Vattenfall und die Union können es nicht lassen
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Vattenfall und die Union können es nicht lassen
"Scheibchenweise kommen immer neue Pannen im AKW Krümmel und damit die Wahrheit ans Licht. Zwei Jahre lang war das Kraftwerk Krümmel vom Netz. In dieser Zeit wurden laut Vattenfall etwa 200 technische Änderungen vorgenommen und rund 6000 Arbeitsaufträge erledigt. Offenbar wurde aber nicht gewartet, sondern gepfuscht: So wurden nicht einmal die störanfälligen Transformatoren ausgetauscht.
Es gibt inzwischen ernsthafte Zweifel, dass Vattenfall überhaupt die ausreichende Fachkunde hat, Atomkraftwerke sicher zu betreiben. Schon nach dem Trafobrand gab es haarsträubende Berichte über Fehlverhalten der Belegschaft und auch jetzt scheint sich daran nichts geändert zu haben. Die Atomaufsicht muss das jetzt sehr kritisch prüfen.
Die Entlassung des Kraftwerkschefs ist ein billiges Bauernopfer, denn der stillgelegte Reaktor wurde durch die Brandkatastrophe von 2007 längst zur Chefsache. Wenn Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka jetzt verkündet, dass man nun ?konsequent den Weg der höchsten Sicherheit? gehe, macht er damit deutlich, dass der Konzern diesen Weg bisher offenbar nicht gegangen ist.
All das straft das fröhliche Bekenntnis der Bundeskanzlerin Lügen, deutsche Atomkraftwerke seien ,grundsätzlich sicher?. Es reicht eben nicht, wenn Atomkraftwerke nur ,grundsätzlich? sicher sind. Es kann und darf keine Ausnahme bei der Betriebssicherheit geben. Unsere Atomanlagen entsprechen ohnehin nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Wer Atomkraftwerke nach dem Eriwan-Prinzip betreibt ('Im Prinzip sicher, aber ...') riskiert ein neues Tschernobyl.
Auch Günter Oettinger stört das nicht. Er hält Krümmel für ein ,Kraftwerk mit Zukunft? und kämpft weiter für ,unbegrenzte Laufzeiten?. So wird Schwarz-Gelb zum Sicherheitsrisiko für das Land. Oettinger macht immerhin klar um was es geht. Denn das schwarz-gelbe Gerede von der ,Brückentechnologie Atomkraft? führt in die Irre. Wer auf Atomkraft setzt, reißt die Brücke hin zu einer klimaverträglichen und ungefährlichen Energievorsorgung hinter sich ab. Atom und Erneuerbare ? beides zusammen geht nicht.
Die alten Schrottreaktoren gehören abgeschaltet und dem Pfuschbetreiber Vattenfall muss die Erlaubnis zum Betreiben von Atomkraftwerken entzogen werden. Das und nicht die Verlängerung von Laufzeiten ist das Gebot der Stunde."
PRESSEDIENST BUENDNIS 90/DIE GRUENEN Bundesvorstand
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Datum: 07.07.2009 - 15:21 Uhr
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