einbezogen werden sollen.
Regionale deutsche Geldhäuser, insbesondere Sp ...
Neue OZ: Kommentar zu Tourismus / Deutschland Im Argen
Die Konkurrenz schläft nicht - dieser Grundsatz gilt auch im
Tourismusgewerbe. Wer sich nicht rechtzeitig auf neue Trends und
Anforderungen einstellt, kann schnell abgehängt werden. Besonders
schmerzhaft hat dies der Harz zu spüren bekommen. Aber auch die
niedersächsische Nordseeküste muss aufpassen, nicht zunehmend Gäste
an dynamischere Regionen zu verlieren. In Schleswig-Holstein, vor
allem jedoch in Mecklenburg-Vorpommern, sind in der jüng ...
Neue OZ: Kommentar zu NRW / Landtag / Koalition Der Sargnagel der SPD
Wieder wurde ein Nagel eingeschlagen. Mit der Unterzeichnung des
Koalitionsvertrags marschieren SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen
harmonisch ins Abenteuer Minderheitsregierung.
Den Verlust der Regierungsmehrheit 2005 nach 39 Jahren möchte die
designierte SPD-Ministerpräsidentin allzu gern als Betriebsunfall
abtun. Der Preis ist extrem hoch: Hannelore Kraft wackelt schon vor
ihrem Amtseid bedenklich. Rot-Grün kann das bevölkerungsreic ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Homöopathie Bessere Forschung nötig
Lösen würde es die Finanzprobleme des Gesundheitswesens gewiss
nicht, die Kostenerstattung für homöopathische Mittel zu verbieten.
Ausgaben von geschätzten 30 Millionen Euro für diesen Bereich fallen
im System nicht ins Gewicht. Trotzdem ist der Vorstoß richtig. Es mag
zwar sein, dass Homöopathie wirkt. Aber sie ist Glaubenssache. Und
bezahlen sollten die Kassen nur, was sie wissen - das ist schließlich
teuer gen ...
Neue OZ: Kommentar zu Iran / Justiz Täter auf dem Richterstuhl
Der Iran ist kein Gottesstaat, wie das Ajatollah-Regime in Teheran
proklamiert. Er ist ein Unrechtsstaat, in dem nicht selten der Täter
auf dem Richterstuhl sitzt - und das Opfer auf der Anklagebank. Das
Grauen des Tugendterrors wird im Fall einer zweifachen Mutter einmal
mehr in Gänze sichtbar: Sie wartet in ihrer Zelle auf die
Vollstreckung der Todesstrafe durch Steinigung, weil sie angeblich
eine Ehebrecherin ist.
Nicht nur die Anschuldig ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Oper / Holender Vorhang auf für das Sommertheater
Holender kürzt Barenboim die Orchesterstellen weg: Das wäre eine
kulturpolitische Schlagzeile ersten Ranges - und ein Ausbruch an
offener Rivalität, der selbst zum Opernstoff taugte. Der ehemalige
Intendant der Wiener Staatsoper eröffnet mit seinem Verriss eine
Festspielsaison der ganz eigenen Art. Die Bühne: das Sommertheater
der Kultur. Natürlich weiß Holender um die Polemik seiner Kritik. Ihm
ist bewusst, dass ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundesregierung / Medien Merkels Mainzelmann
Seit der holprigen Wahl des Bundespräsidenten sind Angela Merkel
und ihre Berater auf der Suche nach verloren gegangener Popularität.
Dabei legen sie unübersehbares Geschick an den Tag. Der Jubel der
Kanzlerin über den deutschen WM-Sieg gegen Argentinien flimmerte über
zig Millionen Bildschirme in der Heimat, wenig später zaubert sie nun
mit Steffen Seibert einen beliebten ZDF-Nachrichtenmann als ihren
neuen Sprecher aus dem Hut.
Merk ...
Neue OZ: Kommentar zu Wetter / Hitze / Bahn Das darf nicht sein
Chaos auf dem Bahnhof in Bielefeld - Feuerwehr und andere
Nothelfer versorgen Bahnreisende, die im ICE kollabierten, weil die
Klimaanlage ausgefallen war: Muss solch eine Szene sein? Ein klares
Nein. Denn im 21. Jahrhundert darf es nicht sein, dass Verkehrsmittel
immer schneller werden, der Mensch dabei aber auf der Strecke bleibt.
Was nützt noch so ausgefeilte Technik, wenn sie, wie im Falle der
Klimaanlage, ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres ausf&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundesrat / Bildung / Hochschulen Taten statt Taktik
Ach, würde Bildungsministerin Schavan doch immer so konsequent
agieren können wie bei der Durchsetzung des Stipendienprogramms. In
der vorerst letzten Bundesratssitzung mit schwarz-gelber Mehrheit hat
sie mit aller Macht - und vor allem auf Kosten des Bundes - eine
Herzensangelegenheit durch die Länderkammer geboxt. Das ist nicht
schlecht, denn auch für Studenten sollte der Leitspruch gelten, dass
Leistung belohnt werden muss. Deshalb kann nur begr ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Tankflugzeug Ostern zur Weihnacht
Europas zweitgrößter Rüstungs- und Luftfahrtkonzern hat keine
Chance, aber die nutzt er: Aus gutem Grund steigt er wieder ins
Bieterrennen um den Auftrag der US-Luftwaffe zum Bau von zunächst 179
Tankflugzeugen ein. Denn so chaotisch, wie es bisher gelaufen ist,
lässt sich nichts mehr ausschließen. Theoretisch nicht einmal ein
Zuschlag für EADS. Immerhin hatten die Europäer mit ihrem US-Partner
Northrop Grumman 2008 schon ge ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Russland / Spionage Streng geheim
Der Kalte Krieg ist längst noch nicht völlig vorbei. Noch immer
bespitzeln sich Moskau und Washington mithilfe eines ausgedehnten
Agentennetzes. Das zeigt auch der jüngste Fall aus den USA. Es ist
nicht wahrscheinlich, dass die beiden Supermächte ihren
Spionage-Apparat verkleinert haben. Im Gegenteil: Die Agenten
bedienen sich sogar noch raffinierterer Formen der
Nachrichtenübermittlung.
Aber eines hat sich grundlegend geändert: Vor dem F ...
Neue OZ: Kommentar zu Wetter Ein Geschenk zum Genießen
Das Wetter, sagen viele, sei nur eine Banalität. Aber warum erregt
es dann die Gemüter im Rhythmus der immer wiederkehrenden
Jahreszeiten? Herrschen Kälte und Regen wie im Mai, wird gejammert.
Kommt die Sonne mit Hitze-Rekorden wie in diesen
Bilderbuch-Sommertagen, wird wieder geklagt. Gewiss: Petrus wird es
nie allen recht machen können. Die 40-Grad-Hitze lässt Bauern,
Patienten und Maurer stöhnen, Bademeister, Cabriofahrer ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Migration / Asylrecht Kein Anlass zur Kritik
Die Aufregung um die Vorschläge der EU-Kommission zum Asylrecht
verwundert. Denn die Pläne aus Brüssel sind weit besser als es
mancher Kritiker aus Deutschland glauben macht. Es ist mitnichten so,
dass die bewährten und im EU-Vergleich moderaten Grundsätze des
deutschen Asylverfahrens durch die EU-Bürokratie infrage gestellt
werden.
So bleibt es nach den Vorschlägen möglich, Asylbewerber in
Deutschland direkt nach der Ei ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußball / WM / Deutschland Schluss-Ekstase fällt aus
Die Nationalmannschaft bricht alle Publikums-Rekorde: Man muss die
TV-Quoten nur mal vergleichen mit den Zahlen, die
Champions-League-Spiele oder der Bundesliga-Alltag produzieren: 12
Millionen sahen beim Finale des FC Bayern gegen Inter zu, bei der
"Sportschau" schaut im Schnitt die Hälfte zu. Mit der reinen Klasse
des gebotenen Fußballs kann das nicht zu tun haben, denn alle
Experten wissen: Das Niveau einer europäischen Vereins ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Datenschutz / Swift Größter Makel bleibt
Auch das neu justierte Abkommen zur Weitergabe von Bankdaten an
die USA ist weit davon entfernt, maßvoll mit den Grundrechten der
EU-Bürger umzugehen. Aus einem grottenschlechten Vertrag ist ein
mangelhafter geworden, mehr nicht.
Zwar sieht die Vereinbarung jetzt Auskunftsansprüche sowie ein
Klagerecht für EU-Bürger vor. Auch ein Weiterleiten der Bankdaten
durch die USA an Drittstaaten ist ausgeschlossen. Doch der
entscheide ...
Neue OZ: Kommentar zu Griechenland / Streik Knallhartes Sparen
Ebbt die Protestwelle in Griechenland langsam ab? Die geringe
Beteiligung an den Demonstrationen der Gewerkschaften deckt sich mit
Umfrageergebnissen, wonach die Hälfte der Bürger den radikalen
Sparkurs der Regierung zwar nicht bejubelt, aber nachvollziehen kann.
Kürzung der Beamtengehälter, Einstellungsstopp im öffentlichen
Dienst, Erhöhung des Renteneintrittsalters und Reduzierung der
Pensionen bedeuten für unzählige Betroffen ...
Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Film / Avatar In der Endlosschleife
Das müssen eindrucksvolle acht Minuten sein, die James Cameron
seinem Öko-Spektakel nun zufügt. Immerhin sollen sie Grund genug
sein, die bekannten 162 Minuten noch einmal durchzuhalten.
