Meine Ausbildung zum interkulturellen Trainer 2009
Erfahrungsbericht "Interkultureller Business-Trainer/Moderator"
mit Gary Thomas, Susanne Dranaz und Brigitte Speicher, Stöger & Partner
Verfasst von Dipl. Psych. Hartwig Kinder (hartwig.kinder@arcor.de)
Über Inhalte, Methoden und Abläufe informieren Sie sich bitte hinter den o.a. Links, die Beschreibung stimmt sehr genau mit dem überein, was uns dann tatsächlich geboten wurde. Um eine alternative Sichtweise darzustellen, habe ich meine eigenen Kategorien angebracht, man möge es mir nachsehen.
Die TrainerInnen
In meinen vielen Aus- und Weiterbildungen der letzten dreißig Jahre hat mich an den durchführenden Personen eines immer besonders geärgert: Stereotypes Verhalten, also die einstudierten Freundlichkeiten, das so genannte professionelle Auftreten. Und im Fall des IBT/M ist dies wirklich ganz anders. Für diese sensible Thematik stehen drei hoch authentische und dazu noch sehr unterschiedliche Persönlichkeiten "auf der Bühne". Die Ausbildung findet in unterschiedlichen Besetzungen statt. Stets arbeiten zwei Trainer, jedoch wechseln sich Susanne Dranaz und Brigitte Speicher in den Modulen ab.
Brigitte Speicher, eine sanfte, durch und durch freundliche Person, jedoch voller Kompetenzen verschiedenster Natur. Meine ich anfänglich, dass sie zurückhaltend agiert und eher als Stütze für Gary arbeitet, ändert sich dieser Eindruck, als sie später am Tag "den Lead" übernimmt. Da ist sie nachdrücklich, bestimmt, kann glänzen mit Bonmots, Einfällen und Ideen. Am auffälligsten ihr Unterstützungs-verhalten bei Übungen und Spielen, ich bin wirklich unterstützt, weder belehrt noch geschoben noch getragen. Eine reine Freude.
Susanne Dranaz verfügt nicht nur über einen türkisch-deutschen Hintergrund, sie weiß mit diesen unterschiedlichen Ressourcen auch umzugehen. Hier wechselt temperamentvolles Auftreten mit Phasen ruhiger Überlegung, klar geäußerte Meinung mit echter Anerkennung wertvoller Beiträge der Teilnehmer. Sie ist ebenso zu echter Betroffenheit in der Lage, wie sie über die Fähigkeit verfügt, ganze Blöcke sinnvoll durcheinander zu werfen, wenn es die Situation erforderlich macht.
Und Gary Thomas? Zunächst mal scheint man es mit einem eher kühlen Engländer zu tun zu haben, bar der persönlichen Äußerungen, ein wandelndes Lexikon interkultureller Daten, Belege, des ganzen wissenschaftlichen Backgrounds. Dann jedoch wechselt er ins Erzählen, wir liegen auf dem Boden vor Lachen, er wechselt in die verschiedenen Rollen der erzählten Geschichten, zeigt die unterschiedlichsten Gesichter, bis sein lautes "OOOOOOkayyyyy" uns wieder in die nächste Sequenz befördert. Und zwischendurch in den Pausen ist er, wie Brigitte und Susanne auch, der ganz normale Mensch, der Kollege im Training, keine Spur von Abgrenzung oder gar Dünkel.
Mit diesen drei AusbilderInnen kommt vieles dran, nur keine Langeweile. Selbst die notwendigen theoretischen Input-Phasen lasen mich nicht müde werden (Auch wenn für meine Anreise von München der Tag immer schon um 4:30 beginnt).
