Mitarbeiterbindung durch Manieren: Kinderstube versus Führungsstil

Mitarbeiterbindung durch Manieren: Kinderstube versus Führungsstil

ID: 1022794

Manchmal würde ein "Danke" reichen. Die fehlenden Manieren bei Führungskräften und ihre Folgen.



(firmenpresse) - Gute Mitarbeiter zu halten ist aus vielerlei Gründen ein erstrebenswertes Ziel. Nicht erst seit das Thema Fachkräftemangel in aller Munde ist. Viele Firmen investieren eine Menge in Führungsseminare. Ist der Führungsstil ausschlaggebend für das Ergebnis?

Eine Frage, die gerne diskutiert wird. Die klassische Managementlehre unterscheidet in kooperativem und autoritärem Führungsstil. Der Soziologe und Betriebswirt Johannes Steyrer beschreibt in seinem Buch Theorien der Führung, 1996, insgesamt sieben Stile, je nach dem, wie weit der Entscheidungsspielraum der Mitarbeiter definiert ist. Letztendlich wird eine Führungskraft am Erfolg gemessen und dies gelingt mit unterschiedlichen Auffassungen. Auch ein autoritärer Führungsstil kann motivierend auf die Mitarbeiter wirken und das Ergebnis verbessern. Kooperativer Stil schafft gegebenenfalls Raum für Ideen und fördert den Eigenantrieb.

Auf jeden Fall wünschen sich Mitarbeiter einen respektvollen Umgang, egal ob`s der Chef oder die Chefin lieber autoritär oder kooperativ mag. „Was ich in meiner Praxis immer wieder feststelle, ist das Fehlen der „Kinderstube“. Ich meine nicht höfische Rituale, sondern Basis-Manieren“, stellt Beraterin für Kommunikation, Karin Bacher, fest. Aus welchen Gründen auch immer dies fehlt, es führt zu Frust und Demotivation bei Mitarbeitern und dadurch zu mangelnder Identifikation mit dem Betrieb. In den meisten Management-Ausbildungen spielt das Thema Manieren keine Rolle. Vielleicht gehen die Veranstalter davon aus, dass dies selbstverständlich ist. Weit gefehlt.

„Mitarbeiter in der Produktion kamen auf mich zu und erklärten mir, warum sie nicht aktiv an Teamsitzungen teilnehmen“, erzählt die Betriebswirtin. Der Bereichsleiter vermied es, seine Mitarbeiter zu grüßen oder sonst ein persönliches Wort an sie zu richten. Der Umgangston war laut, unhöflich und beinah beleidigend. So empfanden es die Kollegen an den Maschinen. Ihnen fehlte der Respekt ihnen gegenüber. Und sie hatten Recht. Rau darf es schon mal zugehen, aber nicht respektlos. Die Führungskraft glaubte, nur durch sein barsches Verhalten die Zügel in der Hand zu behalten. Tatsache aber war: hoher Krankenstand und hoher Ausschuss. Kein Pluspunkt auf dem Ergebniskonto des Managers.



Manch eine Führungskraft denkt, es gehört dazu, Rangniedrigere wie Luft zu behandeln. Höflichkeit gilt als Schwäche. Aber: Schon Freiherr Knigge wusste, dass nur derjenige Respekt verdient, der respektvoll mit anderen umgeht, egal auf welcher Hierarchiestufe er sich befindet. Wirklich große Menschen lassen ihre Launen oder den Druck auf sie selbst an anderen nicht aus, sie wahren den Anstand. Auch wenn Härte in der Führung manchmal wichtig und notwendig ist um Ziele zu erreichen, Mitarbeiter, die anständig dabei behandelt werden unterstützen eher den Vorgesetzten.

Warum sind selbst einfachste Höflichkeiten wie ein „Danke“, das Aussprechenlassen oder eine verbindliche Zu- oder Absage zu einem Termin oder Pünktlichkeit in Vergessenheit geraten? Warum wissen so wenige, wie sie respektvoll andere begrüßen? Dafür gibt es einige Gründe: Veränderte Familienstrukturen zum Beispiel, es wird weniger darauf geachtet, weil andere Prioritäten gesetzt werden. Geregelte, gemeinsame Mahlzeiten waren und sind in manchen Familien nicht existent und damit fehlt ein wichtiger sozialer Austausch. Und: neue Kommunikationswege. In der scheinbaren Anonymität des Internets vergessen manche Menschen auf Blogs und in Sozialen Netzwerken, dass ihr Benehmen dort ernsthafte Folgen für sie und ihre Karriere haben kann. Diese Denke, dass schlechtes Benehmen keine Folgen hat, überträgt sich zum Teil in die reale Welt. Auf der Business-Plattform Xing zugesagte Termine zu Netzwerktreffen halten viele für Optionen und deswegen auch nicht für nötig wieder abzusagen. Der Organisator, der einen Raum anmietet und gegenüber den Wirten gerade stehen muss, hat das Nachsehen. Ob jemand mit diesem Verhalten als zuverlässig bewertet wird? Wohl kaum.

