Neue OZ: Kommentar zu Syrien
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Der Auftakt der Syrien-Friedenskonferenz war wie erwartet
enttäuschend. Die Maximalforderungen, die sowohl das Regime als auch
die Opposition vorgetragen haben, liegen weit auseinander. Das
überrascht nicht. Niemand konnte angesichts der vertrackten Situation
ernsthaft davon ausgehen, dass sich gleich zu Beginn des Treffens
eine Lösung abzeichnet. Entscheidend wird nun sein, inwieweit die
syrischen Verhandlungspartner sich bewegen, und ob die Vermittler
bereit sind, ihre eigenen Interessen hintanzustellen. Doch gibt es
hier wenig Grund für Optimismus. Es ist bereits ein Erfolg, dass die
Todfeinde, Regime und Opposition, in Montreux überhaupt an einem
Tisch sitzen. Gerade weil sich die Konfliktparteien einmal mehr
unbeirrt geben, müssen neue Ansätze her. In Syrien tobt längst ein
Stellvertreterkrieg ausländischer Mächte. Deshalb ist es zwar
wichtig, an die syrischen Kontrahenten zu appellieren, doch das
reicht keineswegs aus. Der Iran und die Golfstaaten verteidigen in
diesem Krieg ebenso ihre Interessen wie die USA und Russland. Solange
diese Staaten das syrische Dilemma missbrauchen, um die eigene
Vormachtstellung in der Region auszubauen, liegt Frieden für das
geschundene Land in weiter Ferne. Teheran gehört daher zwingend an
den Verhandlungstisch, wenn eine umfassende Lösung gefunden werden
soll, und nur eine solche darf zur Debatte stehen.
Franziska Kückmann
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Datum: 22.01.2014 - 22:00 Uhr
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