Zehn Millionen Zuschauer hatte "Avatar" in Deutschland schon
erreicht. Der Markt ist abgegrast. Was auch immer die Twentieth
Century Fox hier geritten hat - ein gutes Zeichen ist es nicht. Ein
Großteil der Kinos hat nur eine 3-D-fähige Leinwa ...
Neue OZ: Kommentar zu Außenhandel / Konjunktur Pfund zum Wuchern
Trotz des Wandels von der Produktions- zur
Dienstleistungsgesellschaft scheint Deutschland noch immer vor allem
eine Industrienation zu sein. Wie anders ist zu erklären, dass
klassische Waren und eben nicht Computerprogramme oder Bankprodukte
"Made in Germany" jenseits der Grenzen wieder reißenden Absatz
finden?
Mit diesem Pfund sollten die Deutschen wuchern. Denn das
produzierende Gewerbe zwischen Flensburg und Garmisch sucht in den
alten EU ...
Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Mixa / Nachfolge Beten, zuhören und versöhnen
Respekt. Der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa wird nach der
Entscheidung des Vatikans neuer Oberhirte in Augsburg. Gerade mal
zwei Monate sind seit dem Rücktritt des umstrittenen und streitbaren
Augsburger Bischofs Walter Mixa vergangen, da gibt es bereits einen
Nachfolger. Die für die katholische Kirche sensationell schnelle
Personalentscheidung zeigt aber auch die ihr zugrunde liegende
Dramatik, den hohen Leidensdruck.
In Augsb ...
Neue OZ: Kommentar zu Guantánamo Gefangene Symbolische Geste
Endlich. Die Bundesregierung hat eine richtige und längst
überfällige Entscheidung getroffen, wenn sie nun zwei Gefangene aus
Guantánamo aufnimmt.
Angesichts der lautstarken deutschen Kritik an Folter und Willkür
in dem US-Lager fällt die Zusage aber bescheiden aus. Zwei von 181
Gefangenen - das hilft US-Präsident Barack Obama kaum dabei, die
Trümmer der verfehlten Anti-Terror-Politik seines Vorgängers auf Kuba
zu bese ...
Neue OZ: Kommentar zum Erfolgsduo Löw und Bierhoff Ansprüche
Nach außen hin wirkt Oliver Bierhoff wie ein Fremdkörper in einer
intakten Fußballgemeinschaft. Der Mann hat stets die Haare schön und
das Auftreten eines Börsianers, den nichts aus der Fassung bringen
kann. Der smarte Manager will trotz einer zähen, aber erfolgreichen
Profilaufbahn nicht so recht ins Bild passen von schwitzenden
Spielern und in Trainingsklamotten gekleideten Trainern. Man kann vom
EM-Helden von 1996 halten, was man will, a ...
Neue OZ: Kommentar zurÖlkatastrophe im Golf von Mexiko / BP Ungeahnte Folgen
Die Explosion im Golf von Mexiko ist nicht nur eine Katastrophe
für die Hinterbliebenen der elf Toten, sie ist viel mehr. Sie ist ein
Zeichen für die Verwundbarkeit der Natur, wenn der Mensch
vermeintlich zuverlässige Technik eben doch nicht beherrscht. Das
Ökosystem vor und an der Küste der USA wird noch Jahrzehnte unter dem
Unglück leiden, der Untergang der Bohrinsel treibt Fischer und
Hotelbesitzer in den Ruin.
Steht dieses Schicksal ...
Neue OZ: Kommentar zu NRW / Kultur ist wieder ministrabel Gute Nachricht mit Schattenseiten
Kultur wird in Nordrhein-Westfalen wieder ein ministrables
Ressort: Das klingt nach einer guten Nachricht. Die Jahre, in denen
Kultur als Arbeitsbereich der Staatskanzlei unterbewertet wurde,
gehen damit zu Ende. Damit setzt Düsseldorf ein Hoffnungssignal, das
helfen könnte, einen unseligen Trend umzukehren. Seit Jahren
verzichten Länder auf Kulturminister, Städte auf Kulturdezernenten.
Schleswig-Holstein und Berlin lieferten einsch ...
Neue OZ: Kommentar zum 1. Sparhaushalt der Koalition Grausamkeiten kommen erst noch
Nein, dieser Haushalt ist nicht unsozial. Er ist vieles, aber das
keineswegs. Wenn er Ungerechtigkeiten birgt, dann die, der jungen
Generation abermals abenteuerliche Lasten aufzubürden, von denen
völlig offen ist, wie sie je beglichen werden sollen.
Was aber die Sozialausgaben anbelangt, reicht ein Blick auf die
Zahlen. Eine Kürzung des Volumens für Arbeit und Soziales lässt sich
allenfalls gegenüber dem laufenden Jahr fe ...
Neue OZ: Kommentar zu Entwicklungshilfe / Niebel Nur die Wirkung zählt
Jetzt liegt es an Entwicklungsminister Dirk Niebel selbst: Er muss
zeigen, dass das Zusammenführen der drei größten staatlichen
Entwicklungsorganisationen nicht bloß Ausdruck einer in deutschen
Verwaltungen und Unternehmen verbreiteten Seuche ist: Umbau um seiner
selbst willen, ohne dass nach Zielen, geschweige denn Ergebnissen
gefragt würde.
Niebel hat die Chance. Denn seine Bestandsaufnahme stimmt ja:
Deutsche Entwicklungszusamm ...
Neue OZ: Kommentar zu Justiz / Medizin / Ethik Lebensbejahend
Die Gründe der Kirchenvertreter für ihre heftige Kritik in Ehren:
Der Bundesgerichtshof hat ein sorgfältig abgewogenes und
lebensbejahendes Urteil zum heiklen Thema Präimplantationsdiagnostik
(PID) gesprochen.
Lebensbejahend ist der Leipziger Richterspruch vor allem deshalb,
weil er zu einer höheren Zahl von Kindern führen kann, die durch
künstliche Befruchtung auf die Welt kommen. Diese Zahl ist in
Deutschland stark zurückgega ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Parteien / Nordrhein-Westfalen Rot-Grün wartet auf oppositionelle Kampfansage
Das Credo der noch zu bestätigenden rot-grünen
Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen steht auf dem Einband des
Koalitionsvertrages: Gemeinsam neue Wege gehen. Angesichts der
unklaren Machtverhältnisse bleibt die Frage, wann das
Regierungsprogramm in die Altpapiertonne wandert, gemeinsame Wünsche
in der Realität wie Seifenblasen platzen. Denn dem konstruktiven
Miteinander, nach außen demonstrativ dur ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Finanzaufsicht Ruhig bleiben
Gescheiterte Gespräche, verzögerte Aufsicht, allgemeine
Uneinigkeit: Es hat den Anschein, als würde die europäische Politik
nach der inzwischen Jahre währenden Finanzkrise nicht schnell genug
Konsequenzen ziehen.
Wer dies kritisiert, sollte aber bedenken, wie außerordentlich
komplex das Thema ist und wie sensibel das System auf Fehler
reagiert. Es ist nur recht und billig, dass eine neue und auch
neuartige europäische Aufsicht gr&uu ...
Neue OZ: Kommentar zu Kulturpolitik / Musik Im Abwärtstrend?
Kent Nagano sagt leise Servus. Für seinen Abschied wählt er die
stilvolle Form - wohl auch, um nicht in unseligen Machtkämpfen
beschädigt zu werden. Gerade mit seiner noblen Wortwahl wirkt der
Brief des Dirigenten wie eine einzige Distanzierung von Kontroversen,
die hinter den Kulissen offenbar längst offen ausgebrochen sind.
Dieser Befund muss alarmieren. Nach Dirigent Christian Thielemann,
Gärtnerplatz-Intendant Peters und Chris De ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reformen / Koalition Koalition hat kapituliert
Es ist schon unverfroren, wie Philipp Rösler versucht, den
schwarz-gelben Gesundheitskompromiss als Erfolg zu verkaufen. Der
Minister mag die vermeintlichen Vorzüge der Reform noch so sehr
rühmen: Tatsächlich hat die Koalition vor der Aufgabe kapituliert,
das Gesundheitswesen zukunftsfest zu machen. Wo ein Systemwechsel
angekündigt war, tritt die Regierung mit leeren Händen vor das
Publikum. Sie greift den Versicherten tief in die ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Israel / Konflikte / Nahost Beton-Mentalität
Siedlungsausbau, Gaza-Blockade, stockende Friedensverhandlungen:
Das Verhältnis zwischen den USA und Israel war selten so frostig wie
in den vergangenen Monaten. Präsident Obama und Regierungschef
Netanjahu waren gestern aber ausnahmsweise in einem Punkt einer
Meinung: Die diplomatischen Scharmützel müssen enden.
Hatte sich Netanjahu noch im März durch die Hintertür aus dem
Weißen Haus geschlichen, traten sie diesmal demonstr ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußball / Lahm / Ballack / Kapitän Der Angriff
Das war kein Interview, sondern eine Kampfansage: In der modernen
Medienwelt des Spitzenfußballs werden Schlagzeilen wie in der hohen
Politik zielgerichtet und punktgenau gesetzt. Philipp Lahm wusste
vorher genau, welche Welle seine Worte auslösen würden. Das war nicht
unbedacht, sondern genauso geplant wie jenes Interview, das im
letzten Herbst für einen Hauskrach beim FC Bayern sorgte. Beim
medialen Feintuning helfen professionelle Berater. Es war alle ...
