Industrie 4.0 hat deutlich an Fahrt aufgenommen
ID: 1030714
- Fast jedes vierte ITK-Unternehmen bietet Industrie-4.0-Lösungen an
- Verdoppelung innerhalb eines Jahres
- Kleinemeier: "Zentraler Wettbewerbsfaktor für deutsche Industrie"
Das Thema "Industrie 4.0" hat im vergangenen Jahr für die ITK-Branche deutlich an Bedeutung gewonnen. Rund jedes vierte IT-Unternehmen (23 Prozent) bietet mittlerweile spezielle Lösungen für die Steuerung von Entwicklung und Produktion über das Internet an. Ähnlich viele Unternehmen (26 Prozent) entwickeln derzeit solche Angebote. Vor einem Jahr waren es erst 10 bzw. 13 Prozent. Damit hat sich der Anteil der IT-Unternehmen, die intensiv an Industrie-4.0-Lösungen für ihre Kunden aus der Fertigungsindustrie arbeiten, mehr als verdoppelt. Das hat eine repräsentative Branchenbefragung im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM ergeben. "Vor einem Jahr war Industrie 4.0 noch ein sehr erklärungsbedürftiger Begriff - in kurzer Zeit hat er sich etabliert, sowohl im allgemeinen Sprachgebrauch wie in der praktischen Umsetzung", sagte Michael Kleinemeier vom BITKOM-Präsidium bei der Vorstellung der Umfrage auf der CeBIT.
Die Bedeutung des Themas wird weiter steigen. 9 von 10 ITK-Unternehmen glauben, dass Industrie 4.0 schon in 4 Jahren ein wichtiges Geschäftsfeld für die eigene Branche sein wird. Vor einem Jahr teilten erst 8 von 10 Unternehmen diese Einschätzung. Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) betrachtet Industrie 4.0 bereits heute als wichtiges Geschäftsfeld der Branche. Das ist ein Plus von 4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. "Die IT-Branche hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit Industrie 4.0 auseinandergesetzt. Das ist auch ein Erfolg der ,Plattform Industrie 4.0', die vor einem Jahr von den drei Verbänden BITKOM, VDMA und ZVEI gegründet wurde", so Kleinemeier.
Die Industrie steht allgemein für ein Fünftel der Umsätze der ITK-Branche. Das Marktvolumen wird dieses Jahr voraussichtlich knapp 31 Milliarden Euro betragen, ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber 2013. Laut Umfrage sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe für über zwei Drittel der ITK-Unternehmen sehr wichtige oder wichtige Kunden.
"Vom Zusammenwachsen der Fertigungsindustrie mit dem Internet profitieren IT-Anbieter ebenso wie die Fertigungsindustrie", sagte Kleinemeier. Nach Aussage von 60 Prozent der Hightech-Unternehmen spielt Industrie 4.0 eine "sehr wichtige" Rolle für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. 2013 waren noch 49 Prozent dieser Ansicht. "Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der allgemeine Trend zur Digitalisierung von Prozessen und Produkten ausgerechnet vor der Fertigungsindustrie zum Stehen kommt", sagte Kleinemeier.
Dabei ist die Ausgangsposition für das Zusammenwachsen von Fertigung und Internet hierzulande sehr gut. Mehr als jedes zweite IT-Unternehmen (52 Prozent) hält die deutsche Industrie in der vierten industriellen Revolution im internationalen Vergleich für führend oder in der Spitzengruppe. Kleinemeier warnte aber davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass bei disruptiven Veränderungen auch bisherige Weltmarktführer schnell an Anschluss verlieren, wenn sie sich nicht rechtzeitig auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Wirtschaftsnationen wie China, USA, Großbritannien oder Südkorea haben spezielle Industrie-4.0-Programme zur schnelleren Industrialisierung bzw. Re-Industrialisierung ihrer Volkswirtschaft aufgelegt.
