Studie: Weltweite Sparpolitik kostet jährlich 2,3 Billionen US-Dollar

Studie: Weltweite Sparpolitik kostet jährlich 2,3 Billionen US-Dollar

ID: 1004769
(ots) - Öffentliche Sparpolitik führt dazu, dass
Arbeitskräfte und Produktionsmöglichkeiten ungenutzt bleiben. Eine
Studie der Stiftung World Future Council (WFC) gibt den Wert der
dadurch weltweit verlorenen Produktion mit rund 2,3 Billionen
US-Dollar an. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von
Großbritannien. Allein die Eurozone verliert durch die
Austeritätspolitik rund 580 Milliarden Euro.

Jakob von Uexküll, Gründer des World Future Council und des
Alternativen Nobelpreises, kommentiert das Ergebnis: "Angesichts der
gewaltigen Herausforderungen von Klimaschutz und Armutsüberwindung
ist es absurd, dass wir so große ökonomische Potenziale ungenutzt
lassen."

Um die Situation der globalen Ökonomie nicht nur im Modell,
sondern möglichst realitätsnah abzubilden, verwendet die Studie einen
Bewertungsansatz, der die ungenutzte Arbeitskraft in Beziehung zum
brachliegenden Sachkapital setzt.

Dr. Matthias Kroll, Ökonom beim WFC und Autor der Studie:
"Sparpolitik kann dann Sinn machen, wenn alle ökonomischen Ressourcen
wie Arbeitskräfte und Sachkapital ausgelastet sind. Eine derartige
tatsächliche Austeritätssituation ist in unserem Wirtschaftssystem
aber die große Ausnahme. Durch die momentane Unterauslastung der
Produktionskapazitäten verschwenden wir das Potenzial, in den
ökologischen Umbau zu investieren und dringende Aufgaben wie Bildung
und medizinische Versorgung anzugehen."

Jakob von Uexküll: "Viele der laut ILO 200 Millionen Arbeitslosen
weltweit könnten mit sinnvoller, nachhaltiger Produktion beauftragt
werden. Stattdessen sehen sie sich oft dramatischer Einkommensarmut
mit all ihren negativen Folgen gegenüber."

Die von der Sparpolitik besonders betroffene Eurozone wurde
ebenfalls in die Studie einbezogen. Hier konnte die jährlich
verlorene Produktion mit einem Wert von rund 580 Milliarden Euro


ermittelt werden. Das ist mehr als das Dreifache des
Bruttoinlandsprodukts von Portugal.

Link zur Studie: http://bit.ly/1hSxECL



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Anne Reis
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