Neue OZ: Kommentar zu Hartz-IV / Bildung Höchste Zeit
Kinder brauchen Liebe, Geborgenheit, Schutz und Unterstützung.
Doch leider ist es nicht in allen Familien eine
Selbstverständlichkeit, dass sich Eltern verantwortungsvoll um den
Nachwuchs kümmern. Oft auch einfach nicht können. So vielfältig die
Gründe dafür auch sein mögen, das Ergebnis ist immer dasselbe: eine
düstere, perspektivlose Zukunft für hilflose Mädchen und Jungen.
Jedes fünfte Kind im Alter zwisch ...
Neue OZ: Kommentar zu Karstadt / Berggruen Schon längst eingemischt
Der Hilferuf des Karstadt-Käufers Nicolas Berggruen in Richtung
Politik klingt vordergründig befremdlich. Vor allem für einen
Verfechter der Marktwirtschaft wie Bundeswirtschaftsminister Rainer
Brüderle. Denn der hat ja gerade erst das Problem Opel vom Hals und
das Auslaufen der staatlichen Krisenhilfen für viele andere
Unternehmen angekündigt.
Dennoch trifft Berggruen mit seinem Appell, zwischen ihm und den
Vermietern der ...
Neue OZ: Kommentar zu Union / Merkel Koch, der Seelentröster
Wer hätte das gedacht: Die Union hat Sehnsucht nach Roland Koch,
dem Polit-Aussteiger. Nicht etwa, weil ihr ein Buhmann fehlt, an dem
sie sich abarbeiten kann. Gefragt ist ausgerechnet Koch als
Seelentröster. Er soll die Verstörten aufrichten, die am
Dauerversagen von Schwarz-Gelb irre werden. Und er soll den
Unionisten das vermitteln, was ihnen bei Kanzlerin Angela Merkel so
bitter fehlt: Stallwärme, Wirgefühl - große Emotion ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst als Kulisse Im Zweifel geht sogar Currywurst
Alles erlaubt - außer Currywurst! Das ist die Devise des
Generaldirektors der Dresdner Kunstsammlungen Martin Roth, wenn es um
private Veranstaltungen in Museen geht. Warum eigentlich? Die Kunst
wird auch mit Würsten fertig. Es ist ja überhaupt nichts dagegen
einzuwenden, wenn Kultureinrichtungen sich als Kulisse für die oberen
Zehntausend hergeben. Repräsentationslust war immer Geldquelle der
Künste. Natürlich dür ...
Neue OZ: Kommentar zu Volksentscheid Nichtraucherschutz Macht der Minderheit
Auch die letzten Biotope für Raucher werden in Bayern mit einem
Qualmverbot belegt. Jetzt fürchten nicht nur Kneipen-Besitzer von
Garmisch bis Nürnberg um ihre Existenz. Diese Form der Libertas
Bavariae dürfte sich bundesweit durchsetzen.
Denn der Flickenteppich an Gesetzen beim Nichtraucherschutz ist
ein unhaltbarer Zustand. Mit dem striktesten Rauchverbot Deutschlands
dürften die Bayern Maßstäbe auch für Niedersachsen un ...
Neue OZ: Kommentar zu Bewerbung um Welterbe-Status/Nürnberg Nürnberg - eine Reise wert?
Alles spricht für eine Geschichtspflege, die mehr als den Stolz
der Vergangenheit im Sinn hat. So schuldet Deutschland es den
NS-Opfern, die Bauten und Dokumente zu erhalten, die deren Leid
beweisen. Auch über den deutschen Totalitarismus hinaus: Der Blick
auf die dunklen Kapitel ist längst eine Selbstverständlichkeit der -
postkolonialen - Geschichtsschreibung.
Dass man über die Bewerbung der Reichsparteitagsstadt Nürnb ...
Neue OZ: Kommentar zu WM in Südafrika Motivation aus der Heimat
Die Welle der Begeisterung aus Deutschland schwappt herüber nach
Südafrika. So wurde gestern offiziell mitgeteilt, dass die
Nationalspieler den sensationellen Triumph über Argentinien singend
und tanzend im Mannschaftsquartier mit Hotelangestellten gefeiert
hätten. Freude steckt offensichtlich an, zumal sie im konkreten Fall
auf etwas basiert, über das man ohne Scham jubeln darf.
Die Begeisterung auf deutschen Fanmeilen und Grillfes ...
Neue OZ: Kommentar zu Rauchverbot in Bayern Wegweiser für einheitliche Regelung
Über Sinn und Zweck eines Rauchverbots zu streiten ist müßig. In
dieser polarisierenden Frage gibt es nur zwei Meinungen: Sowohl
Befürworter als auch Gegner vertreten ihren Standpunkt als den einzig
gültigen. Auf der einen Seite die Verteidiger von Freiheit und
Toleranz, auf der anderen die Hüter des Gesundheitsschutzes.
Kompromisse werden nicht gemacht. Egal, welche Entscheidung Politiker
treffen: Gegenwind der Ande ...
Neue OZ: Kommentar zu Geiseldrama im Golf von Guinea Gebeutelte Seefahrt
Das Geiseldrama im Golf von Guinea wirft ein Schlaglicht auf die
teils prekäre Sicherheitslage auf den Weltmeeren: Machten bislang
Kaperfahrten somalischer Banden vor der Ostküste Afrikas
Schlagzeilen, mehren sich seit Monaten auch vor der Küste Nigerias
die Hiobsbotschaften.
Für die Schifffahrt ist die Piraterie ein ernstes Problem.
Deutsche Reeder müssen höhere Ausgaben für Versicherungen und längere
Routen in Kauf nehmen ...
Neue OZ: Kommentar zu Präsidentenwahl in Polen Man darf gratulieren
Man darf den Polen gratulieren. Sie haben mit der Politik der
Kaczynski-Ära gebrochen, für klare Verhältnisse und ein besseres
Zusammenspiel von Regierung und Staatsspitze gestimmt.
Selten in der jüngeren Geschichte Europas ist die Entscheidung
über einen neuen Präsidenten emotional so beeinflusst worden wie bei
der Wahl eines Nachfolgers für Lech Kaczynski. Dessen tragischer Tod
hat seinem Zwillingsbruder bei der Bewerbung ums ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Ukraine Tschüss, Ukraine
Zwischen Präsidenten-Wechsel und Vuvuzela-Klang ist es fast
untergegangen: Mit ihrer Selbstverpflichtung auf Blockfreiheit hat
sich die Ukraine gegen Europa entschieden. Da mache sich niemand
etwas vor. Schließlich hat kein Land aus dem früheren sowjetischen
Machtbereich in die EU gefunden, ohne dass sein Weg über die NATO
geführt hätte.
Damit ist die weitere Richtung klar: Die Ukraine wird so stark
unter russischem Einfluss steh ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU Von der Leyen wäre geeignet
Große Veränderungen stehen in der Spitze des Bundesvorstandes der
Christdemokraten bevor, denn das Personalkarussell dreht sich: Gleich
drei der vier Stellvertreter von Parteichefin Angela Merkel hören in
diesem Jahr auf - der Hesse Roland Koch, Jürgen Rüttgers aus
Nordrhein-Westfalen und Christian Wulff aus Niedersachsen.
Nun spricht viel dafür, dass die Delegierten des Bundesparteitags
im November wieder einen der vier ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Leute / Hochschulen Riesiger Dienst an der Literatur
Neulich, beim Besuch der "Zeit"-Interviewer, gähnte in Marcel
Reich-Ranickis häuslichen Bücherregalen die große Leere. Nun ist es
klar: Seine Bücher sind an die Uni Marburg gewandert. Eine feine,
sinnvolle Sache ist die neue Arbeitsstelle für Literaturkritik. Sie
kann gerade auch nachwachsenden Generationen vermitteln, was einen
klugen Kopf und dessen immense Sprachgewalt geformt hat. In
Jahrzehnten des 20.Jahrhu ...
Neue OZ: Kommentar zu Auto Wachsam sein
Aufatmen bei Hunderttausenden. Jobs in der Autoindustrie sind
wieder sicherer, Kurzarbeit ist im Moment passé. Nach dem
Zulassungsboom durch die großzügige Abwrackprämie, die den Bund durch
die Mehrwertsteuereinnahmen übrigens längst keine fünf Milliarden
Euro gekostet hat, blieb das erwartete Absacken bei den
Produktionszahlen bisher aus - dem Export sei Dank. Denn nur durch
die Ausfuhren in Boomländer wie China und Indien mit Ste ...
Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur / Einkommen / Reallöhne Plus kommt nicht an
Die Nachricht von steigenden Reallöhnen wird die schwarz-gelbe
Koalition in den nächsten Tagen als untrüglichen Beweis des
wirtschaftlichen Aufschwungs bezeichnen. Das stimmt aber nur
teilweise.
Die frohe Botschaft aus der Wirtschaft wird nämlich teilweise mit
Schulden finanziert. Zum Plus bei den Reallöhnen haben schließlich
auch die hohen Tarifabschlüsse des vergangenen Jahres beigetragen -
zum Beispiel für die rund 700 ...
Neue OZ: Kommentar zu Afghanistan / Konflikte Terrorismus im Morgengrauen
Der jüngste Sprengstoff-Anschlag auf die US-amerikanische
Hilfsorganisation Development Alternatives in Kundus gehört zur
Zermürbungstaktik der Taliban. Alle in Afghanistan präsenten
ausländischen Kräfte - Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfer - sollen
getötet werden oder das Land verlassen, einheimische Zivilisten
selbst zu Fundamentalisten werden. Um dieses Ziel zu erreichen,
werden die Radikalen immer wieder auf Selbstmor ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident Neuer Menschenfischer?