Die ITK-Branche kann zu Industrie 4.0 vor allem vier Dinge beitragen: Infrastruktur, Prozess-Know-How, Sicherheit und softwareintensive eingebettete Systeme. Bei den Infrastrukturen geht es insbesondere um die Vernetzung bislang autonomer Einheiten. Dafür sind Datenverbindungen, Schnittstellen, Standards und Protokolle nötig. Zweitens verfügt die IT als Querschnittsbranche par Excellence über umfangreiches Prozesswissen und Organisations-Knowhow. Drittens müssen Prozesse bei Verlagerung ins Internet besonders stark abgesichert werden. Eingebettete Systeme sind das Herzstück von Industrie 4.0: Softwaremodule, Mini-oder Mikro-Computer, die in ein technisches Umfeld integriert werden. Die klassische Hardware-Produktion ist zwar weitgehend abgewandert, aber Deutschlands Embedded-Anbieter sind weltweit führend bei softwareintensiven Systemen. "Allerdings ist die deutsche Embedded-Systems-Landschaft im internationalen Vergleich sehr fragmentiert, die Konkurrenten aus dem Ausland haben Größenvorteile gegenüber den vielen kleinen Anbietern und Nachfragern hierzulande", sagte Kleinemeier.
Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM im Januar 315 ITK-Unternehmen zu Industrie 4.0 befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die ITK-Branche. Der Umsatz der ITK-Branche mit der Industrie basiert auf Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Techconsult.
Der BITKOM vertritt mehr als 2.100 Unternehmen, davon rund 1.300 Direktmitglieder mit 140 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. 900 Mittelständler, mehr als 170 Start-ups und nahezu alle Global Player werden durch BITKOM repräsentiert. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien und der Netzwirtschaft.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der BITKOM vertritt mehr als 2.100 Unternehmen, davon rund 1.300 Direktmitglieder mit 140 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. 900 Mittelständler, mehr als 170 Start-ups und nahezu alle Global Player werden durch BITKOM repräsentiert. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien und der Netzwirtschaft.
Datum: 11.03.2014 - 09:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1030714
Anzahl Zeichen: 5467
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hannover
Kategorie:
Internet-Portale
Diese Pressemitteilung wurde bisher 282 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Industrie 4.0 hat deutlich an Fahrt aufgenommen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Waschmaschine, Heizung oder Rollläden einfach mit einem Wisch auf dem Smartphone bedienen ? das könnte schon bald in deutschen Haushalten verbreitet sein, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Demnach sagen gut 28 Prozent der Smartphone-Nutzer: Ich kann m
Europäischer ITK-Markt wächst etwas langsamer ...
Umsatz legt in diesem Jahr um 0,7 Prozent auf 686 Milliarden Euro zu Britischer ITK-Markt schrumpft leicht um 0,5 Prozent Weltweite ITK-Umsätze wachsen voraussichtlich um 1,8 Prozent Nach einem starken Umsatzanstieg im vergangenen Jahr wächst das Geschäft mit Prod
3D-Druck ermöglicht maßgeschneiderte Produktion ...
Ein selbst entworfenes Smartphone, Ersatzteile für Flugzeugtriebwerke oder sogar menschliche Organe auf Knopfdruck: Was vor einigen Jahren noch wie Science Fiction klang, ist mit innovativen 3D-Druckverfahren heute schon möglich ? und bietet riesige Chancen für die Fertigung und Logistik. Das ze
Weitere Mitteilungen von BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
Innovationspreis IT 2014 ...
Industrieunternehmen konnten sich dieses Jahr wieder bewerben, um beim diesjährigen Innovationspreis der Initiative Mittelstand teilzunehmen. Gesucht werden wieder die fortschrittlichsten und innovativsten Produkte und Lösungen der Industrie in verschiedensten Bereichen. Die Bewerbungspha
Britische und deutsche ITK-Branche kooperieren ...
. - UK-Germany Technology Summit auf der CeBIT - Großbritannien ist wichtiger Handelspartner der IT-Branche Die deutsche und die britische IT- und Telekommunikationsbranche verstärken ihre enge Zusammenarbeit. "Großbritannien und Deutschland sind die beiden Schwergew
Staatssekretärin Zypries: Intelligente Vernetzung voranbringen und Vertrauen in digitale Technologien stärken ...
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, hat heute auf der CeBIT Eckpunkte für die Strategie "Intelligente Vernetzung" vorgestellt. Hiermit sollen der Digitalisierung und Vernetzung in den Bereichen Bildung, Energie, Gesund
Start-ups und Gründer sind hoch angesehen ...
. - Unternehmen gelten als innovativ und wichtig für den Standort - Gründer werden als leistungsorientiere Vorbilder gesehen - Aber nicht einmal jeder Zweite würde bei einem Start-up arbeiten Die Mehrheit der Deutschen weiß mit dem Begriff ?Start-up? nichts anzuf




