Neue OZ: Kommentar zu Agrar / Deutschland / Messen / Grüne Woche
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Es gibt viel zu sehen auf der Grünen Woche in Berlin. Alles ist
auf Hochglanz poliert, und die Welt ist einfach nur in Ordnung. Doch
in der Ernährungsbranche und der Landwirtschaft ist längst nicht
alles im grünen Bereich.
Zu Recht weisen die Verbraucherschützer darauf hin, dass der
Ausbau der Öko-Landwirtschaft in Deutschland den gesteckten Zielen
deutlich hinterherhinkt. Hier mangelt es den umstellungswilligen
Landwirten schlicht an Anreizen. Denn letztlich gilt: Allein von
Idealismus kann man nicht leben. Auch ein Ökobetrieb muss genügend
Gewinn erzielen, um seinen Betreibern einen anständigen Verdienst zu
ermöglichen. Die Marktpreise werden es jedenfalls auch in Zukunft
nicht alleine richten können. Eine entsprechend konsequent
ausgestaltete staatliche Förderung ist eine unabdingbare
Voraussetzung.
Darauf drängen auch die Organisatoren der für Samstag
angekündigten "Wir haben es satt!"-Demonstration in Berlin. Sie
wollen die Grüne Woche nutzen, um den Finger in die Wunde zu legen
und für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft zu fechten.
Mehr als 10 000 Menschen werden dazu erwartet. Dass Lobbyisten der
Ernährungs- und Agrarbranche das am Rande ihres "Heimspiels" nicht
gerne sehen, ist verständlich. Doch die weltgrößte Messe ihrer Art
ist aufgrund der hohen Aufmerksamkeit, die sie erfährt, mithin auch
zu einer Plattform für kritische Diskurse geworden. Daran ist nichts
auszusetzen.
Hermann Hinrichs
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
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Datum: 15.01.2014 - 22:00 Uhr
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