So schnell dreht sich der Wind: Gestern noch war er der
langweilige Schwiegermutterliebling und aalglatte Politprofi, heute
ist er Hoffnungsträger. Bundespräsident Christian Wulff startet ins
Amt mit guten Umfragewerten und einem großen Vorschuss an Vertrauen.
Die Menschen wollen bei den Siegern sein. Und sie wollen nach Wochen
verstörender Unruhe endlich Stabilität. Diesem Grundbedürfnis kommt
Wulff mit einer Antrittsrede entgegen, ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Ratspräsidentschaft / Belgien Europa muss stärker agieren
Je niedriger die Erwartungen an die belgische Ratspräsidentschaft
sind, desto geringer fällt die Enttäuschung aus. Was kann schließlich
eine Übergangsregierung bewirken, die wegen eines Sprachenstreits
machtlos ist und auf Abruf steht? Eigene Akzente und Impulse zur
Fortentwicklung der Europäischen Gemeinschaft wird Belgien kaum
setzen können.
Ohnehin darf die Funktion der Präsidentschaft nicht überbewerte ...
Neue OZ: Kommentar zu Landtag / Regierung Ins kalte Wasser
Auf das Amt des Ministerpräsidenten hatte sich David McAllister
eigentlich in Ruhe vorbereiten können - aber jetzt geht alles im
Turbotempo. Nicht nur, dass der Amtswechsel nach dem Köhler-Rücktritt
und dem Wulff-Aufstieg Knall auf Fall über die Bühne gehen musste;
McAllister wird auch von den Anforderungen gleich ins kalte Wasser
geworfen. Die sonst übliche Schonfrist von 100 Tagen fällt quasi weg;
bereits in vier Wochen muss er i ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident / Wahl / Wulff Lehren gefragt
Stopp. Bevor der Alltag die Umstände der Bundespräsidentenwahl in
den Hintergrund drängt, gilt es, Tatsachen festzuhalten. Christian
Wulff ist der eindeutige Gewinner. Jeder Politik-Professor könnte
seinen Studenten anhand dieses Fallbeispiels erklären, dass klare
Regeln gegriffen haben: Überwindet ein Kandidat im ersten und zweiten
Wahlgang nicht die Hürde der absoluten Mehrheit, reicht im dritten
Anlauf die einfache. Der dritte Wahlgan ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Auszeichnungen Quergedacht?
Peter Wawerzinek hat sie jüngst alle beim
Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Auszug aus seinem neuesten Werk
"Rabenliebe" überzeugt: Kritiker und Publikum. Das funktioniert also
durchaus im deutschen Literaturbetrieb, der natürlich auch von
Marktregeln bestimmt wird. Bei über 90 000 Neuerscheinungen im Jahr
ist es für unbekannte Talente wie ein Sechser im Lotto, wenn das
Manuskript endlich verlegt wird, insofern hat Wawerzinek recht.
...
Neue OZ: Kommentar zu Wettbewerb / Handel Es gibt noch viel zu tun
Nachdem die Kartellwächter jahrelang, so geht die Mär in Bonn, im
Schatten der großen Politik ihre Dienstzeit mit ausgiebigen Pausen
auf den Rheinwiesen zugebracht haben, sind die Beamten inzwischen
sehr rege geworden. Fortlaufend hört man von neuen Untersuchungen,
die die Experten anstrengen. Seit geraumer Zeit forschen sie in den
Regalen der Lebensmittelbranche nach Verdächtigem. Und sie haben
Bußgelder in Millionenhöhe ve ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Finanzmärkte / Kongress / Reform Was Vertrauen schafft
Die Amerikaner machen es vor. Ihr Gesetz zur Regulierung des
Finanzmarktes steht. Verabschiedet es auch der Senat, schneidet er
den Wildwuchs weit zurück, der die gigantische Krise 2008
heraufbeschworen und so viele Vermögen und Arbeitsplätze vernichtet
hat.
Von den Einwänden der wahlkämpfenden Republikaner gegen das Gesetz
bleibt nicht viel. Am ehesten noch der Zweifel, ob die vorgesehene
teure Kontrollbürokratie ihren Zweck erf&u ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident Mit tiefen Kratzern ins neue Amt
Geschafft. Aber wie. Christian Wulff hat mit tiefen Kratzern den
Gipfel der repräsentativen Macht in Deutschland erklommen. Zweimal
ließen Abweichler aus den Reihen der Koalition den ehemaligen
niedersächsischen Ministerpräsidenten in der Bundesversammlung alt
aussehen. Erst als die Messlatte deutlich niedriger gelegt wurde und
die einfache Mehrheit reichte, klappte es. Statt ein schweres
S-Springen als strahlender Sieger zu beenden ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst Komplex
Berührend schön und jeweils formvollendet wirken die afrikanischen
Figuren und Gegenstände, in der Osnabrücker Kunsthalle
Dominikanerkirche und sind, echt oder nicht, allemal einen Besuch
wert. Muss man da gleich laut von "Frechheit" sprechen, falls einige
der Stücke doch Kopien oder gar Fälschungen sein sollten? Zumal
Reinhard Klimmt und das Osnabrücker Ausstellungsteam viel dafür getan
haben, um die Echtheit der Exponate sicherz ...
Neue OZ: Kommentar zu Kriminalität / Medien Schuldig auf Verdacht
Der Fall Jörg Kachelmann eignet sich nicht für die
Schwarz-Weiß-Malerei mancher Boulevardblätter. Die Geschichte vom
netten Wettermoderator, der sich als hundsgemeiner Vergewaltiger
entpuppt, ist so einfach nicht. Tatsächlich zerrinnen den
Staatsanwälten die Beweise gegen Kachelmann zwischen den Fingern. Die
Zweifel an den Vergewaltigungsvorwürfen seiner damaligen Geliebten
wachsen. Nachdem die 37-Jährige zugeben musste, bei ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt Arm trotz Arbeit?
Im Abschwung sind sie die Ersten, die ihren Job verlieren, im
Aufschwung die Ersten, die eingestellt werden: Zeitarbeiter dienen
deutschen Unternehmen mittlerweile als wichtiger Konjunkturpuffer.
Dennoch ist es sogar nach Ansicht der schwarz-gelben
Bundesregierung um die Zeitarbeit, der der einstige
SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement im Rahmen der
Agenda-2010-Politik in Deutschland zum Durchbruch verhalf, nicht zum
Besten bestellt. Die heutige Arbeitsministe ...
Neue OZ: Kommentar zu Flugzeugbau / WTO / Wettbewerb Streit am Subventionshimmel
Vor 40 Jahren war für Boeing die Welt noch in Ordnung.
Einheimische und europäische Konkurrenz konnten dem US-Flugzeugriesen
nicht gefährlich werden. Das ist heute anders: Längst hat der Luft-
und Raumfahrtkonzern EADS mit seinem Airbus den Himmel erobert, im
vergangenen Jahr lieferte er 498 Flugzeuge aus, die
Boeing-Werkshallen verließen dagegen nur 481 Maschinen.
Seit Jahren tobt zwischen den Rivalen ein erbitterter
Konkurrenzk ...
Neue OZ: Kommentar zu EU / Stabilitätspakt Mehr Druck muss sein
Mit knallharten Drohungen will Finanzkommissar Olli Rehn die
Mitgliedsländer der Europäischen Union zu mehr Budget-Disziplin
zwingen. Es ist im Grundsatz genau richtig, wenn der finnische
Politiker plant, notorische Haushaltssünder von den begehrten
Fördertöpfen fernzuhalten.
Die milliardenschweren Agrarbeihilfen, Zahlungen aus dem
Fischereifonds und Mittel für die regionale Förderung müssten die
betroffenen Mitgliedsl&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / FDP Willkommen in der Realität
In Trippelschritten nähert sich die FDP in diesen Tagen der
Realität. Nicht ganz freiwillig zwar, sondern unter dem Eindruck
desolater Umfragewerte, aber immerhin. Nachdem das liberale
Steuersenkungsgequengel endlich verstummt ist, distanziert sich
Generalsekretär Christian Lindner nun vom beschlossenen
Steuerprivileg für die Hotelbranche. Das war längst überfällig. Viel
zu lange schaute die FDP-Führungsspitze tate ...
Neue OZ: Kommentar zu EZB / Konjunktur / Banken Schwer vermittelbar
Die Debatte um die Kreditklemme trägt ähnliche Züge wie diejenige
um eine Lehrstellenlücke. Das ist nicht verwunderlich, denn bei den
beiden gibt es dasselbe Problem: Die schwer vermittelbaren Kandidaten
werden sowohl von den Banken als auch von der ausbildenden Wirtschaft
ausgeblendet, wenn selbstgerecht von "Vollversorgung" geredet wird.
Selbstverständlich existiert eine Kreditklemme, so wie die
Lehrstellenlücke aus Sicht gesc ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Russland / Spionage/ Justiz Grenzenlose Macht
Die Nachricht über die Zerschlagung des Spionagenetzes erinnert an
Zeiten des Kalten Krieges. Damals teilten sich zwei Supermächte,
Sowjets und Amerikaner, die Welt.
