Neue OZ: Kommentar zu Agrar
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Ehrgeizige Milchbauern fiebern dem 1. April 2015 entgegen. Dann
nämlich werden die Milchquoten, denen sich Produzenten seit 1984
beugen müssen, Geschichte sein. Die EU schafft die Quoten ab, der Weg
zum Glück auf dem durstigen Weltmarkt wird frei.
In Erwartung dessen vergrößern viele Milchviehhalter in
Niedersachsen ihre Ställe und schaffen sich mehr Kühe an. Es stimmt
ja: Die Nachfrage nach Milchprodukten steigt insbesondere in
Schwellenländern und kann den Rückgang im Inland mehr als
ausgleichen. Es stimmt auch, dass Deutschland über hervorragende
klimatische Produktionsbedingungen verfügt.
Anlass zur Euphorie ist das nicht. Denn nicht Quoten werden in
Zukunft das Geschäft begrenzen, sondern - immer stärker spürbar - die
Faktoren Fläche und Raum. Schon jetzt wissen viele Viehhalter in
Niedersachsen nicht mehr, wo sie ihre Gülle noch loswerden und wie
sie die Emissionen ihrer Ställe eindämmen sollen. Und der Wettbewerb
um Fläche wird noch schärfer werden, wenn die zur Neufassung
anstehende Gülleverordnung auch die Ausbringung von Biogas-Gärresten
in die Gesamtrechnung einbezieht.
Chancen des Exports nutzen zu wollen ist legitim. Auf einen
globalen Milchrausch und maximale Produktion um jeden Preis zu setzen
ist es nicht. Der Kluge investiert mit Augenmaß.
Christian Schaudwet
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Datum: 27.02.2014 - 22:00 Uhr
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