Neues Deutschland: Hunger mit System Jeder siebte Mensch hungert - 925 Millionen laut
dem neuesten Welthunger-Index. Die globale Hungerbekämpfung kommt
allen Appellen und Welternährungsgipfeln zum Trotz nicht voran. Das
hat systemische Gründe: die von der Weltbank und dem Internationalen
Währungsfonds in den 80er und 90er Jahre verordneten
Strukturanpassungsprogramme, mit denen die Unterstützung von
Kleinbauern im Süden nahezu auf Null gefahren wurde. Die Abwendung in
der Entwicklungszusammenarbe ...
Neues Deutschland: Zur Jahrestagung des IWF Kommt es zum allseits befürchteten Währungskrieg
oder nicht? Jene Frage überschattete die Jahrestagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Eine Antwort
vom Washingtoner Treffen zu erwarten, wäre indes vermessen gewesen.
Der IWF ist weder der Ort, noch ist die Zeit reif für eine
grundsätzliche Neujustierung der internationalen Währungstektonik.
Der Fonds ist nach wie vor US-dominiert. Was es dem
nordamerikanischen Finanzminister ...
Neues Deutschland: Was Deutschland fehlt D ie von der FDP so lautstark propagierte
Lockerung der Zuverdienstregelungen für Hartz-IV-Bezieher ist gar
keine. Denn ein Großteil der 1,4 Millionen Aufstocker wird leer
ausgehen. So sehen die neuen Regelungen vor, dass nur diejenigen
maximal 20 Euro mehr im Monat behalten sollen, die über 800 Euro
verdienen. Das betrifft lediglich 300 000 Menschen. Somit
ändert sich für mehr als eine Millionen Hartz-IV-Bezieher überhaupt
nichts.
Di ...
Neues Deutschland: Gezeichnet vom Gift Der Rotschlamm, der über sieben ungarische Dörfer
hinweggeflossen ist, um dann in Raab und Donau zu gelangen, hat einen
Vorteil gegenüber anderen giftigen Ausflüssen der Profitgier: Er ist
sichtbar. Man kann genau sehen, wo Boden, Grundwasser und Uferzonen -
vermutlich für Jahrzehnte - verseucht sein werden.
Man wünschte sich, dass die, die verantwortlich sind für die
Katastrophe, ebenso gezeichnet wären. Nicht nur die Manager der
privatisierten un ...
Neues Deutschland: Chance in Kabul Die Geheimgespräche sind nicht mehr geheim. Kabuler
Regierungsvertreter und Abgesandte der Shura von Quetta und damit des
obersten Kopfs der Taliban, Mullah Mohammed Omar, sollen erstmals
gemeinsam am Verhandlungstisch gesessen haben. Das wäre eine neue
Qualität, seit Präsident Hamid Karsai Anfang des Jahres die
Gotteskrieger zum Dialog aufgerufen hat. In der Vorwoche gab seine
Regierung die Zusammensetzung eines Friedensrates bekannt, der
künftig direkte Gesprä ...
Neues Deutschland: Fahrenheit? Die Frankfurter Buchmesse offenbart allen
Beteiligten, wie rasch ein Jahr ins Nichts rutschte. Wieder drängt
sich in diesen Tagen das Wort vor. Feiert seine Freiheit, feiert sein
Gewicht, feiert seinen Glanz aus Wissen, und das Innerste der Welt
bleibt doch dunkel.
Gelegenheit, an »Fahrenheit 451« zu denken. Ray Bradbury schrieb
den Roman, Francois Truffaut verfilmte ihn. Es ist das Porträt eines
Widerstandskampfes - in einer Gesellschaft, die Bücher als
ungl ...
Neues Deutschland: Faustrecht Langsam aber sicher ist es nur noch peinlich: Nach
Bahnchef Grube am Wochenende äußern sich gleich vier weitere
hochrangige Befürworter des steuermilliardenschweren Bahnhofsprojekts
Stuttgart 21 schrill zu Wort, schimpfen wie die Rohrspatzen über ihre
Gegner, bezichtigen sie der Unaufrichtigkeit, stilisieren sich selbst
zum Opfer und wiederholen zum x-ten Mal das Mantra von der
demokratisch gefällten Entscheidung für den Megabahnhof.
Und dann sowas: Mitten h ...
Neues Deutschland: Bahn und Demokratie Die Gegner des Bahnhof-Megaprojekts Stuttgart 21
haben kein Recht auf Widerstand. Das zumindest meint Rüdiger Grube.
Was den Bahnchef geritten hat, weiteres Öl in das bereits außer
Kontrolle geratene Großfeuer in der Landeshauptstadt zu gießen, sei
dahingestellt. Zutage tritt dadurch aber ein Demokratieverständnis,
das an antiplebiszitärer Arroganz kaum zu überbieten ist. Dabei war
Grube einst auf den Chefsessel des bundeseigenen Konzerns berufen ...
Neues Deutschland: zu Stuttgart 21 Baden-Württembergs Innenminister heißt Heribert
Rech. Name und Auftreten des CDU-Mannes sind bis auf einen Buchstaben
deckungsgleich. Frech log Rech, die Polizisten am Stuttgarter
Hauptbahnhof seien aufs Schwerste provoziert worden, sie hätten sich
vor Pflasterstein-Würfen schützen müssen. Erschwerend kommt hinzu,
dass er und seine bundesweit herangekarrte Knüppelarmee massiv gegen
das Landespolizeigesetz verstoßen haben. Beides sollte eigentlich
r ...
Neues Deutschland: zum Matall-Tarifabschluss Der stete Tropfen höhlt den Stein. Was in vielen
Unternehmen schon per Betriebsvereinbarung geregelt war, steht jetzt
erstmals in einer Tarifvereinbarung: Gleichbezahlung für
Leiharbeiter. Das geht doch gar nicht, mag mancher schreien. Wie soll
denn in den Tarifverhandlungen der Stahlbranche über die Bezahlung
der Leiharbeiter verhandelt werden? Ganz einfach: Die IG Metall hat
mit dem Arbeitgeberverband Grundsätze vereinbart, nach denen
Stahlarbeiter für die jeweil ...
Neues Deutschland: zum europaweiten Aktionstag Von Madrid bis Berlin, von Dublin bis Athen haben
zehntausende EU-Bürger am Mittwoch ein deutlich sichtbares Zeichen
des Protests gesetzt: Eine Sparpolitik, die lediglich darauf
orientiert, mit der Axt im Sozialstaat zu wüten, ist einfach nicht
zukunftsfähig. Vorbei scheinen die Zeiten zu sein, als auf
EU-Gipfeln folgenreiche Projekte wie der von der damaligen Regierung
Kohl entworfene Stabilitätspakt einfach in Hinterzimmern
ausgemauschelt wurden - unter Missachtung ...
Neues Deutschland: zum Energiekonzept der Bundesregierung Das Energiekonzept der Bundesregierung skizziert
grobe Leitlinien, wie die deutsche Energieversorgung bis zum Jahr
2050 aussehen soll. Man könnte meinen, dass die Politik endlich mal
langfristig über die laufende Legislaturperiode hinausdenkt und auch
das Schielen auf den nächsten Wahlkampf unterlässt. Dennoch ist das
Konzept nicht einmal das Papier wert, auf dem es gedruckt ist. Es
verstärkt den Vorrang fossiler Technologien, die Energiewende bleibt
aus. Schwarz- ...
Neues Deutschland: zur Lage in Nahost Was war das für eine hektische Betriebsamkeit am
Wochenende: Man durfte den Eindruck gewinnen, die in New York
versammelte erste Garde der Weltdiplomatie beschäftigte sich mit
nichts anderem als der Rettung des Nahostfriedensprozesses. Und nun?
Offenbar davon völlig unbeeindruckt setzen die israelischen Siedler
ihren nur für zehn Monate unterbrochenen Häuserbau auf
palästinensischem Territorium fort, und niemand stört sie dabei.
Nicht der israelische Min ...
Neues Deutschland: Zu "Erhöhung" von Hartz IV Nun ist die Katze aus dem Sack: Ganze fünf Euro
mehr soll es für erwachsene Hartz-IV-Bezieher ab Januar 2011 geben.
Die Bundesregierung betreibt Sozialpolitik nach Kassenlage. Von
Anfang war klar, dass man sich bei der Neuberechnung der Regelsätze
nicht an solch »abstrakten« Faktoren wie Existenzsicherung oder
Teilhabe orientieren wollte. Das vom Bundesverfassungsgericht
geforderte transparente Verfahren sollte zu einem möglichst
kostenneutralen Ergebnis f& ...
