"Weniger ist mehr" / Bei unspezifischen Rückenschmerzen setzt sich Zurückhaltung in Diagnose und Therapie durch
ID: 1020190
Kreuzschmerzen quälen, ist Abwarten heute ein immer häufiger gehörter
Rat. "Von unsinnigen Maßnahmen wie Spritze oder sofortiges Röntgen
rate ich dringend ab. Weniger ist mehr", bringt Professor Marcus
Schiltenwolf seine Haltung in der jüngsten "Apotheken Umschau" auf
den Punkt. Er leitet den Fachbereich Schmerztherapie an der
Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg.
Röntgenbefunde erklärten häufig nicht den Grund der Schmerzen. Sechs
Wochen, so empfiehlt die Nationale Versorgungsleitlinie
Kreuzschmerzen, solle mit dem Röntgen gewartet werden. Dies gilt
natürlich nur, wenn der Arzt von "unspezifischen Rückenschmerz"
ausgeht. Das bedeutet, dass sich die Ursache des Schmerzes nicht
eindeutig körperlichen Veränderungen zuordnen lässt und keine
Alarmsignale wie Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen, Brüche oder
Nervenschäden vorliegen. Das ist aber in den weitaus meisten Fällen
so. "Nicht auf Bewegung verzichten und den Körper wieder gut
benutzen. Angst abbauen", empfiehlt Schiltenwolf. "Und verstehen,
welche Rolle Stress und nicht erfüllte Bedürfnisse im Leben spielen."
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Datum: 17.02.2014 - 04:15 Uhr
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