Neue Datenbank zur Forschungsleistung in Deutschland
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Neue Datenbank zur Forschungsleistung in Deutschland
Wann ist eine Wissenschaftlerin eine gute Wissenschaftlerin? Wenn sie viel publiziert, wenn sie oft zitiert wird? Immer häufiger wird auf sogenannte bibliometrische Kennzahlen zurückgegriffen, um derartige Fragen zu beantworten. Dabei ist durchaus strittig, welche Verfahren und Kennzahlen geeignet sind, um die Leistung eines Wissenschaftlers oder eines Forschungszentrums zu bewerten. Wie ist beispielweise die Publikationsliste einer Physikerin mit der eines Historikers zu vergleichen? Kann die Qualität der Publikation, in der zitiert wurde, in die Bewertung einfließen? Das neu gegründete virtuelle "Kompetenzzentrum Bibliometrie" wird derartige Fragen beantworten. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Projekt mit sechs Millionen Euro gefördert.
Das Kompetenzzentrum erfüllt gleich mehrere Aufgaben: Weltweit stehen nur zwei disziplinübergreifende Datenbanken für bibliometrische Online-Recherchen zur Verfügung. Seit Dezember 2008 hat das Kompetenzzentrum diese Datenbanken lizenziert und baut daraus eine eigene Datenbank auf. Dies ist eine Voraussetzung für die Berechnung spezifischer Indikatoren, die für den jeweiligen Anwendungszweck "passen". Anschließend werden Publikationsdaten deutscher Wissenschaftler von Fehlern bereinigt und ergänzt. Ein weiteres Teilprojekt untersucht, überprüft und erweitert die quantitativen Methoden und Indikatoren, mit denen die Leistung der Wissenschaftler beschrieben werden können. Für die Forschungsgruppe, die diese Fragestellung untersucht, schreibt das Kompetenzzentrum Promotionsstellen aus.
Die Ergebnisse des Kompetenzzentrums sind sowohl für Hochschulen und Forscher als auch für Mittelgeber wie das BMBF interessant. Indikatoren, die die Forschungsleistung messen, sind bei Berufungsverfahren, bei der Aushandlung von Zielvereinbarungen zwischen Bundesland und Hochschule, in Verfahren leistungsorientierter Mittelvergabe, bei Evaluationen von Forschung- und Entwicklungseinrichtungen oder beim Monitoring großer wissenschaftspolitischer Maßnahmen ein wichtiger Faktor. Die Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, Stärken und Schwachstellen im deutschen Wissenschaftssystem zu identifizieren.
Das Konsortium wird vom Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) geleitet und arbeitet mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) der Universität Bielefeld und dem Fachinformationszentrum Karlsruhe (FIZ) zusammen. 2012 soll der Aufbau des Zentrums abgeschlossen sein.
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Datum: 07.07.2009 - 14:11 Uhr
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