Neues Deutschland: zur Debatte um Hartz IV Auf Wiedersehen vorm Bundesverfassungsgericht! Die
nun bekannt gewordene Regelsatzerhöhung um nicht einmal 20 Euro ist
eine dreiste Missachtung des Urteilsspruchs aus Karlsruhe. Die
Richter hatten im Februar nicht nur eine Neuberechnung der
Hartz-IV-Regelsätze gefordert, sondern gleichzeitig angemahnt, dass
die neuen Beträge ein »menschenwürdiges Existenz- und
Teilhabeminimum« garantieren müssten. Studien zahlreicher
Sozialverbände haben gezeigt, ...
Neues Deutschland: zum UN-Bericht zur Gaza-Hilfsflotte Die Experten des Menschenrechtsrats zur
Untersuchung des Angriffs auf die Gaza-Hilfsflotte haben ihren
Bericht vorgelegt. Da Israel darin nicht gut wegkommt, hat es ihn
abgelehnt, rundweg. Anderes war nicht zu erwarten. Schließlich haben
beide Parteien - die Schiffspassagiere auf der einen und die
israelische Armee auf der anderen Seite - an ihrer eigenen
Darstellung der Ereignisse auf der »Mavi Marmara« festgehalten: Die
Gaza-Aktivisten beklagen die Aktion als brutalen ...
Neues Deutschland: Maß ist voll Die Gesundheitsreform hat was vom Oktoberfest.
Obwohl die Maß nicht voller ist, wird an der Preisspirale gedreht.
Die Brauer verdienen, die Wirte kassieren, die Trinker zahlen - jedes
Jahr ein bisschen mehr.
Für die Gesundheit sollte uns nichts zu teuer sein, argumentieren
die Reformer. Schließlich werden wir älter, können viele Krankheiten
heilen und Schmerzen besser bekämpfen. Vor lauter Dankbarkeit
übersehen wir oft, dass nicht in erster Linie das ...
Neues Deutschland: zum Millenniumsgipfel in New York Sie kommen mit leerem Gepäck: Angela Merkel und
Dirk Niebel vertreten Deutschland in New York und haben nichts zu
bieten als wohlfeile Formeln. Beide bekennen sich dazu, bis 2015 die
Mittel für Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent aufzustocken. Derzeit
liegt Deutschland bei 0,4 Prozent, obwohl sich Berlin 2005 in der EU
verbindlich auf das Zwischenziel von 0,51 für 2010 festgelegt hatte.
Es ist akzeptabel, von Ländern des Südens gute Regierungsführung zu
forder ...
Neues Deutschland: Nach der Schwedenwahl - Probleme der europäischen Konservativen mit Rechtspopulisten Brav gescheiteltes Haar, Schuljungen-Brille,
eleganter Anzug samt Seidentuch - Jimmie Aakesson schaut aus wie
Schwiegermamas Liebling. Auch das mag geholfen haben beim erstmaligen
Parlamentseinzug seiner vom rechten Rand kommenden »Schweden-
demokraten«. Die haben sich inzwischen das Etikett »nationalistisch«
verpasst, ihre Wurzeln aber liegen in der Neonazi-Szene. Heute trägt
man Nadelstreifen, wie Fini, der einstige Chef der italienischen
Neofaschisten, der l ...
Neues Deutschland: Appell zum Durchhalten E ine neue Woche fängt an, gute Gelegenheit,
wieder mal ein seltsames, seltenes Wesen zu feiern. Also: Die
EU-Kommission will mehr Frauen in Chefetagen; auf einem ehemaligen
Militärflughafen in der Prignitz soll ein Speicherkraftwerk
entstehen; die erste Rettungsbohrung hat die eingeschlossenen
Bergleute in Chile erreicht; die sonst sehr dubiose
Selbstdarstellerin Paris Hilton hat zwanzig lebende Kaninchen gekauft
und sie so vorm Tod als Schlangenfutter gerettet; weiter ...
Neues Deutschland: Zeit-Zeichen Die Zeichen der Zeit habe die Regierung nicht
erkannt, werfen Kernkraftgegner der Regierung vor. Und tatsächlich
scheint es, dass die Zeit für Atomkraft in der Bevölkerung abgelaufen
ist. Hunderttausend machten ihrem Unmut Luft - und das waren nicht
nur Grünenwähler der ersten Tage: Der Protest gegen die
umweltschädliche und die Menschheit auf hunderte Generationen mit
ihren potenziell tödlichen Folgen belastende Atomtechnologie hat
längst die Mittel ...
Neues Deutschland: Maler Walter Womacka gestorben Der Maler Walter Womacka ist tot. Wie die Zeitung
"Neues Deutschland" aus Familienkreisen erfuhr, starb der Maler nach
langer schwerer Krankheit am Sonnabend (18. September) im Alter von
84 Jahren in Berlin. Womacka, über zwanzig Jahrer Rektor der
Kunsthochschule Berlin-Weißensee, gehörte zu den populärsten Malern
und Grafikern der DDR. Die Reproduktion eines seiner bekanntesten
Bilder, des Ölgemäldes "Am Strand", erreichte eine millionenf ...
Neues Deutschland: zu neuen Querelen zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium Wieder einmal hat der nassforsche
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle seinen Kollegen aus dem
Umweltressort, Norbert Röttgen (CDU), eine Nase gezeigt. Der hatte
vor einigen Monaten auf dem Höhepunkt der Ölkatastrophe im Golf von
Mexiko medienwirksam angekündigt, die Bundesregierung mache sich für
ein Moratorium von Tiefsee-Bohrungen im Nordost-Atlantik stark.
Daraus ist nach dem Einschreiten des Hauses Brüderle ein
windelweicher Anruf an die beteiligten ...
Neues Deutschland: zu den Nahostverhandlungen Glaubt man den Vermittlern aus Washington, sind
alle engagiert. Tacheles wurde geredet, und über dem Amtssitz des
israelischen Premiers Natanjahu in Jerusalem wehte sogar die
palästinensische Flagge. Doch der größte praktische Erfolg der neuen
Nahost-Verhandlungen bestand bisher wohl schon darin, Mahmud Abbas am
Gesprächstisch gehalten zu haben. Hauptstreitpunkt dort sind die
jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten. Die USA bemühen sich
um die ...
Neues Deutschland: zur Rolle des Umweltministers in der Regierungskoalirion Merkwürdiges Verständnis von Demokratie und
Teamgeist - da hat die Kanzlerin einen engagierten Mann für die
Umwelt an ihren Kabinettstisch geholt, doch wenn es um einen Vertrag
geht, dessen Inhalt zum Gutteil seine Kompetenz verlangt, wird
Röttgen nicht beteiligt. Das ist gerade so, als ob zu Guttenberg sich
von der Bundeswehrreform, de Maizière sich vom neuen Personalausweis
und Schäuble von der Steuer fernhalten sollten.  Absurd? Nicht
unbedingt. ...
Neues Deutschland: zur beginnenden Etatdebatte im Bundestag Die Sommerpause ist auch für die Bundespolitiker
unwiderruflich vorbei. Zeit zum Warmlaufen haben sie jedoch nicht.
Schwarz-Gelb will mit dem Haushalt 2011 Geschichte schreiben.
Freilich hat sie das bereits mit ihrem Schuldenrekord geschafft, über
dessen Hintergründe sie sich am liebsten in Schweigen hüllt. Nunmehr
soll jedoch auch im »Interesse der Kinder und Kindeskinder« beim
Sparen ernst gemacht werden. Bis 2016 soll die Vorgabe der
»Schuldenbremse ...
Neues Deutschland: zur Einigungüber Basel III Totschlagargumente sind eine Spezialität von
Wirtschaftslobbyisten bei der rücksichtslosen Durchsetzung ihrer
Interessen. Die Atomkonzerne malen Lücken bei der Stromversorgung an
die Wand, wenn die Laufzeiten für Atomkraftwerke nicht verlängert
werden. Die Autoindustrie sieht Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr,
sollte die Politik mit dem Klimaschutz Ernst machen und die Senkung
der CO2-Emissionen vorschreiben. Die Privatbanken wollten da nicht
hintanstehen u ...
Neues Deutschland: Staatsgarantien für Hypo Real Estate Es gibt Nachrichten, die sich ohne noch größeren
Schaden anzurichten kaum unterdrücken lassen. Dazu zählt die über
neue Staatsgarantien für die existenzbedrohte HRE. Sie kommt für die
auf dem Kürzungstrip agierende schwarz-gelbe Koalition zur Unzeit.
Der Aufschrei aus dem Regierungslager ist verständlich. Wie will man
glaubhaft Sparrunden als im Interesse künftiger Generationen
unausweichlich vermitteln, wenn der Finanzsektor quasi im Hand ...
