Umfrage-Siegerin Maria Furtwängler: "Ich suche geradezu die Provokation"
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deutschen Schauspielerinnen. Das ergibt eine repräsentative
Forsa-Umfrage im Auftrag von FRAU IM SPIEGEL. Insgesamt zwölf Prozent
der 1002 befragten Frauen geben die 47-Jährige als ihre
Lieblings-Schauspielerin an. Damit hat die "Tatort"-Kommissarin den
Thron der TV-Königin zurückerobert. Im vergangenen Jahr musste sie
ihren Titel vorübergehend Senta Berger (72) und Nora Tschirner (32)
überlassen. Maria Furtwängler ist "fassungslos und hoch erfreut
zugleich über diese wunderbare Platzierung", wie sie im Interview mit
der Peoplezeitschrift verrät. Vielleicht honorierten die Menschen,
dass sie sich weiterentwickle und nicht immer die gleichen Rollen
spiele, vermutet sie. "Ich glaube, man muss auch aufpassen, nicht
überpräsent zu sein", so die Quoten-Königin, promovierte Ärztin,
Charity-Lady, Verleger-Gattin und zweifache Mutter. Nach ihrem
Theaterdebüt Anfang letzten Jahres habe sie sich bewusst aus der
Öffentlichkeit zurückgezogen. "Das hing natürlich mit dem Tod meines
Vaters und meiner Großmutter zusammen", erklärt sie FRAU IM SPIEGEL.
"Es war für mich privat eine sehr intensive Zeit. Nun hoffe ich, dass
ich in diesem Jahr wieder umso mehr als Schauspielerin loslegen
kann."
Ihr Mann, Verleger Dr. Hubert Burda (74), unterstützt sie sehr in
ihrer kreativen Arbeit. Ihre größten Gemeinsamkeiten? - "Das ist
sicher unser Humor", so Furtwängler. Und es bestehe bei ihnen beiden
ein Interesse daran, zu erfahren, was der andere mache und worin für
ihn die nächsten, größten Herausforderungen liegen. "Ich kann mit
meinem Mann alle Probleme besprechen. Ängste, Sorgen, Freuden." Das
gebe Halt, auch mal in stürmischen Zeiten. "Und natürlich verbindet
uns am allermeisten die gemeinsame Liebe und Sorge für unsere beiden
Kinder." Auf die Frage, worin sie sich unterscheiden, antwortet die
Schauspielerin, dass sie jemand sei, der die Grenzen der Konventionen
gern überschreite. "Mein Mann ist jemand, der das macht, was man
machen sollte. Er ist eher angepasst." Sie sei das genaue Gegenteil.
"Das hängt mit meinem Vater zusammen. Das ist sein Erbe, das ich in
mir trage. Ich will ausprobieren, Grenzen sprengen und auch
provozieren. Ja, ich suche geradezu die Provokation!"
Dass ihre Kinder Elisabeth und Jacob schon länger aus dem Haus
sind und studieren, sei für sie trotz aller Sehnsucht, die sie
natürlich auch habe, eine große Leichtigkeit und Freiheit. "Ich kann
über meine Zeit frei verfügen. Hier ein Workshop im Ausland, da ein
Kinoprojekt über mehrere Wochen. Es ist ein besonderer Luxus, das zu
tun, was ich möchte." Als Mutter richtig sauer werde sie bei
Unbescheidenheit und Undankbarkeit. "Da werde ich richtig
ungemütlich", bekennt die Münchnerin. "Zum Glück passiert das höchst
selten."
Ihre eigene Mutter Kathrin Ackermann (75), ebenfalls
Schauspielerin, hatte gerade Geburtstag und bekam ein individuelles
Geschenk von ihrer Tochter. "Ich habe ihr einen Gutschein gebastelt",
erzählt Maria Furtwängler. "Damit kann sie beide Enkel besuchen. Es
ist quasi ein Rundum-Sorglos-Paket mit Flug und Hotel. Ich hoffe, sie
hat Spaß daran."
Viele sehen Maria Furtwängler als Frau, die alles kann. Im
Interview mit FRAU IM SPIEGEL gesteht sie, dass sie "einen wirklichen
Komplex" habe, den sie jetzt zum ersten Mal verrate. "Ich kann weder
häkeln noch stricken. Ich habe das immer wieder versucht." Auch ihre
Nähkünste seien nicht der Hit. "Ich kann gerade mal einen Knopf
annähen. Sonst bin ich handwerklich wirklich geschickt. Ich
modelliere und baue Sachen. Doch bei der Handarbeit habe ich zwei
linke Hände." Dafür könne sie etwas anderes inzwischen recht gut:
"Kochen! Ich habe es früher nie sonderlich gemocht oder gekonnt.
Jetzt entdecke ich es als Genuss und absolute Entspannung. Da
steigere ich mich im Moment geradezu rein." Mit ihrem Sohn maile sie
neuerdings Rezepte hin und her.
Ob sie eigentlich glücklich sei? - "Ja, ich bin ein Glückskind",
findet die Umfrage-Siegerin. "Das Schicksal hat es gut mit mir
gemeint. Privat und beruflich." Trotzdem sei die Fähigkeit, Glück
oder Zufriedenheit zu empfinden, nach wie vor eine Herausforderung.
"Man muss für sein Glück etwas tun und dafür offen sein."
Den zweiten Platz der Schauspielerinnen-Umfrage teilen sich mit
jeweils elf Prozent drei Fernsehstars - und zwei Generationen: Senta
Berger, Heike Makatsch (42) und Nora Tschirner. Berger und Makatsch
standen 1998 bereits gemeinsam für Doris Dörries Film "Bin ich
schön?" vor der Kamera. Während Berger vor allem bei über 60-Jährigen
gut ankommt, punkten Makatsch - sie ist neue "Tatort"-Kommissarin in
Freiburg - und Tschirner bei den Befragten in ihrem Altersspektrum.
Senta Berger wertet ihre Platzierung als "gewachsenes Vertrauen und
Interesse" der Zuschauer.
Christine Neubauer (51) fällt mit zehn Prozent von Platz vier auf
fünf. Sie belegt den fünften Platz gemeinsam mit Veronica Ferres
(48), die im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze nach oben steigt.
Auf den weiteren Rängen folgen Christiane Hörbiger (75) mit neun
Prozent, Iris Berben (63) mit acht Prozent, Jutta Speidel (59) mit
sechs Prozent und Nadja Uhl (41), Newcomerin in den Top Ten, mit zwei
Prozent. (An 100 % fehlende Angaben = "weiß nicht" / "keine davon".)
Pressekontakt:
Ulrike Reisch
Ressortleitung Aktuell
Frau im Spiegel
Tel.: 089-272708977
E-Mail: ulrike.reisch@frau-im-spiegel.de
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Datum: 12.03.2014 - 08:30 Uhr
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