Ostthüringer Zeitung: Kommentar "EU-Pass zu verkaufen" von Knut Pries
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als Shopping-Highlight für den, der sich's leisten kann? Es ist
eigentlich verwunderlich, dass diese Geschäftsidee bis zur
praktischen Umsetzung so lange gebraucht hat. Mehr als 20 Jahre ist
es her, dass der Maastricht-Vertrag dafür die Grundlage schuf: Wer
Bürger eines der Mitgliedsländer der EU ist, kommt zugleich in den
Genuss sämtlicher Vorteile des gesamten Verbundes. Vor allem kann er
sich in einer großen und vergleichsweise komfortablen Wohlstandszone
niederlassen und arbeiten, wo er will. Dies Recht zu verhökern, ist
dennoch eine Schnapsidee. Sie mag dem Buchstaben der EU-Gesetze nicht
widersprechen. Dem Geist dafür umso entschiedener. Die sich aus Elend
in die Europäische Union flüchten, in den Wellen des Mittelmeers
verrecken zu lassen und zugleich die mit den dicken Brieftaschen mit
EU-Ticket auszustatten - erbärmlicher kann man die vielbesungene
"Wertegemeinschaft" Europa nicht diskreditieren. Zweierlei Gutes hat
die Sache: Sie vermittelt einen Eindruck von der ungebrochenen
Attraktivität der EU für viele, die nicht drin sind. Und sie stellt
der Gemeinschaft die lösbare Hausaufgabe, Spielregeln für die Vergabe
der Unionsbürgerschaft aufzustellen. Wohlgemerkt: Gemeinsam, als
Union, nicht als einzelne Nation auf der Suche nach neuen
Einnahmequellen.
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Datum: 15.01.2014 - 18:49 Uhr
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