Neues Deutschland: zum Jahreskongress des Bundes der Vetriebenen Gerade hat die Republik den wiederholten Ausfall
eines frustrierten Beamten zum Diskussionsanstoß geadelt: ob unsere
ethnisch angeordnete Klassengesellschaft nicht doch primär
biologisch-kulturell zu erklären sei. Droht nun, nachdem einmal auf
dem Tisch liegt, was man im CDU-nahen Bund der Vetriebenen (BdV) so
über den Zweiten Weltkrieg denkt, eine »Debatte« darüber? Wie würde
sie ausgehen - an der Bushaltestelle, in der Frühstückspause ...
Neues Deutschland: zu denÄußerungen von Vetriebenenchefin Steinbach Erika Steinbach hat es übertrieben. Nun ist das
Fass voll. Doch bis auf den letzten Tropfen, der es zum Überlaufen
brachte, bleibt es auch voll. Niemand macht rückgängig, was die
Vertriebenenchefin politisch bewirkt hat, nichts mehr bringt die
Stiftung ins Wanken, die das Produkt genau jenes geschichtlichen
Herangehens ist, das Steinbach jetzt nur ein wenig unverblümter
geäußert hat als sonst. Selbstsicherheit resultiert aus Anerkennung.
Niemand in der ...
Neues Deutschland: zum neuen Integrationskonzept der Bundesregierung Das Kabinett hat gestern ein neues
Integrationskonzept vorgestellt. Wieder einmal wird versucht, die
versäumte Integration von Migranten in Deutschland zu korrigieren.
Jetzt soll es die Bildung richten: Lehramtskandidaten mit
Migrationshintergrund sollen an die Unis gelockt werden, so wie vor
Jahrzehnten um Lehrer aus dem Arbeitermilieu geworben wurde.
Letzteres ging mächtig nach hinten los: Arbeiterkinder haben deutlich
schlechtere Schulabschlüsse als ihre Schulkameraden au ...
Neues Deutschland: zur razzia bei Neonazis Ein Verbot der neonazistischen »Hilfsorganisation
für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e. V.«
(HNG) wird vom Bundesinnenminister geprüft. Darum erhielten am
Dienstag bundesweit Nazis Besuch vom Staat, durften zusehen, wie
Beamten ihre Rechner und Unterlagen aus Wohnungen und Büros trugen.
Ein kurzer Blick in einschlägige Diskussionsforen zeigt: Die Nazis
schäumen und winden sich in Selbstmitleid und Pathos. Die Polizei ...
Neues Deutschland: zum schwarz-gelben Atomkompromiss: Die schwarz-gelbe Koalition hat nun die letzten
Zweifel daran beseitigt, was sie mit dem Begriff Brückentechnologie
eigentlich immer gemeint hat: ihr Energiekonzept nämlich, das den
großen Konzernen eine wahrlich goldene Brücke baut. Die AKW-Betreiber
dürfen ihre störanfälligen Meiler nicht nur noch länger laufen
lassen, sondern sich auch drei Viertel der riesigen Zusatzgewinne in
die eigene Tasche stopfen. Damit können sie dann ihre Aktionä ...
Neues Deutschland: Atompolitik Rot-Grün hat dreieinhalb Jahre gebraucht, bis nach
der Amtsübernahme 1998 der damals vielfach als »faul« kritisierte
Atomkompromiss in Kraft trat. Als Sargnagel für Rot-Grün wurde er
unter anderem interpretiert. In der Koalitionsvereinbarung war
freilich ein »unumkehrbares« Gesetz verabredet worden. Insofern ist
es kein Wunder, wenn die schwarz-gelbe Bundesregierung nun ebenfalls
ein wenig braucht, ihre restaurativen Vorstellungen in die Tat
umz ...
Neues Deutschland: zum Gerangel um die Rettung von Karstadt Das Amtsgericht hatte den Rettungsplan für Karstadt
noch nicht abgesegnet, da taten Unternehmensberater und andere
»Experten« wieder ihre Fallbeil-Meinung kund: Traditionelle
Universal-Kaufhäuser seien »Dinosaurier« ohne Zukunft. Mehr als eine
Mutmaßung ist dies nicht. Die Warenwelt unterliegt kaum
vorhersehbaren Modetrends. Wer hätte gedacht, dass der
70er-Jahre-Klamottenstil je wieder sein Unwesen treiben würde? Und
auch strukturelle Entw ...
Neues Deutschland: zur Debatte um Sarrazin Zuletzt hat Thilo Sarrazin auch nicht mehr genützt,
öffentlich einen »Riesenunfug«, eine Dummheit und einen Blackout
eingeräumt zu haben. Er, der schließlich nicht zum ersten Mal mit
provokanten wie menschenverachtenden Äußerungen zu Muslimen in
Deutschland für heftige Debatten sorgt, hat diesmal den Bogen
überspannt. Nachdem er sichtlich genossen hatte, mit seinen
rassistischen Vorbehalten wie wissenschaftlich unhaltbaren Ausflüge ...
Neues Deutschland: zum Sparpaket der Bundesregierung Ein einziges Gutes hat der Schwenk der
Bundesregierung zum bekennenden Sozialabriss: dass die Merkel-Mär
endlich ein Ende hat. Die Mär, es handele sich bei ihr um eine
deutsche Mutter Teresa und bei der CDU um einen Orden der
Nächstenliebe. Dass der Wähler neue Klarheit darüber gewinnt, welche
Partei sich zur Vertretung wessen Interessen berufen fühlt, kann auch
nicht schaden. So dürfte der zweistellige Erfolg der FDP bei der
letzten Bundestagswahl von vi ...
Neues Deutschland: zum 20. Jahrestag des Einigungsvertrages Ist Matthias Platzeck der Sarrazin der
Wiedervereinigung, wie man jetzt in manchen Internetforen lesen kann?
Ein absurder Vergleich, ebenso absurd wie der Versuch des Theologen
Richard Schröder, ihm irgendwelche nie geäußerten Naziparallelen
anzudichten. Brandenburgs Ministerpräsident hat sich lediglich an die
Hoffnungen und Ansprüche der Ostdeutschen vor 20 Jahren, auch an die
offiziellen Verheißungen und internen Verhandlungsbandagen der
politischen Klasse ...
Neues Deutschland: zum Urteilüber die Wahl in Schleswig-Holstein Es ist ja so eine Sache mit der Juristerei: Was ein
gesundes Rechtsempfinden logisch findet, muss sich längst nicht mit
dem decken, was Richter aus den Gesetzen herausholen. So ist es auch
mit dem Urteil von Schleswig-Holsteins Verfassungsrichtern über die
Minder-Mehrheitsregierung des Peter Harry Carstensen in Kiel:
Einerseits kassiert das Gericht das Gesetz, das Schwarz-Gelb an die
Macht gehievt hat. Andererseits aber soll nun ausgerechnet diese
verfassungswidrig entstandene Me ...
Neues Deutschland: Neues Deutschland zu IPPNW-Weltkongressüber atomare Gefährdung Little Boy, kleiner Junge, so hieß der Codename der
US-Atombombe, die so großes Leid über Hiroshima brachte. Auch 65
Jahre danach werden Tausende von den medizinischen Spätfolgen der
Verstrahlung gequält. Gerade hat eine IPPNW-Studie nachgewiesen, dass
die Risiken durch die Radioaktivität bisher viel zu gering bewertet
wurden. Die Ärztevereinigung weiß also, wovon sie spricht, wenn auf
ihrem Weltkongress die Prävention eines Atomkrieges zur
vo ...
Neues Deutschland: Möllenberg warnt vor nächster Krise Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, warnte vor einer
neuen Wirtschaftskrise, sollte an den Ursachen der letzten nicht
gearbeitet werden. »Wenn wir in unserer Volkswirtschaft
ausschließlich auf den Export setzen und sich das fortsetzt, was in
den letzten Jahren schon ein Manko war, nämlich dass die
Binnennachfrage nicht gestärkt werden kann und dass die Realeinkommen
sinken, dann ist die nächste Kris ...
Neues Deutschland: zum Energiegutachten der Bundesregierung Traue keiner Statistik, die du nicht selbst
gefälscht hast«, lautet ein bekanntes Bonmot in Statistikerkreisen.
Die Bundesregierung hat dieses Motto bei dem von ihr in Auftrag
gegebenen Energiegutachten leicht variiert: »Traue keiner Studie,
deren Prämissen du nicht selbst vorgegeben hast.« Und die
Bundesregierung wollte wirklich nichts dem wissenschaftlichen Zufall
überlassen. Deshalb hat die Federführung ein Institut bekommen,
dessen Etat zu einem G ...