Sollten die aktuellen Vorwürfe der US-Justiz zutreffen, werden
sich die Russen zwar rechtfertigen müssen. Gleichzeitig stellt sich
aber die Frage nach den Grenzen von Spionage: Warum wird die
Nachrichten-Beschaffung durch russische Agenten in amerikanischen
Kleinstädten skandal ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident Jede Königswahl war demokratischer
Die Bundesversammlung trifft heute eine gute Wahl. Sie kann nicht
anders, denn sowohl Joachim Gauck als auch Christian Wulff bringen
beste Voraussetzungen mit für das ranghöchste Amt der Republik. Woher
dann also diese Polarisierung, die breite Pro-Gauck-Strömung in der
Gesellschaft? Zweifellos strahlt der Lebenslauf Gaucks, des
unbeugsamen Kämpfers für Freiheit und historische Wahrheit, heller.
Aber das ist es nicht. Schl ...
Neue OZ: Kommentar zu Medien / Film / Leute Ungeahnte Dimensionen
Vielleicht kommt die Menschheit dem uralten Traum vom
Fliegenkönnen noch einmal einen Schritt näher: mit der neuen
3-D-Technik. Wer die rasanten Flugbilder aus dem Film "Avatar" noch
vor Augen hat, der ahnt, welche ganz neuen Dimensionen sich für den
Tanz eröffnen. Die Tanzbewegung im Raum dürfte sich als ungeahnt
kraftvolle, plastische Energie mitteilen. Sprünge, Hebungen, Figuren
aller Art sind nicht länger nur in der ...
Neue OZ: Kommentar zu Kabinett / Gesundheit / Arzneimittel Endlich ein Erfolg für Rösler
Endlich kann Gesundheitsminister Philipp Rösler politische Erfolge
vorweisen - und das auch noch in einem Gebiet, auf dem sich seine
Vorgänger von Union und SPD die Zähne ausgebissen haben. Mit dem
Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes hat sich der FDP-Mann
zwar in der deutschen Pharmabranche höchst unbeliebt gemacht, doch
zugleich eine längst fällige Änderung eingeführt.
Gerade angesichts der ste ...
Neue OZ: Kommentar zu FDP Plattitüden
Wie gewonnen, so zerronnen: Sensationelle 14,6 Prozent der Stimmen
hatte die FDP bei der letzten Bundestagswahl. Wenn heute gewählt
würde, müssten die Liberalen dagegen fürchten, an der
Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Vor diesem Hintergrund ist es
überfällig, dass die FDP einen Neuanfang einleitet. Wirklich
überzeugend sind die ersten Schritte aber nicht.
So hat die Parteiführung bedauerlicherweise nicht den Appell a ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / MAN / Schmiergeld / Urteil Hut ab
Der Vorsitzende Richter des Landgerichts München hatte es mit
einem sehr einsichtigen Angeklagten zu tun. Der frühere Top-Manager
des MAN-Konzerns hatte alle Bestechungsvorwürfe zugegeben und sich
für den Fall verantwortlich gezeigt.
Anerkennung dafür gab es nicht nur vom Richter, auch der
Staatsanwalt verkniff sich in einer Bemerkung nicht seine Hochachtung
für den 66-Jährigen: Vor ihm müsse man seinen Hut ziehen, erklärte
der Ank ...
Neue OZ: Kommentar zu Bildung / Kinder Schnell neu rechnen
Mit Schrecken dürfte die Politik die Ergebnisse der
Bertelsmann-Studie zur Kenntnis genommen haben. Bislang hatten Bund,
Länder und Kommunen vereinbart, bis 2013 für 35 Prozent der Kinder
unter drei Jahren ein Betreuungsangebot zu schaffen. Die Realität
sieht aber, wie die Zahlen der Studie untermauern, schon jetzt anders
aus. Der Bedarf an Kita-Plätzen steigt und steigt und endet nicht an
einer politisch vorgegebenen Prozentmarke.
Forder ...
Neue OZ: Kommentar zu Verteidigung / Bundeswehr / Dschibuti Zeit der Erkenntnis
Nach achteinhalb Jahren zieht Deutschland seinen Schlussstrich
unter die US-geführte Anti-Terroristen-Operation Enduring Freedom
(OEF). Aus gutem Grund. Denn so richtig es war, 2002 wuchtig
einzusteigen, so wenig sprach zuletzt fürs Weitermachen.
Damals ging es um NATO-Solidarität; Erfahrung mit den Terroristen,
die Amerika schwer getroffen hatten, fehlte. Aber wenn die Bundeswehr
jetzt von einem "großen Erfolg" spricht, gilt das zwar ...
Neue OZ: Kommentar zu Integration / Migration / Intelligenztests Dümmer geht's nimmer
Die Zuwanderung nach Deutschland überwiegend am wirtschaftlichen
Nutzen der Republik auszurichten ist zwar legitim, aber einseitig und
armselig. Der kulturelle Gewinn ist nicht zu unterschätzen. Eine
Eignung für die Ökonomie am Intelligenzquotienten von Einwanderern
festzumachen, wie die Unionspolitiker Peter Trapp und Markus Ferber
dies fordern, lässt allerdings noch viel tiefer blicken. Eine
derartig inhumane Regelung diskriminiert vo ...
Neue OZ: Kommentar zu Krisentreffen der FDP Führung gefragt
Das Krisentreffen der FDP dürfte nicht das letzte gewesen sein.
Die Treueschwüre der Funktionäre für Guido Westerwelle zeugen von
Pflichtbewusstsein, weniger von Überzeugung. Denn die Enttäuschung
über das desaströse Erscheinungsbild der schwarz-gelben Koalition
wird ihm angekreidet.
Der Außenminister und Vizekanzler hat sich bislang wenig souverän
gezeigt - weder in Berlin noch auf dem internationalen Parkett. ...
Neue OZ: Kommentar zu Wahl des Bundespräsidenten Dem Gewissen verpflichtet
Mittwoch endet nicht nur die präsidentenlose Zeit, die Deutschland
seit dem Abgang von Horst Köhler in Atem gehalten hat. Abgeschlossen
sein wird auch der nie offiziell ausgerufene Wahlkampf um den Posten
des deutschen Staatsoberhaupts, der auch als Vertreterwahlkampf für
die Macht in Berlin gesehen wird.
Die Spanne von vier Wochen bis zur Neuwahl ließ kaum Raum für
Planungen und Strategien. Das hat keine Partei, das hat nur Horst
...
Neue OZ: Kommentar zu Gagen für Schauspieler Arbeitsmarkt Kino
Als Kathryn Bigelow im März mit dem Regie-Oscar ausgezeichnet
wurde, stutzte die Filmwelt für eine Sekunde. Tatsächlich: In 80
Jahren Oscar-Geschichte hatte vor ihr keine einzige Frau die
Auszeichnung erhalten. Gesellschaftlicher Wandel mag auf der Leinwand
thematisiert werden; hinter der Kamera findet er deshalb noch lange
nicht statt.
Die Kunst ist aber nicht nur ein Forum für Ideen, sondern auch ein
ganz normaler Arbeitsmarkt. Das wurde am Woc ...
Neue OZ: Kommentar zu G 20 Einstieg in den Ausstieg: Das soll nach dem
Willen der G 20 jetzt auch für die Staatsdefizite der wichtigsten
Industrienationen gelten. Angesichts der Gipfel-Vorberichte über
einen heftigen Streit zwischen Europäern und Amerikanern in dieser
Frage darf Angela Merkel ihre Reise nach Toronto als Erfolg
verkaufen.
Doch zu viel Grund zur Zufriedenheit besteht für die
Bundeskanzlerin und die übrigen aufs Sparen bedachten EU-Politiker
nicht. Ziele sind bei Gipfeltre ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußball / Personalie / Ballack Der Coup
Einen Transfercoup mit langem Anlauf haben die Leverkusener ins
Bundesliga-Sommerloch platziert. Ballack zu Bayer - das erinnert an
die spektakulären Verpflichtungen der Calmund-Ära. Bei allen
Unwägbarkeiten in diesem Geschäft: Es scheint von beiden Seiten eine
kluge Entscheidung zu sein. Ein Typ wie Ballack fehlt der jungen
Mannschaft, die unter Trainer Heynckes reifte und nun den nächsten
Schritt tun soll und will.
Und Ballack? Ist der beste deut ...
Neue OZ: Kommentar zu Urteile / Medizin / Sterbehilfe Grenzen verwischt
Der Bundesgerichtshof hat zwar den Willen des Patienten zur
Selbstbestimmung gestärkt. Er hat zugleich etwas mehr Rechtsklarheit
geschaffen, und das kommt Ärzten, Pflegern und Angehörigen zugute.
Dennoch bleibt zweifelhaft, ob die Karlsruher Richter ein hilfreiches
Urteil gefällt haben. So droht künftig die Gefahr des Missbrauchs,
wenn jemand seinen Wunsch zu sterben lediglich im
Vier-Augen-Gespräch, nicht aber eindeutig und schriftlich
n ...
Neue OZ: Kommentar zu Handel Ein richtiges gutes Geschäft
Einmal hat sich der Otto-Versand in Deutschland erfolglos im
Lebensmittelhandel über das Internet versucht. Beim nächsten Mal
könnte für den Konzern alles anders werden. Vielen ländlichen
Regionen in Deutschland droht wegen fehlender Arbeitsplätze und
geburtenschwacher Jahrgänge ein Dörfersterben. Dieses Problem trifft
neben Ostdeutschland insbesondere große Teile Niedersachsens. In
solchen Dörfern ist ...
