Mehr Handys als Zahnbürsten - Journalismus kreativ wie nie
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bei der Eröffnung des 15. European Newspaper Congresses im Wiener
Rathaus von einer "Renaissance der Kreativität im Journalismus". Die
brauche es in einer Zeit, in der mehr Handys verkauft werden als
Zahnbürsten. Trotz der Nachrichtenflut in der Post-PC-Welt sei "die
Zukunft des Journalismus besser als seine Vergangenheit".
500 Chefredakteure und Medienmanager aus ganz Europa diskutieren
die aktuellen Entwicklungen in ihrer Branche. Schwerpunkt der Tagung
sind unter anderem Change Management in Medienhäusern und
Roboterjournalismus.
Bereits jetzt sei "die Geschwindigkeit der Medien zwar mächtig,
aber für die Menschen unverdaulich", sagte Veit Dengler, CEO der
NZZ-Mediengruppe. In den Medienhäusern werde zu sehr auf Reichweite
und Auflage geschielt: "Wichtig ist nur, wie viele zahlende Kunden
wir haben." In der Neuen Zürcher Zeitung fürchtet man sich nicht,
bestätigt Dengler: Wir wollen die NZZ nicht neu erfinden, wir werden
unser Geschäftsmodell unterschiedlicher Nachrichtenkanäle neu auf der
Grundlage unseres Kerngeschäfts entwickeln: Qualität und freier
Journalismus."
Die Angst in Medienhäusern vor Veränderungen beschrieb der Wiener
Kommunikationsberater Wolfgang Rosam. In Medienhäusern laufe die
Change Kommunikation besonders schlecht, obwohl gerade dort die
Kommunikation über Veränderungen früher angesetzt werden sollte als
in anderen Unternehmen. Rosam fordert: "Maximum an ehrlicher
Information, hundertprozentige Transparenz, keine Schönfärberei.
Change Informationen keinesfalls in kleinen Dosen."
Eine kreative Innovation des altehrwürdigen Amsterdamer
Handelsblad stellte Jelle Prins vor: Ein App, das nur knapp zehn
Artikel des Handelsblad durch ein Mail täglich um 4 Uhr früh
anbietet. Die Inhalte dürfen aber gratis in den Social Media geteilt
werden. Die App bringt Videos und Fotostrecken, die beschränkte Zahl
von knapp zehn Artikeln "soll den Menschen die Zufriedenheit geben,
dass sie die Zeitung fertig gelesen haben".
Der European Newspaper Congress, der bis Dienstag, 6. Mai tagt,
wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer und Norbert Küpper,
Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet. Mitveranstalter ist
die Stadt Wien. Kooperationspartner wie Austria Tabak/JTI, OMV, der
Verband Österreichischer Zeitungen, Industriellenvereinigung und WKO
unterstützen maßgeblich die Veranstaltung.
Pressekontakt:
Johann Oberauer,johann.oberauer@oberauer.com, Tel. +43 664 2216643
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Datum: 05.05.2014 - 13:28 Uhr
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