Neues Deutschland: SPD und LINKE für Springer zu extrem Der Springer-Verlag hat eine bezahlte Anzeige von
SPD und Linkspartei zur Werbung für eine Bildungshotline des
rot-roten Senats abgelehnt. Parteienwerbung, erst recht Werbung für
extremistische Parteien, gehörten nicht in den Unternehmenskonsens
der Springer-AG, heißt es in einem Schreiben an Christian Gaebler,
Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im
Abgeordnetenhaus. Das berichtet die Tageszeitung "Neues Deutschland"
(Wochenendausga ...
Neues Deutschland: zur Debatte um Sarrazin Deutschland schafft sich also ab, meint Thilo
Sarrazin. Warum regen wir uns darüber so auf? Muss das etwas
Schlechtes sein? Wem macht das Angst? Wovor? Warum? Und was könnte
danach kommen? Um eine Antithese zu Sarrazin zu wagen: Vielleicht
muss es wirklich so geschehen, wie es in einem Punk-Klassiker
besungen wird: »Deutschland muss sterben, damit wir leben können«.
Ha! Das Deutschland, das in den Köpfen eines angenommenen (und
wahrscheinlich real auch so ...
Neues Deutschland: Arbeitnehmerdatenschutz Ungenügend, dringender Nachbesserungsbedarf,
Gummiparagrafen für Arbeitgeber, Rechtsunsicherheiten - das sind die
Reaktionen von Opposition, Gewerkschaften und Arbeitgebern auf den
gestern beschlossenen Entwurf zum Beschäftigtendatenschutz. Die
Meinung der Arbeitgeberseite lassen wir mal außen vor. Haben doch
Lidl, Telekom und Co. eindrucksvoll bewiesen, dass ihnen der Schutz
der Privatsphäre ihrer Beschäftigten am Allerwertesten vorbei geht
und mit ihrem Ve ...
Neues Deutschland: zu Flut und terror in Pakistan »... und die Schleusen des Himmels öffneten
sich.« Mit diesen Worten beschreibt das Buch Genesis im Alten
Testament den Beginn der Sintflut, mit der Gott alle Wesen »vom
Erdboden vertilgt«. Auch wenn Letzteres zum Glück (noch) kein
realistisches Szenario ist und Gott in der aktuellen
Berichterstattung keine Rolle spielt - der Vergleich mit der Sintflut
ist der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan durchaus angemessen.
Auch, weil wie in bibl ...
Neues Deutschland: zur Reform der Bundeswehr Die Bundeswehr steht vor der tiefgreifendsten
Reform ihrer 55-jährigen Geschichte. Minister zu Guttenberg haut die
Pappkameraden raus und will die Truppe zu einer weltweit effizient
einsetzbaren Armee formen. Seine Logik gibt ihm Recht, denn der
schwerfällige Organismus Bundeswehr hat noch immer nicht akzeptiert,
dass es keinen Sowjetsoldaten mehr gibt, dem man das Picknick am
Atlantik verwehren muss. Keine Frage, dass der Weg hin zu einer
noch besser gedrillten Interventionsa ...
Neues Deutschland: zu abgelehnten Lohnerhöhungen Die Konzerne schreiben schwarze Zahlen, die Tische
bei Vorständen und Geschäftsführungen brechen unter der Last prall
gefüllter Auftragsbücher zusammen. Sowohl regierungs- als auch
unternehmer- und sogar gewerkschaftsnahe Wirtschaftsweise korrigieren
ihre Prognosen nach oben und sehen eine Drei vor dem Komma.
 Die Kurzarbeit und andere Instrumente der Krisenbewältigung
haben funktioniert, die Beschäftigten haben Verzicht geübt und damit
ihr ...
Neues Deutschland: Zahlt den Aufschwung! Auf Probe« würde Ursula Frerichs,
Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbands mittelständische
Wirtschaft, gern den Urlaubsanspruch für Lohnabhängige von sechs auf
vier Wochen kürzen. Was gibt es da bloß auszuprobieren? Ob es »der
Wirtschaft« gut tut, wenn, je nach Rechnung, die Arbeitszeit um
deutlich mehr als vier Prozent erhöht oder die Löhne um deutlich mehr
als vier Prozent gekürzt werden? Aber sicher! Ob ein geringerer
...
Neues Deutschland: Aiman Mazyek, Generalsekretär der Muslime, fordert die Deutschen auf, für die Flutopfer zu spenden Aiman A. Mazyek, der Generalsekretär des
Zentralrats der Muslime, nennt eine wachsende islamfeindliche
Stimmung als Grund für die mangelnde Spendenbereitschaft der
Deutschen für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan. Auch habe
das Land ein negatives Image, schreibt er in einem Meinungsbeitrag
für die Tageszeitung "Neues Deutschland" (Samstagsausgabe). "Im
Angesicht einer Jahrtausendflut und mittlerweile 20 Millionen
Obdachlosen wird zu viel über ...
Neues Deutschland: Veranstalter versicherte Duisburger Loveparade doppelt so hoch wie gefordert - immer noch zu wenig Die Ruhrgebietsstädte Essen, Bochum, Dortmund,
Duisburg und Gelsenkirchen haben den Loveparade-Veranstalter Lopavent
in einer "Rahmenvereinbarung" über die Loveparaden der Jahre 2007 bis
2011 auf eine viel zu geringe Versicherungssumme verpflichtet,
berichtet Neues Deutschland in seiner Freitagsausgabe. Lopavent
sollte dem Vertrag zufolge eine Veranstalterhaftpflichtversicherung
in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro pro Loveparade abschließen.
Die Vere ...
Neues Deutschland: zum US-Truppenabzug aus Irak Erinnern Sie sich noch an den unglaublichen
Auftritt des Colin Powell im Februar 2003 im Weltsicherheitsrat? Die
Welt musste gerettet werden vor Saddam Hussein, dem Paten des
Terrornetzwerkes Al Qaida, dem Monster mit den
Massenvernichtungswaffen. Alles Lüge. Erinnern Sie sich noch an die
peinliche Show des George W. Bush drei Monate später auf dem
Flugzeugträger USS Lincoln, als der USA-Präsident vollmundig das Ende
der Kampfhandlungen in Irak verkündete? Nicht we ...
Neues Deutschland: zu Google Street View Kein Wunder, dass das politische Kabarett so im
Niedergang begriffen ist. Die Gags kommen ja jetzt direkt von der
Regierung. Bis zum Herbst, so hörte man gestern, will die Regierung
Maßnahmen beschließen, um Online-Geodienste wie Google Street View
stärker zu regulieren. Ha, ha ... kicher: Frau Minister Aigner
sitzt ganz vorn am großen Datensee, um den Kraken Google an den Haken
zu bekommen. Einfalt, nimm deinen Lauf!  Was die
Bundesregierun ...
Neues Deutschland: Folgerichtig Schritt für Schritt kippt das
Bundesverfassungsgericht die Benachteiligungen homosexueller
Lebenspartner. Vor zehn Monaten stärkte das Gericht in der
Hinterbliebenenrente die Rechte verheirateter Schwuler und Lesben.
Diese Linie setzt sich nun im Erbrecht fort. Bei rechtlicher Prüfung
wird klar, dass die Schlechterstellung nur deshalb existiert, weil
bei Einführung der Homo-Ehe 2001 noch nicht gleich sein durfte, was
sich vermeintlich nicht gehört. Denn das » ...
Neues Deutschland: zur Afghanistan-Politik der USA War das etwa der Abschied vom angekündigten Abzug,
wie manche orakeln? In seinem ersten Interview auf neuem Posten
stellte der Afghanistan-Kommandeur der NATO Petraeus den von
US-Präsident Obama für Juli nächsten Jahres angekündigten
Truppenabbau in Frage. Seine Formel: Das Ganze sei ein Prozess, kein
Ereignis und an Bedingungen gebunden. Mithin müsse man beim Termin
flexibel sein. Stolpert Obama also schon ein paar Wochen nach
Ablösung des unbotmä ...
Neues Deutschland: Killerdrohnen Er war Vize-Gouverneur der jemenitischen Provinz
Marib und saß am Verhandlungstisch mit Islamisten, um über ein Ende
ihrer Gewaltaktionen zu verhandeln. Falscher Zeitpunkt, falscher Ort.
Denn auch er starb, als das US-amerikanische Militär vor drei Monaten
in einer Geheimoperation die »Al-Qaida-Stellung« bombardierte. 16
Drohnen-Angriffe brauchte die CIA, ehe sie im Vorjahr endlich
Baitullah Mehsud getötet hatte, den Anführer der pakistanischen
Taliban. ...
Neues Deutschland: zum Wirtschaftswachstum in Deutschland Von einem »Aufschwung XL« sprechen die Jubler
angesichts des höchsten Quartalswachstums des deutschen
Bruttoinlandsproduktes (BIP) seit der Vereinigung.
