Schülerschilder gegen Schlendrian

Schülerschilder gegen Schlendrian

ID: 1023816

Kinder gestalten in Lauterborn Schilder, die zum Mülltrennen auffordern / Wettbewerb unter Offenbacher Schulen auf Anregung von Stadtteilbüro und Wohn-Service-Team / Entsorgungsbetrieb will das Gewinnerbild in Kürzeüber allen Mülltonnen der Stadt aufhängen



Stadtrat Stephan Färber (h. l.) und Sascha Langknecht von der Nassauischen Heimstätte (v.r.).Stadtrat Stephan Färber (h. l.) und Sascha Langknecht von der Nassauischen Heimstätte (v.r.).

(firmenpresse) - Offenbach (hds).- "Wir trennen Müll" - in hüpfenden, großen Buchstaben prangt der Satz über Containern mit lächelnden Gesichtern, in denen im Comicstil verschiedene Müllsorten passend zum Behälter liegen - Fischskelett und Zahnbürste im Restmüll, Plastikdose und Sprayflasche in der Gelben Tonne und andere mehr. Urheber des pädagogischen Werks ist nicht etwa ein Grafiker oder ein moderner Künstler, sondern die Klasse 4c der Lauterborn-Grundschule. Ihr Entwurf mit den fröhlichen Mülltonnen hatte einen Schülerwettbewerb gewonnen, den der "Runde Tisch Süd" - an dem in Offenbach verschiedene Institutionen, unter anderem das Quartiersmanagement, das Wohn-Service-Team und die Nassauische Heimstätte, ihre Arbeit koordinieren - ausgelobt hatte.
Beim offiziellen Aufhängen des ersten Plakats am Müllplatz in der Hugo-Wolf-Straße in Lauterborn überreichte Stadtrat Stephan Färber jeder am Wettbewerb teilnehmenden Klasse eine Urkunde der Stadt. "Ihr habt einen tollen Job gemacht", zeigt er sich beeindruckt. Dabei sei das Motiv noch nicht einmal das Wichtigste, entscheidend sei der Multiplikatoreffekt: "Ihr habt nicht einfach nur ein Schild gestaltet, sondern damit auch ein Zeichen gesetzt", so der ehrenamtliche Stadtrat weiter. "Ihr habt nachgedacht und überall darüber gesprochen - und dadurch bringt ihr das Thema in die Köpfe der Leute."
Solche Initiativen seien besonders wertvoll, weil sie von der Basis kommen. "Die Kinder wirken in den Familien, und die Eltern erzählen überall, dass es ihr Nachwuchs war, der dieses Plakat entworfen hat." Besonders erfreut zeigte sich Färber über die Tatsache, dass "das wieder eine Aktion ist, bei der Lauterborn eine tolle Rolle spielt. Stück für Stück bekommt der Stadtteil ein neues, schöneres Gesicht."


Kinder denken einfach und plakativ
Insgesamt neun Schulklassen aus der Ludwig-Dern-Schule und der Lauterborn-Schule hatten sich an dem kreativen Umweltwettbewerb beteiligt. Alle teilnehmenden Klassen bekamen 50 Euro für die Ausflugskasse, die Gewinner erhielten 150 Euro. Marcus Schenk erläutert die Intention des Wettbewerbs: "Gerade in Lauterborn leben viele Familien mit Migrationshintergrund, die mit dem deutschen Mülltrennungssystem genauso wenig vertraut sind wie mit der Sprache", so der Leiter des Quartiersmanagements in Offenbach. "Deshalb wollten wir etwas sehr leicht Verständliches. Kinder denken sehr plakativ und können komplexe Dinge einfach sagen und ausdrücken."


Sascha Langknecht, zuständiger Mitarbeiter des Sozialmanagements bei der Nassauischen Heimstätte, hat ähnliche Erfahrungen: "Wenn man sich dem Thema spielerisch nähert, ist der pädagogische Wert oft noch höher. Kinder können sehr wohl auch ihre Eltern erziehen." Das sei auch schon bei der kinderfreundlichen Hausordnung so gewesen, die kürzlich gemeinsam mit den kleinen Bewohnern aus dem Viertel erarbeitet wurde. Das Wohnungsunternehmen nennt im Stadtteil Lauterborn 866 Wohneinheiten ihr Eigen. "Wir sind sehr erfreut", so Servicecenterleiterin Sabine Mehlis, "dass wir die ersten sind, die ein solches Schild aufhängen dürfen. Müll ist ja immer ein Thema, wenn mehrere Menschen zusammenwohnen. Wir finden es prima, wenn die Kinder sich da engagieren." Die Nassauische Heimstätte will im ersten Schwung 20 weitere Schülerplakate mit dem Comicmotiv im Quartier installieren.
Auch dem Offenbacher Entsorgungsbetrieb hat das Motiv der kleinen Künstler gefallen. Sobald die neue Biotonne überall im Stadtgebiet aufgestellt ist, will die ESO das Schild noch einmal bei den Schülerinnen und Schülern in Auftrag geben - dann mit den aktuellen Behältern. Und dieses neue Plakat soll schließlich über allen Müllplätzen der Stadt hängen...
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Die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, bietet seit 90 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 700 Mitarbeiter. 2005 erwarb die Nassauische Heimstätte die Anteile des Landes Hessen an der Wohnstadt Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hessen mbH, Kassel. Durch den Zusammenschluss avancierte sie zu einem der führenden deutschen Wohnungsunternehmen: der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit 61.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden. Diese werden aktuell von rund 260 Mitarbeitern - in vier Regional- untergliedert in 13 Service-Centern - betreut. Unter der Marke "NH ProjektStadt" werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadt- und Projektentwicklungsaufgaben durchzuführen.



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Datum: 24.02.2014 - 17:05 Uhr
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