Geschäftsklima: mehr Realität, weniger Optimismus
ID: 1027836
- Mittelständisches Geschäftsklima dank sehr kräftiger
Lageverbesserung im Plus
- Geschäftserwartungen gehen zurück
- Erneut solide Stimmungsaufhellung in Großunternehmen
Der Aufschwung im deutschen Mittelstand gewinnt an Tempo: Die
kleinen und mittleren Unternehmen berichten im aktuellen
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer von einer massiven Verbesserung ihrer
aktuellen Geschäfte: Der Lageindikator klettert im Februar um 5,3
Zähler - mehr als das Doppelte des Üblichen - auf 28,6 Saldenpunkte.
Dies ist der höchste Wert seit fast zwei Jahren. Da gleichzeitig die
Geschäftserwartungen an das kommende Halbjahr um 3,0 Zähler auf 14,7
Saldenpunkte zurückgehen, steigt das mittelständische Geschäftsklima
insgesamt allerdings nur um 1,2 Zähler auf 21,8 Saldenpunkte.
Die aktuelle Erwartungseintrübung folgt auf eine Serie von zuletzt
acht Monatsanstiegen in Folge (um kumuliert +14,5 Zähler), bei denen
die Verbesserung der Lageurteile nur begrenzt Schritt halten konnte
(+5,4 Zähler). Die nunmehr erfolgte Konsolidierung hat Realität und
Erwartungen wieder besser in Einklang gebracht. Zudem gibt es gute
ökonomische Gründe, dass die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen:
So haben die globalen Konjunkturindikatoren insbesondere aus China,
aber auch aus den USA zuletzt eher enttäuscht. Ebenso könnten
ungünstigstenfalls die Turbulenzen an den Finanzmärkten der
Schwellenländer die globale Erholung beschädigen. Aktuell tritt der
Konflikt in der Ukraine als weiterer Risikofaktor hinzu. Die größte
konjunkturelle Gefahr geht jedoch weiterhin von einem noch immer
möglichen Rückschlag in der Europäischen Währungsunion aus.
Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass das Geschäftsklima in
dem stark auf die internationalen Märkte ausgerichteten industriellen
Mittelstand auf der Stelle tritt, während sich das Einzelhandelsklima
rasant aufhellt und eine kräftige deutsche Binnennachfrage
signalisiert.
"Endlich treibt eine deutliche Verbesserung der Realität die
Stimmung im Mittelstand nach oben", sagt Dr. Jörg Zeuner,
Chefvolkswirt der KfW. Sogar den weniger optimistischen Erwartungen
könne man Positives abgewinnen. So reduziere der vorsichtigere
Optimismus das Enttäuschungspotenzial angesichts erheblicher Risiken
einschließlich der jüngsten geopolitischen Spannungen in der Ukraine,
die allerdings für die Antworten der Firmen in Februar noch keine
Rolle gespielt haben dürften. "Es bleibt ein gesünderer Blick auf die
Zukunft, der keinesfalls mit aufkeimendem Pessimismus verwechselt
werden darf. Das Niveau der Erwartungen ist weiterhin gut und zeigt,
dass die Firmen nach zwei mauen Jahren fest auf eine Erholung bauen.
Wir sehen unsere Konjunkturprognose vom Stimmungsbild in den Firmen
bestätigt: Das erste Halbjahr 2014 wird konjunkturell stark; ab dem
Sommer flachen die Quartalswachstumsraten aber wieder etwas ab. Das
reicht für ein Realwachstum von 2,0 % in diesem Jahr; 2015 sind dann
kalenderbereinigt noch 1,6 % drin", sagt Zeuner.
Auch die Großunternehmen geben im Februar deutlich besser laufende
aktuelle Geschäfte zu Protokoll (+4,1 Zähler auf 21,7 Saldenpunkte).
Mögliche Risiken sehen sie dagegen gelassener als der Mittelstand.
Sie sind sogar leicht optimistischer als im Vormonat (+0,4 Zähler auf
18,9 Saldenpunkte), nachdem ihr Erwartungsindikator bereits im Januar
kräftig gestiegen ist. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass
das Niveau der Lageurteile weiterhin niedriger ist als im
Mittelstand, sodass die Großfirmen noch mehr Luft nach oben haben.
Insgesamt zieht das Geschäftsklima der großen Firmen (+2,3 Zähler auf
20,6 Saldenpunkte) dank der stabilen Erwartungen stärker an als im
Mittelstand.
Eine ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafik zum
aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter
www.kfw.de/mittelstandsbarometer abrufbar.
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Christine Volk,
Tel. +49 (0)69 7431 3467, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
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Datum: 05.03.2014 - 10:00 Uhr
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