Nahrungsmittelspekulation: Wie Schäuble vor den Hungermachern einknickte - foodwatch-Aktion vor dem

Nahrungsmittelspekulation: Wie Schäuble vor den Hungermachern einknickte - foodwatch-Aktion vor dem Bundesfinanzministerium

ID: 1006606
(ots) - ACHTUNG BILDREDAKTIONEN: FOTOS VON DER AKTION AB
CA. 11:30 UHR UNTER www.foodwatch.de/material-spekulation

Wolfgang Schäubles Amtssitz in der Berliner Wilhelmstraße ist
bereits umbenannt: "Bundesministerium der Finanzen - eine Filiale der
Deutschen Bank", steht auf einem Schild auf der Natursteinfassade des
mächtigen Gebäudes. Aktivisten der Verbraucherorganisation foodwatch,
verkleidet als Mitarbeiter der Deutschen Bank, halten ein Portrait
des Ministers im goldenen Rahmen in die Höhe: "Wolfgang Schäuble,
Mitarbeiter des Monats" steht über dem Logo der Deutschen Bank.
Daneben prangt der Text: "Danke Wolfgang, unser Geschäft mit dem
Hunger darf weitergehen. Deine Deutsche Bank".

Mit dieser Demonstration hat foodwatch heute Vormittag um 10.30
Uhr gegen die Haltung des Bundesfinanzministers im Kampf gegen die
Folgen von Nahrungsmittelspekulation protestiert. Herr Schäuble hatte
sich öffentlich stets für eine effektive Regulierung und eine
Eindämmung spekulativer Exzesse ausgesprochen - dieses Versprechen
bricht er nun, wenn er dem in dieser Woche ausgehandelten Kompromiss
bei der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID zustimmt. Diese wird
Spekulationsexzesse auf den Terminbörsen für Agrarrohstoffe nicht
verhindern und damit die Deutsche Bank und andere weiter machen
lassen wie bisher.

"Herr Schäuble ist als großer Regulierer gestartet und als
Bettvorleger von Anshu Jain gelandet. Der Bundesfinanzminister agiert
als willfähriger Dienstleister der Finanzindustrie", kritisierte
foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. "Wer dieser verfehlten
EU-Richtlinie zustimmt, macht sich mitschuldig am Hunger in der Welt.
Nicht nur die Deutsche Bank, sondern auch Wolfgang Schäuble muss
jetzt als Hungermacher bezeichnet werden."

Öffentlich hatte der Bundesfinanzminister stets "eine strikte


Regulierung" gefordert, weil nur diese "destabilisierende
Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise" verhindern könnte. "Kein
Finanzmarkt, kein Finanzakteur, kein Produkt darf mehr
unbeaufsichtigt bleiben", versprach Schäuble. Und zur Ende der 1990er
Jahre erfolgten Deregulierung, die Spekulationsexzesse erst möglich
gemacht hatte, sagte er betont selbstkritisch: "Alle haben bei diesem
Wahnsinn mitgemacht - ich auch" (alle Zitate mit Originalquellen:
bit.ly/1mbZdqN).

Mit seiner Zustimmung zu dem in der Nacht zu Mittwoch von
Unterhändlern der EU-Mitgliedsstaaten, des Europaparlaments und der
Europäischen Kommission ausgehandelten Kompromiss sorge Schäuble nun
dafür, dass der Wahnsinn weitergeht, kritisierte
foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Denn die Einigung auf die
Finanzmarktrichtlinie MiFID 2 sieht nur scheinbar eine strenge
Begrenzung der Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen vor. Zwar sollen
Positionslimits - also eine Begrenzung der Anzahl spekulativer
Kontrakte - eingeführt werden, allerdings nicht von einer zentralen
europäischen Aufsichtsbehörde, sondern von jedem EU-Staat selbst.
Dadurch ist ein Standortwettbewerb der Finanzplätze programmiert -
und in einem solchen Wettbewerb kann ein Land nur dann gewinnen, wenn
es möglichst laxe Limits setzt. Wollte eine Regierung mit strengen
Positionslimits zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation
beitragen, könnte sie dies nur zu Lasten der heimischen
Finanzindustrie und auf Kosten von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen
umsetzen.

