Neugierige Krankenkassen nutzen Apps zur Datensammlung

Neugierige Krankenkassen nutzen Apps zur Datensammlung

ID: 1053606
(ots) - Kassen starten Pilotprojekte zur Erfassung von
Körperdaten per App / Prämien locken / Datenschützer sind kritisch /
COMPUTER BILD rät zur Vorsicht

Krankenkassen entwickeln Apps, um Körperdaten ihrer Kunden zu
sammeln. "Quantified Self" heißt ein Trend, bei dem Nutzer
Informationen über den eigenen Körper aufzeichnen. Die
Fachzeitschrift COMPUTER BILD erklärt, wie Krankenkassen diese
Informationen nutzen wollen (Heft 11/2014, ab Samstag am Kiosk).

Wie gesundheitsbewusst verhalten sich die eigenen Versicherten?
Die Antwort darauf interessiert Krankenkassen brennend. Kein Wunder,
dass bereits mehrere Kassen entsprechende Apps im Programm haben, um
Gesundheitsdaten ihrer Kunden zu erfassen. So hat die AOK Nordost mit
dem Schweizer Fitness-Portal Dacadoo das Pilotprojekt AOK mobil vita
ins Leben gerufen. Per Smartphone-App geben die Teilnehmer Daten wie
Gewicht und Größe an. Daraus erstellt das Portal einen "HealthScore",
der sich durch gesundheitsbewusste Maßnahmen und Sport verbessern
lässt.

Kein Einzelfall: Die DAK bietet ihren Mitgliedern die kostenlose
App FitCheck fürs Smartphone an. Wer seine Versichertennummer, sein
Gewicht und seine Sportaktivitäten angibt, kann über ein
Bonusprogramm bis zu 150 Euro sparen. Und Versicherte der
Daimler-Betriebskrankenkasse erhalten bis zu 100 Euro Prämie, wenn
sie ihre sportliche Leistung mit der App Runtastic belegen.
Datenschützer sehen das kritisch: "Wichtig ist, dass sich Verbraucher
freiwillig für Self-Tracking entscheiden und das auch wieder
ausschalten können", fordert Marit Hansen vom Datenschutzzentrum
Schleswig-Holstein. "Leute, denen Privatsphäre wichtig ist, dürfen
keine Nachteile haben."

Doch die Krankenkassen verteidigen ihr Vorgehen: Carolin
Wollschläger von der DAK-Pressestelle beteuert, das Sammeln der


Bonuspunkte durch sportliche Aktivitäten sei freiwillig, und "es ist
nicht damit zu rechnen, dass dies einmal zur Pflicht wird". Gabriele
Rähse, Pressesprecherin der AOK-Nordost, betont, die Kasse wisse
nicht, welcher Versicherte einen guten oder schlechten HealthScore
habe. COMPUTER BILD rät trotzdem, vorsichtig mit persönlichen
Informationen umzugehen. Denn auch die Pharmaindustrie, Arbeitgeber,
Versicherungen und Banken sind daran sehr interessiert.

Das COMPUTER BILD-App Special: http://ots.de/Uz64n



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Datum: 02.05.2014 - 10:05 Uhr
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