TPT modellbasierter Test von Steuerungs- und Regelungssystemen
TPT (Time Partition Testing) ist ein Software-Werkzeug für den Softwaretest oder die Softwareverifikation eingebetteter Systeme. Meist werden eingebettete Systeme mit Hilfe von Testskripten getestet – bei TPT werden Testfälle grafisch modelliert. TPT unterstützt unter anderem auch Tests von Regelungssystemen und Systemen mit kontinuierlichem Verhalten (Systeme, die mit ihrer Umgebung physikalische Werte bzw. Signale austauschen, die in einem Zeitraster zeitdiskret empfangen oder versandt werden). Die meisten Steuerungs- und Regelungssysteme gehören zu dieser Systemklasse.

TPT umfasst die folgenden Aufgabenbereiche:
* Testfallmodellierung,
* Testdurchführung (vollautomatisch) auf verschiedenen Plattformen mit z.B. MATLAB/Simulink und LabVIEW oder unter Nutzung von Kommunikationsstandards wie CAN, LIN
* Testauswertung (vollautomatisch)
* Testdokumentation (vollautomatisch)
* Testverwaltung
* Nachverfolgbarkeit von Anforderungen aus Telelogic DOORS und Testfällen
Mit TPT kann jeder Testfall während des Testablaufs gezielt auf das Systemverhalten reagieren, um beispielsweise genau bei Eintreten eines bestimmten Zustands eingreifen und weitere, testrelevante Systemzustände provozieren zu können. Soll beispielsweise für eine Motorsteuerung bei Überschreiten der Leerlaufdrehzahl ein Sensorausfall simuliert werden, um das Verhalten der Motorsteuerung bei dieser Situation zu testen, muss in der Beschreibung des Testfalls auf das Ereignis „Leerlaufdrehzahl überschritten“ reagiert werden können.
Der Ablauf von Testfällen wird bei TPT grafisch mit Hilfe spezieller Zustandsautomaten modelliert. Diese Beschreibungstechnik für Testfälle ist für das Einsatzfeld eingebetteter Systeme besonders naheliegend, weil Testfälle immer aus einzelnen, zeitlich aufeinander folgenden Schritten bestehen. Die Testfälle sind dadurch intuitiv lesbar, auch wenn sie sehr komplex sind.
TPT wurde speziell für den Test des kontinuierlichen und reaktiven Verhaltens eingebetteter Systeme entwickelt. Selbst für sehr komplexe Systeme, deren gründlicher Test eine große Menge an Testfällen erfordert, gewährleistet TPT durch sein systematisches Vorgehen bei der Testfallermittlung den Überblick und ermöglicht es so, Schwachstellen im zu testenden System mit einer optimalen Menge von Testfällen aufzudecken. Die zugrunde liegende Idee der Systematik von TPT ist die Separierung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Testfällen: Die meisten Testfälle sind einander in ihrem strukturellen Ablauf sehr ähnlich und unterscheiden sich „nur“ in wenigen, aber entscheidenden Details. TPT macht sich diese Tatsache zunutze, indem gemeinsame Strukturen auch gemeinsam modelliert und genutzt werden. Dadurch werden zum einen Redundanzen vermieden. Zum anderen wird sehr klar herausgestellt, worin sich die Testfälle tatsächlich unterscheiden – das heißt, welche spezifischen Aspekte sie jeweils testen. Durch diesen Ansatz wird die Vergleichbarkeit der Testfälle und damit die Übersicht deutlich verbessert und das Hauptaugenmerk des Testers auf das Wesentliche – die differenzierenden Merkmale der Testfälle – gelenkt. Durch die hierarchische Struktur der Testfälle lassen sich komplexe Testprobleme in Teilprobleme zerlegen, was die Übersichtlichkeit und dadurch die Qualität des Tests ebenfalls verbessert. Mit diesen Modellierungstechniken wird der Tester dabei unterstützt, die tatsächlich relevanten Fälle zu finden, Redundanzen zu vermeiden und selbst bei einer großen Menge an Testfällen den Überblick zu bewahren.
TPT-Testfälle sind unabhängig von ihrer Ausführung. Die Testfälle sind mittels einer sogenannten Virtuellen Maschine (VM) quasi auf jeder Plattform automatisch und wenn nötig in Echtzeit ausführbar. Beispiele für die Anwendung sind MiL (Model in the Loop) mit MATLAB/Simulink,CAN, LIN, SiL und HiL. Testsynchrones Messen steuergeräteinterner Messgrößen erfolgt über die ASAM (Automobilbau) MCD-3 Schnittstelle. Damit können Tools wie INCA oder CANape angesprochen werden und die Messergebnisse stehen zur Testfallbewertung zur Verfügung.
TPT wird vorrangig in der Automobilindustrie eingesetzt. Die ursprüngliche Idee ist bei der Daimler AG und Mercedes Benz für die eigene Fahrzeugentwicklung entstanden. Mit den ersten Versionen des Testwerkzeugs wurde dort schon im Jahr 2000 gearbeitet. Inzwischen arbeiten auch andere Automobilfirmen und -zulieferer wie Bosch, Hella und Conti Temic mit dem Testwerkzeug. Daimler hat die Weiterentwicklung von TPT jahrelang selbst koordiniert und TPT dabei für den Automobilsoftwarebereich optimiert.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PikeTec begleitet Softwareentwicklungsprojekte für technische Steuerungs- und Regelungssysteme in Form von Consulting ergänzt um die Entwicklung von spezialisierten Werkzeugen, die die Effizienz und Effektivität der Entwicklungsprozesse erhöhen. Durch die Kombination von Beratungsleistungen sowie Einsatz und Anpassung von Methoden und Werkzeugen sind wir in der Lage, auf spezifische Anforderungen und Veränderungen in den Entwicklungsprozessen schnell zu reagieren und die Prozesse auf diese Weise optimal zu verbessern.
Unsere Kompetenzfelder sind
* Prozessmanagement und Einführung von Entwicklungsprozessen
* Requirements Management
* Modellbasierte Entwicklung
* Verteilte und vernetzte Systeme
* Steuerungs- und Regelungssysteme
* Safety
* Systematischer Softwaretest
* Requirements-, Modell- und Code-Reviews
* Werkzeugentwicklung und -anpassung
* Werkzeugintegration
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Waldenserstr 2-4
10551 Berlin
Tel: +49 30 3940 96830
eMail: TPT(at)PikeTec.com
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Datum: 16.04.2009 - 13:41 Uhr
Sprache: Deutsch
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Freigabedatum: 16.04.2009
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