Praxistest: Fitness-Tracker helfen Nutzern kaum dabei, wirklich aktiver zu werden
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Hersteller in der Praxis / Für viele Sportarten ungeeignet / Messung
am Handgelenk meist sehr ungenau / Langfristige Auswertungen oder
Zielsetzungen oft nicht möglich / Zusatzfunktionen zur Schlafanalyse
unter Umständen sogar kontraproduktiv / Stromversorgung meist nur
über spezielle USB-Kabel und Datentransfer fast nur über Apps möglich
Mit der rasanten Verbreitung von Fitness-Apps für alle gängigen
Smartphones erfreuen sich auch sogenannte Fitness-Tracker immer
größerer Beliebtheit. Als eine Art digitale Schrittzähler sollen die
kleinen Geräte, die entweder in der Hosentasche oder am Handgelenk
getragen werden, im Tagesverlauf die Aktivität ihrer Nutzer
aufzeichnen und in dazugehörigen Apps auswerten. Um wirklich aktiver
und damit fitter zu werden, sind die meisten Fitness-Tracker jedoch
ungeeignet. Zu diesem Fazit kommt das Magazin "iPhoneWelt", das in
seiner neuen Ausgabe (03/2014, EVT 11. März) sieben aktuelle Modelle
zu Preisen zwischen 60 und 140 Euro in der Praxis getestet hat.
Obwohl die kleinen Geräte als Fitness-Tracker beworben werden, dreht
sich in der Praxis alles um die Aktivität von Fußgängern. Selbst wenn
Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen in den Apps wählbar sind,
werden auch diese Aktivitäten stets in Schritte umgerechnet. Eine
verlässliche Auswertung ist so kaum möglich. Zudem kritisieren die
Tester deutliche Abweichungen zwischen den Messdaten von Trackern am
Handgelenk und jenen, die in der Hosentasche mitgeführt wurden. Im
Tagesverlauf registrierten die Armband-Tracker bis zu 30 Prozent mehr
Aktivität, da selbst Armbewegungen im Sitzen oder Stehen als Schritte
gezählt wurden.
Eine langfristige Aktivitätssteigerung ist laut "iPhoneWelt" mit
Fitness-Trackern auch dadurch kaum möglich, da bei den meisten
Modellen die Aufzeichnung der Messdaten auf Tagesbasis im Vordergrund
steht. Die Auswertung mehrerer Tage oder gar Wochen ist oft ebenso
wenig möglich, wie das Setzen konkreter Zielvorgaben etwa für den
Kalorienverbrauch.
Nicht nur wenig sinnvoll, sondern unter Umständen sogar
kontraproduktiv kann zudem die Zusatzoption vieler Fitness-Tracker
zur Schlafanalyse sein. Das Konzept: Der Tracker misst, wie oft und
stark man sich im Schlaf bewegt, und soll so Auskunft über einzelne
Schlafphasen geben. Nach Meinung von Experten sind ernstzunehmende
Ergebnisse auf diesem Wege jedoch nicht zu erzielen. Außerdem: "Wenn
man die Daten überbewertet, kann das zu Anspannung führen. Wer mit
dem Schlaf ohnehin Probleme hat, kann durch die ständige
Selbstbeobachtung noch angespannter sein und schläft noch
schlechter", warnt Hans-Günter Weeß, Leiter des Interdisziplinären
Schlafzentrums im Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in
Klingenmünster, gegenüber "iPhoneWelt".
In punkto Ausstattung der Tracker bemängeln die Tester, dass die
Stromversorgung meist über einen Akku erfolgt. Dieser muss in der
Regel einmal wöchentlich aufgeladen werden, wofür die Hersteller fast
immer spezielle Ladekabel beilegen. Haben Nutzer dieses nicht zur
Hand, kann der Akku nicht geladen werden. Lediglich zwei der sieben
Geräte im "iPhoneWelt"-Test laufen mit austauschbaren Knopfzellen,
deren Lebensdauer im Schnitt mehrere Monate beträgt. Außerdem ist der
Datenaustausch bei fast allen getesteten Trackern ausschließlich über
die Smartphone-App möglich. Nur bei einem Gerät war der Datentransfer
auch mit dem PC oder Mac möglich.
Pressekontakt:
Patrick Woods,
Redaktion "Macwelt/iPhoneWelt/iPadWelt",
Tel.: 089/360 86-808,
E-Mail: pwoods@macwelt.de,
www.macwelt.de
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Datum: 10.03.2014 - 06:35 Uhr
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