Regierungsvertreter reagieren, wie sie das immer anlässlich
statistischer Verkündungen tun: Für positive Zahlen ist die eigene
Politik verantwortlich, an negativen ist das Ausland schuld. Was
natürlich auch diesmal überhaupt nicht stimmt: Die starke Nachfrage
aus China, den USA und von EU-Partnern ...
Neues Deutschland: zum Wirtschaftswachstum in Deutschland Von einem »Aufschwung XL« sprechen die Jubler
angesichts des höchsten Quartalswachstums des deutschen
Bruttoinlandsproduktes (BIP) seit der Vereinigung.
Regierungsvertreter reagieren, wie sie das immer anlässlich
statistischer Verkündungen tun: Für positive Zahlen ist die eigene
Politik verantwortlich, an negativen ist das Ausland schuld. Was
natürlich auch diesmal überhaupt nicht stimmt: Die starke Nachfrage
aus China, den USA und von EU-Partnern ...
Neues Deutschland: zum Prozess in Guantanamo Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens
einen Koch bei sich, fragte einst Brecht. Osama bin Laden hatte -
auf seinem Feldzug gegen die verderbte westliche Welt. Wobei Ibrahim
Ahmed Mahmoud al-Qosi mehr war, Fahrer auch und Leibwächter. Jetzt
wurde der 50-Jährige der Unterstützung des Terrornetzwerkes Al Qaida
für schuldig befunden und zu 14 Jahren Haft verurteilt. Von einer
Militärjury im US-Gefangenenlager Guantanamo. Es ist das erste
derartige U ...
Neues Deutschland: zur Kritik an Google Es scheint Zeitalter zurückzuliegen, dass erhitzt
über Videokameras auf öffentlichen Plätzen diskutiert wurde. Damit
würde eine flächendeckende Überwachung eingeleitet, befürchteten die
Kritiker. Niemand soll sagen, dass die Befürchtungen nicht
eingetroffen wären. Die Kameras sind unauffällige Begleiter bei immer
mehr alltäglichen Gängen und Tätigkeiten. Auf Kreuzungen, Bahnhöfen,
in öffentlichen Verkehrsmitteln ...
Neues Deutschland: zur Debatte umn AKW-Laufzeiten Atomkonsens hieß das Gesetz mal, das eine rot-grüne
Bundesregierung mit der Energiewirtschaft ausgehandelt hatte. Darin
war - unterschrieben auch von den AKW-Betreibern - festgelegt, dass
Deutschland aus der Atomenergie aussteigt. Für die einzelnen Meiler
wurden Restlaufzeiten vereinbart. Union und Liberale sind schon mit
der Forderung nach Laufzeitverlängerung in den Wahlkampf gezogen.
Deshalb mag die Koalition sich vom Wählerwillen bestätigt sehen, wenn
sie ...
Neues Deutschland: Rente mit 67 Die SPD tut es schon wieder: Die unterschiedlichen
Positionen von Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und
Parteivorsitzendem Sigmar Gabriel zur Rente mit 67 Jahren zeigen
einmal mehr, dass auch fast ein Jahr nach dem Absturz in die
Opposition die innerparteilichen Konflikte um die Grundsatzthemen bei
den Sozialdemokraten nicht beigelegt sind. Wird sich die Partei je
wiederfinden? Die Sinnkrise meistern? Steinmeier verfolgt - scheinbar
unbeeindruckt - weiter den Weg der alten Schröder ...
Neues Deutschland: Renommiertes Archiv der Jugendkulturen steht vor dem Aus Berlin (ots) - Das europaweit einzigartige Archiv
der Jugendkulturen in Berlin steht vor dem Aus. Weil das renommierte
und vielfach ausgzeichnete Archiv keinen Cent Regelförderung erhalte,
habe man in den vergangenen Jahren monatlich ein- bis eineinhalb
Tausend Euro pro Monat privat zuzahlen müssen, sagte der Leiter des
Jugendarchivs, Klaus Farin, dem Neuen Deutschland (Montagsausgabe).
"Wir halten das Archiv seit 1998 überwiegend durch private Spenden
und viel ehrenamt ...
Neues Deutschland: zur Ausweitung der Stasi-Überprüfungen Tätigkeit für den einstigen DDR-Geheimdienst wird
wohl ein Grund misstrauischer Überprüfung bleiben, so lange irgendein
Selbstgerechter mit dem nötigen Einfluss den Hauch eines Vorteils
darin erkennen kann. Nun womöglich bis ins Jahr 2019 - es spielt
keine Rolle, dass ein dann 50-Jähriger zum Ende der DDR ein junger
Mensch von 20 Jahren war, nach heutigem Strafrecht noch als
Heranwachsender gilt. Nachvollziehbare Begründungen für diese
Strenge, ...
Neues Deutschland: zur Spendenbereitschaft von US-Milliardären Ist er endlich gekommen, der Tag des Heils? Hat
sich das 2000-jährige Warten gelohnt? Eindringlich hatte der Apostel
Paulus die Reichen gemahnt: »Sie sollen wohltätig sein, reich werden
an guten Werken, freigebig sein und, was sie haben, mit anderen
teilen.« 40 Milliardäre aus den USA wollen mindestens die Hälfte
ihres Vermögens für wohltätige Zwecke spenden. Und das sei erst der
Anfang, versichern die Initiatoren Bill Gates und Warren Buffe ...
Neues Deutschland: zur BP-Aktion im Golf Das Ölbohrloch im Golf von Mexiko wird, so scheint
es, nun endgültig verschlossen. Mehr als ein Dreivierteljahr hat der
lange Zeit hilflos agierende Ölgigant BP dafür benötigt. Heißt es nun
Schwamm drüber, wie es die BP-Verantwortlichen wohl am liebsten
hätten? Das ist nicht zu erwarten, denn die Langzeitfolgen der
größten Ölkatastrophe in der Geschichte sind noch kaum absehbar. Das
gilt für die ökologischen Zerstörun ...
Neues Deutschland: zur Debatte um zu hohe Strompreise Die Klage über zu hohe Strompreise in Deutschland
ist alt. Und regelmäßig werden die gleichen Argumente ausgetauscht.
Kritiker beklagen einen mangelhaften Markt, eine faktisch
oligopolistische Anbieterstruktur, während die Energiekonzerne und
ihre Lobbyisten in schöner Regelmäßigkeit auf die Mehrkosten durch
Steuern und das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) verweisen. Gern wird
mit weiteren Kostensteigerungen gedroht, falls die ach so billigen
Atomkraftw ...
Neues Deutschland: zu den militärischen Optionen der USA gegen Iran Er hat das einfach mal so nebenbei fallen gelassen.
Ein Militärschlag gegen Iran bleibe »eine« Option, so
US-Generalstabschef Mullen. Gern erführe man etwas über die anderen
Optionen und vor allem deren erste. Seit den »Luftschlägen« der NATO
1999 gegen Jugoslawien und den »Militäraktionen« Israels gegen Gaza
dürfen wir sicher sein, dass - wenn ein General von einem
Militärschlag spricht - nicht irgendein Scharmütz ...
Neues Deutschland: Pentagon zu WikiLeaks-Enhüllungen Getroffene Hunde bellen. Und momentan wird laut
gebellt in Washington. »Aggressiv« lässt Pentagon-Chef Gates nach der
undichten Stelle suchen, über die Geheimdokumente des
US-Verteidigungsministeriums zum Afghanistan-Krieg an die
Enthüllungs-Website WikiLeaks gelangten. Der mutmaßliche Informant
wurde bereits weggesperrt; WikiLeaks-Chef Assange zum Handlanger von
Taliban-Terroristen gestempelt.  Dass die Betriebsamkeit den
Image-Schaden wieder gut ...
Neues Deutschland: Bisky verteidigt Ernst Der langjährige Vorsitzende der Linkspartei Lothar
Bisky hat den wegen angeblich unkorrekt abgerechneter Flüge und
unangemessen hoher Einkünfte in der Kritik stehenden Parteichef Klaus
Ernst verteidigt. Im Gespräch mit der Tageszeitung "Neues
Deutschland" (Samstagausgabe) meinte Bisky mit Blick auf Ernsts
Parteigehalt, das dieser neben den Einkünften als
Bundestagsabgeordneter bezieht, es gebe keinen Grund, warum
Parteivorsitzende weniger Einkünfte h ...
Neues Deutschland: zur Situation in Duisburg Auch heute auf der offiziellen Duisburger
Trauerfeier für die 21 Toten dürfte die Erbärmlichkeit, mit der die
Organisatoren der Love Parade ihrer Verantwortung mit wechselseitigen
Schuldzuweisungen zu entwischen suchen, nicht auszublenden sein. In
die Trauer mischt sich seit Tagen nicht nur bei den unmittelbar
Betroffenen Verachtung für diejenigen, die die Folgen ihres
leichtfertigen Umgangs mit der Sicherheit der Raver nicht tragen
wollen. Und in der Union herrscht hek ...