Neue OZ: Kommentar zu Konflikte / Nahost / Gaza Stets der Bösewicht
Die Kehrtwende der Israelis in ihrer radikalen Embargo-Politik war
überfällig: Jetzt dürfen europäische Spitzenpolitiker nach Gaza
reisen. Doch dieser Schritt genügt nicht. Wichtiger wäre, dass auch
Wirtschaftsgüter leichter in das Krisengebiet gelangen können. Erste
Erleichterungen hat die Mitte-rechts-Regierung in Jerusalem zwar
beschlossen, nachdem internationale Proteste übergekocht waren.
Weitere Lockerungen des ...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Mindestlohn Woher nehmen?
Vor wenigen Tagen hat Ursula von der Leyen ein Gesetz gegen den
Missbrauch von Leiharbeit und einen branchenweiten Mindestlohn für
diesen Bereich angekündigt. Das ist deshalb bemerkenswert, weil der
letzte SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz mit seinem Plan für eben so
einen Mindestlohn beim seinerzeitigen Koalitionspartner CDU/CSU immer
wieder vor eine Wand gelaufen ist. Es kommt in der Politik eben
oftmals nicht darauf an, was man fordert, sondern wer wann etw ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien / CDU / Rüttgers Bitteres Karriereende
Welch tiefer Fall: Als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten
Bundeslandes war Jürgen Rüttgers ein einflussreicher Mann.
Triumphierend ernannte er sich nach dem Wahlsieg der CDU im Mai 2005
zum Arbeiterführer und versuchte, sich als soziales Gewissen der
Union zu profilieren. Allein: Vielen Wählern in Nordrhein-Westfalen
fehlte der Glaube an Rüttgers' Fähigkeiten. Hinzu kam Gegenwind aus
Berlin. Und eine selten däml ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur / Buchhandel Preis überdenken
Die deutsche Buchbranche ist auf die "E-Book"-Welle vorbereitet,
hinkt aber der Entwicklung im Vergleich zu Amerika hinterher.
Zumindest der zweite Teil dieser Selbsteinschätzung der Branche ist
unbestritten. Was den ersten Teil angeht, gibt es noch genug
Diskussionsstoff. Zwar hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels
mit "Libreka!" längst eine eigene zentrale Online-Plattform für
E-Books eingerichtet, aber das Gesch&au ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Alkohol Dokument des Scheiterns
Die Studie enthüllt, was eigentlich schon alle wissen: Ein
Großteil der Deutschen säuft - meist ohne sich die Abhängigkeit
einzugestehen. Es geht dabei nicht um das Glas Wein mit Freunden oder
um das Bierchen zum Geburtstag. Es geht um tägliches Trinken: zu
Hause, auf Baustellen und in Büros.
Die Zahl von fast zehn Millionen Betroffenen muss die Alarmsirenen
heulen lassen. Schließlich dokumentiert die Studie ein Scheitern:
...
Neue OZ: Kommentar zu Arbeit / Soziales / Finanzen Starke Schultern müssen mehr tragen, damit
weniger starke entlastet werden können. Dieser Ruf wird immer lauter.
Nicht nur viele Politiker bis in die Reihen der CDU unterstützen die
Forderung der SPD, sondern auch Organisationen der Wirtschaft wie
etwa der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall. Das ist gut so.
Zum einen könnte auf diese Weise eine Gerechtigkeitslücke im
aktuellen Sparpaket geschlossen werden, das höhere Einkommen
verschont. Zum anderen gi ...
Neue OZ: Kommentar zu Justiz / Justizministerkonferenz / Hamburg Alles hat seine Grenzen
Auch wenn oft auf die Regelungswut des Gesetzgebers geschimpft
wird, weil es faktisch keinen Lebensbereich mehr ohne juristischen
Rahmen gibt: Gesetze sind grundsätzlich gut - und im Fall der
professionellen Datensammlerbranche unbedingt notwendig.
Wer sich heute im Internet bewegt, gibt allerhand von sich preis.
Vieles bereitwillig, vieles fahrlässig und das meiste, ohne es zu
wissen. Hier gibt es noch so großen Handlungsbedarf, dass den
Jus ...
Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Verkehr Kein Drama
Das Argument der Bahn, der Preis alleine könne nicht entscheidend
für eine Verbesserung im Verkehrsmittel-Angebot sein, ist arrogant.
Es gibt genug Menschen, die sich weder ein Auto noch teure
Bahnfahrkarten leisten können. Mit günstigen Bus-Fernverbindungen
könnten lange Fahrten bald auch für sie bezahlbar sein.
Pünktlich fahrende Busse sind zudem immer noch komfortabler als
ausgefallene Züge. Sogar, wenn die Bahn selbst diese Buss ...
Neue OZ: Kommentar zu Literatur Willkommen im Club
Willkommen im Club von Günter Grass, Siegfried Lenz, Martin Walser
& Co.: Erstmals im deutschen Nachkriegs-P.E.N. gehören nun zwei in
Osnabrück tätige Literaturexperten zur renommierten
Schriftstellervereinigung. Mit Jutta Sauer nimmt der P.E.N. nicht nur
eine Autorin, sondern eine engagierte Literaturvermittlerin auf: Vor
19 Jahren hat sie das erste Literaturbüro in Niedersachsen aufgebaut.
Das Niveau der Einrichtung profitierte von ihren K ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Weißrussland / Gas Fahrlässig
Ihr Gejammer fällt auf die EU zurück. Spätestens seit 2006 muss
ihr klar sein, wie anfällig ihre Energiesicherheit ist, wenn sie sich
in so hohem Maße auf russisches Gas und Öl sowie ukrainische und
weißrussische Leitungen stützt. Damals begruben Russland und
Weißrussland ihr Unionsstaat-Projekt. Und in dieser hässlichen
Scheidung spielten russische Energie und ihr Weitertransport in die
EU immer eine herausragende Rol ...
Neue OZ: Kommentar zu Justiz / Sicherungsverwahrung Mit Sicherheitslücken
Das ist keine leichte Aufgabe: Der Gesetzgeber muss das
Menschenrecht auf Freiheit beachten, das auch ein Schwerverbrecher
genießt, nachdem er seine Strafe verbüßt hat - gleichzeitig jedoch
haben die Politiker die Allgemeinheit vor weiteren schlimmen
Straftaten zu schützen. Anders formuliert: Sie müssen in der
Gesellschaft für Sicherheit sorgen und mögliche weitere Opfer
vermeiden.
Wegschließen - und zwar fü ...
Neue OZ: Kommentar zu Bildung / Studie Traurige Bilanz
Wie gehabt: Süddeutsche Schüler schneiden beim
Länder-Vergleichstest am besten ab, Kinder aus sozial schwachen
Familien hinken weiter hinterher. An den Schieflagen im deutschen
Bildungssystem hat sich nichts geändert. Das ist eine traurige und
erschreckende Bilanz. Es wäre aber zu einfach, die Gründe allein in
den unterschiedlichen Schulstrukturen, Klassengrößen oder plump bei
den Lehrern zu suchen. Die Missstände fangen vie ...
Neue OZ: Kommentar zu Haushalt / Sparpaket / Steuern Unseriös
Es ist ein Trauerspiel. Nur weil die Neuverschuldung wohl nicht
ganz so katastrophal ausfällt wie zunächst befürchtet, wollen vor
allem FDP-Politiker schon wieder in die Spendierhosen schlüpfen und
Steuern senken. Mit seriöser Politik hat das nichts zu tun.
Denn fest steht: Auch wenn im laufenden Jahr "nur" 60 bis 65
Milliarden neue Schulden aufgenommen werden, so ist das immer noch
ein desaströser Rekordwert. Solange solche Defi ...
Neue OZ: Kommentar zu NATO / Afghanistan / McChrystal / Obama Quittung für Respektlosigkeit
Den eigenen Chef öffentlich als "gehemmt und desinteressiert" zu
bezeichnen und dessen Vize mit einem schlüpfrigen Wortspiel zu
beleidigen macht nur jemand, der sich um seinen Job bringen will -
oder für unersetzlich hält. Mit anderen Worten: Hat Stanley
McChrystal, NATO-Oberbefehlshaber in Afghanistan, absichtlich über
US-Präsident Barack Obama, Joe Biden und andere Regierungsvertreter
gelästert, um sich a ...
Neue OZ: Kommentar zu Architektur / Kunst Keine Lösung
Der Ober-Architekt hat recht: Der deutsche Biennale-Pavillon
stört. Und das ist gut so. Denn das Architektur-Monster hält die
Erinnerung wach - so sehr übrigens, dass Kuratoren und Künstlern der
Stoff für innovative Ideen einfach nicht ausgehen will. Kann der
Abriss die richtige Lösung sein? Sicher nicht. Dabei provoziert der
Vorschlag allein deshalb, weil er in eine Zeit der Rekonstruktionen
fällt. Während sich eine Republik da ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Parteien / NRW Zimmer frei
Das wird eine bunt gemischte Wohngemeinschaft. SPD und Grüne in
NRW planen eine offene Zweierbeziehung: Unter ihrem Koalitionsdach
soll stets ein Gästezimmer frei sein; schließlich setzt Rot-Grün auf
wechselnde Partner. Die Frage ist nun, wer sich wann und wie oft ins
Gästebett legt. Nur die Linken? Oder auch mal Christdemokraten oder
Liberale?