Das Trainingsumfeld
Man mag über Paderborn, seine geographische Lage, seine Größe sagen, was man will, jedoch verfügt es neben einer netten kleinen Altstadt über ein außergewöhnliches Hotel. Ich habe noch nie so einen Service erlebt, freundliche Leute, der Kaffee morgens vor Beginn, Sonderwünsche jeder Art stellen kein Problem dar. Sollten Sie auch mal so nach Paderborn kommen, suchen Sie das Welcome Hotel auf. Ich habe mich eine Viertelstunde mit dem Direktor unterhalten, gerne würde ich solch ein Management im Münchner Raum vorfinden. Seltenes Zusammenspiel - authentische TrainerInnen und ein authentischer Hoteldirektor, ich bin richtig baff am ersten Wochenende. Ach ja, am Abend besuchen Sie dann den "Wein-Krüger" im ältesten Haus in Paderborn, die Nürnberger Rostbratwürstchen schlagen die Münchner Küche leicht.
Die TeilnehmerInnen
Es erweist sich als besonders nützlich, dass Gary lange Jahre der Erfahrung und des Beziehungsnetzwerks mitbringt. Das bedeutet nämlich eine breite Streuung des Teilnehmerfeldes. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich mag reine Management-Seminare genauso wenig wie rein studentische Veranstaltungen. Hier finde ich einen breiten Mix vor. Also z.B. den italienischen E-Manager, die Vertriebsspezialistin eines Großunternehmens oder die engagierte Selbstständige einer interkulturellen Unternehmensberatung mit französisch-algerischem Hintergrund oder den Studenten, der sich gerade für eine berufliche Zukunft entscheidet. Das bedeutet höchst unterschiedliche Fälle, Fragen und Hintergrundwissen, alle tragen auf ihre Weise bei, so dass die Veranstaltung zu einer runden Sache wird. Bei jedem Modul treffen wir uns samt der Trainer einmal am Abend zu einem "gemütlichen Beisammensein". Ich fürchte ein bis zweimal haben wir mit unseren stundenlangen Lachkaskaden die Nachbartische vergrault. Die TeilnehmerInnnen bilden Coaching-Partnerschaften, so dass die Aufgaben und Vorbereitungsarbeiten in den Zwischenphasen gemeinsam durchgeführt werden können. Die Heterogenität der Gruppe erwirkt noch ein besonderes Detail. Im dritten Modul verbringen wir in Kleingruppen eine geraume Zeit mit der Erstellung einer eigenen Simulation. Nicht nur, dass wir (wider mein Erwarten) alle diese höchst anspruchsvolle Aufgabe lösen können, nein, die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Mindestens zwei der vorgestellten Spiel-Modelle empfehlen sich nachhaltig für den professionellen Einsatz, erscheinen mir wirksamer als manches altbekannte Teil.
Das Trainingsdesign
Jawohl, eine Menge didaktische Praxis kommt hier zur Wirkung. Drei TrainerInnnen mit insgesamt sicher mehr als 40 Jahren Trainingserfahrung, das heißt Lernen und in die eigene Praxis übernehmen, ohne auch nur einmal das Gefühl von Schulbank zu bekommen. So stelle ich mir das eigentlich vor. Sie können es ja in der Beschreibung nachlesen, nur einiges möchte ich hier herausheben. Die Herkunft der TeilnehmerInnen, ihre Eigenarten und Denkweisen werden spontan in die Übungen und Spiele mit aufgenommen, "Lernen am eigenen Selbst" also. Soll ich selbst also z.B. mit einer schwierigen Situation umgehen lernen, heißt das hier: Die anderen meiner Kleingruppe konfrontieren mich in der dazugehörigen Übung wirklich damit. In der für mich vorbereiteten Sequenz schenkt mir keiner auch nur einen Funken Beachtung. Also versagt meine sonstige Auftretenssicherheit sofort, eine echte Herausforderung für mich. Und nachdem ich mich mühsam etabliert habe, erläutern mir die anderen ihre Verabredung und gemeinsam planen wir die Herstellung einer passenden "schwierigen Situation" für den nächsten aus der Gruppe. Faszinierend auch der echte Fall, den wir für den italienischen Kollegen bearbeiten: Multinationale Manager, die europaweit ein neues Verfahren zur Leistungsbewertung einüben sollen und das an einem halben Tag. Oder - wie baut man ein interkulturelles Sensibilitäts- und Verhaltenstraining für Studenten auf, das auch die Fakultätsleitung nachhaltig beeindruckt. Stets betten die Trainer die Arbeiten und Übungen in den jeweils passenden Wissenskontext ein und noch wichtiger, die passende ethische Grundhaltung, den jeweils benötigten Grad an Sensibilität und Professionalität.