Wolfgang Schäuble hatte im Juni 2013 bereits einem Entwurf des
Finanzministerrats für die MiFID-Richtlinie zugestimmt, der
zahlreiche Schlupflöcher zur Fortsetzung der ungezügelten
Agrarspekulation ließ. Im August 2013 kursierte dann jedoch ein
Positionspapier des Bundesfinanzministeriums, das eine Kehrtwende
darstellte: Dem Papier zufolge sprach sich die Bundesregierung vor
allem dafür aus, dass Positionslimits zentral und einheitlich gesetzt
werden. Mit einer Zustimmung zum MiFID-Kompromiss verabschiedet sich
Schäuble davon und erfüllt eine wesentliche Forderung der Deutschen
Bank. Diese hatte sich durch Lobbyarbeit und in den USA auch
juristisch massiv gegen die Einführung von Positionslimits zur Wehr
gesetzt.

Redaktioneller Hinweis:

- FOTOS VON DER AKTION AB CA. 11:30 UHR UNTER
www.foodwatch.de/material-spekulation

- foodwatch-Positionspapier zu MiFID 2 und zur Haltung Wolfgang
Schäubles: www.bit.ly/19xckQ7

- Wolfgang Schäuble und die Regulierung der Agrarspekulation -
Zitate und Quellen: www.bit.ly/1mbZdqN



Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 2 90

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Ökologische Tierhaltung als Innovationstreiber / Bioland fordert Politikwechsel Verbraucherkommunikation live erleben: McDonald's auf der Internationalen Grünen Woche (FOTO)
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.01.2014 - 11:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1006606
Anzahl Zeichen: 5123

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Nahrung- und Genussmittel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 274 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Nahrungsmittelspekulation: Wie Schäuble vor den Hungermachern einknickte - foodwatch-Aktion vor dem Bundesfinanzministerium"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

foodwatch e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

foodwatch zum Sondergutachten der Monopolkommission: "Der Wettbewerb im Einzelhandel ist aus dem Lot" ...
Die Monopolkommission stellt in seinem heute veröffentlichten Sondergutachten eine wachsende Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels fest, mit spürbaren Folgen für Verbraucher:innen und Erzeuger:innen. Dazu erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:

foodwatch gewinnt Rechtsstreit gegen dm: "Immun-Smoothie" für Kinder ist irreführend ...
Die Drogeriekette dm darf einen Obst-Quetschie nicht weiter als "Immun-Smoothie für Kinder" bezeichnen. Das entschied das Landgericht Karlsruhe und gab damit einer Klage der Verbraucherorganisation foodwatch recht. Laut dem Richter verstößt die Bezeichnung "Immun Smoothie" geg

foodwatch zum neuen Agrarminister Alois Rainer: "personifizierte Ambitionslosigkeit" ...
Zur Nominierung von Alois Rainer als neuen Agrar- und Ernährungsminister erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: "Alois Rainer ist die personifizierte Ambitionslosigkeit des Koalitionsvertrags. Zu gesunder Ernährung, nachhaltiger Landwirtschaft


Weitere Mitteilungen von foodwatch e.V.


Ökologische Tierhaltung als Innovationstreiber / Bioland fordert Politikwechsel ...
Die konventionelle Tierhaltung und Fleischindustrie steckt in der Krise. "Missstände in der Tierhaltung, Massenproduktion mit viel Antibiotika und eine offensive Exportstrategie sind nicht das, was die Gesellschaft will", sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland e.V. auf einer Pressekon

EU-Kommissar Ciolos für Stopp aller Subventionen für Agrarexporte nach Afrika / Rede bei der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche Berlin ...
Sperrfrist: 16.01.2014 18:30 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos hat auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin heute (Donnerstag) Abend dafür plädiert, Ausfuhre

N24-Emnid-Umfrage zur Grünen Woche / Deutschen ist Lebensmittelpreis wichtiger als "Bio" / Herkunft ist wichtigstes Kriterium ...
Die Lebensmittel werden teurer, befürchtet Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich. Das wird den Verbrauchern nicht gefallen, denn schon jetzt achten die Deutschen stark auf den Preis ihrer Nahrungsmittel. In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage sagen 63 Prozent der Deutschen, dass

Anfang 2014 gibt es viele GEFU Produkte in tollen Trendfarben ...
Köln / Eslohe. Mit GEFU beginnt das Jahr 2014 fröhlich und bunt. Der beliebte Spiralschneider SPIRELLI, die Kräuterschere, die Salatschleuder, der Eierköpfer, der Universal Quirl, der Mörser, der Milchaufschäumer und der neue Trinkglasdeckel SCUDO zeigen sich in der „COLOUR EDITION 2014“ i


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z