Theoretisch sind alle aufgefordert mitzumachen. Doch klingen die
ersten Signale aus den Koalitionsver ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident / Gauck Wahlkampf im Netz
Das hat schon irreale Züge. Gewählt wird Deutschlands
Bundespräsident am 30. Juni von der Bundesversammlung. Aber im
Internet wird derart massiv Wahlkampf gemacht, als könnte die
Netzgemeinde über das Staatsoberhaupt abstimmen. Werbung mit
T-Shirts, Fahnen, Teddybären - ausgerechnet der Kandidat von
Rot-Grün, Joachim Gauck, der das Online-Netzwerk Facebook nach
eigenem Bekunden noch nie geöffnet hat, schwimmt auf einer Welle der ...
Neue OZ: Kommentar zu Israel / Niebel Unsouverän
Entwicklungsminister Niebel hat es auf seiner Nahost-Reise nicht
leicht. Jetzt wird er auch noch von SPD-Fraktionschef Steinmeier für
seine Israel-Schelte kritisiert. Der frühere Außenminister wirft
Niebel gar eine Inszenierung vor. Das ist nicht fair. Denn der
FDP-Mann hat in einem Punkt recht: Ihm die Einreise in den
Gazastreifen zu verwehren, war von Israels Regierung unsouverän,
kleinlich und undiplomatisch. Wenn sich ein Minister eine mit
deut ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Fälschungen Forschung ist am Zug
Ein gefälschtes Bild in der Schausammlung - das ist der Albtraum
aller Museumsleute. In Osnabrück ist er Wirklichkeit geworden. Ein
Vorwurf ist dennoch niemandem zu machen. Die Fälscher ahmten nicht
nur geschickt den Stil Nussbaums nach, indem sie auch die technischen
Schwächen des Malers kopierten. Sie fingierten zudem eine Provenienz,
die passgenau auf die Eigenheiten von Nussbaums Biografie abgestimmt
war. Darin steckt ebenso viel Raffinesse wi ...
Neue OZ: Kommentar zu Steuern / Schulden Noch immer skandalös
Neue Schulden hin, alte Steuerschätzung her: Es gibt keinen Grund,
die staatliche Ausgabenwut weniger zu zügeln, als es die Regierung
vorhat. Bestätigt sich die Erwartung, dass die Neuverschuldung in
diesem Jahr nicht über 65 Milliarden Euro klettert, bleibt der Saldo
immer noch skandalös: Gut ein Fünftel des Bundesetats wird auf Pump
gebaut. Daher geht jede Überlegung fehl, wo an den Kürzungsplänen der
Regierung etwa ...
Neue OZ: Kommentar zu Auto / Opel Opel lernen
Der Auftrag für Opel birgt viel mehr Zündstoff, als es die
Nachricht vermuten lässt. Zunächst scheint es nach GM-Maßstäben nicht
mehr zu sein als die Weiterentwicklung eines Nischenmodells.
Tatsächlich aber sind damit zwei wichtige Botschaften verbunden:
Erstens ist Opel wieder zurück im Schoß von General Motors. Die
deutsche Tochter ist fester Bestandteil der Zukunftsplanung. Für
Zehntausende deutsche Arbeiter ist das a ...
Neue OZ: Kommentar zu Fußball / WM / Schiedsrichter Unterschiede
Weltklassespieler treffen das Tor nicht, international erfahrene
Schiedsrichter fragwürdige Entscheidungen. Die Unparteiischen sind
die Buhmänner dieser WM. Sie machen genauso viele Fehler wie die
Profis, werden aber ungleich härter an den Pranger gestellt. Dabei
ist das Niveau der Referees hoch, nur unterschiedlich hoch.
Europäische Schiedsrichter, die in den besten Ligen der Welt pfeifen,
werden anders gefordert als Unparteiische anderer
Kontinentalve ...
Neue OZ: Kommentar zu Haushalt / Sparpaket Ein erlaubter Trick
Ein Gesetz aufspalten, damit der Bundesrat außen vor bleibt und
nicht zustimmen muss: Das ist ein Trick. Aber ein rechtlich
zulässiger, wie die obersten deutschen Richter in Karlsruhe vor
Jahren festgestellt haben. Denn wie sie Gesetze aufteilen und
einbringen, das liegt ganz in der Freiheit und im Ermessen von
Bundestag und Bundesregierung.
Vor der schwarz-gelben Koalition haben bereits etliche frühere
Regierungsbündnisse in Berlin diese Me ...
Neue OZ: Kommentar zu G20 / Gipfel Maßhalten mit Merkel
Streit ist programmiert, wenn sich am Wochenende die Staats- und
Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer
treffen. Darf schon wieder gespart werden? Oder ist die Konjunktur
noch so labil, dass sie weiter befeuert werden muss? Das sind die
Fragen, um die sich die Gipfelteilnehmer streiten dürften. Eine
Einigung auf eine gemeinsame Position ist unwahrscheinlich. Dafür
liegen die Vorstellungen zu weit auseinander.
Bund ...
Neue OZ: Kommentar zu Kolumbien / Präsident / Wahlen Uribes schweres Erbe
Der Kronprinz ist am Ziel: Im Windschatten des scheidenden
Staatschefs Álvaro Uribe hat Juan Manuel Santos einen bislang
beispiellosen Erfolg in der Geschichte der kolumbianischen Demokratie
erreicht. Doch Uribes Erbe wiegt schwer.
Er hinterlässt seinem Nachfolger ein Riesenpaket ungelöster
Aufgaben. Armut, Arbeitslosigkeit und die tiefe gesellschaftliche
Spaltung verlangen vom passionierten Pokerspieler ein beherztes und
kluges Handeln. Mit App ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Oper Die Staatsoper rüstet auf
Die Staatsoper Unter den Linden wird nicht nur saniert: Sie rüstet
auf. 300 Vorstellungen pro Jahr: Das heißt, es wird, abgesehen von
ein paar Wochen Theaterferien, kaum einen vorstellungsfreien Abend
geben. Und das in einer Stadt, in der ja bekanntermaßen drei
Opernhäuser um Aufmerksamkeit und Publikum buhlen.
Dabei ist die Staatsoper ohnehin mehr als prima inter pares im
Konzert der Berliner Musiktheaterbühnen. Sie hat sich ...
Neue OZ: Kommentar zu Verfassungsschutz Wehrhafte Demokratie
Jede seriöse Risikobewertung darf die Gefahren weder dramatisieren
noch verharmlosen. So bringt es wenig, vor einer Renaissance des
linken Terrorismus zu warnen, wie die Polizeigewerkschaft es
alarmistisch tut. Auch wenn die Zahl der Straftaten der
Linksextremisten gestiegen ist: Es wäre weit hergeholt, gleich den
Aufmarsch einer neuen Rote-Armee-Fraktion heraufzubeschwören.
Gleichwohl ist es beschämend, dass die Linkspartei radikalen
Krä ...
Neue OZ: Kommentar zu Nahost / Gaza / Israel / Niebel Verprellte Freunde
Mit markigen Worten steuert Entwicklungsminister Niebel auf eine
diplomatische Abkühlung zwischen Deutschland und Israel zu. Sein
Besuch in Jerusalem dürfte unter keinem guten Stern stehen - aller
politischen Oberflächenpolitur zum Trotz. Es wird einsam um Israel.
Das Gaza-Bombardement Anfang 2009, die unsägliche Siedlungspolitik
sowie die Gaza-Blockade und zuletzt der unverhältnismäßig blutige
Angriff auf eine Hilfsflotte mit neun ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reformen Wie beim Sparpaket
Einwurf gelungen! Der Ball sei "wieder im Feld", freut sich die
FDP nach der jüngsten Verhandlungsrunde zwischen ihren
Gesundheitsexperten und denen der Union. Sicher, das ist schon ein
hübscher Erfolg für zwei Teams, die nach koalitionsinterner Bewertung
als "Wildsau" und als "Gurkentruppe" einzustufen sind. Doch kein Sieg
ohne Torerfolg. Wie Union und FDP den in Form einer wirksamen
Kostenbremse für das deutsche Gesun ...
Neue OZ: Kommentar zu Parteien /CDU / NRW / Rüttgers Neue Perspektiven für die CDU
Abwarten ist nicht immer eine gute Alternative, wie der amtierende
nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers jetzt
feststellen muss. Nach den erheblichen Stimmenverlusten bei der
Landtagswahl am 9. Mai hatte er sich auffallend zurückgehalten. Sein
jüngstes, vergebliches Schielen auf eine Große Koalition löst
Verwunderung aus. Da hätte der Christdemokrat deutlichere Signale und
Angebote senden ...
Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Leute Pulverisiert
Treffer mittschiffs - versenkt! Daniel Richters Abrechnung mit der
Hamburger Kulturpolitik trifft den Kern: Der Malerstar geißelt den
gedankenlosen Umgang mit Museen, Künstlern, kurz, den kreativen
Kräften in einer Stadt, die so gern Weltmetropole sein möchte.
Explodierende Baukosten der Elbphilharmonie, das Gerangel um
Künstlerateliers im Gängeviertel und zuletzt eine groteske Debatte um
die temporäre Schließung der Galerie der Gege ...
Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Reformen Endlich Tore schießen
Die Gesundheitsexperten von CDU, FDP und CSU stehen bei ihrer
Klausurtagung unter hohem Handlungsdruck. Viel Zeit haben die
zerstrittenen Koalitionspartner in den vergangenen Monaten durch
unnötigen Streit verplempert - jetzt ist es nötig, gemeinsam
vorzugehen und endlich Tore zu schießen.
