Lausitzer Rundschau: Regierung will Anhörung Snowdens verhindern: Unter einem schlechten Stern

Lausitzer Rundschau: Regierung will Anhörung Snowdens verhindern: Unter einem schlechten Stern

ID: 1053503
(ots) - Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur
Aufklärung der Schnüffelpraxis durch den US-Geheimdienst NSA stand
politisch von Anfang an unter einem schlechten Stern. Es ist noch
keine vier Wochen her, dass der damalige Vorsitzende Clemens
Binninger von der CDU den Rückzug antrat, weil ihm das Beharren der
Opposition auf eine Vernehmung von Edward Snowden gegen den Strich
ging. So gesehen darf sich Binninger nun sogar bestätigt fühlen: Auch
die Bundesregierung kommt in einer Stellungnahme für den Ausschuss zu
dem Schluss, dass eine Befragung des Whistleblowers in Deutschland
nur Schaden anrichten könne und sich daher verbiete. Zu fragen bleibt
allerdings, warum der Untersuchungsausschuss auch mit Zustimmung der
Regierungsparteien dann erst überhaupt eingerichtet worden ist. Zur
Erinnerung: Snwoden war der personifizierte Auslöser jener
Enthüllungen, die sogar die Bundeskanzlerin in politische
Verlegenheit brachten. Wie schon ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder
war auch Angela Merkel in großem Stil vom US-Geheimdienst NSA
abgehört worden. Rund 300 Berichte sollen dabei entstanden sein. Da
sich die für den großen Lauschangriff unmittelbar Verantwortlichen
kaum in den Zeugenstand bitten lassen dürften, liegt es auf der Hand,
Snowden zu befragen. Er ist der einzige greifbare Zeuge, der aus
erster Hand um die Schnüffelpraxis weiß. Nun ist es sicher kein
Zufall, dass die Stellungnahme der Regierung just in dem Moment
bekannt wurde, als sich Angela Merkel zu einem Besuch in Washington
anschickte. Und noch bevor der eigentliche Adressat, das
Untersuchungsgremium, davon offiziell Kenntnis bekam, was, nebenbei
bemerkt, dem Umgang der Regierung mit dem Bundestag alles andere als
ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Doch die Botschaft ist klar: Unter
die leidige Affäre soll endlich ein Schlussstrich gezogen werden.


Ohne Rücksicht auf Verluste. Der Konflikt zwischen Russland und der
Ukraine, der den Westen wieder enger zusammen-rücken lässt, wird so
zum Freibrief, die deutsch-amerikanischen Verstimmungen in Sachen NSA
mit einem Federstrich zu beenden. Dabei betrifft die
Überwachungsorgie ja nicht nur Spitzenpolitiker wie Merkel, sondern
auch viele andere Bürger, die unbescholten in die Mühlen der
US-Geheimen gerieten. Sie haben ein Recht auf Aufklärung. Schon
deshalb ist es gut, dass die Opposition weiter Druck macht. Zur Not
auch mit einer Befragung Snowdens außerhalb von Deutschland. Falls
dieser Weg ebenfalls verbaut ist, sollte sich der
NSA-Untersuchungsausschuss besser gleich selbst auflösen. Bloße
Schaufensterveranstaltungen gibt es in der Politik schon mehr als
genug.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Kölner Stadt-Anzeiger: Riexinger: Merkel muss in den USA NSA-Spionage kritisieren Allg. Zeitung Mainz: Zwerge - Kommentar zu Edward Snowden
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.05.2014 - 18:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1053503
Anzahl Zeichen: 3050

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Außenhandel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 313 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Regierung will Anhörung Snowdens verhindern: Unter einem schlechten Stern"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Kölner Stadt-Anzeiger: Riexinger: Merkel muss in den USA NSA-Spionage kritisieren ...
Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat Kanzlerin Angela Merkel vor ihrer USA-Reise aufgefordert, sich gegen jede Form der Bespitzelung seitens der USA zu wenden. "Merkel muss bei Obama selbstbewusst auftreten", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Online-Ausga

ARD-DeutschlandTrend Mai 2014: Sonntagsfrage zur Europawahl: Leichte Verluste für Union und SPD - Mehrheit befürwortet Aufnahme weiterer Staaten in die EU ...
Sperrfrist: 30.04.2014 22:45 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Gut drei Wochen vor der Europawahl ist das grundsätzliche Interesse in der Bevölkerung gering. 64 Prozent sagen, dass sie sich wenig oder gar

ARD-DeutschlandTrend Mai 2014: Fast Dreiviertel der Deutschen haben Sorge vor neuem "Kalten Krieg" - Stimmung gegenüber Russland auf Tiefpunkt ...
Sperrfrist: 30.04.2014 22:45 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Im Zuge des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine machen sich 72 Prozent der Deutschen sehr große oder große Sorgen, dass es zu einem ne

Rheinische Post: Kommentar / Verwirrspiel um Geiseln = Von Helmut Michelis ...
Schon fast eine Woche lang wird die Militärbeobachter-Gruppe, darunter vier Deutsche, in der Ost-Ukraine festgehalten. Man mag nicht so recht glauben, dass Russland, das sich angeblich tatkräftig für die Freilassung der Geiseln einsetzt, keinen Einfluss auf den prorussischen Rebellenchef in Sla


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z