Neues Deutschland: zur UNO-Resolutionüber Wasser als Menschenrecht Der Fortschritt ist kein Wasserfall. Dennoch ist
die Annahme der Resolution zum Recht auf Wasser und sanitäre
Grundversorgung mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Es war
alles andere als selbstverständlich, dass sich die
UNO-Generalversammlung der von Bolivien vorgelegten Beschlussvorlage
anschließen würde. Geraume Zeit stellten sich reiche Staaten wie vor
allem Kanada, aber auch Australien, die USA und Großbritannien quer.
Nun ist das Recht auf Wass ...
Neues Deutschland: zur Zunahme der Leiharbeit in Deutschland Was bereits während der Krise von Gewerkschaftern
und Oppositionsparteien befürchtet worden war, scheint nun
einzutreten: Obwohl die Konjunkturaussichten gerade mehr als rosig
sind und die Auftragszahlen steigen, stellen die Unternehmen nicht
zwangsläufig auch wieder feste neue Mitarbeiter ein. Stattdessen wird
die Leiharbeit ausgeweitet - die Zahl der befristet beschäftigten und
gegenüber der Stammbelegschaft deutlich schlechter bezahlten
Zeitarbeiter wächst s ...
Neues Deutschland: zur Studieüber den Niedriglohnsektor Die Erinnerungen daran, was zu Beginn des
vergangenen Jahrzehnts alles für den »Standort Deutschland« geopfert
werden sollte, dürften zwar verblasst sein. Das in dieser Zeit
geprägte gesellschaftliche Klima, das nicht zuletzt unter Rot-Grün in
die bundesdeutsche Sozialgesetzgebung Einzug hielt, ist inzwischen
jedoch allerorten erlebbar. So hat sich in den vergangenen Jahren ein
Niedriglohnsektor etabliert und ausgeweitet, mit dem der
bundesdeutsche Arbeitsmar ...
Neues Deutschland: Abgekoppelt Man sollte sich nicht einen Maulwurf zum König
wählen und dann klagen, dass der Straßenasphalt verboten wird. Wenn
Wirtschaftsminister Brüderle die Abkoppelung der Renten von der
Lohnentwicklung rückgängig machen will, klingt das überdies fast
einleuchtend. Doch die Abkoppelung ist kein Teufelszeug, sondern sie
war ein Gebot der Stunde, als die Krise nicht nur Nullrunden, sondern
erstmals auch ein nominelles Sinken der Renten zur Folge gehabt
hätte. ...
Neues Deutschland: Spannungen auf der koreanischen Halbinsel Das sprichwörtliche Diktum, es sei der Klügere, der
nachgibt, mag in vielen Fällen der Bemäntelung eigener Schwäche als
angebliche Klugheit dienen. In der Politik, namentlich jener mit
militärischer Macht unterfütterten, gilt indes jedes Nachgeben per se
als Schwäche. Was ausgesprochen unklug sein kann. Die Spannungen auf
der koreanischen Halbinsel, die am Sonntag mit dem Beginn gemeinsamer
Manöver USA-Südkorea eine weitere Eskalation erfahren ...
Neues Deutschland: Latente Kriegsgefahr E in heißer Krieg zwischen Kolumbien und
Venezuela ist vielleicht nicht hochwahrscheinlich, gänzlich
ausschließen mag man ihn freilich nicht mehr. Zu offensichtlich
versucht Kolumbiens am 7. August scheidender Präsident Álvaro
Uribe, ein vermintes Feld zu hinterlassen, Provokation reiht sich an
Provokation. Die Evidenz der von Kolumbien vorgelegten Belege für
FARC-Guerilleros auf venezolanischem Gebiet ist zumindest
zweifelhaft. Unklar ...
Neues Deutschland: Langer Arm Das Bundesverwaltungsgericht findet es in Ordnung,
dass der Verfassungsschutz jahrelang umfassend Daten über den
LINKE-Politiker Bodo Ramelow sammelte. In dem gestrigen
Revisionsverfahren ging es wider Erwarten nicht so sehr um den
Einzelfall Ramelow; es ging vor allem um die LINKE als gesamte
Partei. Weil diese im Verdacht verfassungsfeindlicher Bestrebungen
stehe, könne man über ihre Mitglieder Dossiers anlegen. Das ist die
Essenz des Urteils.
Damit haben die obersten ...
Neues Deutschland: Haftbar für Kabul Kabul erlebte »die erste Großkonferenz über
Afghanistan in Afghanistan und von Afghanistan organisiert«. Das
allein - glaubt man im Berliner Außenamt - sei als Erfolg zu werten.
Nur dass schon die äußeren Umstände dagegen sprechen: Nach neun
Jahren Krieg tagten die Vertreter aus 70 Staaten hinter Schutzmauern,
Stacheldraht und Betonsperren, bewacht von einem riesigen Heer an
Sicherheitskräften, von denen Afghanen allenfalls die vordere Reihe ...
Neues Deutschland: Merkel, Märkte, Müdigkeiten Wie oft schimpft man über Politikertypen, die
trotz erwiesener Unfähigkeiten an ihren Sesseln kleben. Warum also
brandet kein Jubel auf, wenn das Land jetzt von einer Aussteigerwelle
erfasst wird?
Es wäre unfair, nur auf die »Volkspartei« CDU zu zeigen. Was die
Christdemokraten mit Merz, Oettinger, Köhler, Koch und Beust sowie
mit den per Abstimmung hinfort- oder hochgespülten Landesfürsten
Rüttgers oder Wulff erleben, ist auch der » ...
Neues Deutschland: NRW und die LINKE Die politische Sommerpause hat begonnen, es ist
nicht mehr viel los - da halten sich die Medien gern noch am
Stichwort Nordrhein-Westfalen fest. Wo immer ein SPD-Politiker nach
Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der LINKEN gefragt wird, bekommt
man erst einmal einen Kurzvortrag über die Widersprüche in der
Linkspartei verpasst - in NRW ein unberechenbarer Haufen; im Bund
noch lange nicht regierungsfähig. So etwas sagen mit Gabriel,
Steinmeier und Wowereit führend ...
Neues Deutschland: Steuern, nicht Steuern E ine Steuer auf Flugtickets? Klar, warum
nicht?! Und wenn wir schon beim Bürger-Melken sind - wie wäre es mit
einer Abgabe für übermäßiges Schwitzen in DB-Zügen? Da kommt was rein
in die Staatskassen! Wie bitte, das macht die ICE-Klimaanlagen auch
nicht klimatauglicher? Natürlich nicht. Die Flugticketsteuer hilft ja
auch nicht, den Schadstoffausstoß der Jets zu mindern. Schäuble will
einfach kassieren.
Das - und nicht die Ide ...
Neues Deutschland: (Berichtigung Sterbedatum)
Schriftsteller Günter Görlich gestorben Nach langer schwerer Krankheit ist der
Schriftststeller Günter Görlich am 14. Juli in einem Hospiz in
Berlin-Lichtenberg verstorben. Das teilte seine Frau der Tageszeitung
"Neues Deutschland" mit.
Am 6. Januar 1928 in Breslau geboren, hat Görlich an die 30 Bücher
veröffentlicht. Mit Romanen und Erzählungen wie "Unbequeme Liebe"
(1965), "Den Wolken ein Stück näher" (1971), "Eine Anzeige in der
Zeitung" (1978), ...
Neues Deutschland: Schriftsteller Günter Görlich gestorben Nach langer schwerer Krankheit ist der
Schriftststeller Günter Görlich am 14. Juni in einem Hospiz in
Berlin-Lichtenberg verstorben. Das teilte seine Frau der Tageszeitung
"Neues Deutschland" mit.
Am 6. Januar 1928 in Breslau geboren, hat Görlich an die 30 Bücher
veröffentlicht. Mit Romanen und Erzählungen wie "Unbequeme Liebe"
(1965), "Den Wolken ein Stück näher" (1971), "Eine Anzeige in der
Zeitung" (1978), ...
Neues Deutschland: Zeitenändern sich W olfgang Clements Anruf ereilte sie beim
Spargelschälen: Ob sie NRW-Ministerin für Bundes- und
Europaangelegenheiten werden wolle? Hannelore Kraft bejahte die Frage
des Ministerpräsidenten fröhlich. Doch so einfach wie damals im Jahr
2000 - als Rot-Grün noch über eine stabile Mehrheit verfügte - ist
die Kabinettsbildung nicht mehr.
