Neue OZ: Gespräch mit Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes
ID: 1004525
mehr Tempo
Start von gemeinsamer Initiative ungewiss - Fonds in
Millionen-Höhe für Landwirte
Osnabrück.- Der Deutsche Bauernverband drängt die großen
Supermarktketten, beim Start der gemeinsam angekündigten Initiative
zu mehr Tierwohl aufs Tempo zu drücken. In einem Gespräch mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag), sagte Generalsekretär
Bernhard Krüsken: "Die Landwirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht.
Jetzt ist der Einzelhandel gefragt."
Vergangenes Jahr hatten sich Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie
und Einzelhandel auf die gemeinsame Initiative verständigt. Dabei
sollen Bauern, die mehr Tierschutz in ihren Ställen leisten als
gesetzlich vorgeschrieben, vom Handel für den Mehraufwand entschädigt
werden. Der Start der Initiative war für Anfang 2014 vorgesehen,
verzögert sich laut Krüsken aber auf ungewisse Zeit. "Es hakt noch
bei einigen Details. Wir sind dabei, mit dem Einzelhandel seine
Vorbehalte zügig auszuräumen. Wir Landwirte könnten kurzfristig
starten."
Krüsken hält es für möglich, dass ein nennenswerter Teil der
Bauern in Deutschland sich an dem System beteiligen wird. Abhängig
von der Zahl der Beteiligten werde auch die Größe des Fonds
ausfallen, den der Handel speisen will: "Zwischen einem kleinen
zweistelligen bis maximal einem kleinen dreistelligen
Millionenbereich", sagte Krüsken laut "Neuer OZ". "Für die
Verbraucher sind das wenige Cent je Kilogramm Fleisch."
Im Mittelpunkt der Initiative stehen Schweine und Geflügel. Für
deren Haltung sind im Zuge der Initiative verschiedene Kriterien
erarbeitet worden, die von den Landwirten umgesetzt werden sollen.
Dazu zählt beispielsweise, weniger Tiere im Stall zu halten, den
umfassenden Antibiotikaeinsatz zu hinterfragen oder mehr
Beschäftigungsmöglichkeiten vorzuhalten.
Krüsken bezeichnete das neue System als Chance für die
Landwirtschaft. "Es kann uns dabei helfen, aus dem Dilemma
auszubrechen, dass zwar mehr Tierwohl gefordert wird, aber das
Fleisch letztlich niemand kauft, weil es zu teuer ist."
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Datum: 14.01.2014 - 05:00 Uhr
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