Natürlich stimmt die Vorbereitung der einzelnen Tage, klar, dass vielerlei Materialien eingesetzt werden sind, sauber strukturierte (und liebevoll visualisierte) Flipcharts unterstützen die Lerneinheiten. Aber das muss auch so sein, schließlich lautet der Anspruch von Gary ja gerade, dass wir das gleiche Niveau beherrschen lernen, das er von sich verlangt. Holistische Denkweise in der Seminargestaltung heißt nicht nur, "Walk your Talk", das heißt auch, dass ich öfter beobachten kann, wie das Trainergespann die wirklich vorhandenen Unterschiede aus ihrem kulturellem Hintergrund in die Abläufe einfließen lassen. Mann-Frau, Türkei-England-Bayern, alleine diese Variationen haben nicht nur hohen Unterhaltungswert, sie können auch sinnvoll zur Lernvertiefung eingesetzt werden.
Die Ergebnisse
Moderator war ich schon vorher, Trainer auch, interkulturell zu sein, habe ich mir jedenfalls eingebildet. Ziemlich weit gefehlt, dass ist jetzt klar. Ich habe Mengen an Augenöffnern erlebt, allein das Feedback durch Trainer und Teilnehmer hat viele neue Knöpfe gedrückt und zu reflektierten Verhaltensänderungen bei mir geführt. Ich war mir vorher unschlüssig, ob eine Trainer- und Moderationsausbildung im interkulturellen Kontext in so einer relativ kurzen Ausbildungszeit funktionieren könnte. Doch ich habe ja nicht nur mich, an dem ich die Lernfortschritte beobachten kann. Profunde Unterschiede in Auftritt, Präsentation und vermittelter Komplexität habe ich bei allen Teilnehmern erlebt, jeder auf seine/ihre Art, natürlich jeweils festgehalten durch Videoaufnahmen und ausführliche Feedbackschleifen. Alles in allem möchte ich dieser Ausbildung bescheinigen, dass sie zum Besten gehört, was ich bisher in diesem Umfeld erlebt habe. Falls Sie mehr wissen wollen, schicken Sie mir einfach eine Mail. Ich melde mich gern.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
? Wir sind seit fast 20 Jahren in den Bereichen Beratung, Training, Organisations- und Personalentwicklung am Markt.
? Wir sind eine Partnerschaftsgesellschaft mit 16 exklusiven SeniorberaterInnen.
? Wir bedienen unsere Kunden mit über 1.400 Berater-/Trainertagen zu unterschiedlichen Themen jährlich.
? Unsere Kunden sind internationale Konzerne, mittelständische Organisationen und Start Ups.
? Wir sind tätig in: D, A, CH, I, E, NL, GB, CZ, SL, China.
? Unsere Projektsprachen sind Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch.
Stöger & Partner
Gary Thomas
Technologiepark 12
33100
Paderborn
thomas(at)stoegerpartner.de
05251 875432
http://www.international-hr.de
Datum: 15.07.2009 - 10:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 102822
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Gary Thomas
Stadt:
Paderborn
Telefon: +49 5251 875432
Kategorie:
Bildung & Beruf
Meldungsart:
Anmerkungen:
Diese Pressemitteilung wurde bisher 497 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Meine Ausbildung zum interkulturellen Trainer 2009
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stöger & Partner (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