Manchen Korb fing Kraft sich in den letzten Wochen ein. Zu
unsicher erschien vielen Bundes- und Europapolitiker ...
Neues Deutschland: Drahtseilakt Gemessen am monatelangen Eiertanz um die
Machtkonstellation in Nordrhein-Westfalen ging gestern alles
erstaunlich glatt: Zweimal bekam Hannelore Kraft bei der Wahl zur
Ministerpräsidentin die volle Stimmenzahl von Rot-Grün, und die LINKE
spielte mit. Keine Intrige, keine Abweichler.
Damit ist - zumindest vorerst - eine Politakrobatik gelungen, die
vor allem SPD und Grünen höchste Gelenkigkeit abverlangte. Man hat
die hessische Lektion gelernt. Doch leichter wird es n ...
Neues Deutschland: Heißer Sommer Während es der DGB in schöner jährlicher
Regelmäßigkeit bei der Ankündigung eines heißen Herbstes belässt,
haben beim Mieterbund schon jetzt Außentemperaturen und Gefühlslage
beachtliche Übereinstimmung erreicht. Man muss ein gutes Gedächtnis
bis zum Beginn der 90er Jahre haben, um sich solch kämpferischer Töne
beim Dachverband von 322 Mietervereinen im Land zu erinnern. Als
Irmgard Adam-Schwaetzer von der FDP Bundesb ...
Neues Deutschland: Zu bescheiden! Der BND ist - erkennt man die Jahre als
Organisation Gehlen an - 65 Jahre alt. Eigentlich könnte er in Rente
gehen, sich in den Schaukelstuhl setzen und mal mit der Gelassenheit
des Alters von früher erzählen. Früher, als man den Verlust von
Führer, Volk und Vaterland verschmerzen musste. Doch nie hat der BND
seine Ideale und seine Freunde - was immer man ihnen auch an
Schrecklichem vorwarf - verraten. Tapfer hat er sich weiter gegen die
rote Flut aus dem Osten ges ...
Neues Deutschland: Südafrika setzt ein Beispiel Südafrika hat den weit verbreiteten Afropessimismus
eindrucksvoll widerlegt: Die erste Fußballweltmeisterschaft auf
afrikanischem Boden ging allen Unkenrufen zum Trotz nahezu
reibungslos über die Bühne. Von der Regierung bis zum kleinen Mann
auf der Straße sind sich alle einig, dass es sich bei der
Weltmeisterschaft um das größte Ereignis des Landes seit der
Überwindung der Apartheid 1994 gehandelt hat.
Der Test, ob der Impuls dieser WM - wie ...
Neues Deutschland: zum Agentenaustausch USA-Russland Orson Welles hat der Stadt mit seinem berühmten
Agententhriller »Der dritte Mann« einst ein ganz besonderes
filmisches Denkmal gesetzt. In kalten Kriegszeiten war Wien ein
regelrechter Magnet für Spione aus aller Herren Länder. Und auch 20
Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts soll Österreichs Hauptstadt
noch immer ein Tummelplatz für Schlapphüte aller Coleur sein. Die
müssen sich gestern wie in der Zeitmaschine gefühlt haben. Erstmals
...
Neues Deutschland: zur aktuellen Gesundheitsdebatte Bei allem Respekt für die Proteste gegen Röslers
Gesundheitspläne, die es aus den Oppositionsparteien, den
Sozialverbänden, Gewerkschaften und vielen anderen Organisationen
hagelt - es wird nicht einfach sein, an den Zusatzbeiträgen noch
etwas zu ändern. Sie stehen ja nicht nur für eine unsoziale
Umwandlung des Gesundheitssystems, sondern vor allem als Symbol für
die Glaubwürdigkeit dieser Koalition, die ihren verbliebenen Wählern
damit si ...
Neues Deutschland: zum Integrationsbericht der Bundesregierung Schwarz auf Weiß liegt er nun vor, der Bericht zur
Lage der Ausländer in Deutschland. Durch ihn wird der gesamten
Integrationspolitik der vergangenen Jahre ein miserables Zeugnis
ausgestellt. Denn: Migrantenkinder erreichen deutlich schlechtere
Schulabschlüsse als ihre gleichaltrigen Mitschüler. Laut Bericht
beendet ein Großteil der Migranten die Schule mit einem
Hauptschulabschluss. Durch fehlende Bildungsabschlüsse haben
Migranten auf dem Arbeitsmarkt e ...
Neues Deutschland: zur Debatte um die Krankenversicherungsbeträge Breite Zustimmung fanden Veränderungen in der
Gesundheitspolitik dieses Landes nie. Dazu gibt es zu viele
Grüppchen, die auf ihre Privilegien bedacht sind. Die rannten
entweder mit Weißkittel und Trillerpfeife auf die Straße oder
schickten heimlich ihre Lobbyisten in die Gremien, um das Schlimmste
zu verhindern. Aber dieses Mal haben Unverfrorenheit und
Klientelpolitik das Maß der Erträglichkeit weit überschritten.
Reformabsichten? Gerechtigkeit? Soli ...
Neues Deutschland: zum Wahlausgang in Polen Eine Warschauer Zeitung brachte es gestern auf den
Punkt: »Ihr habt jetzt alle Macht. Zeigt, was ihr anzubieten habt.«
Ihr, das ist die liberal-konservative Bürgerplattform (PO), die neben
dem Regierungschef mit Bronislaw Komorowski nun auch das
Staatsoberhaupt stellt. In den zwei Jahrzehnten nach der polnischen
Wende gab es bisher kaum eine solche Machtfülle für eine Partei. Die
Frage ist nur, was sie daraus macht. Ob Brüssel, Berlin oder
Moskau, jenseits ...
Neues Deutschland: zur Debatte um die Krankenversicherung Wunderbar, was die junge Nationalmannschaft im
fernen Südafrika präsentiert. Kanzlerin Angela Merkel war schier aus
dem Häuschen nach dem 4:0 gegen Argentinien. Lodernde Freude in
Kapstadt, derweil daheim die Hütte brennt. Koalition und Opposition
schlagen sich beim Dauerbrenner Gesundheit wechselseitig die
Argumente um die Ohren. Wären es nur verbale, man würde meinen,
lasst sie doch, irgendwie müssen sie ja miteinander reden. Es geht
aber um Milliard ...
Neues Deutschland: zu den Krankenkassenbeiträgen Die Krankenkassenbeiträge sollen auf 15,5 Prozent
steigen, die Zusatzbeiträge erhöht werden, heißt es. Höhere Beiträge
sind schmerzhaft für den Großteil der Lohnabhängigen, die wenig oder
mittelmäßig verdienen. Wer hierzulande viel oder sehr viel verdient,
liegt dagegen entweder über der Beitragsbemessungsgrenze und muss
nicht mehr gemäß seinem Einkommen einzahlen oder ist privat
versichert und entrichtet trotz bevor ...
Neues Deutschland: Die LINKE und die Präsidentenwahl Was könnte die LINKE für Möglichkeiten haben! Sie
wäre in den Klub der Edeldemokraten aufgestiegen, von ihrer
Vergangenheit gereinigt und regierungsfähig, geben SPD und Grüne zu
verstehen. Hätte sie Joachim Gauck gewählt. Das mag glauben, wer
will. Dieselben Leute, die der Linkspartei sonst vorhalten, sich
nicht ihrer Geschichte zu stellen, hätten ihr jetzt als Lohn für eine
Symbolhandlung Absolution erteilt? Wenn das kein Etikettenschwind ...
Neues Deutschland: Wahl des Bundespräsidenten Das Votum von drei Dutzend Bundesversammelten aus
Union und FDP gegen den eigenen Kandidaten im ersten Wahlgang hatte
allenfalls vordergründig damit zu tun, dass der eine oder andere
Gauck vielleicht tatsächlich für einen besseren Präsidenten hielt.
Die aufmüpfigen Stimmzettel waren nicht zu seinen Ehren adressiert,
es waren gelbe Karten für Merkel und Westerwelle. Nach allem Zoff in
der angeblich so gewollten schwarz-gelben Koalition und nach dem
Unions-Desa ...
Neues Deutschland: zur europäischen Stabilitätspakt Die EU-Kommission will den Stabilitätspakt
verschärfen. Dies zwar nicht ganz so scharf wie von der deutschen
Regierung gewünscht, aber die Vorschläge weisen doch in die falsche
Richtung. Seit der Gründung der Europäischen Währungsunion endeten
die kontroversen Debatten über die richtige wirtschaftspolitische
Strategie immer mit demselben Ergebnis: Die monetaristischen Falken
setzen sich durch. Die Geldpolitik der Zentralbank orientiert sich
einsei ...