In der gesetzlichen Krankenversicherung klafft 2011 eine Lücke von
elf Milliarden Euro - und dieses Defizit schreit nach raschen
Antworten. Sonst d ...
Neue OZ: Kommentar zu Regierung / Parteien / Nordrhein-Westfalen Krokodilstränen und ein später Triumph
Eben noch zögerlich, zeigt sich Hannelore Kraft plötzlich
experimentierfreudig: Mit wechselnden Mehrheiten will sie
Nordrhein-Westfalen nun regieren. Dazu wird sie freilich keine
Gelegenheit bekommen, wie die schroffen Reaktionen von CDU und FDP
signalisieren. Einzig die Linken sind zur Unterstützung der geplanten
rot-grünen Minderheitsregierung bereit. Wechseln wird also maximal
eines: der Grad der Zustimmung von ganz ...
Neue OZ: Kommentar zu Russland / Energie / Gas / Weißrussland Russland muss nachgeben
Die Drohungen Russlands wecken Erinnerungen: Bereits vor drei
Jahren drehten die Russen ihren Nachbarn in Weißrussland wegen
unbezahlter Rechnungen die Ölversorgung ab. Weil durch Weißrussland
wichtige Pipelines für ganz Westeuropa laufen, sorgte sich auch
Deutschland. Schließlich drohte das Land, im Fall eines Ölstopps die
Lieferungen in den Westen zu blockieren. Ganz Westeuropa machte Druck
auf Russland, den Streit beizulegen. J ...
Neue OZ: Kommentar zu Monarchie / Schweden / Hochzeit Wohlige Schauer
Andere sind reicher. Andere sind schöner. Andere haben viel mehr
Macht. Wie also kann es sein, dass Könige und Fürsten in Europa auf
solche Anteilnahme stoßen? Speziell, wenn es ums Menschliche geht:
Heiraten, Gebären, Sterben. Und das sogar in Deutschland, das alles
Monarchische vor 92 Jahren hinter sich gelassen hat.
Vordergründig wirkt die totale Exklusivität des Personenkreises so
anziehend. Schließlich führen nur zwe ...
Neue OZ: Kommentar zu USA / Auktionen / Literatur Spekulationsobjekt
Es war Mark Twains Letzter Wille: Erst 100 Jahre nach seinem Tod
sollte seine Autobiografie veröffentlicht werden. Nun ist es bald so
weit: Seine Memoiren, die die ganze Zeit über sicher in einem Tresor
verschlossen lagerten, werden ab November nach und nach
veröffentlicht. 100 Jahre geschützte Privatsphäre scheinen damit
beendet. Das Interesse, jemand anderen als den Gentleman, für den man
ihn bisher gehalten hatte, in den Aufzeichnungen ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundespräsident / Wahlen Nicht makellos
Gebt die Wahl frei, fordert Kurt Biedenkopf. Er wirft damit
indirekt beunruhigende Fragen auf: Trägt die Abstimmung über den
Bundespräsidenten etwa einen Makel? Mangelt es dem Staatsoberhaupt an
demokratischer Legitimation?
Tatsächlich ist das Wahlverfahren nicht makellos. Zwar wird der
Präsident von einer mehr als tausendköpfigen Bundesversammlung
gewählt. Auch ist die Abstimmung geheim und unterliegen die
Wahlmänner und -fraue ...
Neue OZ: Kommentar zu NRW / Landtag / Koalitionen Kraftloses Schlingern
Der Schlingerkurs der Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen ist
einfach unglaublich. Schon wieder wechselt die SPD-Landeschefin die
Richtung. Jetzt marschiert sie stramm auf eine rot-grüne
Minderheitsregierung zu.
Ohne Unterstützung aus anderen Fraktionen wird das nichts. Woher
soll die aber kommen? Die Christdemokraten werden ihren
Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers nicht im Regen stehen lassen. Die
Wackel-FDP geißelt über ...
Neue OZ: Kommentar zu Musik / Festivals Lust auf Tradition
Gelegentlich muss sich auch die Avantgarde mal wieder ihrer
Wurzeln versichern. Deshalb kehrt die bildende Kunst zum Tafelbild
zurück, deshalb stellt das Festival in Donaueschingen das
Streichquartett ins Zentrum: jene komplexeste aller musikalischen
Gattungen, die jede Schwäche gnadenlos entlarvt.
Damit setzt sich beim wichtigsten Neue-Musik-Festival der Welt der
Trend fort, die traditionellen Klangkörper unter dem Aspekt des
Zeitgenössischen ...
Neue OZ: Kommentar zu Segeln / Weltumseglung Fatale Rekordjagd
Ob eine 14-Jährige die Welt allein umsegeln darf, wenn sie
physisch und psychisch dazu in der Lage ist und an Bord den
Schulstoff per Internet aufholen kann, ist nicht die Frage. Vielmehr:
Warum will ein Kind das tun? Geht es Laura und ihrem ehrgeizigen
Vater um ein einmaliges Abenteuer, sportlichen Ehrgeiz oder vor allem
um Schlagzeilen, den Eintrag ins Guinnessbuch und lukrative Honorare?
Die Rekorde dieser Welt sind ausgereizt - nur beim Alter lässt sich
no ...
Neue OZ: Kommentar zu Handwerk / Lehrstellen / Kentzler Neue Welle
Das Handwerk steckt in einem Dilemma. Einerseits stellen moderne
Ausbildungsberufe an Bewerber so hohe Anforderungen, welche die
klassischen Kandidaten für diese Jobs, die Hauptschüler, immer
seltener erfüllen können - und zwar aus vielerlei Gründen. Zumal die
Zahl derer, die diese Schulform überhaupt noch besuchen, immer
kleiner wird. Andererseits fehlt vielen Handwerksberufen die
Strahlkraft, um beim Nachwuchs als attraktive Perspektive
wahrg ...
Neue OZ: Kommentar zu Konflikte / Nahost Schon etwas gewonnen
Was ist das? Leitet das Abmildern gesichtswahrend das Ende der
Gaza-Blockade ein? Das wäre klug. Schließlich ist Israel mit der
menschenrechtswidrigen Kollektivstrafe gegen 1,5 Millionen
Palästinenser keinem seiner Ziele näher gekommen: Die Herrschaft der
Hamas-Bewegung über den Gazastreifen wankt keineswegs. Und der 2006
verschleppte Soldat Gilad Schalit leidet noch immer in Hamas-Haft.
Oder geht es - wie die Hamas tönt - blo&szli ...
Neue OZ: Kommentar zu "Ampel" / Markierung von Lebensmitteln Mit gesundem Verstand
Wer ist schuld daran, dass die Menschen sich immer ungesünder
ernähren und immer dicker werden? Sie selbst? Die Industrie, die
ihnen dieses Essen offeriert - zu meist unglaublich niedrigen
Preisen? Oder - gern als Sündenbock herangezogen - das böse
Fernsehen? Vielleicht auch der Stress im Job, der oft schnelle
Mahlzeiten und wenig Bewegung vorschreibt?
Dass die westliche Welt ein Problem mit Fettleibigkeit hat, ist
nicht wegzudiskutieren. U ...
Neue OZ: Kommentar zu Opel / General Motors Gute Nachricht
Vollbremsung und Wende mit qualmenden Reifen: General Motors (GM)
will Opel plötzlich alleine sanieren und stoppt alle Anträge auf
Staats-bürgschaften. Das ist aus einer Reihe von Gründen eine gute
Nachricht.
Erstens war nicht einzusehen, dass deutsche Steuerzahler einem
US-Konzern unter die Arme greifen sollten, der längst wieder in die
Gewinnzone zurückgekehrt ist. Zweitens werden Wettbewerbsverzerrungen
zulasten anderer Autobauer vermi ...
Neue OZ: Kommentar zu Fenster für Kölner Kirche von Markus Lüpertz Heiligenschein
Kehrt die Kunst in jene Sphäre zurück, von der sie sich einst
emanzipieren musste? Oder okkupiert sie den Kirchenraum nur als
weitere Bühne für ihre expandierende Aktivität? Das Verhältnis von
Kunst und Kirche ist eine Hassliebe - und beruht zugleich auf gar
nicht so geheimen Entsprechungen. Markus Lüpertz fügt dieser
Konstellation mit seinen Glasfenstern eine weitere Lesart hinzu.
Und die führt in die fatale Nähe zu k ...
Neue OZ: Kommentar zu Mixa Er taugt nicht zum Opfer
Walter Mixa zeigt nur wenig Einsicht. Der frühere Augsburger
Bischof stilisiert sich in der Öffentlichkeit zum Opfer einer
innerkirchlichen Intrige - und verdreht die Tatsachen. Der frühere
Bischof hat in der katholischen Kirche in Deutschland und besonders
im Bistum Augsburg bereits viel Schaden angerichtet. Nun fügt er noch
mehr Schaden hinzu.
Richtig ist: Der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen Mixa hat
sich als falsch erwiesen. Do ...
Neue OZ: Kommentar zu Obama /Ölkatastrophe Wann fängt er an?
Was die meisten Amerikaner von ihrem Präsidenten über die
Öl-Katastrophe hören wollten, hat er nicht gesagt; was viele nicht
hören wollen, dafür umso klarer.
Einfühlsam erinnerte Obama daran, dass den Bewohnern der
US-Südküste der Verlust ihrer Lebensweise droht. Wie er dagegen
angeht, blieb aber vage. Ein Entschädigungsfonds des Energieriesen
BP, ein paar Krisenstäbe: Das war's. Würde Obama in dieser ...
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