Werder Bremen-Presseservice: Pyrotechnik-Vorfall: Werder setzt erste Maßnahmen um
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gestrigen Mittwoch auf den Pyrotechnik-Vorfall im Weser-Stadion beim
Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV reagiert und erste
Maßnahmen beschlossen, die am Abend im Dialog mit dem Fanbeirat
vorgestellt und diskutiert wurden. Der Fanbeirat besteht aus
Vertretern des Fan-Projekt Bremen e. V., des Dachverband Bremer
Fan-Clubs e. V., der Fanbetreuung des SV Werder Bremen sowie
Vertretern der Ultra-Gruppierungen und wird geleitet von
Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. Zudem waren beim
gestrigen Zusammentreffen auch Werders Geschäftsführer Klaus Filbry,
Thomas Eichin, Mannschaftskapitän Clemens Fritz, Veranstaltungsleiter
Hinrich von Hallen und der Sicherheitsbeauftragte Lars Mühlbradt von
'elko & Werder Security' dabei.
"Die Geschäftsführung hat zunächst noch einmal die Enttäuschung
über den massiven Vertrauensbruch zum Ausdruck gebracht, der leider
dazu geführt hat, dass einige Erleichterungen und Privilegien, die
die Fans im Weser-Stadion genießen, nun diskutiert werden mussten",
berichtete Klaus-Dieter Fischer. Dies betrifft zum Beispiel eine
mögliche Erhöhung der Sicherheitszäune im Bereich der Ostkurve des
Weser-Stadion, über die der SV Werder jedoch, so Fischer, nur
gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Polizei
entscheiden kann. "Wir werden die Empfehlung aussprechen, den Zaun
zunächst nicht zu erhöhen", betonte Werders Geschäftsführer. "Denn
wir würden damit auch viele treffen, die an dem Vorfall nicht
beteiligt waren." Gleichwohl sei bei einem weiteren Vorfall eine
solche Maßnahme unausweichlich.
Werder-Kapitän Clemens Fritz schilderte derweil eindringlich die
Gedanken und die Situation der Mannschaft während des Nordderby: "Es
war eine großartige Unterstützung im Stadion und eine tolle
Choreografie vor dem Spiel", sagte er. "Das ist leider zu Beginn der
zweiten Halbzeit durch den Zwischenfall in der Ostkurve in den
Hintergrund gerückt. Die daraus resultierende Unterbrechung hat die
Mannschaft stark verunsichert, das konnte man auf dem Spielfeld
sehen." Fritz weiter: "Die Nachspielzeit von sechs Minuten, die
größtenteils dadurch verursacht wurde, war besonders kritisch, da
alle Spieler bereits am Ende ihrer Kräfte waren und es schwierig war,
die Konzentration über die 90 Minuten hinaus hochzuhalten."
Die Vertreter des Dachverband Bremer Fan-Clubs e. V. und des
Fan-Projekt Bremen e. V. verurteilten ebenfalls einhellig den Vorfall
und baten die Geschäftsführung des SV Werder Bremen, differenzierte
Maßnahmen zu beschließen, um nicht zu viele unschuldige Fans damit zu
treffen. "Leider gab es von den Vertretern der betroffenen
Gruppierungen, die für den Vorfall verantwortlich sind, bisher weder
eine Geste der Entschuldigung oder des Bedauerns, noch eine
Stellungnahme", erklärte Klaus-Dieter Fischer.
Zu den von der Geschäftsführung des SV Werder Bremen beschlossenen
Maßnahmen gehört, dass bis auf weiteres keine Choreografien und keine
Blockfahnen im Weser-Stadion genehmigt werden. Zudem haben die
Gruppierungen, denen das Abbrennen der Pyrotechnik eindeutig
zugeordnet werden konnte, vorerst kein Vorrecht auf Tickets für die
Auswärtsspiele der Grün-Weißen mehr. Da dem Verein nach solchen
Vorfällen drastische Geldstrafen durch den DFB drohen, könnte
zukünftig auch das Preisniveau der Tickets in der Ostkurve gefährdet
sein. "Die Strafen haben mittlerweile eine Höhe erreicht, die es
erforderlich macht, darüber nachzudenken", kündigte Fischer an. Und
Thomas Eichin, Geschäftsführer Sport des SV Werder Bremen, ergänzte:
"Es geht um Summen, für die wir ohne Weiteres einen guten
Nachwuchsspieler in unseren Kader aufnehmen könnten. Daher tut uns
jede Strafe für solch unsinnige Aktionen besonders weh." Schließlich
wird auch die insbesondere von den Ultra-Gruppierungen gewünschte und
angeregte Auswärts-Dauerkarte für Werder-Fans nicht eingeführt.
Begleitend zum Beschluss und der Umsetzung der ersten Maßnahmen
arbeitet der SV Werder Bremen gemeinsam mit der Polizei und dem für
das Weser-Stadion beauftragten Sicherheitsunternehmen weiterhin
daran, anhand der Bilder, die während der Begegnung gegen den HSV
erstellt wurden, die für das Abbrennen der Pyrotechnik
verantwortlichen Personen zu identifizieren, um sie in Regress zu
nehmen und von den Tätern die dem Club auferlegten Geldstrafen
einzufordern. Dazu sagte der Sicherheitsbeauftragte Lars Mühlbradt:
"Wir sind hier bereits auf einem guten Weg, die Täter zu
identifizieren."
Die Enttäuschung über den ersten Vorfall dieser Art im
Weser-Stadion seit 15 Jahren sei zwar noch immer groß, betonte
Klaus-Dieter Fischer abschließend, aber: "Der SV Werder Bremen wird
dennoch nicht von seiner bisherigen Fan-Politik abweichen, die auf
Dialog, Deeskalation und Differenzierung ausgerichtet ist."
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Datum: 06.03.2014 - 11:32 Uhr
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