Neues Deutschland: LINKE-Initiative für NS-Verfolgte Die Bundestags-Linksfraktion hat einen Antrag zur
Einrichtung eines Härtefonds für einstige NS-Verfolgte eingebracht.
Wie die Tageszeitung "Neues Deutschland" (Mittwoch-Ausgabe)
berichtet, sollen damit Personen bedacht werden, denen übliche
Zuwendungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz aberkannt oder
vorenthalten wurden, weil sie Mitglied in der KPD, der Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes (VVN) oder anderen als kommunistisch
beeinflusst geltenden Or ...
Neues Deutschland: zur Wahl des Bundespräsidenten Heute wird ein Bundespräsident gewählt. Jeder, der
in das Amt gewählt wird, ist Ansprechpartner für alle Deutschen, übt
Gerechtigkeit gegenüber jedermann. Seine Macht, so haben wir es nun
zum x-ten Mal gehört, stützt sich vor allem auf das Wort.. Ein
Präsident, der das Wort wie keiner vor und nach ihm zu gebrauchen
wusste, war Richard von Weizsäcker. Am 8. Mai 1985 hielt er eine
historische Rede zum »Tag der Befreiung«. Er sag ...
Neues Deutschland: zum Referendum in Kisgistan Kirgistan hat seit Sonntag kraft Volksentscheid die
modernste Verfassung Zentralasiens. Kein »Führer der Nation«, kein
»Vater aller Kirgisen«, der bevorzugt doch nur eigene Kinder und
Verwandte bedenkt, sondern ein demokratisch gewähltes Parlament, in
dem auch Minderheiten Sitz und Stimme haben, soll künftig die
maßgeblichen Entscheidungen treffen. Soweit der löbliche
Verfassungstext. Mit der Wirklichkeit zu Füßen der Tienschan- ...
Neues Deutschland: zum G20-Gipfel »Widersetzt euch dem Krieg gegen die Armen, lasst
die Reichen bezahlen« lautete eine Losung bei der Großdemonstration
gegen den G8- und den G20-Gipfel in Kanada. Doch aller Protest half
nichts: Die politisch Mächtigen dieser Welt verabschiedeten sich
selbst von den eigenen Millenniumszielen zur Armutsreduzierung.
 Die Randale am Rande der Demo ist dabei nicht geeignet, die
Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrieländer zum
Umdenken zu bew ...
Neues Deutschland: zur Verschiebung der Eröffnung des Flughafens BBI Für ein schickes Wahlkampffoto mit dem Regierenden
Bürgermeister wird sich dieser Termin jetzt nicht mehr eignen: Der
neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International wird erst
am 3. Juni 2012 öffnen, sieben Monate später als geplant und somit
auch mit gehörigem Abstand zur Berliner Abgeordnetenhauswahl. Das
scheint aber noch die unangenehmste Begleiterscheinung der
Verzögerung für Klaus Wowereit zu sein, der sich gestern wie alle
Beteiligten be ...
Neues Deutschland: zum US-Postenwechsel am Hindukusch David Petraeus also für Stanley McChrystal. Der
Neue auf dem Posten des NATO-Oberbefehlshabers am Hindukusch ist so
neu nicht, die Strategie soll ohnehin die alte bleiben, und die
Taliban haben schon angekündigt, ihren Kampf wie gehabt fortzusetzen.
Auch Bundesverteidigungsminister Guttenberg, der so tat, als hänge
das Wohl und Wehe Afghanistans allein vom geschassten General mit dem
losen Mundwerk ab, wird schnell zur Tagesordnung übergehen. Und die
verspricht nichts Gu ...
Neues Deutschland: zum BAG-Urteilüber Tarifverträge Die Entscheidung hatte sich angekündigt. Das
Bundesarbeitsgericht hat die Tarifeinheit gekippt. Fortan können in
einem Betrieb mehrere Tarifverträge gelten. Die
Spartengewerkschaften gehen gestärkt aus diesem Urteil hervor. Die
Großgewerkschaft ver.di, aus der beispielsweise die Vereinigung
Cockpit für Piloten und die Ärztegewerkschaft Marburger Bund
ausgetreten sind, sieht sich nun verstärkter Konkurrenz gegenüber,
die aber das Tarifgesch&a ...
Neues Deutschland: zum bevorstehenden Treffen der Kanzlerin mit den Energiekonzernen Die Physikerin Angela Merkel war schon als
Umweltministerin der Kohl-Regierung gern gesehene Gastrednerin auf
Veranstaltungen der Energiekonzerne und machte auch nie ein Hehl
daraus, dass sie die Atomenergie für eine unentbehrliche Säule der
Energiewirtschaft hält. Ob sie als Bundeskanzlerin Wesentliches
dazugelernt hat, wird das Ergebnis ihrer Gespräche mit den
AKW-Betreibern zeigen. Ein durchaus schlechtes Omen allerdings ist
schon die höchst einseitige Auswahl ...
Neues Deutschland: zum Verfassungsschutzbericht Die Beweise gegen die Linkspartei sind erdrückend.
Und das ND hat einen unwiderlegbaren, weil gedruckten geliefert. Man
lese nach im neuen Verfassungsschutzbericht, Seite 156, Fußnote 103.
Da wird das antidemokratische, ja geradezu umstürzlerische Konzept
dieser Linksextremisten enthüllt. Die Fußnote bezieht sich auf eine
Anzeige auf einer ND-Reise-Seite. Darin wirbt die
Linkspartei-Arbeitsgemeinschaft Cuba Si für eine Karibik-Tour.
Angepriesen wird die T ...
Neues Deutschland: zur Regierungsfähigkeit der designierten NRW-Ministerpräsidentin Kraft Rüttgers muss weg - das war gemeinsames Wahlziel
von SPD, Grünen und LINKER. Rüttgers ist weg: Er darf weder als
Ministerpräsident kandidieren noch Oppositionsführer werden. Auch als
Landeschef und Bundes-Vize der CDU wird er sich nicht lange halten
können. Vorbei ist die Karriere des Mannes, der einst vielen als
heißer Anwärter auf den Posten des Bundeskanzlers galt. Gut so!
Doch der Jubel hält sich in Grenzen. Denn leichte Zeiten stehen
R& ...
Neues Deutschland: Rot-Rot in Berlin und Brandenburg einig bei Initiativen im Bundesrat Zur Einführung einer Vermögensteuer und der
Anhebung des Spitzensteuersatzes wurde am Sonntag eine gemeinsame
Initiative der Bundesländer Berlin und Brandenburg angeschoben,
schreibt die Tageszeitung "Neues Deutschland" (Montagausgabe). »Es
wäre gut, wenn wir das gemeinsam hinbekommen. Das wäre sehr in
unserem Sinne«, sagte der Fraktionsvorsitzende im Brandenburger
Landtag Dietmar Woidke (SPD) in einer Podiumsdebatte beim Pressefest
der in Be ...
Neues Deutschland: zum EU-Gipfel Das deutsch-französische Tandem als wichtigstes
Gespann der Europäischen Union tritt zwar momentan nicht in
unterschiedliche Richtungen in die Pedale. Aber zumindest ziemlich
asynchron sieht die Fahrt der EU momentan aus. Die aktuelle Finanz-,
Wirtschafts- und nun auch Schuldenkrise würde klare konkrete
Beschlüsse erforderlich machen, doch der jüngste EU-Gipfel brachte
kaum mehr als vage Ankündigungen. Das Geeiere um Begrifflichkeiten
bei der Strategie gegen ...
Neues Deutschland: zur Minderheitsregierung in NRW Noch am Mittwochmorgen hatte Hannelore Kraft
versucht, vor Hauptstadt-Journalisten ihren etwas bizarren
Politikansatz zu erklären: Die SPD sollte »aus dem Parlament heraus«
Gesetze durchbringen, aber die schwarz-gelbe Regierung ohne Mehrheit
im Amt belassen. Gestern knickte die Chefin der NRW-SPD endlich ein:
Sie wird nun doch eine rot-grüne Minderheitsregierung bilden. Zu groß
war wohl der politische und mediale Druck. Das ist gut für die
Bundesrepublik. D ...
Neues Deutschland: zum Entscheidungsstillstand in der schwarz-gelben Koalition In der schwarz-gelben Koalition stehen die Zeichen
wieder einmal auf Stillstand. Diesmal heißt das magische Datum: 30.
Juni. Klar ist, dass bis zur Wahl des neuen Bundespräsidenten Union
und FDP kein heißes Eisen mehr anfassen werden, um nach neun Monaten
Dauerzoff neuen Streit zu vermeiden. Jede neue verbale Rauferei, das
weiß Kanzlerin Merkel, würde nicht nur ihren Wunschkandidaten Wulff
gefährden, sondern damit ihr eigenes politisches Schicksal besiegeln ...
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