Unflätiges Verhalten im Internet kann die Personen auch so einholen: Ein überregionaler Sender rief seine Hörer an, die sich herablassend und beleidigend im Internet geäußert hatten. Sie entschuldigten sie sich sofort und es war ihnen peinlich. Eine PR-Managerin verlor ihren Job, weil sie als Privatfrau einen rassistischen Scherz postete. Die Firma begründete dies mit der Unvereinbarkeit ihres Verhaltens mit den Unternehmenswerten. Ein Vertriebsmitarbeiter beantwortete keine der per E-Mail geschickten Anfragen, Begründung am Telefon: „Ich bekomme täglich über 80 Mails, ich schaffe das nicht mehr“. Der Kunde ging woanders hin.

Fredmund Malik, Präsident des Managementzentrums St. Gallen, formulierte es einmal so: „Elementare Manieren sind die einzige Möglichkeit für Menschen, einigermaßen vernünftig zusammenzuarbeiten. Es gibt keinen Grund in Management auszubilden, solange es an diesen Dingen fehlt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Copyright: Das Copyright für diesen Text liegt bei Karin Bacher, Pforzheim. Der Text darf komplett oder auszugweise zitiert werden, wenn die Autorin angegeben ist. Karin Bacher, www.kbconsulting-coaching.com
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die Autorin:
Dipl.-Betriebswirtin Karin Bacher war in internationalen Unternehmen als Bereichsleiterin Marketing und als Pressesprecherin tätig. In dieser Funktion als Mitglied der Geschäftsleitung beriet sie Vorstände, Gesellschafter und Geschäftsführer. Als Business-Coach ist sie seit 2005 aktiv, seit 2011 gibt sie ihr Wissen als Uni-Dozentin weiter. Heute ist sie nach fundierter Weiterbildung in hochkarätigen Instituten in der Schweiz und Deutschland selbständig als Beraterin für strategische Kommunikation (Corporate Communications intern und extern, Employer Branding) und Executive-Coach. Sie ist Autorin von diversen Fachartikeln und Lehrmaterialien zu Managementmethoden. Sie leitet Seminare zu den Themen, Marketing, Kommunikation, Führung und Persönlichkeitsentwicklung und Business Etikette. Sie ist Mitglied der Women Speaker Foundation und ehrenamtlich Mentorin für Frauen im Berufsleben.



PresseKontakt / Agentur:

Karin Bacher Consulting und Coaching - Strategien für mehr Erfolg.
Karin Bacher
Karl-Bührer-Str. 22
75177 Karlsruhe
Schreiben: kb(at)consulting-coaching.com
Lesen: www.kbconsulting-coaching.com
Sprechen: +49 7231 4628 631



drucken  als PDF  Selbstsabotage: Warum der innere Feind uns so oft besiegt Selbstmotivation - die 37 besten Tipps gegen den inneren Schweinehund
Bereitgestellt von Benutzer: KBCC
Datum: 21.02.2014 - 11:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1022794
Anzahl Zeichen: 5360

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Karin Bacher
Stadt:

Pforzheim, Karlsruhe


Telefon: +49 7231 4628 631

Kategorie:

Persönlichkeitsentwicklung


Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 24.02.2014

Diese Pressemitteilung wurde bisher 1054 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mitarbeiterbindung durch Manieren: Kinderstube versus Führungsstil "
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Karin Bacher Consulting & Coaching (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gender Diversity Management – Erfolg durch Kultur der Toleranz ...
Gender Diversity ist Managementsache und dann erfolgreich, wenn es wie jedes andere betriebswirtschaftlich orientierte Projekt aufgesetzt wird: Man benötigt Ziele, eine Strategie, ein Konzept für die Umsetzung, Meilensteine, Kontrollen, gegebenenfalls Korrekturen. Nur wenn die Unternehmensleitung

Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft führen Marktforschungsprojekt durch ...
Für die Karlsruher Online-Bildagentur Pitopia haben Studierende des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft ein Marktforschungsprojekt zum Thema Buchcover im Rahmen der Vorlesung „Dienstleistungsmarketing“ durchgeführt. Ziel der Vorles

Einladung zur Abschlusspräsentation: 26. Juni Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft ...
Einladung zur Abschlusspräsentation Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft führen Marktforschungsprojekt für die Bildagentur Pitopia durch Für die Karlsruher Online-Bildagentur Pitopia haben Studierende des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschul


Weitere Mitteilungen von Karin Bacher Consulting & Coaching


Selbstsabotage: Warum der innere Feind uns so oft besiegt ...
Wir alle kennen sie, die innere Stimme, die sich permanent in unser Leben einmischt. Ob wir es wollen oder nicht, sie sagt uns, was wir tun oder lassen sollen und blockiert dabei – meist unbemerkt – unser Handeln. Oft sind wir uns selbst der schlimmste Feind. Falsche Glaubenssätze, schlech

Positives Denken: Optimismus als Erfolgsgarant ...
Das Glas ist halb leer oder es ist halb voll. Nur eine kleine Änderung des Blickwinkels, kann im täglichen Leben von großer Bedeutung sein. Tatsächlich können negative Gedanken den Misserfolg begünstigen. So wundert es nicht, dass gesunde, glückliche und erfolgreiche Menschen fast immer Optim


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z